Gibt es rezeptfreie Mittel, die Prüfungsangst lindern?
Bei mir ist es schon Jahre her, dass ich zuletzt in einer Prüfungssituation war. Aber bald ist es wieder so weit. Ich mache eine Fortbildung, die ich schon ewig machen wollte und dementsprechend wichtig ist mir das Thema. Aber genau deswegen und weil ich alles unbedingt perfekt machen will, bin ich innerlich sehr unruhig. Gibt es rezeptfreie Mittel, die bei nervöser Unruhe helfen und die Prüfungsangst etwas lindern? Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Medizinisch relevante Fragen mit konkreter Arzneimittelwerbung ist hier nicht gerne gesehen. Trotzdem möchte ich zum Thema etwas aus meiner Erfahrung beisteuern. Zu der Zeit, als ich im Prüfungsstress stand, gab es rezeptfreie Mittel, die auf Hopfenbasis bestanden. Allerdings habe ich nie irgendeine Pille oder etwas Ähnliches vor den Prüfungsterminen eingenommen.
Mir kam es darauf an, möglichst fit und nicht schläfrig zu sein. Denn die unerwünschte Wirkung derartiger "Beruhigungsmittel" wirkt sich unter Umständen auch auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Und genau diese sollte ja zur Höchstform auflaufen, wenn die Prüfung beginnt. Vor der Prüfung hatte ich etwas Sport gemacht, dann am Vorabend nicht zu lange noch in den Büchern gestöbert, sondern rechtzeitig die Nachtruhe begonnen, um möglichst völlig ausgeschlafen den Tag beginnen zu können.
Etwas Obst auch mitgenommen, um in den Pausen genügend zusätzliche Nahrung zu haben. Ein Pfirsich oder ein Apfel hilft unter anderem, den erhöht notwendigen Glukosespiegel aufrecht zu erhalten. Leider wurde während der Prüfung selbst jegliche Nahrungsaufnahme untersagt. Nur während der Pausen zwischen den einzelnen Etappen und Prüfungsgegenständen konnte man etwas essen.
Gerade am Prüfungstag kommt der Ernährungsplan leicht völlig durcheinander. Einmal finden Prüfungen aus rechtlichen Gründen oft nicht am Ort der Schulung selbst statt, sondern die Prüfung ist mit Fahrerei zum genauen Prüfungsort verbunden. Deswegen muss man das Frühstück schon etwas vorziehen.
Dann gibt es am Prüfungsort in den seltensten Fällen eine kantinenmäßige Vollverpflegung, so dass das Mittagessen entweder ganz ausfällt, oder sich stark verzögert. Und mit vollem Bauch solle man nicht studieren, hier, sich prüfen lassen, wie es bereits das Sprichwort sagt. Und eine praktische Prüfung ist unter Umständen noch mit erhöhter körperlicher Belastung verbunden. Dies bedeutet bei gleichzeitig fehlendem regelmäßigem Essen zusätzlichen Stress.
Für den Einzelfall würde ich empfehlen, die Situation mit dem Hausarzt zu diskutieren. Dieser kennt auch die genauen Dosierungen bereits bestehender Medikationen und deren eventuell notwendig werdende Änderung am Prüfungstage. Bei blinder Einnahme von "Beruhigungsmitteln" wäre ich skeptisch.
Kenne eine andere ähnliche Situation. Beim Flug von B. nach A. saß ein Fluggast neben mir, der offen über seine Flugangst sprach und eine Kapsel nach der anderen schluckte. Da sich der Abflug verzögerte, wir "Number Six In The Line" waren, hatte sich die Wirkung der Medikamente gegen Flugangst bereits verflüchtigt, als wir endlich starteten.
Wollte damit ausdrücken, dass sich eine punktgenaue Wirkung von irgendwelchen Medikamenten oft nicht im gewünschten Maße zeigt. Besser ist es, wenn überhaupt, den Arzt des geringsten Misstrauens vor einer wichtigen Prüfung oder Stresssituation zu konsultieren. Viel Erfolg!
Bin da ganz bei Gorgen_. Ich halte wenig davon wenn man die ganze Verantwortung abgibt und glaubt, ein Wundermittel könnte einem sofort und unkompliziert helfen. Ich denke sowas gibts in keinem Bereich sonst würden es alle kennen und auch einnehmen. Für mich braucht es da auch noch Eigenverantwortung. Dann kann man immer noch zusätzlich nachhelfen. Aber es ist dann eben eine Hilfe und nicht die einzige Veränderung.
Würde schon eine Zeit vor der Prüfung anfangen und an deinem mentalen Zustand arbeiten. Nimm dir Zeit für dich, such dir einen Ausgleich. Hilft ja auch beim Lernen. Wenn man da entspannter ist, fällt vieles leichter. Viele glauben da eine Stunde Sport kostet einem nur Zeit. Aber es ist besser eine Stunde laufen zu gehen etc. und den Rest des Tages mental fit zu sein, als sich dauerhaft den Stress auszusetzen. Das ist gut investierte Zeit und nützt einem die restliche Zeit viel weiter.
Mit der Ernährung kann man sicherlich auch viel beitragen um etwas entspannter durch den Tag zu gehen. Ersetze Kaffee durch Beruhigungstees. Diverse Lebensmittel sollen gegen Stress helfen: Nüsse, Bananen, Avocado, Spinat, Fisch (Omega 3),... Dann kannst du auch mit anderen Mitteln nachhelfen: Melisse, Hopfen, Passionsblume, Passedan, Baldrian,... Man kann sich auch Duftöle in die Wohnung stellen: Lavendel etc.. Es gibt auch Badezusätze.
Diverse Atemübungen, autogenes Training, Yoga, Entspannungsübungen,.... kann man auch immer wieder zwischendurch einschieben. Vielleicht hilft es auch die Prüfungssituation durchzuspielen.
Eine Kombination aus diversen Maßnahmen wird da bestimmt mehr bringen als alles gleich zu lassen und dann mal schnell einen Entspannungstee zu trinken oder sich irgendein Mittel rein zu schmeißen. Das wird einem dann gut helfen und generell das Stresslevel senken.
Dass man sich, wenn man fachlich beraten werden will, an einen Arzt oder Apotheker wenden sollte, ist mir schon klar. Darum geht es mir aber gar nicht, sondern um den Austausch von Erfahrungen. Damit ich daraus für mich zusammensuchen kann, was für mich individuell funktioniert. Also kein Wundermittel, sondern Strategien, die mir helfen. Nicht nur in der Prüfungssituation selbst, sondern idealerweise auch schon davor.
Dass man am Abend vor Prüfungen nicht mehr zu lange in Bücher schauen soll, sagt sich leicht. Ich habe immer das Gefühl nicht genug gelernt zu haben und noch irgendwas übersehen zu haben. Dementsprechend ist es auch schon Tage vor Prüfungen extrem schwierig für mich erholsamen Schlaf zu bekommen. Sich da vor dem Schlafen gehen nochmal körperlich auszupowern, um auch körperlich erschöpft genug zum Schlafen zu sein, ist eine gute Idee. Das probiere ich mal aus. Wegen pflanzlichen Arzneimitteln lasse ich mich wirklich mal am besten in der Apotheke beraten. Arzt muss, glaube ich, nicht gleich sein. Ich will ja was rezeptfreies haben, was sanft unterstützend wirkt und nichts verschreibungspflichtiges, was mich ausknockt.
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