Werdender Opa besteht auf Hochzeit und übt Druck aus

vom 24.02.2015, 19:50 Uhr

In meinem entfernten Bekanntenkreis hängt derzeit der Haussegen im wahrsten Sinne des Wortes schief. Eine Bekannte ist von ihrem Ex-Freund schwanger, aber hat es ihrer Mutter sowie ihrem Vater bis vor Kurzem nicht gesagt. Dazu muss gesagt werden, dass die Mama eher vom Vater lebt, das kleine Hausmütterchen mimt und unterwürfig ist. Der Vater ist wohlhabend, hat gewisse Wertvorstellungen und Erwartungen von seinen Kindern.

Nun hat der Daddy der Frau erfahren, dass seine Tochter schwanger ist. Zunächst war die Freude auch riesengroß, dass er zum Opa gemacht wird. Alleine diese Reaktion war so wohl gar nicht vorherzusehen, sondern war genau mit einer gegenteiligen Reaktion zu rechnen. Doch sei es drum, es hat super geklappt und die schwangere Bekannte war erfreut.

Als auf einmal die Fragen nach dem Vater anfingen, ahnte meine Bekannte wohl, dass es gleich knallen würde. Denn nun war sie gezwungen ihrem Vater mitzuteilen, dass der werdende Vater und sie sich getrennt haben. Dies alleine war bereits für den Vater ein Unding und er meinte zu seiner eigenen Tochter, ob sie einen Bastard aufziehen wolle. Denn für ihn sind unähnliche Kinder nichts anderes, als "Bastarde".

Als wenn das nicht ausreichen würde, bat der werdende Opa darum, den Ex-Freund kennenzulernen. Diesen hat er dann unter Druck gesetzt und ihm ständig mit dummen Sprüchen von der Seite angesprochen. Darunter waren Sätze wie "meine Tochter ist Dir wohl nicht gut genug" oder "Du bist also der feige Verräter, der Frauen schwängert und dann verschwindet". Als er dann auch noch erfahren musste, dass der Mann bereits ein Kind aus erster Ehe hat, war der Ofen ganz aus.

Jetzt ist die anfängliche Opafreude zwar noch vorhanden, aber vor allem ist der Hass auf die uneheliche Verwirklichung der werdenden Mutter größer. Er setzt sie unter Druck, dass sie ihren Ex-Freund zurücknehmen soll (er möchte auch) und ihn heiraten muss, damit das Kind kein "Bastard" ist. Dann setzt er bereits zu Druckargumenten im Bezug auf das Erbe an und all solche Klöpse.

Ich bin gelernte Sozialpädagogin und Streetworkerin. Sicherlich konnte ich hier viele Tipps sowie hilfreiche Argumente liefern. Doch versuche ich mit Euch ja zu diskutieren, was jetzt am besten wäre. Da mag ich meinen Job eher zweitrangig behandeln, weil auch ich noch dazulernen kann.

Deswegen würde ich jetzt mal interessieren, wie Ihr reagieren würdet, wenn Euer Vater solche Sprüche vom Stapel lässt und Druck ausübt? Meidet ihr auf die Dauer den Kontakt, was würdet Ihr eurer Bekannten anraten und überhaupt, wie soll man mit dieser Situation umgehen?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5349 » Talkpoints: 3,41 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich würde den Kontakt zu meinem Vater auf jeden Fall einschränken oder wenn es sein muss auch abbrechen, aber bei mir wäre der Ofen schon in dem Moment aus, in dem er mein Kind als "Bastard" bezeichnet. Ich erlaube niemandem auf diese respektlose Weise mit mir zu reden, nicht mal meinen Eltern.

Es gibt ja auch keine wirkliche Alternative. Soll sie etwa einen Typen heiraten, den sie nicht mehr liebt oder welche Gründe auch immer es für die Trennung gab? Das wird doch nie im Leben gut gehen und am Ende ist sie diejenige, die unglücklich ist und dem Kind tut sie damit auch keinen Gefallen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 25166 » Talkpoints: 59,88 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


In meinen Augen ist dieser Vater nur an seinem Ansehen interessiert und in feinster Weise an seiner Tochter und ihrem Glück. Wäre es mein Vater würde ich ihm eine kräftige Ansage machen und ihn erst wieder sehen, wenn er sich entschuldigt hat. Selbst wenn man Millionen erben würde, kann man sich doch nicht auf so einen Mist einlassen. Eine Heirat ist doch nicht alles und wenn diese nicht aus Liebe passiert, ist es einfach nur schlimm.

Ein Vater, der seine Tochter auf diese Art und Weise beleidigt und sich in ihr Leben einmischen will, ist in meinen Augen auch kein guter Vater und da muss man ihm mal seine Grenzen zeigen. Vor allem würde ich ihn zeigen, dass ich mich nicht kaufen lasse. Da bin ich lieber vom Staat abhängig als von so einem Vater und wenn dieser Kontaktverlust hat, denkt er vielleicht mal darüber nach, ob er seinen Enkel kennenlernen will und ob das mit der Heirat so wichtig ist.

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» Ramones » Beiträge: 42072 » Talkpoints: 18,47 » Auszeichnung für 42000 Beiträge



Mit einem solchen Menschen braucht man doch auch nicht diskutieren. Da kann man mit noch so vielen Argumenten kommen - wie beispielsweise, dass diese Ehe zu 100% scheitern wird, weil ja schon die Beziehung gescheitert ist und das Kind dann erst recht leidet. Eigentlich ein total überzeugendes Argument. Aber dieser Mann wird das einfach überhören und weiter auf seinem Standpunkt beharren. Weil das nämlich der einzig richtige Standpunkt ist, weil er ja immer Recht hat.

Das kennt die Tochter aber sicherlich schon zur Genüge. Sie ist ja damit aufgewachsen. Von daher hätte ich eh schon nicht so wahnsinnig viel Kontakt, weil sie ihm bestimmt auch in anderen Bereichen nichts recht machen kann. Jetzt in der Schwangerschaft würde ich den Kontakt daher noch weiter einschränken. Wer kann da schon solchen Stress gebrauchen?

Also wirklich ändern kann sie hier nichts. Da kann man noch so klare Ansagen machen. Der Mann wird es nicht einsehen. Aber sobald das Kind da ist - und er hat sich ja über die Neuigkeit gefreut - hat man ein Druckmittel. Wenn er das Kind sehen will, soll er die Klappe halten. In den ersten Jahren tut man dem Kind damit auch nichts Schlimmes an, wenn man jedes Mal nach fünf Minuten geht, weil Opa wieder Reden über Bastarde schwingen muss. Wenn Opa aber wirklich eine Beziehung zu seinem Enkel und ihn häufiger sehen will, muss er seine Ansichten zurückhalten. Und dann hat sie hoffentlich irgendwann mal ihre Ruhe.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ihr habt alle Recht und dasselbe habe ich ihr im Grunde auch angeraten. Immerhin kann es einfach nicht sein, dass ein erwachsener Mann glaubt, weil er mit dem Geld wedelt, dass alle nach seiner Nase zu springen sowie zu tanzen haben. Das Leben bietet mehr als Geld, auch wenn diese lukrative Nebensache sicherlich vieles vereinfacht. Doch an Gefühle & Co kommt Geld nun einmal nicht heran, sondern bleibt unberührt.

Die Bekannte kennt es zu genüge, dass der Vater gewisse Dinge versucht mit Geld zu kaufen. Sie hat ja auch seit Kindheit an eine Kreditkarte von ihm bekomme, wo von Jahr zu Jahr das Limit höher wurde, je nach Alter. Er war immer auf sein Ansehen getrimmt, aber schon menschlich. Nur in der Vergangenheit wurde es immer schlimmer.

Sein Freundeskreis wurde erlesener und deswegen auch das Ansehen höher. Wenn jetzt etwas ist, dann wird direkt auf das Ansehen bei den Bekannten sowie Freunden verwiesen. Die Ehefrau ist eben die klassifizierte Glucke geworden, lässt sich fein durchhalten und Hauptsache sie kann shoppen.

Die Bekannte ist natürlich erschrocken. Es ist auch nicht so, dass sie nicht auch denken würde, dass eine Ehe für ein neugeborenes Kind sicherlich schöner wäre, als die Single Mama. Doch sie will nichts empor rufen, was nicht ist. Liebe war nicht der Grund der Trennung, sondern eher das allgemeine Verhalten des Ex-Freundes, der teilweise schlimmer wie ein Kleinkind ist.

Wie ein Post hier bereits auch gut erklärt, niemand hat so mit mir zu reden. Von Fremden wäre ich solch eine Wortwahl wohl auch noch gewohnt, aber die eigenen Eltern im Leben nicht. Genau das habe ich der Bekannten auch mitgeteilt, gleichwohl wir nur eher entfernt bekannt sind. Ich denke aber, aufgrund meines sozialen Standards im Beruf und meinen Erfahrungen, wollte sie wohl von mir eine Meinung haben.

Ich habe ihr angeraten, den Kontakt in Moment komplett still zu legen. Alleine für die Aussage "Bastard" reicht das vollkommen aus. Zudem habe ich Ihr gesagt, dass sie ihn auf sich zukommen lassen soll und nicht andersherum. Er muss endlich merken, dass Geld nicht alles regieren kann.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5349 » Talkpoints: 3,41 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wer solche Verwandte hat, braucht auch keine anderen Feinde mehr. So schwer es auch sein mag und so traurig es auch ist, würde ich den Kontakt zum Vater ganz stark minimieren. Solche Schimpfworte muss sich niemand anhören müssen und erst recht nicht ein ungeborenes Kind. Und mit Druck und Erpressung würde er bei mir nichts ausrichten können. Und auch wenn, was soll es denn bringen, einen Mann zu heiraten, mit dem Mann sich schon getrennt hat und mit dem es auch weiterhin nicht funktionieren wird, nur weil der Vater das so will?

Im Endeffekt wird ja nicht nur das Paar unter dieser Situation leiden, sondern auch das Kind. Es hat dann zwar beide Elternteile als verheiratetes Paar, wobei diese sich dann ja aber nicht lieben und nur ihm zuliebe zusammenbleiben. Was soll das denn bringen? Da wäre das Kind doch deutlich besser mit einem anderen Partner dran, der die Mutter auch liebt.

Man muss den Kontakt ja nicht sofort komplett abbrechen, aber ich würde dem Vater schon sagen, dass ich den Kontakt fast komplett einschränken möchte, sofern er nicht zur Vernunft kommt. Das würde natürlich auch bedeuten, dass er sein Enkelkind nicht sehen kann. Wenn ihm das recht ist, dann ist es eben so und dann muss man das Ganze natürlich auch so akzeptieren. Dann ist ihm sein Ansehen und das, was die Leute über ihn sagen eben wichtiger, als sein Kind und sein Enkelkind. Das ist traurig, aber man kann ihn ja nicht dazu zwingen, das Ganze anders zu sehen.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 33809 » Talkpoints: 166,21 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Da bleibt der Schwangeren eigentlich gar nichts übrig als dem Vater ruhig und bestimmt, was wahrscheinlich nicht einfach ist, die Meinung zu sagen und dann den Kontakt erst einmal abzubrechen. Der Stress geht ja auf das Ungeborene über und das Baby ist zu erst einmal zu schützen.

Es ist doch heutzutage kein Problem mehr, ein uneheliches Kind zu bekommen. Der Kindsvater kann sich ja trotzdem darum kümmern, obwohl die beiden keine Beziehung mehr führen. Ein bisschen problematisch ist allerdings, dass er möchte, sie aber nicht. Es gibt also Konflikte auf verschiedenen Ebenen.

Die Schwangere ist wirklich nicht zu beneiden. Gut wäre es, wenn sie eine gute Freundin hätte, die ihr in dieser Situation den Rücken stärkt. Zu hoffen ist, dass sich der Opa beruhigt, wenn er merkt, dass er seine Tochter und damit sein ungeborenes Enkelkind verliert.

» blümchen » Beiträge: 983 » Talkpoints: 67,54 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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