Wehrpflicht - was nun?

vom 13.01.2008, 01:39 Uhr

Wenn du nicht zum Wehrdienst willst, musst durch einfach nur irgendwelche Allergien aufzählen. Ansonsten: als erstes wäre vielleicht dich Ehrenamtlich beim THW zu betätigen. Nachteil daran ist, dass du mindestens 3 Jahre Mitglied sein musst. Oder du kannst als Sanitäter für ein Jahr arbeiten. aber genau weiß ich es nicht. Die dritte Möglichkeit wäre ein Freies soziales Jahr. Da gibt's viele Bereiche wo du dieses Freie soziale Jahr ableisten kannst. Und Geld kriegst du dafür auch noch.

» headchecker » Beiträge: 24 » Talkpoints: 0,06 »



Ich verstehe eigentlich nicht, wieso man weder zum Bundesheer, noch zum Zivildienst antreten will. Primär frage ich mich, ob es überhaupt eine Möglichkeit besteht, das zu tun, mal von der Ausmusterung abzusehen. Ich hab schon im Internet mehrere Berichte darüber gelesen, wie man sich während der "Musterung" negativ auffallen kann und ausgemustert werden könnte. Dazu bräuchte man eigentlich nur googeln, in etlichen Foren persönliche Berichte von Usern gepostet, die auch teilweise ziemlich lustig zum Lesen sind.

Wehrdienst gehört meiner Meinung nach zu einem Staat, unabhängig davon, ob man in einem Krieg steckt oder nicht, eine ruhende Militärmacht ist dennoch in einigen Fällen gefragt und auch gefordert, vorallem wenn es um die Staatssouveränität oder um die Staatsgrenzen geht, die gefährdet sind. Im Vergleich zu früher ist der heutige Wehrdienst aber "NICHTS", da man früher 5 Jahre oder länger den Dienst ableisten musste und da gab es damals keine Auswahl.

Diesmal geht der Pokal des unqualifiziertesten Postings an ilias, Glückwunsch.

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» Näugelchen » Beiträge: 1328 » Talkpoints: -13,09 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Mein Mann ist Berufssoldat und schmunzelt hier gerade am Telefon. 8) Klar, sind die ersten Monate nicht unbedingt toll, abends pünktlich drinnen sein, anschreiben lassen, wenn man es verdient hat. Da kommen manche Mamasöhne, die zu hause die Betten bezogen kriegen schon ins schleudern. Aber Bund ist echt die beste Möglichkeit selbstständig zu werden. Wenn dann noch tolle Kameradschaft zu finden ist, prima.

Und die Aufstiegsmöglichkeiten sind doch klasse. Ich wollte auch zum Bund, wurde dann schwanger. Ist eine Chance auf super Verdienst. Und wenn du Berufssoldat wirst, hast du keine Zukunft Sorgen mehr. Deine ordentliche Rente mit 52 oder so, und Gehalt, wo manche von träumen.

Ist natürlich immer Einstellung Sache, ob man ins Ausland geht oder nicht. Und die sind ja nicht nur zum kämpfen dort, auch um zu helfen. Unser sehr guter Freund war nach dem Tsunami damals im ersten Aufräumtrupp unten und übergab trauernden Eltern eine Babyleiche, die ertrunken ist. Auch solche Aufgaben hat man, wenn es blöd läuft, aber das die Eltern sich unter Tränen bedankten, das ihr Baby eine richtige Beerdigung bekommen konnte.

Also wenn man sich gut anstellt, kann man da echt ein leichtes Leben haben. Und 2500 Euro Verdienst ist ja schon ne nette Stange Geld, je nach dem was man macht.

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» Softeis » Beiträge: 2587 » Talkpoints: 5,21 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Wenn man den Weg als Berufssoldat einschlagen will, sollte man es nicht nur wegen dem Geld machen, denn dann werden die Aufgaben zur Qual, alltägliches wird mit der Zeit dann reizen, man wird keinen Spaß daran haben und ich denke auch nicht, dass es auslohnt, etliche Jahres des so kurzen Lebens mit einer Tätigkeit zu verbringen, di eman eigentlich gar nicht will und daran gar nicht interessiert ist. Man bekommt zum Beispiel schon während der Grundausbildung des Jagdkommandos über 1000€ monatlich, wobei das aber keine Spielerei ist und die Ausbildung ziemlich hart ist, vorallem für Leute, die nicht trainiert sind und an raue Umgangsformen nicht gewohnt sind.

Die Belastung ist ziemlich groß, vorallem, wenn die Trainer in solchen Momenten, wo die Nerven bereits sehr gereizt sind und man total erschöpft ist, mit psychologischen Persönlichkeitsuntersuchungen anfangen. Ich hab letztens eine Dokumentation darüber gesehen und kenne auch jemanden, der gerade in der Ausbildung steckt. In den ersten 3 Tagen hatten sie die Möglichkeit insgesamt 4 Stunden und 15 Minuten zu schlafen, natürlich nicht durch, sondern immer in 30 oder 45 minutigen Phasen. In Dauerbelastung wird man dann noch von den Trainern mit Aussagen wie "Du Muttersöhnchen, du gehörst hier nicht rein, schau dich an, eine Elend" "Jagdkommando ist nichts für Memmen und Weicheier wie du, hör auf und verlass unser Trainingscamp,...hab ich recht?".

Nicht nur verbal wird man gefordert, sondern auch die Bewegungsabläufe werden dann erschwert. Man kriecht am Boden im Schlamm mit einer Waffe und mit Gepäck, kommt der Ausbildner, schmiert sein Gesicht mit Schlamm zu, setzt sich auf ihn drauf und verlangt, dass er weitermachen soll. Diese Handlungsabläufe sind im Jagdkommando absolut keine Seltenheit, die Grundausbildung hingegen ist dagegen ein Kindergarten.

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» Näugelchen » Beiträge: 1328 » Talkpoints: -13,09 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Es gibt doch genug Mittel und Wege, weshalb man ausgemustert werden kann. Z. B. Man hört nicht gut ( ist doch nicht nachweisbar).

Ich selbst war ganze 6 Wochen beim Bund. Da es aber fast meine Beziehung kaputt gemacht hat (weil meine heutige Frau nicht damit klar kam, dass ich nun in der Kaserne schlafen musste), musste mir auch schnell was einfallen, um wieder da weg zu kommen. Also ab zum Arzt. Ich hab dem gesagt, dass der nächste der mich meint Anbrüllen zu müssen ein Kopfnuss bekommt. Dann meinte der Arzt ich sollte mal mit dem Pastor sprechen, was ich abgelehnt habe. Also wurde ich zum Psychologen beordert.

Ich hab dem auch gesagt, dass der nächste der mich Anbrüllt eine rein bekommen würde. Er fragte mich nach meiner Kindheit bla bla und ich hab ihm gesagt, dass das nichts mit meiner Kindheit zu tun hat, sondern vielmehr damit, das ich mich nicht von einem Typen dumm anbrüllen lasse, nur weil er ein U auf seiner Schulter hat. Am nächsten Tag wurde ich vorerst für 1 jahr vom Wehrdienst zurück gestellt und anschliessend befreit.

» paterchen » Beiträge: 421 » Talkpoints: -1,59 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Also ich selbst wurde ausgemustert vor 3-4 Jahren, geht eigentlich relativ einfach, du musst nur irgendeine Erkrankung haben, welche auch nur in leichter Form durch den Grunddienst bei der Bundeswehr sich verschlechtern könnte, dann wollen die dich schon nicht mehr haben, was ja auch logisch ist.

Um auf dich, Näugelchen, sprechen zu kommen, ich beispielsweise habe in dieser Zeit eine meiner Meinung nach für mein Studium sinnvollere Einrichtung besucht. Deshalb wollte beispielsweise ich nicht zur Bundeswehr.
Ich gebe dir aber natürlich Recht darin, dass ein Heer auch weiterhin fundamental zu einem Staat dazugehört, auch wenn es "nicht gebraucht wird", was eigentlich ja auch nicht stimmt, auch wenn es kaum für militärische Zwecke eingesetzt wird.

patterchen, das ist natürlich eine ziemlich raffinierte Art, der Bundwehr zu entgehen, aber wenn man es vermeiden kann, sollte man sich doch gleich vorher ausmustern lassen.

» DerDaene » Beiträge: 609 » Talkpoints: 3,81 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich habe es geschickt umgehen können. Hat mich einiges an schauspielerischen Talent gekostet und auch einige Stunden Arbeit. Insgesamt musste ich etwa 20 Stunden Zeit für eine genaue Ausmusterungsstrategieplanung verwenden. Aber es hat sich gelohnt. Lieber paar Stunden verlieren als 9 Monate. Denn außer verlorener Zeit ist der Wehrdienst wirklich nicht.

Deutschland hat rund 4 Millionen Arbeitslose von denen die Hälfte nur auf der faulen Haut liegen. Die sollten eingezogen werden. Egal ob für Bundeswehr oder für Zivildienst. Ich hab keinerlei schlechtes Gewissen deswegen das ich mich gedrückt hab und ich finde es muss auch keiner eins haben. Wer unbedingt den genauen Weg haben will, ich hab sogar weil es mir einfach Spaß gemacht hat den Musterungsablauf als Geschichte aufgeschrieben.

» Staubi1988 » Beiträge: 45 » Talkpoints: 0,14 »



Also bei mir ging es recht einfach, ausgemustert zu werden. Ich habe eine beidseitige Hüftdisplasie, und darum habe ich mich bei meinem Arzt erkundigt. Der Arzt hat mir prompt die Unterlagen für den Wehrdienstbeauftragen gegeben, und abgeschickt. Nach etwas 2 Wochen kam dann ein Brief, das ich T5 ausgemustert bin.

» fliege1 » Beiträge: 16 » Talkpoints: -6,39 »


*ilias* hat geschrieben:ch finde Wehrdienst richtig bescheuert.

Von den Politikern, die wirklich nicht wissen, was sie machen, mal abgesehen, finde ich den Wehrdienst gar nicht so schlecht. Auch wenn das, was ich den ganzen Tag dort machen musste, für mich nicht sonderlich viel Sinn gemacht hat, bin ich doch der Meinung, dass die Bundeswehr für Krisenfälle wie Hochwasser im eigenen Land gut eingesetzt werden kann.

Aber dafür gibt es doch sowas wie das THW etc. und auch Berufssoldaten könnten ein solchen Job genauso erledigen.

Flick hat geschrieben:Hallo,
ich habe vor ein paar Tagen einen Brief von der Bundeswehr bekommen und ich muss auch bald zur Musterung. Die Musterung ist an sich kein Problem aber ich will nicht den Wehrdienst machen weder den Zivildienst. Könnt ihr mir mit Rat und Tat zur Seite stehen?

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum so viele Leute gar nichts machen wollen. Bundeswehr mag stumpf sein, aber niemand muss dort hingehen. In der Zeit kann man den Zivi allerdings super dafür nutzen, erste Erfahrungen in Betrieben zu sammeln und ein bisschen Geld beiseite schaffen.
rtfm hat geschrieben:Im Nachhinein betrachtet würde ich statt Bundeswehr auch lieber Zivi machen, weil der Grundwehrdienst einfach zu stumpf ist und die Zivildienstleistenden neben etwa gleichem Sold viel mehr Vorteile hatten als wir Uniformträger. Aber so gar nichts machen ist doch auch blöd, sofern man nicht direkt ins Studium starten will.

Naja ich glaub zum Geld bei Seite schaffen ist das Gehalt vom Zivi nicht gerade das richtige... (beim Bund schon eher)

Die einfachste Methode ausgemustert zu werden ist wohl beim Hörtest, mein Kumpel wollte damals zum Bund, hat sich Mustern lassen und hätte T1 bekommen, hätten se nicht eine leichte Schwerhörigkeit auf dem rechten Ohr festgestellt (kam weil er sich mal die Nase gebrochen hatte), wurde dann T3 ausgemustert. Und bei dem Hörtest zu bescheißen ist net schwer, einfach nicht sofort sagen wenn man was hört auf dem einen Ohr, solang man nicht maßlos übertreibt sollte das kein Prob sein.

Ich wurde wegen meines kaputten Rückens ausgemustert, wenigstens zu einem war des Klump gut...

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» Kamikater2 » Beiträge: 120 » Talkpoints: 4,79 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich muss weder wehrdienst, noch Sozialdienst leisten, weil ich ausgemustert wurde. Ich hatte mal eine Drogenpsychose und als ich der Ärztin bei meiner Musterung den Befund über diese Krankheit gezeigt habe, war sofort alles geregelt.

Wenn du vorhast, dich ausmustern zu lassen, dann ist es sehr wichtig, dass du im Vorgespräch deutlich machst, dass du umbedingt zur Bundeswehr willst, denn sonst kannst du gleich deine Anmeldung zum Sozialdienst unterschreiben. Am besten lässt du dich vorher von deinem Arzt beraten, welche "deiner Krankheiten" am besten geeignet ist, um dich vom Wehrdienst zu befreien.

Wenn du mit dem Arzt keine Lösung findest, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit: Leute die angeben drogensüchtig zu sein, (zum Beispiel Marihuanakonsumenten) werden mittlerweile auch meißtens Umstandslos ausgemustert. Ich will hier natürlich niemanden zum Drogenkonsum aufrufen, ich wollte nur diese Tatsache erwähnen.

Naja und wenn alles nicht klappt, dann geh halt zur Bundeswehr. Viele Freunde von mir sind/waren da und berichten immer wieder, dass es eigentlich ganz spaßig ist, wie ein "Ferienlager für Große".

» Dmark » Beiträge: 43 » Talkpoints: 0,14 »


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