„Nur“ eine Hausfrau sein - Vorurteile und Meinungen

vom 13.11.2017, 11:54 Uhr

Sorae, komm mal runter. Niemand sagt, dass du oder irgendwer unbedingt Hausfrau sein soll. Nur das Modell generell schlecht zu machen und Hausfrauen grundsätzlich als faul zu bezeichnen, das ist halt auch nicht fair. Bei genügend Menschen liegt ein Einkommen so hoch, dass Kindergartenbeiträge anfallen. Und wer nicht schon den Höchstsatz zahlt, der zahlt mit zweitem Einkommen eben mehr. Mit Hausfrau oder Hausmann kostet es gar nichts.

Ich rechne jetzt mal für eine Freundin, deren Mann ähnlich verdient und die noch kleine Kinder hat, es sind drei wie bei mir. Ihr ehemaliger Arbeitgeber liegt so, dass sie eine Betreuung bis 15 Uhr benötigen würden, wenn sie halbtags arbeiten würde. Vollzeit ist wegen unpassender Betreuungszeit nicht möglich.

Kostenpunkt für die städtische Kinderbetreuung 1.300 Euro, so null. Sie müsste ein Auto unterhalten, das holt die Steuer nicht wieder rein. So weniger, Gemüse, Eier, Fleisch und Obst kommt aus dem Garten. Jetzt ist sie schon dicke im Plus, denn von 3.000 brutto bleiben nur 1.550 netto. Selbst Kochen und Zeit, um Kleidung zu ändern, holen noch mehr Geld raus. Dazu müssen sich beide Partner nicht zerreißen, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Wir haben das anders gemacht, weil ich nicht Hausfrau sein möchte. Geld hatten wir davon kaum mehr, obwohl ich mehr verdient habe. Auto, Kleidung für die Arbeit, teurere Einkäufe und die Kinderbetreuung haben es aufgefressen. Dafür hatten wir viel weniger Freizeit und vor allem der Gatte konnte nach Feierabend nicht die Füße hochlegen. Es hat besser zu uns gepasst, aber sonst gibt es keine Vorteile. Wie gesagt, der Göttergatte würde uns gern finanzieren, wenn er dafür nur den Job hätte.

» cooper75 » Beiträge: 11649 » Talkpoints: 523,72 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Ich finde es schrecklich Vorurteile über Hausfrauen zu lesen. Die Mutter von meinem Partner ist mittlerweile auch Hausfrau, kümmert sich um die Großeltern, kocht mehrmals am Tag essen, auch für den Mann und die Tochter, putzt viel, sortiert die Medikamente und stellt sicher, dass diese auch korrekt eingenommen werden. Am Wochenende kommt dann öfters mal die Familie vorbei und dann ist auch Full House.

Dann geht sie noch einkaufen, kümmert sich um den Garten und noch viel mehr, was mir spontan gar nicht alles einfällt. Von Faulheit keine Spur, die Frau ist den ganzen Tag auf den Beinen und wacht auch früh auf. Woher kommt das Vorurteil mit den faulen Hausfrauen denn, die sich den ganzen Tag nur die Fingernägel lackieren oder faul auf der Couch sitzen? Es geht doch auch anders.

Mir ist es völlig egal, was andere Menschen beruflich machen oder eben nicht. Da muss ich nicht mit dem Finger draufzeigen und denken, dass ich besser bin, nur weil ich einer Tätigkeit nachgehe oder auch eben nicht. Da verstehe ich diesen Selbstdarstellungswahn einfach nicht. So lange man den Sozialstaat nicht ausnutzt ist doch alles schön und gut, aber wahrscheinlich sehe ich das anders.

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» soulofsorrow » Beiträge: 8940 » Talkpoints: 57,58 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:Sorae, komm mal runter. Niemand sagt, dass du oder irgendwer unbedingt Hausfrau sein soll. Nur das Modell generell schlecht zu machen und Hausfrauen grundsätzlich als faul zu bezeichnen, das ist halt auch nicht fair. Bei genügend Menschen liegt ein Einkommen so hoch, dass Kindergartenbeiträge anfallen. Und wer nicht schon den Höchstsatz zahlt, der zahlt mit zweitem Einkommen eben mehr. Mit Hausfrau oder Hausmann kostet es gar nichts.

Was ein Kita Platz oder ein Kindergartenplatz kostet ist Kommunal geregelt und teilweise nur auf Landesebene. Hier gibt es keine Staffelung nach Einkommen, alle die über 1241 Euro Netto verdiene, die zahlen den Vollbetrag. Die darunter nichts. Etwas dazwischen gibt es nicht und es ist egal ob du 1242 Euro verdienst oder auch 20.000 Euro Netto im Monat, die Kita- und Kindergartenbeiträge bleiben hier gleich. Von daher sagte ich ja bereits, es kommt auf den Einzelfall darauf an! Staffelt es sich nach dem Einkommen, dann ist dieser Posten schon einmal ganz anders zu bewerten als wenn es einen Einheitswert gibt den jedermann zahlt unabhängig vom Einkommen. Da brauche ich auch nicht "runter kommen", denn das sind Fakten. Du beziehst dich vermutlich auf deine Wohngegend mit den Rahmenbedingungen und ich hier auf die bei mir herrschen.

cooper75 hat geschrieben:Sie müsste ein Auto unterhalten, das holt die Steuer nicht wieder rein. So weniger, Gemüse, Eier, Fleisch und Obst kommt aus dem Garten.

Auch hier. Ich wohne mitten in der Stadt, Straßenbahn und Bushaltestelle direkt vor der Tür. Zu jedem großen Arbeitgeber im Umkreis von 30 Kilometern kommst du ohne Probleme mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln hin, dass man nicht mal ein Fahrzeug braucht. Kostenpunkt 54,50 Euro im Monat, davon 25 Euro vom Dienstherren jeden Monat als Zuschuss auf die Bezüge oben drauf, sprich ich fahre zur Arbeit für 29,50 Euro im Monat, da kann kein Auto vom Unterhalt mithalten. Hätte ich meines nicht gehabt aus früheren Tätigkeiten zu denen ich von Uhrzeit und Entfernung nicht ohne Fahrzeug gekommen wäre, hätte ich gar keines. Abgeschafft habe ich es aus Bequemlichkeit nicht, auch wenn es die meiste Zeit in der Garage steht und vielleicht 2-3 mal im Monat aus dem Stall geholt wird. Für die Arbeit brauche ich es nicht, mein Ex Partner hatte nicht ein Fahrzeug in seinem Leben und kommt auch seit 15 Jahren auf die Arbeitsstelle in der gleichen Streckenzeit, die man mit einem Auto brauchen würde, nur eben wesentlich Kostengünstiger.

Obst und Eier aus dem Garten. Stadtwohnung und Garten? Da musst du schon sehr viel Glück haben und Tief in die Tasche greifen von der Miete her wenn du das möchtest. Schrebergarten ebenfalls teuer wenn man überhaupt einen Bekommt und die Fläche die einem zur Verfügung steht, mit dem Aufwand und Kosten was die Aufzucht der Pflanzen und Bewirtschaftung mit anbelangt, kommst du mit dem Supermarktsalat günstiger wie auch mit den Eiern aus Import der Niederlande. Das kann man mehr als Hobby sehen als als Ersparnis und als ich auf meinem 10 Quadratmeter Balkon Angebaut habe, habe ich nach Monatelanger Aufzucht Salat für eine Woche gehabt und 2 mittlere Schalen Tomaten. Mit Schrebergarten dazu den ich unentgeltlich nutzen darf, kam mehr bei herum aber auch da hat man den Aufwand, die Kosten und ob diese im Verhältnis zum Nutzen stehen muss man auch berechnen, ganz gleich ob das nun eine Hausfrau mit bewirtschaftet oder der Erwerbstätige.

cooper75 hat geschrieben:Wir haben das anders gemacht, weil ich nicht Hausfrau sein möchte. Geld hatten wir davon kaum mehr, obwohl ich mehr verdient habe. Auto, Kleidung für die Arbeit, teurere Einkäufe und die Kinderbetreuung haben es aufgefressen. Dafür hatten wir viel weniger Freizeit und vor allem der Gatte konnte nach Feierabend nicht die Füße hochlegen.

Da sind wir uns ja mal einig, denn Hausfrau würde ich auch nicht sein wollen. Diese Aufgaben sind mir ehrlich gesagt zu "primitiv", wenig fordernd, gar nicht anerkannt und auch nicht erfüllend, weder geistig und sozial noch zeitlich. Wie gesagt, ich verstehe nicht wie man den ganzen Tag an 7 Tagen die Woche seine Zeit mit Hausarbeit füllen kann oder will, dass müsste mir dann mal jemand zeigen was man da alles treibt oder treiben kann damit man das voll bekommt. Ich komme auf keine 12 Stunden pro Woche insgesamt und hätte wahnsinnig viel Langeweile und Zeit für andere Dinge, wenn ich nur das machen müsste und würde.

Vom Geld her frisst bei mir nichts auf, da wie gesagt ich die gleichen Unkosten habe sobald ich über einem Nettoeinkommen von 1241 Euro im Monat liege. Ob das nun einer erwirtschaftet oder auch zwei, spielt da absolut keine Rolle. Lediglich für das Wohngeld spielt es eine Rolle, bei 3 Personen sind es 880 Euro die man nur haben darf damit man etwas bekommt, bei 2 Personen dürfen es nicht mehr als 660 Euro sein. Angemessene Wohnung von Preis und Größe natürlich vorausgesetzt, die man hier ebenfalls vergeblich sucht vor allem vom Preis her. Es gibt keine Staffelung der Kita Beiträge, Auto bräuchte ich im Endeffekt auch als Arbeitnehmer nicht ich unterhalte es als Luxusgut. Der Kosten-Nutzenfaktor vom eigenen Gemüse und Obst hält sich in Grenzen aufgrund der beschränkten Fläche und selbst mit mehr Zeit nur dafür würde nicht mehr Salat angebaut werden können und er wächst auch nicht schneller, dass ich darüber mehr Ertrag habe, wenn ich den ganzen Tag ihm auf die Blätter schaue anstatt zu arbeiten.

Klamotten bekomme ich vom Dienstherren gestellt, Private Klamotten brauche ich so gut wie gar nicht und Ausgaben für Lebensmittel sind deutlich höher wenn ich Zuhause bin, als wenn ich auf Arbeit bin da ich das Privileg habe für 1,67 Euro Frühstück konsumieren zu dürfen am Buffet frei nach Wahl, für 3,62 Euro Mittagessen bekomme auch frei vom Buffet und mich das Abendessen (auf das ich immer verzichte) auch nur 3,62 Euro kosten würde. Dafür brauche ich Zuhause weder einkaufen, noch kochen noch sonst was da Sohnemann Morgens, Mittags und ab und an auch abends im Kindergarten isst, bei dem das Essensgeld monatlich 60 Euro beträgt.

Daher sagte ich ja ganz klar, dass es hier auf den Einzelfall darauf ankommen würde. Die Ausgaben würden mit einer zweiten Person nur minimal steigen, nämlich die Betriebskosten der Wohnung, die Miete bzw. Schuldrate bleibt die gleiche, Lebensmittel etwas mehr, Fahrtkosten minimal höher aber alles das kann man deutlich ausgleichen und steigern mit einem 2. Einkommen.

Füße hochlegen war für den Herren hier angesagt (jedenfalls für seine Auffassung) auch ohne Vollzeithausfrau, da kommt es halt dann auch darauf an ob er etwas machen muss und macht, oder einfach nichts macht oder machen muss. Das sind aber Dinge der Organisation innerhalb des Haushaltes wie man das regelt und auch genug Hausfrauen spannen ihre arbeitenden Ehemänner auch noch für Hausarbeit mit ein, da legt er auch keine Füße nach Feierabend hoch. Einfach weil sie dann meint, dass der Haushalt nicht alleine nur Frauensache ist, auch wenn man sich in Elternzeit bewegt oder auf Hausfrau macht und damit die Jobabgrenzung klar sein sollte wer für den Haushalt zuständig ist und wer die Kohle nach Hause bringt. Da schickt der Mann auch nicht mal eben seine Hausfrau für sich ins Geschäft, damit sie dort mit anpackt da es nicht ihr Aufgabenfeld ist. Über so etwas kann ich dann auch nur den Kopf schütteln.

Ramones hat geschrieben:Zwar verdiene ich nun auch Geld und habe es auch während dem Jahr zu Hause, etwas zumindest, aber die Argumente kenne ich nur zu gut.

Na hoffentlich auch alles angegeben bei der Elterngeldstelle und auch artig seine Steuern darauf gezahlt und das in der Steuererklärung mit angegeben. Denn wenn man Elterngeld bezieht und kein Elterngeld Plus gewählt hat, was man auch erst ab dem Geburtsjahr 2015 machen konnte, ist das bereits Schwarzarbeit, Sozialleistungsbetrug und Steuerhinterziehung wenn es nicht angegeben wurde. Dazu zählen auch Einkünfte als Produkttester, Gutscheine und Co, da es sich dabei um Geldeswert handelt und dieser ebenfalls als Einkünfte angenommen wird, in Höhe von der Summe die ein Dritter dafür bezahlen wurde. Selbst "ein wenig" macht da nichts aus, da es in dieser Hinsicht keine Freigrenze und keinen Freibetrag gibt. Wenn es nicht angegeben worden ist, dann würde ich so etwas auch gar nicht von mir geben und erst Recht nicht im Internet wo man nie weiß, wer das alles ließt.

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» Sorae » Beiträge: 19472 » Talkpoints: 9,68 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Nelchen hat geschrieben:Aber ich denke, dass dabei auch übersehen wird, dass eine Hausfrau noch Arbeiten zu erledigen hat, wenn andere eben Wochenende oder Freizeit haben und diese genießen können..

Ach und du hast nicht genug Freizeit während andere Menschen Vollzeit arbeiten und nicht da sind oder wie? Ich beziehe mich bei dieser Aussage auf deine Beiträge in Bezug auf das Online Shopping, auf die vielen Fernsehsendungen auf die du dich beziehst und auf deine Aktivitäten hier im Forum. So wenig Freizeit kannst du dabei gar nicht haben. Ich denke, du redest dir das nur ein, um dein Dasein zu rechtfertigen. Ist ja auch einfacher als sich einen Job zu suchen und "richtig" zu arbeiten.

Ich sehe das genauso wie Sorae und bin der Ansicht, dass der Haushalt nichts besonders zeitintensives und forderndes ist und dass man das doch locker nebenbei schafft. Meine Eltern haben ein riesiges Haus und als ich damals nach dem Abitur auf meinen Studienplatz gewartet habe, saß ich knapp 6 Monate zu Hause und habe den Haushalt geschmissen. Ich habe jeden Tag geputzt, gekocht, Wäsche gewaschen und mich um die Einkäufe gekümmert. Nicht zu vergessen die Haustiere versorgt. Ich habe mich allerdings chronisch gelangweilt. Denn selbst bei 200qm Wohnfläche und dann noch den Garten dazu, füllt man damit keine 40 Stunden Woche aus, schon gar nicht jede Woche. Ich war meistens schon innerhalb von wenigen Stunden mit allem fertig und saß danach im Prinzip rum und habe mich gelangweilt. Ich war deshalb auf der Suche nach einem Nebenjob, aber wegen dem schlechten ÖPNV, der ländlichen Lage und dem fehlenden Auto war Arbeiten leider nicht möglich.

Ich kenne aktuell auch ein älteres Paar, das ein Haus besitzt mit knapp 200qm Wohnfläche und die lassen jede Woche eine Haushaltshilfe kommen. Die kommt dann einmal pro Woche und erledigt den ganzen Haushalt innerhalb von 4-5 Stunden und dann ist das auch erledigt. Wo ist da bitte eine vermeintliche Vollzeit-Arbeit als Hausfrau, wo man angeblich nicht mal Feierabend oder Freizeit hat, gerechtfertigt? Einkäufe kann man auch nach der Arbeit mitbringen, dazu braucht man niemanden extra zu Hause sitzen haben.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich finde meinen Job nicht spannender oder fördernder als Hausarbeit. Anerkennung hole ich mir über den Job auch nicht, die Nachbarn halten mich sowieso für eine verwöhnte Hausfrau. :lol: Ich arbeite noch genau so viel, dass ich mit den Kindern allein über die Runden kommen würde. Dazu reichen zum Glück ungefähr 16 Stunden pro Woche. Es lohnt sich einfach nicht, von meinem Einkommen geht sowieso mehr als die Hälfte ab. Wozu soll man sich den Stress machen, wenn es nicht nötig ist? Damit läge ich allein dank der anderen Besteuerung im Durchschnitt für Familien. So wäre fehlender Kindesunterhalt auch kein Thema.

Wer unbedingt die Einkäufe für fünf Personen mal eben nach der Arbeit mitbringen möchte, der kann das gerne tun. Ich muss das nicht haben. Und einen Haushalt mit Kindern mit dem eines alten Paares zu vergleichen, der lebt nun auch nicht unbedingt in der Realität. Trotz Putzfrau fallen hier rund 5 Stunden am Tag an. Sicher kann man das nach einem Tag mit Vollzeitarbeit teilen, aber was hat man dann noch vom Leben und den Kindern? Da haben beide mit einer anderen Teilung mehr Lebensqualität. Der Gatte packt ordentlich mit an und hat trotzdem mehr Freizeit als anders und ich habe auch richtig viel Zeit für mich.

» cooper75 » Beiträge: 11649 » Talkpoints: 523,72 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:Ich finde meinen Job nicht spannender oder fördernder als Hausarbeit. Anerkennung hole ich mir über den Job auch nicht, die Nachbarn halten mich sowieso für eine verwöhnte Hausfrau. :lol: Ich arbeite noch genau so viel, dass ich mit den Kindern allein über die Runden kommen würde. Dazu reichen zum Glück ungefähr 16 Stunden pro Woche. Es lohnt sich einfach nicht, von meinem Einkommen geht sowieso mehr als die Hälfte ab. Wozu soll man sich den Stress machen, wenn es nicht nötig ist?

Da sieht das auch jeder anders. Ich finde meinen Job spannend, fordernd geistig wie auch körperlich und habe Spaß daran. Anerkennung bekomme ich in der Form von Beförderungen die auch wieder mehr Einkommen mit sich bringen. Die Selbstständigkeit mit meinem Gewerbe nebenbei ist und war für mich immer ein Hobby, die auch inzwischen (war nicht immer so) mehr als satte Einkünfte abwirft das ich davon gut und alleine leben könnte. Aber warum den Hauptjob aufgeben mit seinen Privilegien? Ich meine, ich zahle keine Sozialversicherungen daraus, genieße die freie Heilfürsorge usw. Da wäre ich schön blöd wenn ich das aufgebe und dafür hinterher aus eigener Tasche dafür aufkommen müsste aus der anderen Quelle. Dennoch unterliege ich mit meinen Gesamteinkünften dem Maximalsteuersatz, es ist viel, aber es bleibt mehr als genug übrig auch mit 46,5%. Über die Runden käme ich auch alleine mit dem Hauptjob, oder mit dem Gewerbe mit einem geringeren Zeitaufwand aber wozu nur von der Hand in den Mund leben ohne Rücklagen und die Möglichkeit für mehr Annehmlichkeiten?

Stressig ist es manchmal, aber weißt du, lieber habe ich etwas zu tun als freie Zeit mit der ich nichts anzufangen weiß oder einfach nur den Alleinunterhalter spiele, da mein Sohn sich lieber selbst beschäftigt anstatt sich mit mir zu befassen. Auch diese Phasen gibt es. Von dem was ich verdiene könnte ich mir anderweitig Lebensqualität "kaufen" in der Form von Personal die mir die Hausarbeit noch abnehmen, und damit gewinne ich dann 12 Stunden die ich auf dem Sofa sitze und mich langweile? Oder mehr in das Hobby investiere als ich gerade möchte? Wenn ich mehr Zeit haben wollte, könnte ich sie mir ohne Probleme verschaffen mit dem zurück schrauben der Arbeitszeit im Hauptjob oder kürzer Treten in der Selbstständigkeit ohne das es mir finanziell weh tun würde, der Steuersatz sinkt damit ebenfalls, die Einnahmen auch aber es würde mehr als genug übrig bleiben oder auf dem Bankkonto liegen um den Lebensstandard für einige Jahre zu halten.

Von Kind und Familie habe ich immer noch "genug" aber auch das definiert jeder für sich anders. Der eine klebt am liebsten Tag und Nacht auf seiner Brut, der andere ist auch mal froh seine Ruhe davor zu haben und etwas anderweitig machen zu können. Da mein Hauptjob unter Tage läuft und die Selbstständigkeit in der Regel dann wenn das Kind schläft, heißt das auch nicht das ich mich nicht mit Sohnemann befasse oder nie Zeit mit ihm haben möchte oder verbringe. Es kommt einfach auf die Einteilung drauf an z.B. warum sollte ich Zuhause sitzen wenn er im Kindergarten ist wo er gerne hin geht? Soll ich ihn deswegen Zuhause anketten damit er sich mit mir befasst weil ich das gerne so hätte?

Da muss einfach das Verständnis von allen Seiten konform laufen und sich auf dem gleichen Level bewegen. Mehr Zeit miteinander sind nur Phasen wenn uns beiden danach steht was alle paar Wochen mal vorkommt, ansonsten sind wir beide Zufrieden mit dem was wir haben und nutzen die vorhandene Zeit auch intensiver, als wenn wir dauerhaft aufeinander kleben würden. Mit Partner ist es das gleiche, dauerhaftes aufeinander kleben ist für mich nichts, lieber weniger Zeit aber dafür diese auch richtig und intensiv nutzen als viel gemeinsame Zeit die dann nicht effektiv genutzt wird.

cooper75 hat geschrieben:Wer unbedingt die Einkäufe für fünf Personen mal eben nach der Arbeit mitbringen möchte, der kann das gerne tun. Ich muss das nicht haben. Und einen Haushalt mit Kindern mit dem eines alten Paares zu vergleichen, der lebt nun auch nicht unbedingt in der Realität. Trotz Putzfrau fallen hier rund 5 Stunden am Tag an.

Einkäufe ist auch immer eine Frage der Menge. Geht man jeden Tag einkaufen oder geht man einmal in der Woche los. Denn geht man z.B. nur einmal im Monat los für ein Paar, dann fällt da auch eine Menge an, geht man jeden Tag dann wesentlich weniger. Wir waren sechs Personen Zuhause, da wurden die Einkäufe noch getragen und nicht mit dem Auto gefahren, weder Samstags noch nach der Arbeit und für einen Tag hat man in 2 Taschen untergebracht. War also machbar. Auch das sind wieder persönliche Vorlieben, manch einer rennt jeden Tag gerne in den Supermarkt und andere nicht, die Personenanzahl ist dabei auch nicht das Ausschlaggebende alleine.

Warum sollte man einen Haushalt eines Rentnerpaares nicht mit dem von Kindern vergleichen können? Wäsche fällt ebenfalls an, alte Menschen können auch unter Inkontinenz leiden und am Tag 1-2 Ladungen Wäsche verursachen wie Kinder ebenfalls. Denke ich da an meine Schwiegergroßmutter, die alleine jeden Tag 3 Ladungen Wäsche fabriziert hat als eine Person, dann war das eher mehr Aufwand vom Wäsche machen, Bett abziehen und umziehen wie mit Kind(ern). Auch im Rentnerhaushalt können Tiere mit leben die Dreck machen der weg muss, nicht nur in anderen Haushalten mit Kindern. Oder sind die 5 Stunden komplett ohne die Hunde gerechnet die mit bei euch wohnen, sprich ohne saugen des Dreckes von denen sondern nur von den Kindern?

Als ich noch kein Kind hatte sondern nur meine Tiere, sprich Hunde und Nager fiel auch mehr Hausarbeit in der Form der Versorgung und sauber machen von den Tieren mit an. Als diese nicht mehr vorhanden waren, war die Zeit sogar noch geringer vom Umfang her als das nun der Fall ist und ich bewohne nun auch keine 10 Quadratmeter, sondern habe hier auch 270 Quadratmeter Wohnfläche. Eine Person mehr oder weniger macht den Kohl dann auch nicht mehr fett, es sei denn, dass das ein Bauarbeiter ist der nach seinem Dienst erst mal mit den Arbeitsklamotten durch alle Räume muss und überall seinen Dreck verteilen. Solche Dinge kann man ab erziehen, dass das nicht stattfindet oder es vor die Tür setzen wenn es einem zu viel wird. :wink:

Frage ist doch auch wie gründlich und wie schnell man bei der Ausführung seiner Arbeit ist. Das Badezimmer hier mache ich dir in 10 Minuten wenn ich schnell bin, wenn ich mir Zeit lasse kann ich daran auch Stunden verbringen. Normalerweise bin ich damit in 15 Minuten in meinem normalen Arbeitstempo auch durch. Schaue ich mir die Putzfrau von Schwiegermutter an, die für 60 Quadratmeter Boden wischen 2 Stunden braucht, dann spricht das nicht für ein angemessenes Arbeitstempo. Denn auch das mache ich dir in einem Bruchteil der Zeit, würde ich dafür Geld bekommen nach Stunden abgerechnet, dann würde ich mir auch Zeit lassen solange es fröhlich bezahlt wird. :lol:

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» Sorae » Beiträge: 19472 » Talkpoints: 9,68 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:Er erbringt eine Leistung, für die andere ansonsten seine Freizeit opfern oder einen Dienstleister bezahlen müsste. Deshalb ist es logisch, eine Hausfrau oder einen Hausmann über die Übernahme seiner Lebenshaltungskosten zu bezahlen.

Natürlich lebt man in dem Fall vom Einkommen des Partners, aber das kann man doch nicht mit einer beruflichen Tätigkeit vergleichen. Ich kenne jedenfalls kein Paar, bei dem der arbeitende Partner die Stunden, die der andere Partner im Haushalt gearbeitet hat, abgerechnet hat. Und da die betreffenden Personen das Dasein als Hausfrau eben selber nie als vollwertigen Job gesehen habe glaube ich deren Einschätzung ihrer eigenen Situation.
Nelchen hat geschrieben:Aber ich denke, dass dabei auch übersehen wird, dass eine Hausfrau noch Arbeiten zu erledigen hat, wenn andere eben Wochenende oder Freizeit haben und diese genießen können. Irgendwas fällt im Haushalt ja meistens an, was noch getan werden muss.

Hast du einen heißen Tipp für mich, wie ich mit Vollzeitjob in den Genuss von diesen freien Wochenende kommen könnte? Am Freitag kommt mein Holzlieferant und mein Partner hat das Wochenende frei. Es wäre so geil, wenn wir, als Nicht-Hausfrauen, unsere Freizeit genießen könnten während sich das Holz von selber stapelt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23846 » Talkpoints: 70,40 » Auszeichnung für 23000 Beiträge



Cloudy, warum sollte man das nicht vergleichen können? Ob man nun seine Arbeitskraft dem Partner, dem Arbeitgeber oder als Selbstständiger dem Kunden zur Verfügung stellt, man ist immer abhängig. Wo liegt nun der große Unterschied, nicht emotional gesehen, sondern nüchtern betrachtet?

» cooper75 » Beiträge: 11649 » Talkpoints: 523,72 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


"Emotional gesehen" ist wahrscheinlich genau der Punkt, an dem ich den Unterschied mache und warum ich ein Problem mit dem Vergleich habe. Ich gehe halt nicht mit meinem Chef ins Bett und bin deshalb auch nicht in der Position, dass ich meinen Job verlieren könnte wenn ich nicht mehr mit ihm ins Bett gehen möchte.

Finanziell gesehen hast du nicht unrecht, aber wenn mein "Angestelltenverhältnis" im Prinzip nur darauf beruht, dass mein privates Verhältnis zu meinem "Arbeitgeber" gut läuft dann bin ich in einer ganz anderen Position als wenn ich irgendwo mit Arbeitsvertrag und allem angestellt bin.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23846 » Talkpoints: 70,40 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Cloudy, ich kann den emotionalen Aspekt durchaus nachvollziehen. Aber du bist eben nüchtern betrachtet gar nicht so viel mehr oder weniger abhängig. Echten Kündigungsschutz hast du auch nur noch als Beamter und in kleinen Firmen kaum. Eheleuten geht es nicht wirklich schlechter.

Ob du nun ein Jahr Arbeitslosengeld oder Trennungsunterhalt bekommst, das macht wenig Unterschied. Nachehelicher Unterhalt kann länger gehen, insbesondere wenn man lange aufgrund gemeinsamer Entscheidung den Haushalt geschmissen hat. Die Hälfte der in der Ehe erworbenen Rentenansprüche gibt es auch, dazu der Zugewinnausgleich. Ein Selbstständiger fällt sofort in Arbeitslosengeld 2, wenn er pleite geht und die Rücklagen verbraucht sind.

Man sollte nie vergessen, dass die Ehe eine Wirtschaftsgemeinschaft ist. Man ist Vertragspartner mit Rechten und Pflichten. Es ist nichts anderes als ein Vertrag. Das sollte jedem, der heiratet, klar sein. Liebe funktioniert wunderbar ohne Ehe. Aber gerade wenn es um ein gemeinsames Leben, bei dem einer für den anderen kürzer tritt, geht, sorgt dieser Vertrag für Sicherheit. Ansonsten kann niemand für gemeinsame Kinder, für Pflegefälle aus der Familie des anderen oder für seine Karriere kürzer treten. Das wäre ja Selbstmord.

» cooper75 » Beiträge: 11649 » Talkpoints: 523,72 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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