Jemanden zwingen sich zu ändern? Aber wie?

vom 08.08.2011, 07:49 Uhr

Ich möchte euch einen Fall schildern. Da ich selber keinen Rat mehr weiß, möchte ich von euch wissen, wie ihr handeln würdet. Es handelt sich um eine Frau, die hat 3 Kinder. Sie ist mit einem Mann schon seit über 20 Jahren zusammen sind. Am Anfang ging noch alles gut, doch mit der Zeit entpuppte sich der Mann als sehr aufbrausend und sehr eifersüchtig. Da sie noch damals jung war, dachte sie sich nicht viel dabei und akzeptierte seine Macken, die eben ab und an einmal vorkamen. Wie gesagt es war nicht oft der Fall, aber dennoch zipfte es sie an, dass er ständig nur herumnörgelte.

Mit der Zeit wurde der Mann Spielsüchtig. Es fing ganz klein an. Mit kleinern Beträgen. Danach kamen die Schulden. Weil keine Fristgerechte Bezahlung der Rechnungen mehr war. Zum essen und zum leben hatten sie aber noch immer genug. Mit der Zeit bemerkte der Mann, dass die Frau ihn wortwörtlich immer wieder aus der Scheiße zog. Ihm war es natürlich Recht, weil sie selber dazu gezwungen wurde, immer wieder etwas zu unternehmen, weil sie sonst selber ohne Wohnung da stehen würde.

So ging es halt immer weiter. Bis sich ein Fall ereignete, wo die Kinder ins Heim mussten, er sich zu einer Therapie begeben musste, und zum Glück die Kinder nach einigen Monaten wieder nach Hause durften. Bei dieser Therapie hat er sich ins eigene Fäustchen gelacht, weil er dort alle Narren konnte. Danach war es halt nicht so extrem, aber dennoch fing es wieder an.

Jetzt zum Schluss ist es seit ca. 1 Jahr extrem geworden. Sowie er seinen Lohn bekommt, verprasst er es. Die Rechnungen werden wieder nicht bezahlt und fürs Leben lässt er auch nichts mehr übrig. Innerhalb von 3 Tagen ist sein Gehalt weg. Sie hat aber nicht so viel Einkommen, dass sie selber alles zahlen könnte. sie versucht schon jedes Monat bisschen auf die Seite zu legen, nur damit sie für sich und die Kinder etwas zum essen kaufen kann. Aber manchmal gelingt es ihr wieder auch nicht, so viel auf die Seite zu tun.

Diesen Monat ist wieder das gleiche passiert. Er hat sein Geld verprasst, sie hat viele Sachen selber zahlen müssen, und jetzt gibt es kein Geld mehr für die Rechnungen und nicht einmal etwas fürs essen. Außerdem hat sie jetzt bemerkt dass er ein schwerer Choleriker ist. Er matschgert den ganzen lieben Tag herum, sucht die Fehler immer bei den anderen, und hört nicht auf die anderen zu sekieren. Da er aber dann schon alles verspielt hat sucht er immer wieder mit ihr Streit.

Sie kann nicht mehr! sie weiß, dass sich etwas ändern muss, weil sonst geht sie selber mit den Kindern unter. doch was? Reden nützt bei diesem Menschen nichts. Er versichert immer wieder, dass es nicht mehr vorkommt und kaum hat er schon 10 Euro in der Tasche, vergisst er alles wieder. wenn Sie ihm nichts gibt oder mit ihm zu diskutieren anfängt, so wird sie gleich beschimpft und beleidigt. Immer gibt sie nach, nur damit es eine Ruhe gibt, und sie ärgert sich dann immer wieder, dass sie wieder nichts gesagt hat.

Er ist schon seit längerer Zeit, nur mehr in irgendeiner Scheinwelt. Bei anderen Leuten ist er der nette, liebe Kollege der keinem etwas tut. Aber nur bei ihr zeigt er sein wahres Gesicht. Er baut sich eine Mauer rundherum auf, lässt sich nichts sagen, denkt aber selber nicht daran etwas zu ändern. Weil er der Meinung ist, die Frau wird das schon wieder einmal richte, wenn er wieder alles ausgegeben hat. Nicht einmal das er sich etwas zusammensparen soll, nur damit sein größer Wunsch in Erfüllung geht, kann ihn bewegen etwas an der Situation zu ändern.

Wenn man ihm sagt, dass er sich Hilfe holen soll, hört er es gar nicht gerne. Denn er ist ja kein Psycho und überhaupt sind immer alle anderen die schlechten nur er nicht. Dieser Mensch regt mich so auf, weil er es nicht einsieht, wie er seine ganze Familie kaputtmacht. Sie in Schulden stürzt, die nicht nötig gewesen wären und sie dann auch noch nach alldem so behandelt, als ob sie ein Stück Kake wäre. Wie gesagt, sie weiß nicht mehr was sie machen soll. So einfach gehen und alles hinter sich lassen, kann sie auch nicht. sie hat selber kein oder wenig Geld, kann sich keine eigene Wohnung nehmen und hat natürlich Angst, wenn sie sich irgendwo Rat und Hilfe holt (Jugendamt), dass ihr die Kinder wieder weggenommen werden. Das möchte sie auf keinen Fall riskieren.

Die wirklich einzige Möglichkeit wäre, dass er sich ändert, doch wie, wenn er nicht bereit ist dazu? Es belastet ihn ja auch selber, dass er eben krankhaft Eifersüchtig, Spielsüchtig und ein Choleriker ist. Ich denke mir, der einzige Ausweg ist eine Therapie. muss noch etwas schlimmes passieren, damit er endlich aufwacht? Wenn sie die Wohnung verlieren und kein zu Hause mehr haben? wie würdet ihr mit so einer Situation umgehen? Was würdet ihr in so einer Situation machen? Kann man ihn zwingen, sich zu ändern oder ist schon längst alles verloren?

» Redangel » Beiträge: 1292 » Talkpoints: 3,32 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Solange er selbst nicht einsieht, das er Hilfe braucht, wird er sich nicht ändern. Er sieht ja, das es irgendwie geht und damit wird er so weitermachen. Das die Frau mit den Kindern nicht komplett finanziell untergeht, ist machbar. Aber nur durch eine Trennung. Damit hätte sie zumindest erstmal das Kindergeld, kann Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn er nicht zahlt oder eben den Unterhalt per Lohnpfändung geltend machen, so das dieser Betrag gar nicht erst an ihn ausgezahlt wird.

Sicherlich wird es nicht leicht sein, das finanziell am Anfang zu schaffen. Aber sie wird sicherlich Familie und/oder Freunde haben, die eventuell einspringen und wo sie in kleinen Raten dann das geliehene Geld zurückzahlen kann. Dazu gibt es dann ja auch noch Unterstützung vom Staat durch ergänzendes Arbeitslosengeld II oder Wohngeld. Eines von beiden wird ihr mit den Kindern zustehen.

Und auch dann ist es nicht sicher, das er sich wirklich ändern wird. Wobei eben die meisten süchtigen Menschen wirklich erst richtig weit unten ankommen müssen, um zu bemerken, das es so nicht weitergehen kann. Bei manchen fällt der berühmte Groschen nichtmal, wenn Frau und Kinder weg sind. Aber nur durch diesen Schritt kann die Frau halt vermeiden, das die Kinder wieder ins Heim kommen und sie aus den Schulden mal rauskommt.

Wobei sie eben auch bedenken muss, das die angesammelten Schulden während der Ehe üblicherweile geteilt werden. Dabei gibt es aber auch Ausnahmen, wenn nur einer nachweislich die Schulden angehäuft hat. Das kann dann aber am Ende nur per Anwalt und vermutlich in dem Fall übers Gericht entschieden werden, wer für was aufkommen muss.

» Punktedieb » Beiträge: 16436 » Talkpoints: 63,75 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Du oder ein anderer Mensch kann diesen Mann nicht dazu zwingen, dass er sich ändert. Es muss wahrscheinlich wirklich etwas Gravierendes passieren, damit er aufwacht und einsieht, versteht, dass es so nicht weitergehen kann und er professionelle Hilfe benötigt. Denn von allein kann und wird er sich nicht ändern, auch, wenn er es so gern möchte. Die Einsicht muss von ihm aus kommen, sicherlich kann man auf ihn einreden und ihn überzeugen, sich professionelle Hilfe zu suchen, aber da muss man aufgrund einer eventuell aggressiven Reaktion schon recht behutsam vorgehen. Auf die Frau scheint er nicht zu hören, so dass ein ernstes Gespräch von einer außenstehenden Person, die der Familie aber wiederum nahesteht, geführt werden sollte. Gibt es so jemanden für die Familie?

Für die Frau ist es wohl besser, wenn sie die Möglichkeit hat, sich erst einmal vorübergehend von ihm trennt und mit den Kindern eine eigene Wohnung bezieht. Das ist ein harter Schritt, aber so lange die Spielsucht und der Jähzorn vorherrscht, leidet die Frau und darunter wiederum leiden auch die Kinder. Sicherlich will sie ihm helfen, aber er muss diese Hilfe annehmen und Einsicht, auch, wenn es ihn selbst belastet, scheint doch noch nicht vorhanden zu sein. Dass die (räumliche) Trennung ein entscheidender Schritt sein kann, steht ja nicht zur Debatte und ich denke, dass sich die Frau da durchaus Rat und Hilfe suchen sollte, um eben nicht unterzugehen, aber auch, um sich und um die Kinder zu schützen.

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» *steph* » Beiträge: 18524 » Talkpoints: 48,36 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Es wird alles reden nichts nützen, wenn dieser Mann nicht einsieht, dass er ein Problem hat und er selbst nicht daran ändern möchte. Er selbst muss erkennen, dass er Spielsüchtig ist und Hilfe braucht. Manchmal merken es diese Leute nur, wenn wirklich etwas gravierendes bzw. einschneidendes passiert.

Die Frau sollte ihre Kinder nehmen und den Mann erst mal verlassen. Sie kann sich dabei sicherlich Unterstützung durch das Amt holen und sollte sehen, dass ihr Leben und das ihrer Kinder wieder auf die Reihe bekommt. Sonst könnte es durchaus sein, dass ihr die Kinder bald weggenommen werden und wieder in ein Heim kommen. Aber es ist dann ja auch nicht gesagt, dass sie ihre Kinder dies Mal dann auch so schnell wieder zurück bekommt. Vielleicht wacht der Mann dann mal auf, wenn Frau und Kinder weg sind und er eben alleine klar kommen muss. Ich denke, dass es die einzige Lösung ist, die der Frau bleibt, wenn sie etwas retten möchte.

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» Nelchen » Beiträge: 32251 » Talkpoints: 0,05 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Deine Freundin tut mir sehr Leid, aber sie ist in Deutschland nicht die Einzige, der es so geht, und die einsehen muss, dass sie ihrem Mann nicht helfen kann, solange er das nicht selbst will. Zuerst muss er einsehen, dass er ein Problem hat, und zwar ein gravierendes. Es muss wirklich Hilfe wollen, denn die Therapie, die er anscheinend vor einiger Zeit gemacht hat, damit er vor anderen Leuten, die ihn damit nerven, seine Ruhe hat, hat ja nichts gebracht.

So hart es klingt, meine persönliche Meinung ist eben die, dass die Frau ihre Kinder nehmen und ausziehen soll. Hat sie eine Mutter oder vielleicht auch eine Schwiegermutter, die sie in der ersten Zeit aufnehmen und auch ein bisschen auffangen kann? Denn einfach wird das sicherlich nicht werden. Möglicherweise wird er heulen und ihr das Blaue vom Himmel runter versprechen, vielleicht reagiert er aber auch aggressiv und wird gewalttätig. In dem Fall sollte sie vielleicht erst gehen und nur das Notwendigste mitnehmen und gegebenenfalls später in Begleitung wieder kommen und des Rest holen.

Wenn Deine Freundin nicht genug verdient, um mit ihren Kindern über die Runden zu kommen, kann sie zum einen ihrem Mann auf Unterhalt verklagen (den kann man auch vom Gericht direkt vom Gehalt abziehen lassen, soweit ich weiß, damit er ihn nicht verspielen kann), der ihr sowieso zusteht, sie wird das Kindergeld ausgezahlt bekommen (falls das nicht von jeher der Fall war) und wenn es nicht reicht, dann kann sie Wohngeld beantragen.

Auf jeden Fall muss sie mit den Kindern aus diesem Umfeld raus. Der Vater gibt zum einen ein ganz schlechtes Beispiel ab, zum andern kommt die Familie so auf keinen grünen Zweig. Zuallererst muss der Unterhalt von Frau und Kindern sichergestellt sein, dann kommen die Vergnügungen des Vaters dran. Auch wenn die Frau sich schlecht dabei fühlt und glaubt, ihren Mann im Stich zu lassen, weil er ja schließlich krank ist, wäre eine räumliche Trennung und Sicherung der Lebensgrundlage das Wichtigste. Nur wenn die Frau psychisch wieder stark ist, kann sie ihrem Mann vielleicht helfen und/oder die Stirn bieten, wenn es wieder in die Spielhalle zieht.

» Thaddäus » Beiträge: 1013 » Talkpoints: 23,30 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Da muss ich den anderen Leuten ebenfalls Recht geben. Erwachsen ist auch ausgewachsen und damit kann man sich auch einfach von keinem mehr in die Suppe spucken lassen. Natürlich klingt das immer hart auf den ersten Moment, aber es ist meiner Meinung nach einfach so und ich wüsste auch nicht wirklich, was man zu dem Mann denn sagen sollte. Denn schließlich ist auch er kein kleines Kind mehr und deswegen hat er ja auch einfach selbst dafür zu sorgen, dass alles in seinem Leben glatt läuft und wenn er eben der Meinung ist, dass bei ihm im Moment alles in Ordnung ist, dann kann man auch nicht wirklich etwas daran ändern. Ich persönlich würde ja vorschlagen, dass man dem Mann so etwas wie ein Ultimatum setzt und ihm sagt, dass er sich entweder Hilfe holen sollte oder aber man ignoriert ihn eben komplett. Ehrlich gesagt sehe ich auch keine wirklich anderen Möglichkeiten oder Ideen, denn es ist wirklich eine total verzwickte Lage, in der ihr euch da im Moment anscheinend befindet und das ist wirklich schwierig, in solch einer Situation die passenden Worte zu finden.

Einerseits kann ich natürlich den Mann überhaupt nicht verstehen, warum er denn einfach nicht weiß, was er mit seinem Gelde anzufangen hat, aber andererseits denke ich mir persönlich auch einfach, dass er bestimmt das nicht so meint und dass er auch wirklich gerne etwas daran ändern würde. Aber das ist eben, wie so oft im Leben, nicht so wirklich einfach mit den Änderungen und oftmals muss man auf die Nase fallen, bis man wirklich einmal etwas versteht und kapiert. Ob dies nun bei dem Mann passieren wird, das weiß ich natürlich nicht, aber du schreibst ja auch bereits, dass der Mann anscheinend nicht gerade ein volles Portemonnaie hat und so könnte es ja in geraumer Zeit bestimmt dazu kommen, dass ihm überhaupt kein Geld mehr zur Verfügung steht und dann müsste er sich ja auch sicherlich ein paar Gedanken darüber machen, wie es denn nun in der nahen Zukunft mit ihm weitergehen solle. Dass es einfach nicht so weitergehen kann wie bisher, das steht meiner Meinung nach ja auch überhaupt gar nicht mehr zur Diskussion, sondern das würde ich persönlich eher als bereits beschlossene Sache ansehen und sonst als nichts.

Ich würde aber auch sagen, dass man auf jeden Fall einen Ausweg aus der Situation finden muss. Außerdem finde ich auch einfach, dass die Frau einfach über Leichen gehen sollte. Der Mann zeigt ihr doch auch überhaupt keinerlei Respekt, oder? Da würde ich den Spieß doch auch einfach mal umdrehen und dem Mann ebenfalls keinerlei Respekt zollen und ihn von heute auf morgen einfach mal so ohne Ankündigung verlassen. Ich würde ebenfalls einfach mal raten, dass sie sich spezielle Hilfe holt und dass sie dann einfach mit Verstärkung zu dem Mann zurückkommt. Meistens fühlt man sich auch immer einfach ein wenig sicherer, wenn man denn in Begleitung bei jemandem erscheint, anstatt dort einfach so alleine und ein wenig unbeholfen aufzukreuzen. Das kommt meiner Meinung nach einfach immer ein wenig besser an und dann kann man den Mann auch ein wenig mehr überraschen und mehrere Leute werden dem Mann auch sicherlich mehr Angst einflößen als wenn die Frau ganz alleine dort ein wenig herumfuchtelt und mit verschiedenen Argumenten um sich schmeißt. Das halte ich persönlich einfach nicht für unbedingt erfolgsversprechend, aber da gibt es natürlich immer verschiedene Methoden, wie man an solch eine Sache herangehen könnte.

Ich würde auch einfach mal Thaddäus Recht geben und ebenfalls behaupten, dass ohne das Ausziehen sowieso keinerlei Besserungen eintreten werden. Deswegen würde ich einfach nur noch mit der Frau reden, denn ich persönlich behaupte einfach mal, dass der Mann sowieso ein wenig ein hoffnungsloser Fall ist und deswegen würde ich mich nicht mehr allzu sehr um ihn kümmern, das hat sowieso kaum noch einen Sinn.

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» fcbtill » Beiträge: 4717 » Talkpoints: 21,78 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Redangel hat geschrieben:Mit der Zeit bemerkte der Mann, dass die Frau ihn wortwörtlich immer wieder aus der Scheiße zog. Ihm war es natürlich Recht, weil sie selber dazu gezwungen wurde, immer wieder etwas zu unternehmen, weil sie sonst selber ohne Wohnung da stehen würde...

Weil er der Meinung ist, die Frau wird das schon wieder einmal richte, wenn er wieder alles ausgegeben hat.

Das ist eines der Probleme. Dadurch, dass sie sich letztendlich immer wieder um alles kümmert und ihn mit aus dem Dreck zieht, nimmt sie ihm die größte Sorge. Selbst ein Spielsüchtiger wird immer wieder damit konfrontiert wohin ihn seine Sucht treibt. Dadurch allein schaffen es Betroffene zwar nicht aus dem Teufelskreis herauszukommen aber ohne diesen Druck lässt man sich schneller und tiefer in die Sucht reißen.

Redangel hat geschrieben:muss noch etwas schlimmes passieren, damit er endlich aufwacht?

Auch wenn es hart klingt aber ja, er muss richtig auf die Fresse fliegen um zu verstehen was er da macht. Und selbst dann fällt es vielen Süchtigen schwer das Trinken, Spielen, etc sein zu lassen. Der Mensch ist perfekt darin Dinge auszublenden. Geht es um eine Sucht ist das alles noch schlimmer aber so ein Bauchklatscher muss scheinbar sein. Allerdings ohne sie und die Kinder. Er hat sich das eingebrockt und er muss die Konsequenzen zu spüren bekommen. Dass die Kinder unter seiner Sucht leiden müssen, finde ich furchtbar.

Redangel hat geschrieben:So ging es halt immer weiter. Bis sich ein Fall ereignete, wo die Kinder ins Heim mussten, er sich zu einer Therapie begeben musste, und zum Glück die Kinder nach einigen Monaten wieder nach Hause durften.

Hier fehlt mir jegliches Verständnis. Wie kann eine Mutter es hinnehmen, dass ihr die Kinder wegen der Sucht des Partners weggenommen werden? Da sollte sie ihre Prioritäten noch einmal überdenken. Ich hätte danach auch nicht wieder normal mit diesem Mann zusammenleben können. Dafür wären die Wut und Enttäuschung zu groß.

Redangel hat geschrieben:Sie hat aber nicht so viel Einkommen, dass sie selber alles zahlen könnte. sie versucht schon jedes Monat bisschen auf die Seite zu legen, nur damit sie für sich und die Kinder etwas zum essen kaufen kann.

Ab zum Amt und Hilfe suchen. Es ist nicht schön, wenn man um Geld/finanzielle Hilfe bitten muss aber in dem Fall sollte sie an ihre Kinder denken. So ein Umfeld mit einem spielsüchtigen und cholerischen Mann tut denen nicht gut. Kinder bekommen mehr mit als den Eltern lieb ist. Auch die Stimmung bzw Spannung zwischen den Eltern werden sie spüren. Reden bringt da eh nicht viel. Dadurch wird sie ihren Mann nicht zur Vernunft bringen und sollte daher das retten was sie retten kann. Sie trägt die Verantwortung für ihre Kinder - ihr Mann muss selber auf den richtigen Weg kommen. Das Jugendamt wird ihr die Kinder nicht wegnehmen, wenn sie diese in ein besseres Umfeld bringt. Wenn dann passiert es eher wieder, weil sie bei ihrem spielsüchtigen Mann bleibt.

Redangel hat geschrieben: Was würdet ihr in so einer Situation machen? Kann man ihn zwingen, sich zu ändern oder ist schon längst alles verloren?

Ich hätte niemals bei diesem Mann bleiben können, wenn sich seinetwegen sogar schon das Jugendamt eingeschaltet und die Kinder mitgenommen hätte. So weit wäre es aber auch gar nicht gekommen, weil ich schon bei den ersten ernsten Anzeichen einer Spielsucht die Sachen gepackt und die Kinder in "Sicherheit" gebracht hätte. Warum sollte ich es auch hinnehmen, dass ich und vor allem die Kids nur wegen der Spielsucht eines Mannes, kaum etwas zu essen haben und ständig mit finanziellen Sorgen leben müssen?

Wenn man etwas ändern kann, und das kann man in diesem Fall nur indem man geht, dann sollte man das auch tun. Von der Grundsicherung leben ist zwar auch kein Zuckerschlecken aber besser als die von dir beschriebenen Umstände. Wenn es ständig rund geht bekommen die Kinder doch einen Knacks. Außerdem kommt man ohne den Spieler an seiner Seite sehr viel schneller auf die Beine.

Was ich auch wichtig finde ist die Beziehung selber und wie es einem geht. Man kann einen Spielsüchtigen nicht zwingen mit dem Spielen aufzuhören. Wie will man das denn machen? Indem man ihm alle Karten wegnimmt, kein Geld mehr gibt und ihn ständig überwacht? Ist das eine Beziehung, die du führen wollen würdest? Unter solchen Umständen kann doch alles nur in die Brüche gehen. Oder glaubst du, dass der Mann sich ewig so "kurz halten" lassen würde?

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» Sonty » Beiträge: 2006 » Talkpoints: 21,17 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



So was geht nicht gut. Für beide nicht. Kein Mensch sollte sich das Recht nehmen die andere Person verändern zu wollen nur um sich selbst damit einen gefallen zu tun. Wenn die Person, die man liebt auf die schiefe Bahn gerät ist das wahrscheinlich noch eine andere Kiste, aber selbst in so einer Situation, ist es meiner Meinung nach unwahrscheinlich, dass das funktioniert.

» gurke » Beiträge: 3 » Talkpoints: 0,64 »


Redangel hat geschrieben:So einfach gehen und alles hinter sich lassen, kann sie auch nicht. sie hat selber kein oder wenig Geld, kann sich keine eigene Wohnung nehmen und hat natürlich Angst, wenn sie sich irgendwo Rat und Hilfe holt (Jugendamt), dass ihr die Kinder wieder weggenommen werden. Das möchte sie auf keinen Fall riskieren.

Stattdessen riskiert sie lieber, dass das ganze Haushaltsgeld sofort verprasst wird, dass ihre Kinder in einer unzumutbaren Umgebung aufwachsen und spielt für ihn das letzte Stück Dreck? Warum soll er sich dann ändern? So hat er doch die perfekten Gefährten für sein Leben.

Es geht doch nicht darum, ihr die Kinder "wegzunehmen". Aber die Kinder sind nun einmal nicht ihr Eigentum! Es sind Kinder, die das Recht haben in einer gesunden Umgebung aufzuwachsen! Und als Erziehungsberechtigte und Mutter hat sie die Pflicht dafür Sorge zu tragen, dass dies der Fall ist. Wenn sie nicht bereit ist, ihren Kindern dies zu bieten, dann gehört auch Loslassen dazu. Sie selbst kann mit ihrem Leben anstellen, was sie möchte. Wenn sie sich dort unterdrücken lassen will, ist das ihre Sache.

Wenn sie nicht den Weg aus der Co-Abhängigkeit gehen möchte, ebenso. Einfach ist das natürlich nicht. Aber bestimmt einfacher, als ihr jetziges Dasein. Ihre Kinder können nicht frei entscheiden und letztendlich zieht sie diese noch mit hinein aus egoistischen Gründen. Sie bemüht sich weder den Kinder eine vernünftige Basis zu schaffen, noch lässt sie Hilfe zu. Und redet den Kindern dies vermutlich auch noch ein. Und Kinder glauben ihren Eltern!

Wenn sie selbst nicht in der Lage ist ihr eigenes Leben zu ändern, wie sollte sie dann das Leben anderer ändern können? Das geht nicht! Und anstatt darüber nachzudenken, wie sie ihren eigenen Sumpf verbessern kann, sollte sie ihre Energie lieber darein stecken, diesen Sumpf zu verlassen. Zumindest aber ihre Kinder daraus entlassen! Was ist denn das bitte für ein "Glück" für die Kinder, dass sie dahin zurück "durften"? Ich kenne niemanden, der glücklich darüber wäre, in einem solchen Umfeld aufzuwachsen.

Es gibt so viele Möglichkeiten. Verwandte, Freunde, Therapien, Frauenhäuser, finanzielle Unterstützung oder auch einen Job? Und wenn sie nicht in der Lage ist zu arbeiten, gibt es andere Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu sichern. In Deutschland Rente, Hartz4, Unterhalt, usw. Für all das gibt es auch entsprechende Beratungsstellen. Man kann niemanden gegen seinen Willen in Schulden stürzen. Sie ist selbst verantwortlich. Und sie sollte die Verantwortung übernehmen. Niemand kann ihr aus einem eifersüchtigem, auf brausenden, spielsüchtigen Choleriker einen Traummann backen! Das geht nicht einfach nicht.

Natürlich hat der Mann ein Problem. Natürlich wäre es das Beste für ihn, wenn er es irgendwann einsehen würde. Er scheint unfähig zu sein, auch nur die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, geschweige denn für andere, für seine Familie, seine Kinder und seine Frau. Also liegt es an ihr Verantwortung zu übernehmen, für ihr Leben und wenn sie es schafft, auch für ihre Kinder. Wenn nicht, wäre es der richtige Weg diese Verantwortung auf andere zu übertragen!

Logischerweise wird ihr natürlich kein Jugendamt dabei helfen, die Kinder weiter unter solchen Bedingungen aufwachsen zu lassen! Aber wenn sie in der Lage ist die Verantwortung für ihr Leben und das ihrer Kinder zu übernehmen, wird sie natürlich Hilfe finden können. Es gibt Frauenhäuser, Mutter-Kind-Heime, entsprechende Therapien für Co-Abhängige und Hilfen in ein eigenes Leben- finanzieller und psychologischer Art. Einfach ist es natürlich trotzdem nicht. Aber ist ihr Dasein jetzt einfach? Ist es einfach den Kindern irgendwann erklären zu müssen, warum man ihnen dieses zugemutet hat?

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» Trisa » Beiträge: 3175 » Talkpoints: 61,74 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich denke auch nicht, dass der Mann sich in der Position sieht, überhaupt etwas an sich ändern zu müssen. In seiner kleinen Welt hat er sich doch, scheinbar auch durch die Gutmütigkeit beziehungsweise Naivität seiner Frau gut eingerichtet. Er verspielt das Einkommen, auf das die Familie angewiesen ist, benimmt sich nicht respektvoll seinem engsten Umfeld gegenüber und muss sich scheinbar auch nicht so viel Kritik gefallen lassen, beziehungsweise er lässt sie an sich abprallen. Das klingt zwar ziemlich erbärmlich, aber dieser Mann hat gelernt, dass er sich noch so blöd seiner Familie gegenüber aufführen kann und dass trotzdem alles wieder gut wird – zumindest in seinem Sinne. Wenn er Schulden macht, sieht seine Frau eben zu, wie sie die finanzielle Situation entschärfen kann. Wenn er mit ihr in Streit gerät, spricht sie dennoch weiterhin mit ihm und bietet ihm vielleicht nicht einmal nennenswerten Widerstand. Warum sollte er sich ändern, wenn er sich doch eine (für ihn) komfortable Situation geschaffen hat?

Grundsätzlich denke ich auch, dass man einen Menschen niemals ändern kann. Man kann zwar hoffen, dass er selbst irgendwann ein Stück Einsicht bekommt und selbsttätig etwas an seinem Verhalten ändert, allerdings funktioniert das eben nur ohne Druck von außen, selbst wenn dieser noch so mild ausfällt. Es ist nicht nur anmaßend, einen Menschen nach seinen Wünschen verändern zu wollen (auch wenn es vermutlich besser für ihn selbst wäre), sondern auch ein sinnloses Unterfangen, gerade wenn derjenige keine negativen Konsequenzen zu spüren bekommt, wenn er sich wieder unpassend aufführt.

Ich wäre in einer solchen Situation vermutlich schon gegangen, da ich mich weder von einem Partner beschimpfen lassen würde, noch jemanden mit ordentlichen Schulden und einer selbst verschuldeten Spielsucht an meiner Seite haben möchte. So jemand würde mir täglich aufs Neue zeigen, dass er nicht mit seinem Leben zurechtkommt und das wiederum ist wirklich sehr unattraktiv. Dazu kommen noch die persönlichen Angriffe, die ich einfach nicht dulden würde. Mit ein bisschen Selbstachtung sollte man sich von so jemandem wirklich distanzieren. Es mag sein, dass er mal ein netter Mensch mit ein paar Macken war, diesen Menschen aus der Vergangenheit gibt es aber nicht mehr, sondern nur noch das, was aus ihm geworden ist. Daran kann man als Partner nicht viel ändern, vor allem wenn der andere nichts ändern will, so dass man sich dann distanzieren muss, um selbst keinen weiteren Schaden zu nehmen. Sehr bezeichnend ist doch dieser Vorfall mit den Kindern. Wenn das kein Warnschuss war, weiß ich auch nicht, was noch passieren müsste, damit sich die besagte Frau auf das besinnt, was wirklich wichtig ist.

Ich akzeptiere in solchen Fällen auch diese üblichen Ausreden nicht, nämlich die von der Unmöglichkeit, sich ein eigenes Leben aufzubauen. Es gibt genug Möglichkeiten, auch mit drei Kindern. Niemand muss bei einem solchen Partner bleiben. Selbst wenn das erst einmal bedeutet, dass vielleicht nicht mehr als Hartz IV und ein kleiner Nebenjob drin sind. Das sollte doch in jedem Fall immer noch eine bessere Lösung sein als das Leben, das diese Frau sich und vor allem auch ihren Kindern aktuell zumutet. In solchen Fällen frage ich mich wirklich, warum die Kinder wieder in ein solches Umfeld zurückgeschickt werden. Kann es sein, dass die Frau selbst Angst vor der neuen Situation hat, weil dieses ätzende Umfeld als etwas Vertrautes immer noch attraktiver erscheint als ein Leben ohne ihren Mann - nach dem Motto „lieber eine negative Gewohnheit, als gar keine Gewohnheit“?

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14238 » Talkpoints: 2,81 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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