Ausbildung abbrechen weil sie zu einfach ist?

vom 17.03.2013, 15:50 Uhr

Ich kann das im gewissen Maße nachvollziehen. Ich komme vom technischen Gymnasium und hatte nun drei Jahre lang sechs Stunden in der Woche Programmierung. Jetzt habe ich ein duales Studium begonnen und hier fängt es bei der Programmierung noch einmal ganz von vorne an. Das ist teilweise schon langweilig für mich, aber das ist eben nur an der Hochschule, im Geschäft ist das natürlich anders. Dort kann ich sagen, was ich kann und dann werden die Aufgaben so angepasst, dass sie für mich sowohl herausfordernd, als auch machbar sind.

Als erstes wurde ich zum Beispiel gebeten ein kleines Taschenrechner-Programm zu erstellen. Das war für mich innerhalb von zehn Minuten erledigt und nachdem die anderen dann festgestellt hatten, dass die Aufgabe für mich einfach viel zu einfach war, haben sie mir eine andere, anspruchsvollere gegeben. Das ist ja alles kein Problem. Man muss eben mit den Ausbildern kommunizieren und sagen, was man braucht, möchte, will, und so weiter. Natürlich nicht zu fordernd sein, aber zumindest in meinem Betrieb ist es so, dass solche Dinge sehr direkt angesprochen werden, ansonsten sind alle unzufrieden und das nützt auch nichts und treibt auch die Produktivität des Unternehmens überhaupt nicht voran.

In der Schule soll er doch einfach dankbar sein, dass er schon gewisse Vorkenntnisse hat und es ihm leicht fällt, dort mitzukommen. Das kann er doch nur zu seinem Vorteil nutzen, ich sehe da gar keinen Grund darin, die Ausbildung abzubrechen. Außerdem, was will er denn sonst machen? Studieren war ja wohl auch nichts für ihn, das hat er auch schon abgebrochen. Und neben Ausbildung und Studieren gibt es eben nicht mehr so viele Möglichkeiten. Ich würde es an seiner Stelle so gut es geht durchziehen und danach hat er wenigstens mal eine Ausbildung und kann dann machen, was er will.

» *sophie » Beiträge: 3503 » Talkpoints: 0,06 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich frage mich, warum man da nicht vorher dran gedacht hat. Ich meine, wenn die Person vorher entsprechende Schnuppertage gemacht hätte, dann wäre ja von Anfang an klar gewesen, ob man sich in der Ausbildung unterfordert fühlen würde. Ich stand selbst mal vor der Entscheidung ob ich studieren gehe oder eine Ausbildung mache und habe dann in den in Frage kommenden Ausbildungsberufen Probearbeiten gehabt. Da habe ich dann gemerkt, dass mich das chronisch unterfordern würde und entschied mich für die Uni.

Jetzt kommt es natürlich blöd rüber, wenn er nicht nur das Studium abgebrochen hat, sondern auch die Ausbildung. Ich denke, da bleibt nur sich Gedanken zu machen, was er konkret machen möchte und dann eben weiterzusehen. Abbrechen so ganz ohne Plan wie es weitergehen soll hat für mich so einen faden Beigeschmack.

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» Täubchen » Beiträge: 22936 » Talkpoints: 2,94 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


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