Aus Solidarität auf die E-Auto-Prämie verzichten?

vom 06.02.2026, 17:10 Uhr

Ab Mai soll es wieder eine E-Auto Förderung vom Staat geben. Bezahlt wird diese von den hohen CO2-Steuern. Ein Bekannter, der Anspruch auf die Förderung hätte, will dennoch auf das Geld verzichten, aus Solidarität. Denn er kennt Menschen aus seinem Dorf, die sich trotz Prämie keinen Neuwagen leisten können und findet es unsozial, dass diese Menschen mit der CO-Steuer ihm ein Auto bezahlen.

Würdet ihr auch auf den Antrag verzichten, weil es auch Menschen gibt, die sich kein E-Auto leisten können und dadurch sozial hinten runter fallen?

» Sternchen* » Beiträge: 2806 » Talkpoints: 3,20 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich verstehe den Gedanken dahinter wirklich, und ich finde es auch grundsätzlich respektabel, wenn jemand sich über soziale Gerechtigkeit Gedanken macht. Dieses „Ich möchte nichts annehmen, was andere indirekt mitfinanzieren, die es sich selbst nicht leisten können“ wirkt auf den ersten Blick solidarisch und moralisch konsequent.

Trotzdem halte ich es ehrlich gesagt für nicht besonders sinnvoll, auf die Förderung zu verzichten. Die CO₂-Steuer wird ja nicht individuell zurückerstattet, wenn jemand keinen Antrag stellt. Das Geld bleibt im System und wird für andere staatliche Ausgaben verwendet. Es kommt also nicht automatisch den Menschen zugute, die sich kein E-Auto leisten können. In dem Sinne würde ein Verzicht am grundsätzlichen Problem nichts ändern.

Ich finde auch, man darf sich Dinge gönnen oder Förderungen in Anspruch nehmen, wenn man die Voraussetzungen erfüllt. Man kann sich im Leben nun einmal nicht alles leisten, und das war schon immer so. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diejenigen, die sich etwas leisten können oder Anspruch auf Unterstützung haben, aus schlechtem Gewissen darauf verzichten müssen. Dauernd zurückzustecken, nur weil es anderen finanziell schlechter geht, führt am Ende eher zu Frust als zu echter Gerechtigkeit.

Wenn jemand wirklich solidarisch handeln möchte, gäbe es aus meiner Sicht andere Wege: zum Beispiel gezielt im eigenen Umfeld helfen, spenden oder sich engagieren. Das hätte wahrscheinlich einen direkteren Effekt. Die Förderung nicht zu beantragen, wäre dagegen eher ein symbolischer Schritt, der am großen Ganzen wenig verändert.

» Hufeisen » Beiträge: 6083 » Talkpoints: 10,39 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Also ja auf der einen Seite irgendwie lobenswert, dass man sich nicht auf dem Rücken anderer bereichern möchte. Aber auf den anderen Seite auch plan- und ziellos. So sehr ich seinen Grundgedanken verstehen kann, würde dieser ja aber doch voraussetzen, dass das Geld auf das er verzichten möchte irgendwie wieder bei den anderen ankommt. Und genau das wird ja nicht passieren.

So wie hier schon geschrieben. Die CO2-Steuer wird genauso bleiben, die Abgaben sind eh schon bezahlt. Das Geld wird im Zweifel dann eben nur für irgendwas anderes verwendet und damit verpufft ja der Effekt, den er erzielen wollte. Statt Solidarität zu bekunden, wird es eigentlich noch blöder, weil das Geld was die anderen bezahlt haben, nicht mal zielgerichtet für etwas sinnvolles eingesetzt werden.

Wenn er dich unbedingt etwas zurückgeben will, dann kann er doch die Prämie mitnehmen und sie in seinem Dorf verteilen, oder den Leuten von dem Geld beim nächsten Dorffest ein paar Runden Bier ausgeben oder sowas oder gucken ob er im Dorf irgendeinen Verein unterstützen kann und das Geld dann da als Spende hingeben. Das würde dann auch direkt in der Dorfgemeinschaft ankommen.

» Klehmchen » Beiträge: 5508 » Talkpoints: 1.021,06 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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