Merkel für "Bootcamps" für kriminelle Jugendliche

vom 04.01.2008, 17:16 Uhr

Wenn die Bootcamps nicht die amerikanischen zum Vorbild nehmen, habe ich nichts dagegen! Wenn man sieht, mit welcher Brutalität die Jugendlichen z.B. in München vorgegangen sind, können die Strafen nicht hoch genug sein! Ich bin da altmodisch und halte nicht viel von psychologischen Betreuungen oder so... Nur Strafe in Form von Gefängnis, bringt die Kids zur Vernunft!

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» celi-michi » Beiträge: 197 » Talkpoints: -0,39 » Auszeichnung für 100 Beiträge



celi-michi hat geschrieben:Nur Strafe in Form von Gefängnis bringt die Kids zur Vernunft!

So ein Schwachsinn, aber egal, manchen kann man es 5 Mal erzählen, die verstehen es auch dann nicht. So eine Meinung fällt für mich in die gleiche Kategorie wie: "Na ganz ohne Grund war bestimmt keiner im KZ!" die man gerne von Unbelehrbaren hört, auch wenn das noch etwas härter ist.

» KrashKidd » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich denke die Bootcamps sollen abschrecken, aber das wird nicht passieren denn Jugendliche begehen nicht mit dem Gedanken, sie werden nicht betraft, eine Gewalttat, sondern weil sie nicht anders mit ihrem Problem umgehen können. Das ist das gleiche wie mit der Todesstrafe. Sie soll abschrecken aber jede Untersuchung zeigt, dass Verbrechen selten geplant werden und meistens im Affekt passieren - egal ob dafür die Todesstrafe winkt oder nicht. Prävention ist wesentlich effektiver.

» bimoell » Beiträge: 34 » Talkpoints: 0,16 »



Also das mit den Bootcamps ist auf jeden Fall eine sehr gute Sache. ich habe mal was im Fernsehen zufällig dazu gesehen. Ich glaube das werden hier auch welche kennen und das war sehr gut, also die Erfolge und sowas. Also ich finde das die Strafen für Jugendliche im Moment, na ja auch noch etwas milde sind.

Wenn ich beim Klauen erwischt werde, also das aller erste Mal, dann bekommt man im schlimmsten Fall Sozialstunden, eine Geldstrafe und einen Eintrag ins Polizeiliche Führungszeugnis der und jetzt kommt das beste, der nach einem Jahr wieder weg ist! Nun im Normalfall sieht das dann eher so aus, dass man eine Geldstrafe zahlt, die ja meistens 50€ beträgt und das ganze vergessen wird.

Allerdings ist das klauen ja wieder so ne Sache. Leute die die ganze zeit klauen können ja auch Kleptomanie haben und das kann man nicht in einem Bootcamp behandeln lassen. Was ich allerdings nicht denke ist, dass diese Bootcamps jetzt ein Veränderung bringen. Na ja, ich meine wie viele Leute die im Knast waren sind danach noch genauso kriminell wie zuvor? Das sind wohl einige oder?

Auch das mit dem abschrecken bezweifle ich doch sehr. Ich meine hat jemals in der Neuzeit eine Strafe wirklich richtig abgeschreckt?? Nein nicht mal die Todesstrafe schreckt Leute vor Verbrechen ab. Oben hatte ich geschrieben, dass Kleptomanie therapeutisch behandelt werden muss und nicht in einem Bootcamp. Und so denke ich auch sollte man es mit allen anderen Verbrechen machen. Ich glaube das das viel mehr bringt.

Ich habe das auch irgendwo hier ungefähr gelesen. Gewaltpräventionen. An meiner Schule werden viele davon durchgeführt. Ich selbst leite quasi auch so etwas. Die Streitschlichter. Ich glaube so kann man anfangen, dass man die Straftäter, solchen Gewaltpräventionen unterzieht. So etwas kann helfen! Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher ob diese Gewaltpräventionen bei jedem helfen.

Als ich diese Reportage über solche Bootcamps gesehen habe wurde besonders hervor gehoben, dass die Jugendlichen ihrem normalen Umfeld entzogen werden müssen, sonst sind sie sofort wieder beim alten. Das würden diese Bootcamps machen, allerdings würde ich sie nicht als Abschreckung hinstellen sondern eher als etwas gutes und eben als eine andere Möglichkeit des Jugendknastes.

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» weeedy » Beiträge: 826 » Talkpoints: -1,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge



@ weedy: Das ein Verfahren bei Jugendlichen beim ersten Diebstahl oft eingestellt wird, liegt daran, dass es bei den meisten auch eine einmalige Sache bleibt. Meistens ist es eine Jugendsünde und bleibt bei einer einmaligen Sache. Aus diesem Grunde, wird so ein Verfahren eingestellt, da man Jugendliche nicht wegen einer einmaligen Sache die Zukunft verbauen will.

@ bimoell: Ich stimme Dir vollkommen zu. Strafe schreckt meist nicht ab. Das auch nicht der einzige Zweck der Strafe. Strafe hat zum anderen nämlich auch die Aufgabe zu resozialisieren. Ob Bootcamps das schaffen, mag ich zu bezweifeln. Das kommt halt auf die Form eines solchen Camps an.

@ celli-michi: Das halte ich für fraglich. Meist kommen strafanfällige Jugendliche aus Familien, wo regelmäßig sehr hart bestraft wurde und sie daher Gewalt, Zwang und Furcht kennen. Oft brauchen diese Jugendliche eher jemanden der ihnen zeigt, dass sie etwas aus ihrem Leben machen können und auch etwas erreichen können. Sie müssen lernen, dass man Respekt in der Gesellschaft eher durch Leistung bekommt, als dadurch, dass man andere verprügelt.

» Tommek » Beiträge: 136 » Talkpoints: 2,62 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich finde die Idee von Bootcamps gut, und da im Vorreiterland Amerika den Jugendlichen die Wahl gelassen wird zwischen Bootcamp und einer viel längeren Gefängnisstrafe finde ich das so ein Camp auch nicht gegen die Menschenrechte verstößt. (wie die Justizministerin behauptet hat). In den USA scheint diese Methode extrem straffällige Jugendliche wieder zu erziehen gut aufgehen und ich sehe keinen Grund, das auch Deutschland nicht auszuprobieren. Ich habe bei Spiegel-TV auch mal eine Dokumentation über ein Bootcamp in Amerika gesehen und ich glaube an die Wirkung des harten Drills und der Erniedrigung. Und mich würde mal interessieren, wie viel ein Bootcamp den Staat pro Tag kostet, und wie viel ein Gefängnis pro Tag.

» Jenna » Beiträge: 1274 » Talkpoints: -0,93 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Also ich habe heute einen sehr interessanten Beitrag bei SWR3 gehört. Dabei ging es um den Wahlkampf 2008 und ratet mal was da das Hauptthema ist? Na ja, die Jugendkriminalität. Es wurden mehrere Experten interviewt, die ihren Senf dazu gegeben haben, warum ausgerechnet dieses Thema jetzt in der Politik so einen Einklang erhält.

Dabei geht es vor allem darum Wähler an Land zu ziehen. Kurt Beck benutzt das zur Zeit. Das ist ein alltägliches Problem, dass Jugendliche immer krimineller werden und so. Es wurde aber noch nichts unternommen und wieso sollte es ausgerechnet jetzt einen Höchststand erreicht haben?

Bei den Landtagswahlen 1999 wurde dieses Thema schon einmal von Kurt Beck benutzt um Wähler anzuziehen. Damals hat sich auch rein gar nichts an der Lage geändert. Es wurde nur heiße Luft und viel Tam Tam um das ganze gemacht aber eine wirkliche Lösung wurde nie gefunden, was daran lag, dass die Politiker nie daran interessiert waren eine Lösung zu finden.

Ähnlich soll es jetzt wieder ablaufen und die Anzeichen dafür gibt es schon. In den Reden der Politiker zu diesem Thema fallen viele Dinge aber keine konkreten Lösungen und auch nicht die Bereitschaft eine Lösung zu finden. Das ganze wird einfach nur erörtert und so ist es nicht abzusehen, dass da etwas getan wird. Das ganze wird als Wahlkampagne benutzt.

Geschickt verknüpft wurde das ganze mit dem "Ausländerproblem", ohne jemandem nahe treten zu wollen, aber so wurde es beschrieben. Alles so alltägliche Dinge die jeder kennt und natürliche alle Feuer und Flamme sind wenn versprochen wird etwas dagegen zu tun. Na ja, wie gesagt, es ist nicht zu erwarten, dass etwas getan wird.

Natürlich könnten es dieses Mal keine Wahlkampfkampagne sein... allerdings spricht bis jetzt nichts dafür, dass es keine ist und irgendjemandem dieses Thema wirklich am Herzen liegt.

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» weeedy » Beiträge: 826 » Talkpoints: -1,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich habe auch eine Doku darüber gesehen (Mann, war uns da allen so langweilig?), und fand es vom ersten Moment an abstoßend. Denen wird da nicht nur beigebracht, richtig zu zu schlagen, sondern blind auf wehrlose Gegenstände einzuprügeln, um "Aggressionen" abzubauen. Da wird natürlich nicht gefragt, WARUM diese Aggressionen überhaupt da sind... (bzw. "Migrationshintergrund", das finden die meisten in unserer Gesellschaft ja schlimm genug).

Schön, dass die Aggressionen dann abgebaut sind, aber was ist wenn diese Jugendlichen dann wieder "frei" sind? Wenn die Aggressionen zurück kommen? Oh, ich vergaß, einfach was kaputt hauen... :wall: Mein Vater, der im Forst arbeitet, durfte auch mal hinterher den Schutt weg räumen, weil diese Spezialisten in so ne Bauhütte reingegangen sind und erstmal ordentlich alles zerstört haben; natürlich mit freundlicher Genehmigung von Stadt Kassel. Mit Pädagogik hat das dann nicht mehr viel zu tun; eher mit dieser Pädagogik. :naughty:

» Ja(KAl » Beiträge: 6 » Talkpoints: 0,05 »


Jenna hat geschrieben:Ich finde die Idee von Bootcamps gut, und da im Vorreiterland Amerika den Jugendlichen die Wahl gelassen wird zwischen Bootcamp und einer viel längeren Gefängnisstrafe finde ich das so ein Camp auch nicht gegen die Menschenrechte verstößt.

Die Wahl - nun ja, die Wahl zwischen Pest und Cholera würde ich sagen, mehr ist das nicht.
Jenna hat geschrieben:In den USA scheint diese Methode extrem straffällige Jugendliche wieder zu erziehen gut aufgehen und ich sehe keinen Grund, das auch Deutschland nicht auszuprobieren.

Ja sie scheint aufzugehen, de facto aber nicht, was aber auch schon nachgewiesen wurde. Ja(Kai hat ja schon ganz gut beschrieben worin die Sinnlosigkeit begründet ist und erzogen wird man da einen Dreck. In Deutschland ist sowas auch deswegen abwegig, weil wir eine Gesellschaft sind, die sich im Gegensatz zu den USA uneingeschränkt auf Vernunft, Demokratie und Menschenrechte setzen.
Jenna hat geschrieben:Ich habe bei Spiegel-TV auch mal eine Dokumentation über ein Bootcamp in Amerika gesehen und ich glaube an die Wirkung des harten Drills und der Erniedrigung.

Natürlich wirkt Drill und Erniedrigung - nur ob das ganze positiv ist, ist die Frage. Wenn Dich deine Eltern den ganzen Tag über anschreien und Dich wegen jedem Mist verprügeln würden, also Dich mittels Gewalt zu allem zwingen was sie für richtig halten, wärst Du auch ganz schnell eingeschüchtert und würdest machen was sie sagen. Nur ob man so wirklich Menschen zum positiven erziehen kann, ist die Frage.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ja(KAl hat geschrieben:Ich habe auch eine Doku darüber gesehen (Mann, war uns da allen so langweilig?), und fand es vom ersten Moment an abstoßend. Denen wird da nicht nur beigebracht, richtig zu zu schlagen, sondern blind auf wehrlose Gegenstände einzuprügeln, um "Aggressionen" abzubauen. Da wird natürlich nicht gefragt, WARUM diese Aggressionen überhaupt da sind... (bzw. "Migrationshintergrund", das finden die meisten in unserer Gesellschaft ja schlimm genug).

Natürlich wird sich gefragt wieso diese Aggressionen da sind, aber um das heraus zu finden muss der Mensch der sie hat auch bereit sein dies preiszugeben. Und das tut eben nicht jeder. Und ich denke er hat auch ein gutes recht darauf zu entscheiden ob er sich quasi "testen" lässt woher die Aggressionen kommen. Aber ich denke in diesen Bootcamps wird ihnen vor allen Dingen beigebracht wie man verhindern kann, dass bei den Aggressionen anderes Eigentum oder andere Lebewesen zu schaden kommen....dabei wird ihnen nicht beigebracht irgendwas zusammen zu schlagen!!!!

Ja(KAl hat geschrieben:Schön, das die Aggressionen dann abgebaut sind, aber was ist wenn diese Jugendlichen dann wieder "frei" sind? Wenn die Aggressionen zurück kommen? Oh, ich vergaß, einfach was kaputt hauen.

Wie schon oben geschrieben. Wenn diese Jugendlichen dann frei sind werden haben sie eine Fülle an Möglichkeiten gelernt ihre Aggressionen einzudämmen und zu kontrollieren und können somit mit ihnen umgehen. Vielleicht wird jemand "rückfällig" aber auf jeden Fall herrscht hier ein falsches Bild. Man kommt ja auch nicht ausm Krankenhaus zurück und ist sofort wieder krank oder? Nein!

Ja(KAl hat geschrieben:Mein Vater, der im Forst arbeitet, durfte auch mal hinterher den Schutt weg räumen, weil diese Spezialisten in so ne Bauhütte reingegangen sind und erstmal ordentlich alles zerstört haben; natürlich mit freundlicher Genehmigung von Stadt Kassel.

Wie muss man das verstehen? Ich denke nicht, dass die Stadt Kassel angeordnet hat, dass irgendwelche Jugendlichen eine Hütte zusammenschlagen!!!

Ja(KAl hat geschrieben:Mit Pädagogik hat das dann nicht mehr viel zu tun; eher mit dieser Pädagogik :naughty:

Dieses ganze Programm hat sehr viel mit Pädagogik zu tun und wie man sieht ist es auch erfolgreich!

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» weeedy » Beiträge: 826 » Talkpoints: -1,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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