Wegen Covid-19 Arztbesuche vermeiden?

vom 08.04.2020, 22:31 Uhr

Ich brauche demnächst ein neues Rezept für ein Medikament, was ich regelmäßig nehmen muss. Mir graust es aber davor, zum Arzt zu gehen, weil ich Angst habe, mich anzustecken. Ich werde morgen mal anrufen und fragen, ob er es mir auch schicken kann. Ich gehe auch sonst nur zum Arzt, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt.

Müsst ihr öfters Arztbesuche machen und überlegt ihr es euch zurzeit genauer, ob das unbedingt sein muss? Nehmt ihr Beschwerden hin, für die ihr euch früher ein Medikament geholt habt, weil ihr Angst vor Ansteckung beim Arzt habt? Oder weil ihr vielleicht meint, den Arzt nicht noch mehr zu belasten, weil er eh momentan viel mit Corona zu tun hat?

» blümchen » Beiträge: 3028 » Talkpoints: 11,08 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich bräuchte auch Termine zur Routine-Kontrolle bei meiner Neurologin und meinem Diabetes-Zentrum. Ich habe auch schon mit meiner Partnerin darüber geredet ob ich die derzeit ausmachen soll oder noch abwarten. Wir haben uns jetzt erstmal fürs abwarten entschieden. Alle Termine die nicht dringend notwendig sind verschieben wir erstmal. Für kleine Probleme und Schmerzen versorgen wir uns momentan privat über die Apotheke ohne Rezept. Wir haben uns schon Voltarengel geholt und auch Schmerztabletten.

» Huibuu » Beiträge: 390 » Talkpoints: 0,41 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Bei mir steht zum Glück kein Arzttermin an. Hier hätte ich natürlich ähnliche Sorgen wie ihr. Ich bin ja so schon generell kein Mensch, der gerne zum Arzt geht, nur um dann mit 20 anderen, kranken Menschen in einem Zimmer zu hocken. Beim Thema Rezept sollte das ganze vielleicht auch per Post funktionieren. Da genügt ja auch ein Anruf, dann ist man schlauer. Eigentlich wollte ich demnächst mal zum Arzt, wegen einer Allergie, aber das ganze werde ich mal ein wenig aufschieben. Die Ärzte haben ja aktuell andere Probleme, da kann ich erstmal noch ein wenig warten.

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» Zohan » Beiträge: 4398 » Talkpoints: 16,33 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich habe momentan gesundheitliche Probleme die eine Krankschreibung erfordert aber keine Vorstellung beim Arzt erfordert haben. Meine Ärztin kennt meine Probleme schon seit längerem und muss mich dafür nicht unbedingt untersuchen. Die notwendigen Medikamente dafür habe ich auch noch ausreichend zu Hause. Ich habe mir deswegen gestern telefonisch eine Krankmeldung holen können welche mir jetzt sogar per Post zugeschickt wird.

Ich bin wirklich froh darum, dass es momentan diese Möglichkeit gibt seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch telefonisch anzufordern da meine akute Erkrankung nichts mit einer Erkältung / Grippe zu tun hat und ich abgesehen vom Corona-Virus mir vielleicht sonst auch andere Krankheiten wegholen hätte können.

Grundsätzlich würde ich auch derzeit alle Arzttermine verschieben, die nichts mit einem akuten schmerzhaften Problem zu tun haben. Routinekontrollen beim Zahnarzt zum Beispiel werden meines Wissens ja auch gar nicht mehr gemacht. Auch Physiotherapie und ähnliche medizinischen Dienstleistungen sind momentan ja nur beschränkt erlaubt.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2663 » Talkpoints: 17,24 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Bewusst meiden tue ich die Termine jetzt nicht, allerdings brauche ich welche. Es geht dabei nicht nur um Routine-Untersuchungen, die ich gerne hinten anstelle. Ich möchte aber gerne 3 Krebsvorsorgen endlich durchführen lassen und solche Themen finde ich immer brenzlich. Ich möchte nicht der Patient sein, der am Ende gesagt kriegt, Zeit ist zu spät. Wobei keine Symptome etc. sind, sondern eben nur Kontrollen und ich wollte dies gerne geprüft wissen.

Das sind eben Themen, wo ich immer Angst habe, dass ich einmal ausgesetzt habe und dann auf einmal zu spät bin. Wisst Ihr, was ich meine? Natürlich mag das übertrieben klingen, aber bei solchen Untersuchungen finde ich das eben persönlich nicht spaßig. Wie ich diese jetzt beim Frauenarzt und der Darmkrebsvorsorge derzeit absolvieren soll, ist mir daher nicht ganz so bewusst.

Restliche Gesundheit wurde letztes Jahr ausgiebig und gut geprüft. EKG war super, Kopf-MRT super, Speiseröhren- beziehungsweise Magenspiegelung verlief super und Hals-Nasen-Ohrenarzt Kontrollen auch. Neben Schilddrüsen-Ultraschall ist damit natürlich schon einiges abgegolten.

Die Frauenärztin hat letztes Jahr auch Routine-Kontrolle gemacht, gefühlt etc. Alles in Ordnung und auch der Abstrich. Ich wollte aber gerne entsprechende Ultraschall-Untersuchungen auch noch dort an der Brust und in meinem Intimbereich vornehmen lassen. Es ist da eben einfach immer nur die Angst, etwas zu übersehen oder zu spät gewesen zu sein.

Ich weiß nicht wieso, aber bei Krebsthematiken habe ich immer Angst, dass ich auf einmal was übersehen habe und durch Untersuchungen dann zu spät bin. Klingt super albern, aber das liegt wohl eher daran, dass ich viele Menschen, nicht in direkter Verwandtschaft und erster Linie daran verloren habe und deswegen erschreckend Angst davor habe.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5710 » Talkpoints: 4,72 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Ich muss gestehen, dass ich Arztbesuche schon irgendwie vermeide. Ich bin letzte Woche gestürzt und habe seitdem Knieschmerzen. Ich versuche es mit Kältebeuteln und Schmerzmitteln irgendwie zu überbrücken. Ich hoffe, dass es wirklich nur eine Prellung ist.

Normalerweise würde ich auch mit meinen Darmbeschwerden zum Arzt gehen. Bauchschmerzen und Durchfälle bei Morbus Crohn sind nämlich nicht sonderlich cool. Aber da ich eh im Home Office bin, halte ich das irgendwie aus. Mir tut seit einiger Zeit auch mein linker Arm weh, könnte ne leichte Arthritis sein. Wer geht nicht zum Arzt? Ich.

Ich will meinen absolut tollen Hausarzt aber momentan auch nicht mit meinen körperlichen und psychischen Wehwehchen belämmern, ich fühle mich damit echt unwohl, Im Normalfall würde es mir nichts ausmachen, ich weiß ja selbst auch, dass ich psychische Probleme habe. Aber momentan will ich einfach niemandem zur Last fallen. Vor Corona fürchte ich mich ehrlich gesagt nicht, selbst wenn ich weiß, dass es zum schweren Verlauf kommen könnte.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11756 » Talkpoints: 38,74 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Realistisch betrachtet ist die Gefahr sich beim Arzt anzustecken nicht größer als im Supermarkt. Die Patienten mit Covid-19 Verdacht werden bei uns direkt an die eigens dafür eingerichtete Ambulanz verwiesen und tauchen gar nicht in der Arztpraxis auf. Eine 100% Sicherheit gibt es natürlich dennoch nicht. Die Tatsache, dass jemand mit dem Fahrrad hingefallen ist, schließt ja eine Infektion nicht aus. Aber wie gesagt, das gleiche gilt für den Supermarkt oder den Arbeitsplatz.

Mehr Sorgen macht mir der Mangel an Schutzausrüstung und Desinfektion für die Ärzte und Angestellten in der Praxis. Und dazu trage ich halt mit bei wenn ich jetzt einen Arzttermin wahrnehme. Deshalb werde ich mir schon genau überlegen, was gerade wirklich sein muss und was noch warten kann. Jedenfalls bis sich die Lage etwas entspannt hat.

Nachfolgerezepte kann man bei meinem Arzt übrigens telefonisch anfordern und dann direkt mit ausreichend Sicherheitsabstand am Tresen abholen. Ich hatte dabei letzte Woche überhaupt keinen Kontakt mit anderen Patienten. Zuschicken wäre wahrscheinlich auch möglich, aber ich brauche halt nur einmal im Quartal ein neues Rezept und dann muss die Karte immer neu eingelesen werden.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26259 » Talkpoints: 159,77 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Also wer gesundheitliche Probleme hat, der muss eben zum Arzt gehen. Covid-19 hin oder her. Es wird ja nicht besser, wenn man aus falscher Angst nicht geht und dann kommt man Tage später mit einem Darmdurchbruch oder großen Herzinfarkt, weil man die ersten Beschwerden ignoriert hat.

Das Risiko sich da jetzt wirklich anzustecken ist doch überschaubar. Viele Praxen haben sich ja mittlerweile darauf eingestellt und teilen Sprechstunden in Terminpatienten und Notfall-/Akutsprechstunden. Oder Terminpraxen lassen einfach weniger Patienten herein um genug Abstand zwischen den Patienten zu lassen.

Und in Notaufnahmen wird ja auch nach Möglichkeit in Covid-Bereiche und Nicht-Covid-Bereiche getrennt. Ich denke dass damit in vielen Gesundheitseinrichtungen eine viel bessere Trennung erfolgt als es im Supermarkt oder im Baumarkt oder teilweise auch einfach auf der Straße ist.

Natürlich sollte man schon berücksichtigen, dass man vielleicht jetzt nicht unbedingt mit jedem kleinen Weh-Wehchen zum Arzt gehen muss. Daher gehen ja zur Zeit viele Sachen auch einfach telefonisch. Rezepte und Krankschreibungen bekommt man ja nach Telefonabsprachen. Und selbst wenn der Arzt das Rezept nicht verschickt, kann man das ja vielleicht vorher schon telefonisch soweit absprechen, dass man es nur an der Rezeption abholt und nur wenige Minuten in der Praxis ist.

Ansonsten muss man halt schauen, was jetzt wirklich wichtig ist und was nicht. So würde ich beispielsweise gerade hinter Krebsvorsorgeuntersuchungen ein ganz großes Fragezeichen setzen. Nicht unbedingt weil die jetzt unwichtig sind. Aber machen wir uns doch nichts vor, wenn wir beispielsweise an die Darmkrebsvorsorge denken. Da bekommt man als Kassenleistung ja im Regelfall eh nur zwei Darmspiegelungen ab 50 beziehungsweise 55 Jahren bezahlt.

Da kann man sich ja ausrechnen, dass man die eh nicht jährlich kriegt und da auch in Nicht-Corona-Zeiten Jahre zwischen den Spiegelungen liegen, wo der Krebs unerkannt wachsen kann. Da machen dann jetzt ein oder zwei Monate Terminverschiebung den Kohl auch nicht fett. Und so sieht es ja bei vielen Screeninguntersuchungen aus. Dann liegen da halt jetzt mal zwei Monate mehr als sonst dazwischen. Wenn sich natürlich Beschwerden ergeben, dann muss man da auch jetzt hin.

» Klehmchen » Beiträge: 5192 » Talkpoints: 890,95 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Mittlerweile ist ja wieder etwas Zeit ins Land gegangen, ich wurde operiert, mir wurden die Gräten auch wieder gerichtet und meine Lungen wurden auch kontrolliert und sind auch wieder dabei « gerichtet zu werden ». Mir geht es gesundheitlich auch wieder deutlich besser und der Körper erholt sich sukzessive wieder.

Ich habe wegen Covid-19 auf echt viele Arztbesuche verzichtet. Ich vermute jedoch, dass es während dieser Zeit auch ein großes Problem war, wenn die Praxen überall geschrieben haben, dass man sie bloß nicht anrufen sollte wegen der Impfung oder dass man bloß nicht wegen Corona in die Praxis kommen soll und solche Dinge. Es wurden viele Dinge missverständlich kommuniziert und wenn man als chronischer Patient eh schon Probleme hat, dann wird es echt schwierig, wenn man in den Praxen niemanden erreicht, weil die Telefone voller Impfwilligen am Limit klingeln und man nicht hingehen sollte.

Also es gab einige Dinge, die nicht gut gelaufen sind und wahrscheinlich haben auch viele wie ich einfach nur ausgehalten und einige Dinge noch schlimmer gemacht. Bei mir konnte man Einiges beheben, weil mein Partner mich radikal ins Auto gesetzt hat oder mir den Rettungsdienst auf die Pelle geschickt hat. Aber viele anderen Menschen haben solch einen Partner nicht, ich will nicht wissen, wie viele immer noch den Arzt vermeiden und schlimme Erkrankungen sich weiterhin bis zum Ende verschlechtern werden.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11756 » Talkpoints: 38,74 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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