Merkel für "Bootcamps" für kriminelle Jugendliche

vom 04.01.2008, 17:16 Uhr

Ich würde mal gerne wissen woher Du diese Gewissheit hast - nur soviel:

weeedy hat geschrieben:Natürlich wird sich gefragt wieso diese Aggressionen da sind, aber um das heraus zu finden muss der Mensch der sie hat auch bereit sein dies preiszugeben.

Nein wird es nicht - in amerikanischen Bootcamps läuft es wirklich so ab wie von Ja(KAI beschrieben, da werden keine Fragen gestellt sondern nur Befehle gegeben und das als Erziehungsmaßnahme ausgelegt.
weeedy hat geschrieben:Aber ich denke in diesen Bootcamps wird ihnen vor allen Dingen beigebracht wie man verhindern kann, dass bei den Aggressionen anderes Eigentum oder andere Lebewesen zu schaden kommen....dabei wird ihnen nicht beigebracht irgendwas zusammen zu schlagen!

Doch es wird ihnen beigebracht irgendetwas zusammenzuschlagen - was denkst Du warum die bei den Amis Bootcamps heißen? Weil es im Grunde paramilitärische Lager sind, fast wie ein Militärgefängnis oder ein Strafkompanie wo Kampfsport vorgeschrieben ist und als Aggressionsbewältigung das Abreagieren an irgendetwas, also z. B. das Einprügeln auf einen Sandsack oder das Zerschmettern von irgendwas eingestuft wird.
weeedy hat geschrieben:Wenn diese Jugendlichen dann frei sind werden haben sie eine Fülle an Möglichkeiten gelernt ihre Aggressionen einzudämmen und zu kontrollieren und können somit mit ihnen umgehen.

Neine, eben nicht genau das ist das Problem, dass hier nur temporäre Maßnahmen vermittelt werden, Gewalt durch andere Formen von Gewalt auszudrücken. Ein Bootcamp ist kein Krankenhaus, dass ist ein total unsinniger Vergleich, da kann ich auch sagen: Man springt auch nicht aus dem Flugzeug und steigt gleich wieder ein.
weeedy hat geschrieben:Dieses ganze Programm hat sehr viel mit Pädagogik zu tun und wie man sieht ist es auch erfolgreich.!!!

Nein, völlig falsch - das Programm ist so erfolgreich wie eine Tüte Chips als Sturmflutbarriere. Jedes andere Programm, selbst normale Haft (!!!) weist in den USA eine geringe Rückfallquote auf als Bootcamps, hier wird also für die dummen unter uns eine Illusion von Sicherheit geschaffen, nur weil die auch mal von ihren Eltern eins mit der Wodkaflasche auf`s Maul bekommen haben und das als gute Erziehung einstufen.

Bootcamps sind das schlechteste überhaupt, wie gesagt - in den USA gibt es genug Studien die aufzeigen dass die Rückfallquote kurzfristig geringer, aber langfristig höher ist als bei herkömmlichen Strafformen (Faktor 2) oder Straftherapien (Faktor 10). Oder einfach gesagt: Selbst der normale Knast ist noch doppelt so effektiv wie ein Bootcamp und therapeutisch begleitete Strafen 10 Mal effektiver - wer´s anders sieht ist halt echt naiv und sollte sich mit der Faktenlage vertraut machen.

Benutzeravatar

» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich pflichte Subbotnik völlig zu! Nur ist es keine Sache die jetzt erst aufkommt, dass man Straffällige Jugendliche in ein Bootcamp schicken möchte. Es werden seit Mitte der 90er Jahre Jugendliche aus Deutschland in Bootcamps nach Sibirien geschickt. Es ist zwar sehr schwer es zu schaffen und man muss wirklich erheblichen Schaden anrichten, aber es gibt einzelne Fälle in welchen Gericht und Jugendamt so entschieden haben. Aber was ist es denn für eine Art Problemfälle mit welchen man nicht klar kommt ins Ausland zu schicken?! Richtig: keine!

» danirockz » Beiträge: 114 » Talkpoints: 0,08 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Subbotnik hat geschrieben:Nein wird es nicht - in amerikanischen Bootcamps läuft es wirklich so ab wie von Ja(KAI beschrieben, da werden keine Fragen gestellt sondern nur Befehle gegeben und das als Erziehungsmaßnahme ausgelegt.

Es gibt nicht nur amerikanische "Bootcamps". Das was ich meinte ist ein Erziehungscamp und dort wir solchen Leuten beigebracht wie sie sich zu verhalten haben. Ich finde es wird sich hier allgemein ein bisschen zu viel an den USA orientiert....

Subbotnik hat geschrieben:Doch es wird ihnen beigebracht irgendetwas zusammenzuschlagen - was denkst Du warum die bei den Amis Bootcamps heißen? Weil es im Grunde paramilitärische Lager sind, fast wie ein Militärgefängnis oder ein Strafkompanie wo Kampfsport vorgeschrieben ist und als Aggressionsbewältigung das Abreagieren an irgendetwas, also z. B. das Einprügeln auf einen Sandsack oder das Zerschmettern von irgendwas eingestuft wird.

Wieso hängen sich dann die meisten aggressionsbereiten Kinder daheim einen Boxsack auf um dort ihre Aggressionen zu lassen. Gut es mag stimmen das das nicht jeder tut und bestimmt werden einige Rückfällig, vielleicht mehr als ich gedacht habe, denn och halte ich es für übertrieben. Ich habe ein Reportage gesehen im Fernsehen (gut das ist halt das Musterbeispiel) und etwas darüber gehört und diese die von den Deutschen gemacht werden sind bis jetzt nicht nach dem Vorbild amerikanischer Bootcamps gewesen....

weeedy hat geschrieben:Wenn diese Jugendlichen dann frei sind werden haben sie eine Fülle an Möglichkeiten gelernt ihre Aggressionen einzudämmen und zu kontrollieren und können somit mit ihnen umgehen.

So wie es in Deutschland diese Dinge gibt ist es so etwas wie ein Krankenhaus.... wie schon gesagt es mag sein (und das glaube ich gerne), dass es in den USA solche Bootcamps gibt die um einiges schlimmer sind und bei denen die Kinder nur misshandelt werden...

Subbotnik hat geschrieben:Nein, völlig falsch - das Programm ist so erfolgreich wie eine Tüte Chips als Sturmflutbarriere. Jedes andere Programm, selbst normale Haft (!!!) weist in den USA eine geringe Rückfallquote auf als Bootcamps, hier wird also für die dummen unter uns eine Illusion von Sicherheit geschaffen, nur weil die auch mal von ihren Eltern eins mit der Wodkaflasche auf`s Maul bekommen haben und das als gute Erziehung einstufen.

Tja, dann machen die Amis mal wieder irgendwas falsch oder? Ich denke es gibt auch vergleichbare Bootcamps die erfolgreich sind!!! Vielleicht ist Bootcamp für diese dann nicht der richtige Begriff aber das verstehe ich mittlerweile darunter genauso!

Subbotnik hat geschrieben:Bootcamps sind das schlechteste überhaupt, wie gesagt - in den USA gibt es genug Studien die aufzeigen dass die Rückfallquote kurzfristig geringer, aber langfristig höher ist als bei herkömmlichen Strafformen (Faktor 2) oder Straftherapien (Faktor 10). Oder einfach gesagt: Selbst der normale Knast ist noch doppelt so effektiv wie ein Bootcamp und therapeutisch begleitete Strafen 10 Mal effektiver - wer`s anders sieht ist halt echt naiv und sollte sich mit der Faktenlage vertraut machen.

Naiv bin ich nicht! Und mit den Fakten bin ich ein wenig betraut. In so weit, dass ich sagen kann das Erziehungscamps nicht nur schlecht sind!!! das was im fernsehen lief ist wohl nicht unbedingt gestellt gewesen oder? Ich habe zwar nur eine kurze Reportage darüber gesehen, aber da hatte es keine Rückfallquoten!

Benutzeravatar

» weeedy » Beiträge: 826 » Talkpoints: -1,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Hier geht es aber nicht um Erziehungscamps, sondern um Bootcamps - und da gibt es nun einmal keine große Definitionsbreite im Gegensatz zu den Erziehungslagern die oft ein ein soziales Konzept haben. Und da kann man auch nicht sagen, hier orientiert man sich zu sehr an den USA, denn der Begriff bezeichnet Straflager in den USA; kommt aus den USA und man orientiert sich beim Vollzug an den USA. Nur weil jetzt ein Erziehungslager (und kein Bootcamp in dem Sinne) jetzt aus der Reihe fällt soll das jetzt für alle anderen sprechen - also bitte.

Ein "Erziehungscamp" ist kein Bootcamp, sondern das was Du meinst bezeichnet meist therapeutische Einrichtung hierzulande und im Ausland die sich nicht durch Drill und einem harten Umgang wie im Militärgefängnis kennzeichnen und die nicht in der Entrechtung von Individuen eine Konfliktlösung sehen. Doch das gibt es bereits und ist hierzulande trotz der großen Erfolge als Kuschelanstalt verschrien und daher schallt jetzt der Ruf durch die Gegend, dass man Bootcamps (und keine Erziehungslager) haben möchte, also sozusagen Straflager, auch wenn es die wie in den USA hierzulande aufgrund unserer Verfassung nicht geben wird.

Benutzeravatar

» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich finde die Idee von Bootcamps gut, und da im Vorreiterland Amerika den Jugendlichen die Wahl gelassen wird zwischen Bootcamp und einer viel längeren Gefängnisstrafe finde ich das so ein Camp auch nicht gegen die Menschenrechte verstößt.

Ich finde die Bootcamps als Alternative zum Knast auch ok. Fände es gut wenn die Leute in einen "schlimmen" Knast kommen und sich nach kurzer Zeit entscheiden können ob die Zeit weiter abgesessen wird oder in kürzerer Zeit als Alternative das Bootcamp gewählt werden kann.

Den Ansatz, das man dort rausmarschiert und ein völlig neuer Mensch ist trifft, so denke ich, absolut nicht zu. Ich finde bevor der Staat zuviel in die Bootcamps investiert sollte er sich lieber gleich im Vorfeld um die Erziehung von Kindern kümmern bevor sie als Jugendliche dann Schei... baun!

Habe zudem die Befürchtung wie auch schon angesprochen das es viele, ich nenne sie mal "Jugendkriminelle" im Bootcamp einen Reiz spüren. War man drin und hat durchgehalten ist man ja gleich "ne harte Sau" und krönt sich selbst zum Prediger...

Benutzeravatar

» astapetro » Beiträge: 139 » Talkpoints: 0,33 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Es ist immer wieder schön, wenn ich politische und gesetzliche Gleichheiten zwischen Österreich und Deutschland entdecke. Bootcamps im Sinne von Erziehungsanstalten gibt es auch in Österreich, wobei es hier um ERziehung und ENTziehung gehen soll.

Ich finde die Regelung definitiv in Ordnung, keineswegs übertrieben, da diese Anstalten in Österreich ziemlich gute Arbeit leisten. Die Rückfallquote ist ziemlich gering, die "Betroffenen" werden in jeder Hinsicht betreut.

Was die Misshandlungen in den Bootcamps betrifft, solche Fälle habe ich eigentlich nur von Amerika gehört, in Österreich kamen derartige Fälle nur aus Klöstern, keineswegs aus diesen Anstalten. Also eindeutig PRO!

Benutzeravatar

» ofliii » Beiträge: 111 » Talkpoints: -1,35 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Von Bootcamps zu sprechen halte ich für übertreiben, es geht hierbei ja eben um Erziehungscamps, die mit den amerikanischen Bootcamps (welche dort auch inzwischen wieder abgeschafft werden, zu hohe Rückfallquoten), welche vielen eben bekannt sind durch Schlagzeilen über Misshandlungen, Erniedrigungen etc, nicht viel gemeinsam haben.

In dieses Erziehungslager geht es um Erziehung mit pädagogisch wertvollen Mitteln, die das Gefängnis nicht bietet (Verantwortungsbewusstsein beibringen, Beschäftigung statt nur in der Zelle langweilen, soziale Verantwortung und sozialen Umgang beibringen etc).

Solche Camps zu fordern zeigt natürlich mal wieder wie toll informiert unsere Politiker sind, die mit ihren plakativen Forderungen den Leuten erzählen sie wollen für etwas eintreten was es schon lange gibt, nur leider mit völlig unzureichenden finanziellen MItteln...

» respawn » Beiträge: 27 » Talkpoints: 0,12 »



So, ich möchte doch einmal die Frage in die Runde werfen ob das Thema noch aktuell ist, was meint ihr? Ich bin der Meinung, dass dieses Thema jetzt zu den Akten "Nächster Wahlkampf" gelegt wird und dann erst wieder ausgegraben wird. hat sich jetzt eigentlich irgendwas geändert, wurde irgendetwas konkretes mal gesagt?

Ich bin nicht mehr so auf dem neuesten Stand was das hier betrifft, deswegen wäre es cool wenn mir jemand nen kleines Update verschaffen würde. Aber ich bin irgendwie stutzig geworden, dass seit zwei Wochen gar keine Zeitung mehr so richtig da drüber berichtet.

Benutzeravatar

» weeedy » Beiträge: 826 » Talkpoints: -1,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich glaube nach dem Wahldebakel mit Herrn Koch, der zwar nicht direkt darauf eingegangen ist (Bootcamp) aber das Thema Jugendkriminalität in den Mittelpunkt rückte wird in der CDU niemand mehr so schnell dieses "heiße Eisen" anfassen. Hessen wahr wohl eine Lehrstunde. :wink:

Aber warten wir mal ab, bis man mal wieder von etwas ablenken muss (Steuererhöhung wegen drohenden Beamtenstreik?) dann wird wieder tief in der Populismuskiste gewühlt und schon ist die Bootcamp Idee wieder da und die kriminellen Jugendlichen an der Tagesordnung.

» KrashKidd » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Es ist ganz interessant, wofür die liebe Frau Merkel mal war. Die Dame ändert zu oft ihre Meinung und besitzt kein Rückrat. Wir hatten einfach zu viele Ankündigungen, die hinterher nicht wahr gemacht wurden. Wir brauchen einfach eine bessere Politik.

Benutzeravatar

» Juri1877 » Beiträge: 6574 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Zurück zu Politik & Gesetz

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

^