Wenn alle Angestellten unglücklich sind

vom 27.10.2020, 17:22 Uhr

Ich arbeite in einer Arztpraxis und seit einiger Zeit sind alle Angestellten, also alle Kolleginnen total unmotiviert und unglücklich auf der Arbeit. Natürlich sind wir durch Corona zur Zeit sehr eingeschränkt und können nicht so arbeiten wie vorher, da wir natürlich viele Abstriche machen müssen und Hygienemaßnahmen einhalten müssen. Aber trotzdem finde ich, dass man was an der allgemein Situation ändern könnte.

Dazu muss ich sagen, dass wir eine sehr große Praxis sind, mit circa zehn Ärzten und 40 Arzthelferin. Und meiner Meinung nach, möchte jeder möglichst wenig arbeiten, so dass es sich in zwei Gruppen teilt, die Gruppe die sehr viel arbeitet und die Gruppe die fast gar nichts macht.

Zudem kommt hinzu, dass ständig Kolleginnen krank sind, was man gar nicht so nachvollziehen kann, da viele sicher zu Hause bleiben, weil sie keine Lust haben, statt krank zu sein. Allerdings verstehe ich auch nicht, dass die Arbeitgeber, so wenig an der Situation ändern. Kennt ihr solche Zeiten auf der Arbeit, dass wirklich alle so unglaublich unmotiviert sind und habt ihr daran was ändern können?

» laraluca » Beiträge: 1000 » Talkpoints: 31,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich denke, dass das mit dem Krankschreiben auch einfach daran liegen kann, dass man selber einfach überfordert ist mit allem. Es gibt sicherlich viele Menschen, die nun auch mehr private Probleme haben, mehr psychische Erkrankungen und Ängste. Das ist ja normal und hat nichts damit zu tun, dass man nicht arbeiten will und dann gemütlich auf dem Sofa liegen möchte. Das sollte einem als Arzthelferin aber auch mal in den Sinn kommen. Es ist sicherlich gerade in deiner Branche gerade sehr stressig und es gibt Leute, die damit nun mal nicht gut umgehen können.

Solche Phasen gibt es jetzt wohl noch mehr als sonst. Es ist nun mal für alle Branchen eine schwierige und aufreibende Zeit, auch für Eltern oder Kinder alter Menschen. Es ist nicht leicht und da ist man nun mal auch eher unzufrieden, dazu kommt, dass viele keinen Urlaub oder keinen Ausgleich haben.

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» Ramones » Beiträge: 43116 » Talkpoints: 65,13 » Auszeichnung für 43000 Beiträge


Bei insgesamt 50 Leute, die dort arbeiten ist es doch nicht ungewöhnlich, dass auch Krankheitsausfälle vorhanden sind. Und dann die Kollegen zu unterstellen, dass sie keine Lust haben, finde ich sehr vermessen. Nur weil man ihnen so nichts angemerkt hat, heißt das nicht, dass sie kerngesund sind.

Aber wenn ich mir vorstelle, dass in einem Betrieb immer gleich Unterstellungen gemacht werden, wenn jemand durch Krankheit ausfällt, dann muss man sich nicht wundern, dass das Arbeitsklima nicht mehr passt. Und von Corona mal abgesehen, haben wir eben auch gerade eine Jahreszeit, wo der Krankenstand immer etwas erhöht ist.

» Punktedieb » Beiträge: 16749 » Talkpoints: 120,58 » Auszeichnung für 16000 Beiträge



Punktedieb hat geschrieben:Aber wenn ich mir vorstelle, dass in einem Betrieb immer gleich Unterstellungen gemacht werden, wenn jemand durch Krankheit ausfällt, dann muss man sich nicht wundern, dass das Arbeitsklima nicht mehr passt.

Einer meiner früheren Teamleiter war auch so drauf gewesen. Als ich bei ihm im Team war, hatte ich plötzlich einen Bandscheibenvorfall bekommen und war deswegen eine Weile krankgeschrieben. Ein Bandscheibenvorfall ist ja eigentlich eine sehr handfeste Erkrankung, die auch wirklich das Leben beeinträchtigen kann. Trotzdem war mir von ihm unterstellt worden, ich würde mich nur drücken wollen.

Im Lauf der Zeit hat sich übrigens herausgestellt, dass in seinem Team die Stimmung immer recht schlecht war, weil immer ein unterschwelliges gegenseitiges Misstrauen geherrscht hat. Dementsprechend stark war die Personalfluktuation in seinem Team - meines Wissens ist das bis heute so (ich habe nicht mehr so viel mit ihm zu tun).

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» lascar » Beiträge: 2788 » Talkpoints: 529,39 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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