An Massaker beteiligte US Soldaten wegen Mord angeklagt

vom 22.12.2006, 14:21 Uhr

Wegen Mordes stehen nun bislang 4 Marines vor Gericht und 4 weitere müssen sich wegen möglicher Pflichtverletzung und Behinderung der Justiz verantworten, so laut einer Meldung vom Donnerstag des US-Marineinfanteriekorps in Camp Pendleton, Kalifornien.

Vor einem Jahr sollen die beteiligten und vor einem amerikanischem Gericht angeklagten Marineinfanteristen an 24 irakischen Zivilisten ein Massaker durch wahllose Hinrichtung begangen haben. Unter den Opfern der US Soldaten waren mehrheitlich Frauen, Kinder und alte Menschen. Auslöser für das Blutbad im irakischen Haditha war ein Sprengstoffanschlag auf einen amerikanischen Konvoi, bei dem ein US-Soldat starb.

Die schwerwiegendsten Vorwürfe richten sich gegen den Truppführer, Frank Wuterich, der sowohl des 13fachen Mordes beschuldigt wird, als auch seine Untergebenen zum Mord durch Befehle angehalten haben soll. Seine Kameraden soll er in Folge ebenfalls zu Falschaussagen über den Vorfall genötigt haben.

Der Zwischenfall wurde den Streitkräften der USA zum damaligen Zeitpunkt als Sprengstoffanschlag, bei dem 15 Zivilsten starben gemeldet worden sein.

Das Massaker an der Zivilbevölkerung wurde nach Recherchen des US MAgazins "TIME" überhaupt erst bekannt.

Allen 4 Hauptangeklagten drohen lebenslängliche Haftstrafen. Erwartungsgemäß werden diese höchstwahrscheinlich nicht drohen, da bisher die US-Amerikanische Militärjustiz selbst schwerwiegendere Kriegsverbrecher in den eigenen Reihen mit nur sehr geringen Haftstrafen davonkommen läßt - wahrscheinlich um größeres Aufsehen abzulenken und die Familien der Soldaten entgegenzukommen.

Vergleichbar skandalös waren in Deutschland die Urteile gegen "Stahlhelm"angehörige, die an den Morden an linken Politikern während des Spartakusaufstandes in Berlin verübt worden waren, und im Nachhinein noch belohnt wurden.

Das Urteil gegen amerikanische Soldaten, die im vergangenen Jahr an der Massenvergewaltigung eines 14jährigen irakischen Mädchens durch 6 - 8 amerikanische Soldaten und der vorhergehenden Hinrichtung ihrer Familie beteiligt waren (1 Frau, 1 alter Mann, 4 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren) und ihr Opfer anschließend verbrannten, steht immernoch aus.

Die Dunkelziffer amerikanischer Kriegsverbrechen gleicher Art liegt nach Expertenmeinung deutlich höher und man kann nicht von Einzelfällen ausgehen.

Die Soldaten gehören in beiden Fällen Einheiten an, die auch in Deutschland stationiert waren und von hier in den Irak verlegt wurden.

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Die Soldaten die das Mädchen vergewaltigten und ermordeten sind nun zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Der Gefreite Jesse Spielman wurde zu 110 Jahren Haft veurteilt, er hatte in der Mehrheit der Anklagepunkte auf „nicht schuldig“ plädiert. Zwei weitere Soldaten wurden nach dem Geständnis der Tat zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Soldat wurde wegen der Behinderung der Justiz zu 27 Monaten Haft verurteilt. Der Anführer der Gruppe konnte nicht von dem Militärgericht verurteilt werden, da er vor dem Bekanntwerden der Tat die Armee verließ – er wird nun vor ein normales Gericht gestellt, ihn soll die Todesstrafe erwarten.

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