Aus Angst vor Mangel Medikamente bunkern?

vom 28.08.2022, 21:07 Uhr

In den letzten Monaten liest man immer wieder vom Medikamentenmangel und das bestimmte Produkte mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen haben, wodurch die Personen, die diese Medikamente benötigen, auf Ersatzprodukte ausweichen müssen.

Vor einigen Tagen habe ich mich darüber mit einer Bekannten unterhalten und sie hat mir erzählt, dass sie diese Angst vor dem Medikamenten-Mangel so verrückt gemacht hat, dass sie mittlerweile 3 Packungen ihres Medikaments (verschreibungspflichtig) Zuhause bunkert. Sie kann dies immer zwei Wochen vor der "Aufbrauchzeit" bereits ordern und da sie das nun schon seit Beginn der Corona-Krise so handhabt, hat sie mittlerweile einen recht großen Vorrat, sodass sie versorgt ist, selbst wenn es mal Engpässe bei der Lieferung geben sollte.

Habt ihr davon auch schon einmal gehört oder kennt ihr sogar selbst Menschen, die aus dieser Angst heraus die Medikamente bunkern? Findet ihr dies nachvollziehbar oder denkt ihr, dass dies eher dann wieder zum Problem beiträgt, dass weniger Medikamente verfügbar sind? Wie kann man den Betroffenen entsprechende Ängste nehmen?

» Wunschkonzert » Beiträge: 7149 » Talkpoints: 170,16 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Das Verhalten ist doch durchaus sinnvoll, wenn es Medikamente sind, die regelmäßig genommen werden müssen. Das würde ich auch tun, wenn Lieferschwierigkeiten im Raum stünden. All zu viel kann man ja nicht sammeln, wenn die Medikamente verschreibungspflichtig sind. Ich sehe das als normales vorausschauendes Handeln an. Ich würde drei Packungen auch nicht als bunkern bezeichnen.

» blümchen » Beiträge: 4517 » Talkpoints: 75,18 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Ich kann dies auch nur zu Teilen nachvollziehen, wenn es sich um chronisch kranke Personen handelt, welche auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme angewiesen sind. Ansonsten habe ich jedoch tatsächlich auch einen Freund, der ein ähnliches Verhalten zeigt, obwohl er eigentlich keine Tabletten nehmen müsste. Sobald er keine Schmerzmittel oder Erkältungshelfer auf Vorrat Zuhause hat, werden diese in Masse online bestellt.

Ich habe mal in einem Buch gelesen, dass Menschen, die Medikamente in ihrem Haus "auf Vorrat" anschaffen auch häufiger krank werden und dies in vergangenen Studien sogar belegt wurde. Dies finde ich in diesem Zusammenhang eine sehr interessante These. Ich kenne es seit meiner Kindheit so, dass Medikamente lediglich beschafft werden, wenn sie akut notwendig sind und vertrete ohnehin die Meinung, dass heutzutage viel zu viele Medikamente eingenommen werden. Außer Frage steht natürlich, dass die Optionen heutzutage auch ein absoluter Segen sind und vielen Menschen helfen.

Insgesamt denke ich jedoch, dass einen die Ängste in diesem Fall sehr stark vereinnahmen können und das auch nicht unbedingt ein gutes Verhalten für sich selbst ist. Leider ist es so, dass auch Personen die Medikamente bunkern, die sie nicht akut brauchen und das kann dann gerade bei Mangel und Lieferschwierigkeiten für Personen in Notlagen sehr kritisch werden. Ich denke, dass gerade in solchen Situationen alle zusammenhalten sollten und nur die Personen beschaffen, die es wirklich benötigen.

» bambi7 » Beiträge: 954 » Talkpoints: 10,13 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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