Arbeitslos und Urlaub?

vom 21.01.2006, 11:26 Uhr

Sippschaft hat geschrieben:Ja, aber wie kann es sein, dass man als Arbeitsloser sich Geld zusammen sparen kann für einen Urlaub und als Arbeitnehmer nicht?! Wie geht das?

Neben dem was *steph* schon schrieb:
JotJot hat geschrieben:Jeder Mensch hat nun mal andere Prioritäten. Dem Einen ist Urlaub wichtiger, dem Anderen sein täglicher kleiner Luxus, sei es in Form von besonderen Lebensmitteln, Genußmitteln, Einrichtung oder Auto.

Außerdem, da hab ich mir schon mal überlegt, ob ich solche Leute nicht zu meinen Beratern machen sollte, kennen sich viele Leistungsempfänger irgendwann so gut mir ihren Rechten und dem was ihnen zusteht aus, dass die das einfach beanspruchen und notfalls einklagen. Wenn man halt die Zeit hat :wink:

» JotJot » Beiträge: 14093 » Talkpoints: 13,28 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Nur, dass Arbeitnehmer, die sich keinen Urlaub leisten können, mit Sicherheit auch an allen Ecken und Enden sparen. Die werden auc nicht ständig Essen gehen, die leisten sich sonst auch keinen Luxus, denn sonst müssten sie ja traurigerweise nicht auf Urlaub verzichten, den sie sich dringend wünschen. Das hat wenig mit Prioritäten zu tun, wenn jemand dazu gezwungen ist, überall zu sparen und am Ende ja dann auch nichts dabei rauskommt.

Aber steph hat recht: Dazu kann ja der Arbeitslos auch nichts, dass er am Ende mehr Geld zur Verfügung hat als ein Arbeitnehmer.

» Sippschaft » Beiträge: 7579 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Dafür kann nur unsere Regierung was. Da wunderts einen auch nicht mehr, dass viele Leute lieber arbeitslos sind, weil sich das Arbeiten überhaupt nicht mehr lohnt.

» rolleyes » Beiträge: 453 » Talkpoints: 2,18 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Also ich kann da steph nicht ganz recht geben und zwar aus folgendem Grund. Ich selbst habe auch schon mal sehr kurze Zeit Hartz 4 erhalten (davor eben Arbeitslosengeld) und ich habe nicht anders gelebt wie heute auch, also nicht mehr oder weniger Luxus, hatte auch ein Auto, bin auch hin und wieder zu Mc Donalds, etc. Allerdings zu diesem Zeitpunkt konnte ich mal so eben in Urlaub fliegen, was heute nicht mal so einfach geht (und ich hatte vorher nicht mein Sparbuch gefüllt).

Wenn man überlegt was manche zum Leben haben, die Hartz 4 empfangen, da stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch. Ich kenne jemanden, der hat sein Leben lang noch nicht gearbeitet, aber hatte Unterstützung vom Staat und hat mal schön eine Woche Urlaub in Ägypten gemacht, da fragt man sich wie sowas sein kann.

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» Laufmasche » Beiträge: 7656 » Talkpoints: -21,78 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ja, das kann ich nachvollziehen, Laufmacshe, weil die meisten Arbeitslosen, die ich so kennenlernen durfte, wirklich noch immer ein Auto fahren und sich eher weniger einschränken müssen.

» Sippschaft » Beiträge: 7579 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


rolleyes hat geschrieben:Jemand der Arbeitslos ist sollte nunmal vom Staat nur so viel unterstützen dass es zum Leben reicht. Nicht an der Armutsgrenze, aber auch nicht wie Krösus

Ähm hallo? Wer ALG II erhält der bekommt grad soviel wie man zum (Über) Leben braucht und keine Unsummen mit denen er sich einen Luxusurlaub finazieren kann. Wenn jemand da ein paar große Scheine bar auf den Tisch legt ist das meistens Schwarzgeld, welches man sich durch unerlaubte Nebentätigkeiten zusammengespart hat.

Und warum sollten ALG I Empfänger nur soviel erhalten wie sie zum Leben brauchen, wo ist da der tiefere Sinn? Warum soll jemand, der beispielsweise als Angestellter jahrelang z. B. 2.500 brutto bekommen hat auf einmal nur noch 345 Euro + Wohngeld bekommen? Da fehlt doch jedweder Sinn. Vor allem da Kurzzeitarbeitslose, also alle die ALG I erhalten meist schnell wieder einen Job finden - das wird ihnen wohl kaum leichter gemacht indem man sie in der Zeit ohne Arbeit auf ihr Existenzminimum zurückstuft.

Außerdem entfällt dann auch der Sinn der Arbeitslosenversicherung, denn warum sollte man, wenn man jahrelang gearbeitet hat auf einmal nur einen Mindestanspruch zur Existenzbewältigung erhalten? Ist doch völlig abwegig, da könnte man die Beträge auch gleich um 70 % kürzen und die Leute zwingen, privat vorzusorgen für den Fall der Arbeitslosigkeit, denn dann ist das für den Großteil der Arbeitnehmer ein reines Zuschussgeschäft!

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Subbotnik hat geschrieben:Wer ALG II erhält der bekommt grad soviel wie man zum (Über) Leben braucht und keine Unsummen mit denen er sich einen Luxusurlaub finazieren kann.

Tut mir leid, aber was du gerade schreibst ist absoluter Schwachsinn, mir hatte nicht viel zu einem 4 stelligen Betrag gefehlt und auch bei Hartz 4 war es dank des Übergangsgeldes, Wohnungsgeldes und des eigentlichen Hartz 4 Betrages nur 50 Euro weniger, als das Arbeitslosengeld.

Wobei ich da noch anfügen muß, dass es wohl mittlerweile zumindest ein wenig geändert wurde. Sicherlich mir hat es damals auch nichts ausgemacht, aber man konnte schon lachen über diejenigen die jeden Tag auf die Arbeit gefahren sind. Ich bin jedoch auch wieder arbeiten gegangen, weil mir das lieber war, als auf die Kosten der anderen zu leben!

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» Laufmasche » Beiträge: 7656 » Talkpoints: -21,78 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Aber wenn deiner Meinung nach, Subbotnik, jeder Arbeitslose nur so viel Geld erhält, dass es ihm zum Überleben reicht, dann frag ich mich aber trotzdem, wie es möglich ist, dass total viele Arbeitslose Samstagmittag in der Kneipe anzutreffen sind, in der sie innerhalb von 10 Minuten mal 30 Euro im Spielautomaten verplempern. Ich meine, diesen Eindruck den man hat, den man nicht umsonst.

Und ich selbst habe auch bei einem Arbeitslosen noch nie mitbekommen, dass der den Eindruck hatte, er müsse am Existenzminimum leben. Der konnte sich genauso viel leisten wie zuvor. Der Unterschied war nur, dass er eben mehr Freizeit hatte.

» Sippschaft » Beiträge: 7579 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Sippschaft hat geschrieben:dass total viele Arbeitslose Samstagmittag in der Kneipe anzutreffen sind, in der sie innerhalb von 10 Minuten mal 30 Euro im Spielautomaten verplempern. Ich meine, diesen Eindruck den man hat, den man nicht umsonst.

Das betrifft bestimmt 99 % der Arbeitslosen - im Ernst, ich finde sowas lächerlich, natürlich gibt es ein paar schwarze Schafe und nur so: nicht jeder kann mit seinem Geld haushalten und woher wird wohl die hohe Verschuldung mancher Haushalte kommen?
Sippschaft hat geschrieben:Der konnte sich genauso viel leisten wie zuvor.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht, vor allem wenn wir hier über die "Mehrheit" reden, also Langzeitarbeitslose mit ALG II.
Laufmasche hat geschrieben:Tut mir leid, aber was du gerade schreibst ist absoluter Schwachsinn, mir hatte nicht viel zu einem 4 stelligen Betrag gefehlt und auch bei Hartz 4 war es dank des Übergangsgeldes, Wohnungsgeldes und des eigentlichen Hartz 4 Betrages nur 50 Euro weniger, als das Arbeitslosengeld.

Ich hab vergessen, dass alle Langzeitarbeitslosen und ALG II Empfänger jahrelang diese Zahlungen erhalten - im Ernst diese sind nur temporär und wer jahrelang zuhause hockt, der erhält nur den Regelsatz. Und wie man von dem Geld "gut" leben kann, frage ich mich ernsthaft - was andere als ALG II im Monat (einschließlich Wohngeld) erhalten gebe ich in zwei Wochen aus und ich finde trotzdem, dass es mir nicht so gut geht (gemessen am Lebensstandard davor).

Und mal zur Aufklärung:

Vom ALG I gehe ich nicht aus, da dies logischerweise prozentual bis zu einem Höchstsatz 67 % (mit Kindern) bzw 60 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens der letzten 12 Monate ausmacht (bis 5200 Euro).

Ein ALG II Empfänger erhält pro Monat 347 Euro + Wohngeld - und das Wohngeld kann man wieder rausrechnen, da die Miete bezahlt werden muss und nicht als Zusatz zu sehen ist. Partner bekommen noch weniger, halt nur 312 Euro pro Nase.

Heißt:
- eine Person erhält monatlich 347 Euro
- zwei Personen 624 Euro
- Mit Kindern 680 Euro - 2.082 Euro (Familie mit 3 Kindern)

Und wer weiß, was das Leben kostet weiß auch dass damit keine allzugroßen Sprünge drin sind. Und 347 Euro für einen ganzen Monat, wovon man alles bezahlen muss ist nun wahrlich kein Luxus und nah am Existenzminimum, da bleibt nach Abzug aller Kosten und Rücklagen nicht mehr viel übrig!

Wenn sich jemand nebenbei noch was (unerlaubt) dazuverdient ist es kein Wunder, dass man mehr Geld zum Ausgeben hat, aber das trifft sicherlich nicht auf die "Mehrheit" zu. Wenn man natürlich nur einen schlecht bezahlten Job hat / hatte ist das natürlich kein großer Unterschied, aber ein Job, der mittelmäßig bezahlt wird (so wie meiner) geht bei mir auch ab 1.700 - 2.000 brutto los (je nach Region), alles darunter ist in meinen Augen Niedriglohn bzw. schlecht bezahlte Arbeit.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Es gibt genug Familien die haben dieses Geld eben nicht oder eben nur genauso wenig und das obwohl gearbeitet wird und das kann wohl nicht sein. Sicherlich dafür kann kein Arbeitsloser etwas, aber da läuft meiner Meinung nach eben immer noch etwas falsch. Du hast vergessen das es dann noch Zuschüsse für Heizung, Strom und so weiter hinzu kommen, so dass eben ein ALG II Empfänger teilweise mehr zur Verfügung hat, als ein normal arbeiten gehender Mensch.

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» Laufmasche » Beiträge: 7656 » Talkpoints: -21,78 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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