Wie Unkraut effektiv aus Steinplatten entfernen?
Wir haben in unserem Hof des Mehrfamilienhauses Steinplatten und jede Menge Unkraut, was da unaufhörlich vor sich hinwächst. Bisher hat sich da immer unsere liebe Nachbarin darum gekümmert, die schon im Rentenalter ist und der es nichts ausgemacht hat sich Zeit dafür zu nehmen. Allerdings ist das auch ein Knochenjob und es fällt ihr immer schwerer solche Garten- und Hofarbeiten zu übernehmen.
Meine Nachbarin hat die Fugen der Steinplatten einfach immer mit einem Fugenkratzer ausgekratzt, meist nach einem Regenschauer, da sie sagt, dass sich das Unkraut da besonders gut lösen lässt. Sie hat zwar für den Fugenkratzer auch eine Teleskopstange, aber es ist trotzdem körperlich ganz schön anstrengend, zumal unser Hof ziemlich groß ist. Jetzt ist sie schon dazu übergegangen dem Unkraut mit kochendem Wasser den Garaus zu machen, aber auch da ist sie ewig beschäftigt mit rein und raus laufen, um neues heißes Wasser zu holen.
Ich habe mich nun mal informiert und sowohl einen elektrischen Fugenreiniger als auch einen Unkrautbrenner in Onlineshops gefunden. Beide scheinen die körperliche Arbeit zu erleichtern, sind jedoch anscheinend auch nicht für alles Steinarten geeignet. Irgendwelche flüssigen Unkrautvernichter dagegen sind anscheinend jedoch verboten, auch wenn sie auf bioglogischer Basis hergestellt sind und auch mit selbsthergestellten Essige-Spülmittel-Mischungen muss man anscheinend vorsichtig sein.
Was würdet ihr empfehlen, um Unkraut aus Steinplatten effektiv und möglichst lang zu entfernen? Lohnen sich solche elektrischen Fugenreiniger oder Unkrautbrenner? Benutzt ihr doch irgendwelche flüssigen Unkrautvernichter, die der Umwelt nicht schaden - außer heißes Wasser?
Ich würde hier ehrlich gesagt auch eher auf regelmäßiges mechanisches Entfernen setzen und auf Unkrautvernichter verzichten. Gerade in einem gemeinschaftlich genutzten Hof eines Mehrparteienhauses finde ich Spritzmittel keine gute Lösung, nicht nur wegen der Biodiversität, sondern auch weil dort Haustiere unterwegs sein können und Kinder spielen. Auch vermeintlich „biologische“ Mittel sind nicht automatisch harmlos.
Die Idee deiner Nachbarin mit dem Fugenkratzer finde ich grundsätzlich sinnvoll, und nach einem Regenschauer ist der Boden tatsächlich weicher und das Entfernen leichter. Das Problem ist eher die Menge und die körperliche Belastung. Wenn man das regelmäßig macht, bevor sich aus kleinen Pflänzchen kräftige Wurzeln entwickeln und Samen bilden, wird es meiner Erfahrung nach mit der Zeit deutlich überschaubarer.
Bei einem so großen Hof würde ich deshalb eher über ein mechanisches Hilfsmittel nachdenken, beispielsweise einen elektrischen Fugenreiniger mit Bürste. Damit lässt sich die Arbeit sicherlich deutlich schneller erledigen, ohne gleich mit Hitze oder Chemie zu arbeiten. Man müsste allerdings vorher prüfen, ob die vorhandenen Steinplatten und insbesondere das Fugenmaterial für die jeweilige Bürste geeignet sind. Bei empfindlicheren Oberflächen kann man sich sonst schnell die Platten zerkratzen.
Von einem Unkrautbrenner wäre ich persönlich eher weniger begeistert. Zum einen muss man wegen Brandgefahr und empfindlichen Steinoberflächen aufpassen, zum anderen wird das Unkraut dabei nicht unbedingt dauerhaft beseitigt. Häufig wird nur der oberirdische Teil geschädigt und die Pflanze treibt aus der Wurzel wieder aus. Außerdem hätte ich in einem Mehrfamilienhaus mit Kindern, Haustieren und möglicherweise trockener Vegetation in der Umgebung einfach kein gutes Gefühl dabei.
Essig- oder andere selbst gemischte Hausmittel würde ich ebenfalls nicht verwenden. Nur weil etwas im Haushalt unproblematisch ist, bedeutet das nicht, dass es als Unkrautvernichter auf versiegelten Flächen geeignet oder erlaubt ist.
Mein Favorit wäre daher: regelmäßig mechanisch entfernen und für die große Fläche ein geeignetes elektrisches Fugenreinigungsgerät anschaffen. Vielleicht könnte man sich so ein Gerät auch gemeinsam für das Haus anschaffen oder von einem Nachbarn ausleihen. Dann wäre die Arbeit für die einzelne Person wesentlich weniger anstrengend und man müsste nicht ständig mit kochendem Wasser durch den Hof laufen.
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