Verhaltensgestörte Haustiere trotz Schwierigkeiten behalten?

vom 16.01.2016, 20:22 Uhr

Bienenkönigin hat geschrieben:Erst versauen und dann die Konsequenzen nicht tragen können.

Aber das ist doch genau das, was jeden Tag zuhauf passiert. Ein schönes Beispiel sind da beispielsweise meine Hunde. Das sind Arbeitsmischlinge, die seit über 100 Jahren gezielt für einen ganz bestimmten Job gezüchtet werden. Es sind tolle Hunde, aber sie haben naturgemäß ziemliche Ecken und Kanten.

In ihrem Heimatland akzeptieren die Menschen das in der Regel. Es gibt wenig Probleme, die Gründe, warum Hunde den Besitzer wechseln, sind vollkommen andere als hier. Denn hier meint man, dass der Hund sich schon anpassen wird. Man muss ihn nur erziehen.

Da kommen dann so tolle Konstellationen, wo Papa meint, dass er einen echten Sporthund braucht. Ein Holländer soll es sein, die sind kerniger, die Zuchtauswahl geht nur nach Leistung und billig sind sie auch. Dazu umweht diese Hunde ein Mythos des Besonderen. Wer so etwas hat, der hat einen "echten" Hund.

Leider hat Papa kaum Zeit, er möchte einmal pro Woche 2 Stunden auf den Hundeplatz, ansonsten soll die Familie den Hund versorgen und Spaß dran haben. Natürlich kann das klappen, aber bei diesen Hunden ist es häufig so, dass es nicht klappt.

Die Gattin ist beim Spaziergang überfordert, weil Herr Hund (Es muss ein Rüde sein, die sind schließlich imposanter!) andere Menschen und Hunde fressen möchte. Die Kinder können keine anderen Kinder mehr einladen, Besuch ist sowieso ein Problem.

Auf dem Hundeplatz klappt es auch nicht, weil der Hund auf deutsche Art gehetzt und zum Spiel motiviert völlig durchdreht und nicht mehr führbar ist. Bei Stress beißt er um sich. :whistle: Nun ist die Verzweiflung groß. Bei Hausbesitzern fristet der Hund dann ein Dasein Im Zwinger. Wer nur eine Wohnung hat, versucht den Hund abzugeben. Aber wo soll er hin? Wer nimmt ihn? Wo ist er ungefährlich?

Dabei war das alles vorher abzusehen. Eine andere Rasse hätte Papa bei seinem bisschen Sport und die Familie beim Leben mit einem netten Hund sehr glücklich gemacht. Aber die war ja nicht der Porsche unter den Hunden. Das wäre zu gewöhnlich gewesen. :wall:

Das trifft auf zig spezialisierte Hunderassen zu, die toll sein können, wenn man deren Bedürfnisse berücksichtigt. Aber wir Menschen nehmen selten Rücksicht. Wir haben unsere Vorstellungen und da hat sich das Tier anzupassen! Basta! Wer sich dann um die "Reste" kümmert, hat eine Mammutaufgabe vor sich.

» cooper75 » Beiträge: 11943 » Talkpoints: 585,77 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Ja, aber du kannst doch sicherlich auch verstehen, dass das nicht jeder machen möchte oder? Dass sich Menschen einfach nur ein unkompliziertes Haustier wünschen, das eben nicht monatelange Geduld erfordert. Ist dieser Wunsch so verwerflich?

Dafür habe ich kein Verständnis. Es gibt kein Haustier, welches immer nur unkompliziert ist. Man muss immer damit rechnen, dass ein Tier mal Probleme macht, spätestens, wenn es krank wird. Und wenn man nicht bereit ist sich dann um so ein Tier zu kümmern sollte man sich erst gar keins zulegen.

Was sollen denn Eltern sagen deren Kinder in die Pubertät kommen?

» Sternenbande » Beiträge: 1860 » Talkpoints: 70,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Und wenn man es so sieht, wäre es eine Frechheit, wenn deine Tante die Katze abgeben würde. Erst versauen und dann die Konsequenzen nicht tragen können.

Also dass sie die Katze versaut hat, würde ich nicht behauten. Finde ich auch nicht ok solche Unterstellungen von dir. Sie versucht manchmal, die Katze hochzuheben, obwohl die das nicht mag, aber sie macht das ganz vorsichtig und schließlich gibt es im Alltag halt auch manchmal Situationen, in denen die Katze befördert und damit hochgehoben werden muss. Hier hat niemand ein Tier versaut.

Der Wunsch ist nicht verwerflich. Absolut nicht. Aber als erwachsener Mensch sollte man wissen, dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann und es noch andere Dinge im Leben gibt. Verantwortungsgefühl zum Beispiel.

Ich finde, dass man sich sein Leben nicht unnötig schwieriger machen sollte. Es gibt im Alltag genug Stress und Belastungen, da muss man sich mit einem gestörten Haustier nicht noch weitere Stressoren holen. Und von dem tollen Verantwortungsgefühl hat man nichts - gar nichts. Das führt kein bisschen dazu, dass man sich entspannter und besser fühlt, das ist nur eine weitere Last, wenn sich Menschen unkooperativen Tieren verpflichtet fühlen.

Dafür habe ich kein Verständnis. Es gibt kein Haustier, welches immer nur unkompliziert ist. Man muss immer damit rechnen, dass ein Tier mal Probleme macht, spätestens, wenn es krank wird. Und wenn man nicht bereit ist sich dann um so ein Tier zu kümmern sollte man sich erst gar keins zulegen. Was sollen denn Eltern sagen deren Kinder in die Pubertät kommen?

Ich würde durchaus sagen, dass mein Hase unkompliziert ist und keinen Ärger macht. Er trifft nicht immer das Klo, aber das stört mich nicht großartig. Und wenn er krank ist, wo soll da das Problem sein? Es gibt Tierärzte und Tierkliniken. Das Tier verhält sich absolut verträglich und friedfertig. Ich sehe es also nicht so, dass von mir nun eine Bereitschaft nötig wäre, Probleme zu ertragen.

Das trifft auf zig spezialisierte Hunderassen zu, die toll sein können, wenn man deren Bedürfnisse berücksichtigt. Aber wir Menschen nehmen selten Rücksicht. Wir haben unsere Vorstellungen und da hat sich das Tier anzupassen! Basta! Wer sich dann um die "Reste" kümmert, hat eine Mammutaufgabe vor sich.

Dann hätte der Züchter die Familie, denen er das Tier verkauft hat, aber mal warnen müssen. Ein gestörter Hund ist ja etwas anderes als eine Rennmaus oder eine Katze, die Probleme machen. Der ist je gefährlich und gefährdet andere. Ich finde, da sollte es eine Aufklärungspflicht geben.

Solche gefährlichen Rassen sollten ohnehin nur an speziell geschulte Personen verkauft werden. Ich persönlich hätte auch kein Problem damit, wenn die „Reste“ aussterben, denn man braucht solche Rassen heutzutage nicht mehr und wenn sie dann ohnehin nur Schwierigkeiten machen - außer der Halter ist Experte - dann schadet da der Arterhalt mehr als er nutzt.

» Zitronengras » Beiträge: 8994 » Talkpoints: 97,63 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Zitronengras hat geschrieben:Also dass sie die Katze versaut hat, würde ich nicht behauten. Finde ich auch nicht ok solche Unterstellungen von dir. Sie versucht manchmal, die Katze hochzuheben, obwohl die das nicht mag, aber sie macht das ganz vorsichtig und schließlich gibt es im Alltag halt auch manchmal Situationen, in denen die Katze befördert und damit hochgehoben werden muss. Hier hat niemand ein Tier versaut.

Was ich meinte war, dass die Katze beim Einzug vielleicht mehr Zeit gebraucht hätte. Wenn sie sich langsam an die neuen Menschen und die neue Umgebung hätte gewöhnen können. Wie gesagt, gerade mit Kindern (ich nehme mal an, dass dein Neffe noch ein Kind war, als er die Katze anbrachte) ist das immer schwierig. Das Ganze war aber nur eine Vermutung und keine Unterstellung, entschuldige das Missverständnis. Falls die Vermutung stimmen sollte, fände ich es doppelt fies, die Katze abzugeben.

Es gibt im Alltag genug Stress und Belastungen, da muss man sich mit einem gestörten Haustier nicht noch weitere Stressoren holen.

Dann sollte man das Risiko nicht eingehen und sich kein Lebewesen ins Haus holen. Denn es gibt keine Garantie bei Lebewesen. Auch dein Kaninchen hätte sich in der ersten Woche als problematisch herausstellen können.

Und von dem tollen Verantwortungsgefühl hat man nichts - gar nichts. Das führt kein bisschen dazu, dass man sich entspannter und besser fühlt, das ist nur eine weitere Last, wenn sich Menschen unkooperativen Tieren verpflichtet fühlen.

Da liegt wohl der große Unterschied zwischen dir und allen anderen, die hier geantwortet haben. Wir würden uns alle enorm schlecht fühlen, wenn wir jegliches Verantwortungsgefühl über Bord werfen würden und so ein Tier einfach abschieben würden. Uns geht es bei der Haustierhaltung nicht nur darum, dass wir uns gut und entspannt fühlen, sondern um das Zusammenleben mit einem Tier. Und das hat eben seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte, die es geprägt haben.

Außerdem fühle ich mich kein bisschen besser, wenn ich meine Verantwortung ignoriere. Es gibt gewisse Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen, die ich gut finde und es gibt solche, die ich verachte. Ich würde mich also keineswegs besser fühlen, wenn ich mich in meinen Augen verachtenswert verhalte.

Benutzeravatar

» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Was ich meinte war, dass die Katze beim Einzug vielleicht mehr Zeit gebraucht hätte. Wenn sie sich langsam an die neuen Menschen und die neue Umgebung hätte gewöhnen können. Wie gesagt, gerade mit Kindern (ich nehme mal an, dass dein Neffe noch ein Kind war, als er die Katze anbrachte) ist das immer schwierig. Das Ganze war aber nur eine Vermutung und keine Unterstellung, entschuldige das Missverständnis. Falls die Vermutung stimmen sollte, fände ich es doppelt fies, die Katze abzugeben.

Der Sohn meiner Tante ist mein Cousin, nicht mein Neffe und der ist in etwa so alt wie ich. Er hat die Katze vor etwa fünf Jahren an seinem Studienort auf der Straße aufgesammelt, weil er den Eindruck hatte, dass sie niemandem gehört und wohl hilfsbedürfig wirkte. Dann hat er in der Nachbarschaft herumgefragt, ob die jemandem gehört und Aushänge gemacht. Weil sich keiner gemeldet hat, hat er sie behalten. Dann hat sie eine Weile mit ihm in seiner Studentenwohnung gelebt und dann hat er sie mit zu meiner Tante genommen und sie blieb da.

So wie das klingt, wurde die Katze wohl ausgesetzt. Er hat sie also gerettet. Und wenn man ihn jetzt mal sieht mit der Katze, dann verhält sie sich ihm gegenüber genauso blöd. Guckt total böse, wenn er sie hochnimmt, lässt sich auch nicht von ihm streicheln, nicht anfassen und wenn er sie nur mal sachte antippt, dann merkt man, wie genervt die Katze ist.

Ich meine, das ist im Prinzip ihr Retter, der hat sie aufgesammelt, sonst wäre sie als Kätzchen auf der Straße vielleicht verhungert oder überfahren worden. Und noch nicht mal zu ihm ist sie nett. Wie undankbar dieses Tier ist. Nein, dass sich da noch jemand verantwortlich fühlt, dafür habe ich kein Verständnis, das ist dann Naivität, wenn man solche Tiere behält.

» Zitronengras » Beiträge: 8994 » Talkpoints: 97,63 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Der Sohn meiner Tante ist mein Cousin, nicht mein Neffe und der ist in etwa so alt wie ich.

Uups. :D Gut, dann kein Kind. Auch Erwachsene können Fehler machen. Vielleicht hätte sie eine langsamere Eingewöhnung gebraucht. Vielleicht hat sie auch auf der Straße zu schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn sie noch so klein war, hätte sie zu der Zeit ja genau das Gegenteil gebraucht als das raue Straßenleben. Vielleicht ist es aber auch einfach ihr Charakter und sie mag es nun mal nicht, angefasst zu werden. Das Risiko besteht nun mal, wenn man ein Tier aufnimmt. Bei einem Sofakissen ist die Gefahr kleiner.

Zitronengras hat geschrieben:Ich meine, das ist im Prinzip ihr Retter, der hat sie aufgesammelt, sonst wäre sie als Kätzchen auf der Straße vielleicht verhungert oder überfahren worden. Und noch nicht mal zu ihm ist sie nett. Wie undankbar dieses Tier ist.

Den Zusammenhang versteht doch ein Tier gar nicht. Es weiß ja nicht, dass es eventuell später mal überfahren worden wäre. Bisher ist es ihm nicht passiert, also besteht diese Möglichkeit nicht in seinem Denken. Und vielleicht hatte es fünf Tage später das Leben auf der Straße schon vergessen. Wer weiß schon, wie Katzen denken. So wie Menschen jedenfalls nicht. Das zu erwarten, finde ich naiv.

Benutzeravatar

» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Zitronengras, auch Züchter können Menschen nur vor den Kopf gucken. Solche Käufer sind so wie du. Das Tier muss funktionieren und sie glauben ihm alles zu bieten, was nötig ist. Die verstehen genauso wenig, warum das eben nicht passt, wie du meinst, dass deine Tante über jeden Zweifel erhaben ist.

Das hat wenig mit Experten zu tun. Das sieht man deinen Denkfehler. Um beispielsweise meine Hundesorte zu halten, muss man kein Experte sein. Man muss diesen Hunden das Lebensumfeld und den Umgang bieten, den sie brauchen. Ohne die Bereitschaft das zu tun, scheitern auch Experten.

Wenn man nicht bereit ist, die Verantwortung für ein Leben zu übernehmen, dann sollte man auf ein Tier verzichten. Sonst haben wir hier demnächst Zustände wie in den USA, Irland oder Belgien, wo Millionen von Haustieren sterben, weil man sie bei Nichtgefallen entsorgt wie alte Schuhe.

» cooper75 » Beiträge: 11943 » Talkpoints: 585,77 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Den Zusammenhang versteht doch ein Tier gar nicht. Es weiß ja nicht, dass es eventuell später mal überfahren worden wäre. Bisher ist es ihm nicht passiert, also besteht diese Möglichkeit nicht in seinem Denken. Und vielleicht hatte es fünf Tage später das Leben auf der Straße schon vergessen. Wer weiß schon, wie Katzen denken. So wie Menschen jedenfalls nicht. Das zu erwarten, finde ich naiv.

Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass es von keiner geeigneten Gesprächskultur zeugt, wenn man anderen Menschen, nur weil sie deine Ansicht nicht teilen, Naivität unterstellt. Ich unterstelle dir analog auch keine Dummheit, weil du Cousin und Neffe verwechselst.

Ich glaube nicht, dass eine Katze vorausschauend denken kann und in der Lage ist, sich sorgen zu machen und zu denken "Ich könnte morgen nichts zu essen finden.". Ich denke aber schon, dass ein Tier eine Veränderung seiner Lebensbedingungen wahrnimmt und diese mit einem Faktor in Verbindung bringen kann - "Die Person gibt mir Essen, Wärme, Schutz" usw. oder "Bei der Person ist es besser als vorher".

Diese Erkenntnis bekommt ein Tier bestimmt auf die Reihe, selbst wenn es keine kognitive Erkenntnis ist, sondern nur eine Verknüpfung von Situation, Emotion und Reaktion. Zudem nehme ich an, dass auch Katzen über ein Gedächtnis verfügen. Sie sind nicht zu höheren Denkoperationen fähig, aber ein Gedächtnis ist vorhanden - die haben auch einen Hippocampus im Gehirn.

Und im Zusammenleben von Tieren wird es ja auch so sein, dass ein Tier ein anderes Lebewesen, durch das es etwas Positives erfährt, auch positiv behandelt, dass also die instinktiven Handlungen für "freundliche Annäherung" aktiviert werden.

Zitronengras, auch Züchter können Menschen nur vor den Kopf gucken. Solche Käufer sind so wie du. Das Tier muss funktionieren und sie glauben ihm alles zu bieten, was nötig ist. Die verstehen genauso wenig, warum das eben nicht passt, wie du meinst, dass deine Tante über jeden Zweifel erhaben ist.

Ja, die können anderen nur vor den Kopf schauen, aber ich erwarte ja auch keine hellseherischen Fähigkeiten. Aber ein Züchter, der so eine Rasse vermehrt, kennt doch sicherlich das Problem, dass Menschen mit diesen Hunden mitunter Schwierigkeiten haben, kann auf diese Schwierigkeiten hinweisen oder aufgrund seiner Menschenkenntnis ein Gefühl dafür entwickeln, wer zu dem Tieren passt und wer nicht.

Die Menschen verstehen die Nicht-Passung nicht deswegen, weil sie so arrogant sind, sondern weil sie nicht wissen, welche speziellen Eigenschaften der und hat. Das müsste denen mal jemand mitteilen - im Zweifelsfall ein verantwortungsbewusster Züchter.

Das hat wenig mit Experten zu tun. Das sieht man deinen Denkfehler. Um beispielsweise meine Hundesorte zu halten, muss man kein Experte sein. Man muss diesen Hunden das Lebensumfeld und den Umgang bieten, den sie brauchen. Ohne die Bereitschaft das zu tun, scheitern auch Experten.

Klar hat das was mit Experte zu tun. Ein Experte weiß das und ein Nicht-Experte weiß es nicht. Man muss Experte sein, um das Lebensumfeld, was du ansprichst, herstellen zu können. Es geht nicht um Bereitschaft, sondern um Wissen. Menschen, die sich solche Hunde holen und dann mit denen nicht umgehen können, werden es vermutlich gar nicht gewusst haben, dass die Tiere sich nicht so verhalten wie andere Hunde und spezielle Bedingungen brauchen.

Wenn man nicht bereit ist, die Verantwortung für ein Leben zu übernehmen, dann sollte man auf ein Tier verzichten. Sonst haben wir hier demnächst Zustände wie in den USA, Irland oder Belgien, wo Millionen von Haustieren sterben, weil man sie bei Nichtgefallen entsorgt wie alte Schuhe.

Das Zusammenleben mit Tieren kann ganz wunderbar funktionieren, auch wenn man nicht bereit ist, unnötige Probleme zu ertragen. Es funktioniert ja auch mit meinem Kaninchen ganz wunderbar. Den Fehler, den meine Tante gemacht hat, war nur der, einfach ein Tier aufzunehmen, was sich dann als gestört entpuppte. Wenn sie stattdessen zu einem Züchter gegangen wäre und sich eine Katze ausgesucht hätte, die zeigt, dass sie gestreichelt und hochgenommen werden möchte, dann wäre das etwas anderes.

» Zitronengras » Beiträge: 8994 » Talkpoints: 97,63 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Wenn man ein Haustier einfach aussetzt, dann wird einem nicht viel am Tier liegen und mit Sicherheit wurde die Katze nicht gut behandelt. Wundert mich eigentlich nicht, dass sie anscheinend Angst vor Menschen hat und sich nicht wohlfühlt.

Oder muss sich ein Mann bald rechtfertigen, weil er nicht mehr Autofahren will, nachdem er in einem schlimmen Unfall verwickelt war? Oder muss sich eine Frau rechtfertigen, weil sie Angst vor Männern hat, weil sie vom Ehemann vergewaltigt und geschlagen wurde?

Eine Frage habe ich noch am Ende: Wieso kann man dem Tier nicht einfach Wärme und Sicherheit geben, ohne dass man eine Gegenleistung bekommt? Wieso kann man ausnahmsweise im Leben nicht einmal nur geben und nicht nehmen?

Benutzeravatar

» soulofsorrow » Beiträge: 9072 » Talkpoints: 1,32 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Oder muss sich ein Mann bald rechtfertigen, weil er nicht mehr Autofahren will, nachdem er in einem schlimmen Unfall verwickelt war? Oder muss sich eine Frau rechtfertigen, weil sie Angst vor Männern hat, weil sie vom Ehemann vergewaltigt und geschlagen wurde?

Das Thema Autounfall oder Vergewaltigung hat aber nichts mit dem Thema Tiere zu tun. Ich finde es nicht so gut, solche Sachen hiermit zu vermischen, das sind getrennte Themenkomplexe.

Eine Frage habe ich noch am Ende: Wieso kann man dem Tier nicht einfach Wärme und Sicherheit geben, ohne dass man eine Gegenleistung bekommt? Wieso kann man ausnahmsweise im Leben nicht einmal nur geben und nicht nehmen?

Es kann jeder machen, was er will, es ist ja nicht verboten. Ich schreibe auch niemandem vor, was es tun soll oder nicht. Aber ich glaube, dass viele, die behaupten, sich ganz uneigennützig um Tiere zu kümmern und gar nichts von dem Tier zu erwarten und es ganz selbstlos zu ertragen, wenn das Tier demonstrativ Ablehnung zeigt, da ein wenig heucheln. Dieses vor sich her getragene Gutmenschentum ist in vielen Fällen aufgesetzt und stimmt mit der privaten Lebenswirklichkeit sicher nicht überein.

Es ist natürlich sehr einfach, in einem Forum, wo niemand das tatsächliche Verhalten prüfen kann, zu behaupten, man wäre so ein heiliger Altruist, der sich selbst gestörten und abweisenden Tieren selbstlos annimmt. Das kann man leicht sagen und andere verurteilen, wenn sie ein gewisses Entgegenkommen von einem Tier erwarten. Aber ob diese Menschen dann tatsächlich so handeln würden oder bei total abweisenden oder gar aggressiven Tieren nicht doch die Nase voll hätten, das bleibt im Verborgenen.

» Zitronengras » Beiträge: 8994 » Talkpoints: 97,63 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^