Längere Arbeitstage, wenn man dafür länger frei hat?

vom 01.02.2026, 23:53 Uhr

Arbeitet ihr lieber mehr Tage und kürzer oder weniger Tage und länger? Ich bin Krankenschwester im Schichtdienst, meine Schichten liegen meist zwischen 8 und manchmal 10 Stunden, je nach Krankenhaus oder Pflegeheim.

Aktuell arbeite ich in der häuslichen Betreuung 12 Stunden am Tag, was bedeutet, dass ich weniger Arbeitstage habe. Ich liebe dieses Modell, weil man auch bei Vollzeit nur circa 14 Tage im Monat arbeitet und trotzdem viel Freizeit hat. Besonders schön ist, dass mein Hund mich teilweise zur Arbeit begleiten kann.

12-Stunden-Schichten können manchmal hart sein, aber für mich ist es das wert. Ich würde dieses Modell gerne beibehalten, weil es mir sowohl beruflich als auch privat sehr entgegenkommt. Könnt ihr euch vorstellen, auch längere Schichten zu arbeiten, wenn ihr dafür mehr freie Tage hättet?

» Hufeisen » Beiträge: 6083 » Talkpoints: 10,39 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ich finde beides hat sein Für und Wider. Der große Vorteil der langen Schichten ist natürlich genau das, was du geschrieben hast. Man arbeitet weniger Tage, hat mehr frei und man spart sich eben auch einige Arbeitswege im Monat. Wenn ich zum Beispiel bei mir schaue, würde ich bei 14 statt 20 Tagen Arbeit im Monat mir durch die 6 freien Tage allein fast 500 Kilometer Fahrweg sparen oder 9 Stunden Fahrzeit, wenn ich das grob überschlage. Also auch da würde ich quasi nur durch das weniger Fahren schon nochmal einen zusätzlich freien Tag gewinnen.

Also was die Freizeit angeht, würde ich das durchaus sehr begrüßen, wenn ich die Wahlmöglichkeit habe. Auf der anderen Seite muss man ja auch erstmal 12 Stunden am Tag Zeit haben um zu arbeiten. Ich meine gerade, wenn man noch Termine hat oder Kinder, die Termine haben oder eine volle Freizeitgestaltung, dann muss man schon schauen, ob man überhaupt soviel Zeit am Tag hat, die Arbeit dort unterzubringen. Man kann ja jetzt schlecht den Kindern abverlangen, dass sie dann 12 Stunden in einer Ganztagesbetreuung verbringen, damit man irgendwann anders mal ein paar Tage mehr frei hat, zumal man ja auch nicht sagen kann, dass man dann freie Tage mit den Kindern verbringt, wenn diese dann trotzdem in der Schule sind.

Davon abgesehen aber kommt es sicherlich auch darauf an, was man überhaupt für eine Arbeit hat. Also ob es zum Beispiel körperlich schwer ist, dann muss man dann ja auch schauen, ob man das auch 12 Stunden am Stück durchhalten kann. Oder wenn man den ganzen Tag alleine arbeitet ob man dafür gemacht ist. Ich arbeite zwar auch gerne mal allein zwischendurch, habe aber schon auch immer wieder gerne meine sozialen Kontakte auf der Arbeit.

Aktuell mache ich in der Regel einen 24 Stunden Dienst in der Woche und den Rest der Woche normale Arbeitszeit. Das ist ja so ein Mittelding. Ich weiß nicht, ob ich die Dienst auf Dauer alleine machen würde und dadurch auch auf Arbeit viele Menschen viel weniger sehen würde. Das ist ja wenn man dort viel Zeit verbringt oft auch schon eine zweite Familie, die man dann deutlich weniger sehen würde. Und ob in der eigenen Freizeit immer alle anderen auch frei haben, ist ja auch nochmal so ein Ding.

» Klehmchen » Beiträge: 5509 » Talkpoints: 871,27 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Hufeisen, ich würde ehrlich gesagt auch eher das Modell mit längeren Schichten und dafür mehr freien Tagen nehmen. Klar sind 12 Stunden anstrengend und man ist an den Arbeitstagen ziemlich durch, aber die vielen freien Tage am Stück fühlen sich einfach viel mehr nach Leben an als dieses klassische 5-Tage-Hamsterrad. Man kann Termine erledigen, Kurztrips machen, wirklich abschalten und hat nicht ständig das Gefühl, dass die Woche nur aus Arbeit besteht.

Gerade wenn man noch einen Hund hat oder generell viel vom Privatleben haben will, ist das Gold wert. Ich glaube, mich würde eher nerven, jeden Tag „nur“ 8 Stunden zu arbeiten, aber dafür fast jeden Tag im Arbeitsmodus zu sein. Dieses mentale Umschalten fällt mir schwerer als ein paar intensive Tage am Stück und dann richtig frei.

» mittenimleben7 » Beiträge: 50 » Talkpoints: 6,20 »



Ich finde, so allgemein kann man diese Frage gar nicht beantworten, da jeder Beruf ja ganz andere Voraussetzungen mit sich bringt und je nach Gegebenheit einem das Arbeitsschutzgesetz das sogar ja auch verbieten würde 12 Stunden am Stück zu arbeiten. Ich persönlich arbeite nicht in der Pflege und kann das deswegen auch nicht beurteilen, ob ich mir das so vorstellen könnte.

Ich habe zwar auch einen systemrelevanten Job, allerdings als Angestellte im Geschäftszimmer. Manchmal ist es auch da notwendig, dass ich länger als die üblichen 8 Stunden bleibe. Wenn es zu Krankheitsfällen oder/und Urlaub meiner Kolleginnen kommt, dann hatte ich auch schon Zeiten wo ich täglich meine Rahmenzeiten ausgeschöpft oder sogar überschritten habe. Körperlich gesehen ist mein Job nicht wirklich anstrengend, aber er erfordert sehr viel Konzentration und Denkleistung und an diesen Tagen an denen ich über die üblichen 8 Stunden im Büro gesessen bin war ich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr leistungsfähig und nach Feierabend einfach nur noch erschöpft, dann sowohl körperlich als auch geistig. Ich hatte danach allerdings auch nicht länger frei als üblich, das ging dann halt auf mein Überstundenkonto. Ich kann also auch in meinem Berufsalltag nicht einschätzen, wie es sich anfühlen würde, die Arbeitsstunden anders zu verteilen.

Ich habe allerdings in der Verwandtschaft ein paar Menschen, die solche Modelle auch haben und sehr zufrieden und glücklich damit sind. Meistens haben sie drei Tage Arbeit hintereinander und dann aber auch vier Tage wieder frei und bezeichnen diese Ruhephasen dann auch als "Kurzurlaub" bzw. verlängertes Wochenende. Sie sagen sie können ihre Freizeit so viel besser für Hobbys und Erholung nutzen als hätten sie die üblichen paar Stunden nach Feierabend bzw. die zwei Tage am Wochenende. Teilweise sind sie so überzeugt davon, dass ihnen dieses Arbeitsmodell besser tut für ihre allgemeine Gesundheit, Krankschreibungen kommen nämlich so gut wie nie vor. Und in der heutigen Zeit mit den hohen Benzinpreisen sind sie natürlich auch glücklich darüber, dass sie zumindest nicht täglich in die Arbeit pendeln müssen und im Gegensatz zu anderen noch extra Schichtzulagen bekommen.

» EngelmitHerz » Beiträge: 4077 » Talkpoints: 70,22 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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