Wurden private Gesprächsthemen im Job gegen euch verwendet?

vom 20.01.2020, 01:28 Uhr

In meiner alten Arbeitsstelle hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner direkten Kollegin. Aus diesem Grund haben wir auch viel Spaß gemacht und unter anderem darüber gescherzt wer von uns als nächstes ein Kind bekommt. Unter anderem war Thema ob sie ihr erstes Kind vor meinem zweiten bekommt oder ob ich schneller bin. Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor noch einmal schwanger zu werden und hatte das als reinen Scherz gesehen, dass wusste meine Kollegin auch. Allerdings wurden wir von einer weiteren Kollegin bei unseren Gesprächen belauscht und die hat das dann bei der Geschäftsführung angebracht.

Als es dann um meine Vertragsverlängerung ging habe ich diese nicht mehr bekommen. Unter anderem war eine Begründung, dass ihm zu Ohren gekommen sei, dass ich meine Familienplanung noch nicht abgeschlossen hätte. Außerdem bedurfte meine Mutter sehr viel Aufmerksamkeit von mir bezüglich Pflege und er hatte Angst dass ich Beruf und Privatleben nicht mehr mit dem Job vereinbaren kann. Alle diese Infos hatte er von der besagten "Spitzel"-Kollegin.

Ist euch das auch schon einmal passiert, dass Kollegen private Infos zum Chef vorgetragen haben und dies dann ggf. auch negative Auswirkungen für euch hatte?

» EngelmitHerz » Beiträge: 2615 » Talkpoints: 66,54 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ist das überhaupt legal? Darf man Arbeitnehmerinnen ins Gesicht sagen: Sie könnten noch mal schwanger werden und haben ein Privatleben - raus mit Ihnen?"! Da bewegt man sich auf sehr dünnem Eis bezüglich Diskriminierung.

Aber nur weil man nicht ins Gesicht gesagt bekommt: Kollegin XY hat mir zugetragen, dass sie die Pille schlecht vertragen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass Details aus dem Privatleben gerade bei befristeten Verträgen, sagen wir, "indirekt" in die Entscheidung einfließen, wenn es um die Weiterbeschäftigung oder auch Beförderungen etc. geht. Von daher halte ich es nach wie vor für eher empfehlenswert, so zu tun, als hätte man gar kein Privatleben bzw. stellt sich nach der Schicht in den Schrank und kommt am nächsten Morgen wieder hervor, um weiterzuarbeiten.

Man sieht ja sehr anschaulich, dass jeder Anschein eines Privatlebens, wenn genügend böser Wille oder auch nur Klatschsucht vorhanden sind, gegen dich verwendet werden können. Ich hatte bisher das Glück, halbwegs vernünftige Arbeitsbedingungen vorzufinden, aber ich finde, dass es immer empfehlenswert ist, Berufliches und Privates getrennt zu halten. Ich bin hier zum Geld verdienen und nicht um meine sozialen Bedürfnisse auszuleben.

» Gerbera » Beiträge: 9661 » Talkpoints: 4,84 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Nein, das ist mir noch nicht passiert, da ich aber auch so gut wie nie etwas Privates weitergesagt habe. Ich denke man muss da einfach vorsichtig sein und natürlich könnte man in so einer Situation dann dem Chef lange erklären, warum das alles Quatsch ist und man das nur im Spaß gesagt hat, aber das bringt ja auch nichts. Der Chef hat ja auch offensichtlich schon auch andere Gründe gefunden. Da hat er eben Pech gehabt und man muss dann beim nächsten Mal aufpassen. Ich meine man findet doch immer Arbeit und wenn er dir nicht glaubt, dann ist es eben so. Ich würde nicht so viel Privates breittreten, da auch jeder dann mit seinen Problemen zu einem kommt und das möchte ich nicht.

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» Ramones » Beiträge: 45042 » Talkpoints: 18,84 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



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