Verhaltensgestörte Haustiere trotz Schwierigkeiten behalten?

vom 16.01.2016, 20:22 Uhr

Zuerst einmal: Jemand, der aus einem Kaninchen oder Hase nichts besseres als eine Suppe zu kochen weiß, der hat meiner Meinung nach keine Ahnung vom Kochen. Es gibt kaum ein Fleisch, welches besser für einen Braten geeignet ist, als das vom Kaninchen. :wink:

So pauschal lässt sich die eingangs gestellte Frage aber im Übrigen gar nicht beantworten. Es spielt alleine schon eine Rolle, ob man beispielsweise Kleinkinder im Haushalt hat. Wenn ich mir dann einen Hund dazu hole, der eine mir bislang unbekannte Verhaltensstörung an den Tag legt und regelmäßig auf das Kind losgehen möchte, dann fällt mir die Entscheidung nicht sonderlich schwer, den Hund wieder abzugeben. Das ist zwar schade aber es wird wohl jeder zustimmen, dass es für das Baby letztendlich sicherer ist.

Dann kommt es zu einem nicht unerheblichen Teil eben auch ganz einfach darauf an, was für eine Art "Verhaltensstörung" das Tier an den Tag legt und um welches Tier es sich überhaupt handelt. Ich persönlich entwickle zu einem Hase oder einem Meerschweinchen keinen persönlichen Bezug. Zu einer Katze möglicherweise, wahrscheinlich aber nicht. Zu einem Hund definitiv. Das mag nicht fair sein, ist aber eben so. Dementsprechend schwer würde es mir fallen, einen Hund abgeben zu müssen. Bei einem Hase oder Meerschweinchen wäre es mir egal, bei einer Katze vermutlich auch.

In vielen Fällen schafft man sich ein Haustier an, weil man selbst sich dadurch besser fühlen will. Man tut es für sich selbst, oftmals nicht nur der bloßen Liebe zum Tier wegen. Selbst wenn man einen Hund aus dem Tierheim holt, dann weil einem der Hund leid tut und man damit dieses Gefühl beruhigen möchte. Insofern setzen sich Leute natürlich auch nicht gerne mit den Problemen auseinander, die ein Haustier oder dessen Haltung mit sich bringt. Schon gar nicht dann, wenn es wirklich schwerwiegende Verhaltensstörungen entwickelt. Das ist zwar nicht schön, in gewisser Weise aber auch nachvollziehbar.

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» TamiBami » Beiträge: 2166 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Zitronengras hat geschrieben:Es geht um Tiere, einfach nur Tiere. Normale Menschen essen Tiere, man muss sich also nicht den ganzen Tag einen Kopf darüber machen, was das Tier eventuell darüber denken würde, wenn man es abgeben würde, falls es überhaupt in der Lage wäre, das kognitiv mitzubekommen. Tiere sind Nahrungsmittel und das Kaninchen kann froh sein, dass es bei mir lebt und nicht (wie vermutlich seine Geschwister) gegessen wurde.

Aber Tiere fühlen nur genau den gleichen Schmerz wie wir. Tiere riechen, hören und fühlen Dinge, mehr als wir Menschen. Du sagst außerdem, dass normale Menschen eben Tiere essen. Bin ich als Vegetarierin für dich nun kein normaler Mensch mehr? Ist meine große Schwester für dich nun auch ein Unmensch und unzählige andere Vegetarier und Veganer auch?

Wir haben Tiere so erzogen, dass sie eben Haustiere sind und in der freien Natur nicht mehr überleben können, sie sind auf uns angewiesen. Und dann ist es doch unsere Aufgabe, dass wir uns um diese Tiere kümmern. Wenn man ein Kind adoptiert, dann kann man es auch nicht einfach zurückgeben, nur weil es in die Pubertät kommt oder ein Problemkind ist.

Da sind die Züchter (und vielleicht sogar auch du) ein wenig verantwortungslos. Immerhin kann man vorher ein Tier kennen lernen. Meine Freundin hat sich zum Beispiel für eine Katze entschieden, die sofort zutraulich wurde und auf sie zu kam. Da war sie ganz hin und weg gewesen und ihr war so ein lebendes Kuscheltier auch wichtig gewesen. Das ist auch okay.

Aber da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und sagen: Augen auf bei der Tierwahl. Da sollte man sich nicht einfach das nächstbeste Kleintier aus dem Baumarkt grabschen und denken, dass die Sache gelaufen ist. Solche Tiere sind vor allem wegen ihrer Herkunft psychisch total zerstört und haben Angst vor Menschen. Kein Wunder, dass sie dann beißen und andere Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9072 » Talkpoints: 1,32 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Zitronengras hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand scharf darauf wäre, ein Tier zu halten, das einen gar nicht leiden kann und auch mit einem Futterautomaten zufrieden wäre. Das ist ja nicht der Sinn der Haustierhaltung und für den Menschen nur frustrierend.

Ich würde das tun, wenn ich höre, dass ein Tier schon von einem Besitzer zum nächsten weitergereicht wurde und nie ein richtiges Zuhause hatte. Mein Kaninchen beispielsweise wurde von der Vorbesitzerin abgegeben, weil es das zweite Kaninchen immer an griff. Ich habe nicht gezögert. Und ich würde auch bei einer Katze, die sich nicht streicheln lässt, nicht zögern.

Ich ziehe bei der Haltung von Haustieren auch einfach Genugtuung daraus, dass ich ihnen einen sicheres Zuhause geben kann. Wenn meine Tiere nicht kuscheln wollen, ist das okay. Allein der Anblick eines glücklichen Tieres macht mich glücklich.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich ziehe bei der Haltung von Haustieren auch einfach Genugtuung daraus, dass ich ihnen einen sicheres Zuhause geben kann. Wenn meine Tiere nicht kuscheln wollen, ist das okay. Allein der Anblick eines glücklichen Tieres macht mich glücklich.

Wenn das Tier sich aber gar nicht für dich interessiert, dann bist du für das Glück des Tieres gar nicht wichtig, dann bis du vollkommen austauschbar und dann wäre das Tier bei jedem x-beliebigen anderen Dosenöffner oder im Heim genauso glücklich.

Somit redet man es sich nur selbst ein, dass man dem Tier etwas Gutes tut. In Wahrheit interessiert sich das Tier gar nicht für den tollen Menschen, der da Gutes tut und würde sich im Heim genauso gut fühlen.

» Zitronengras » Beiträge: 8937 » Talkpoints: 70,91 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Für meine Kaninchen bin ich persönlich tatsächlich austauschbar. Allerdings nicht die Haltungsbedingungen, die ich ihnen biete. Im Tierheim stehen Tiere ständig unter Stress. Allein die Anwesenheit von hunderten anderen Tieren. Da ist kein Tier glücklich, auch wenn Dosen geöffnet werden. Und wenn die Tiere schon verhaltensgestört sind, wird es unter diesen Bedingungen bestimmt nicht besser. Bei der Haltung von Tieren geht eben nicht nur um die körperliche Zuwendung.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Zitronengras hat geschrieben:Wenn das Tier sich aber gar nicht für dich interessiert, dann bist du für das Glück des Tieres gar nicht wichtig, dann bis du vollkommen austauschbar und dann wäre das Tier bei jedem x-beliebigen anderen Dosenöffner oder im Heim genauso glücklich.

Woher willst du denn wissen, ob sich ein Tier für dich interessiert oder nicht? Manche Tiere werden aufgrund von ihrer schlechten Erfahrung mit Menschen nicht gerne angefasst. Aber wenn sich das Tier in deiner Anwesenheit sicher fühlt und nicht gestresst, dann ist es doch auch eine Art von Zuneigung. Nicht jeder Mensch knuddelt auch gerne andere Menschen. Ich interessiere mich auch für meine beste Freundin und für meinen guten Freund, ohne dass ich diese Personen ständig anfassen muss.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9072 » Talkpoints: 1,32 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Zu den Katzen deiner Tante würde ich nicht einmal sagen, dass die irgendwie verhaltensgestört oder ähnliches sind. Ich würde vielmehr behaupten, dass da die Bindung zwischen Halterin und den Tieren sowie unter den Tieren selbst einfach überhaupt nicht stimmt. Gerade Katzen gehören nicht unbedingt zu den Tieren, die jedem einfach so ihr Vertrauen und ihre Liebe schenken. Wenn man sinnvoll mit ihnen arbeitet und sie mit ihren Macken akzeptiert, dann kann man aber unheimlich viel aus ihnen heraus streicheln, egal wie schwierig sie auf den ersten Blick wirken.

Ich finde es schade, dass du, Zitronengras, den Nutzen eines Haustieres daran bemisst, ob es genau deinen Vorstellungen entspricht, und dann auch kein Problem hast, ein nicht "funktionierendes" Tier einfach abzugeben. Deine Meinung sei dir ungenommen, aber ich glaube, dass du dir damit selber die Chance nimmst, etwas Wunderschönes zu erleben: nämlich, wenn so ein Tier nach langer Zeit dir endlich sein Vertrauen schenkt und dir beginnt zu zeigen, dass es dich liebt.

Meine erste Katze war eine Furie. Die hat mich monatelang in den Wahnsinn getrieben, weil sie mich bei jeder Gelegenheit anfauchte, anknurrte und an griff. Statt der gewünschten Schmusekatze hatte ich ein knappes halbes Jahr eine schlecht gelaunte und aggressive Pelzkugel hier sitzen, die obendrein auch noch die Wohnung versaute, weil sie von ihrer Katzentoilette nicht viel hielt. Mir wurde schon nach kurzer Zeit dazu geraten, diese Katze abzugeben, weil sie einfach verdammt schwierig war und mir keinerlei Freude bereitete.

Ich habe sie behalten. Ich habe mich in die Psychologie von Katzen eingelesen, habe unheimlich viel gelernt, habe etwas gesucht, was mir eine Interaktion mit ihr ermöglicht. Ich bin so oft gegen eine Wand gerannt und hatte durchaus ab und zu den Gedanken, sie aufzugeben. Letztlich bin ich aber dran geblieben und habe nach etwa einem halben Jahr endlich eine Annäherung erfahren. Heute habe ich eine Katze, die immer noch schlechte Tage hat, an denen sie mich anknurrt. Aber diese Katze prügelt nicht mehr und sucht ständig meine Nähe. Sie ist immer bei mir, schläft in meinem Arm und ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass ich ihr wichtiger bin als ein bloßer Dosenöffner. Aber es hat eben seine Zeit gebraucht, bis wir ein so tolles Team wurden. Und ich schätze das, was sie mir jeden Tag zeigt, unheimlich. Ich bin stolz, das Herz dieser kleinen Bestie gewonnen zu haben.

Bei meiner anderen Katze war das völlig anders. Die kam hier an, fühlte sich sofort zuhause und schmiss sich mir an den Hals. Genau so, wie sie sich jedem anderen an den Hals schmeißt. Keine Frage, dass ich auch sie sehr liebe aber das Besondere, das wirklich Emotionale, das habe ich mit der anderen Katze.

Ich bin keineswegs der Ansicht, dass man ein Tier unter allen Umständen behalten muss. Es gibt Fälle, wo es einfach wirklich nicht passt. Es gibt Fälle, wo ein Tier verhaltensauffällig ist und einfach nur den richtigen Menschen braucht, der man selbst vielleicht nicht ist. Aber ich finde, man sollte ein Tier nicht nur auf seinen Nutzen reduzieren und sofort die Flinte ins Korn werfen, wenn nicht alles so läuft, wie man es sich vorstellt.

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» CCB86 » Beiträge: 1987 » Talkpoints: 47,77 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Wenn sich 2 Katzen absolut nicht miteinander verstehen, dann ist es meiner Meinung nach für beide Tiere das Beste, wenn die neue Katze wieder auszieht.

Aber ein Tier abgeben nur weil es sich nicht anfassen lässt fände ich total daneben. Ich sehe auch nicht wieso die Katzen deiner Tante Problemtiere sein sollten oder eine Verhaltensstörung haben. Es kommt sehr oft vor, dass Katzen ohne direkten Menschenkontakt aufwachsen und dann sehr scheu bleiben.

Ich habe einen Schäferhund der anfangs auf Menschen und andere Hunde losgegangen ist oder im Eifer des Gefechts dann auch auf mich. Ich hätte ihn aber trotzdem nicht wieder her gegeben, solange ich körperlich in der Lage war den Hund sicher zu halten, sodass nichts passieren kann. Ich habe viel Zeit und Geld in Training investiert, aber mittlerweile ist er echt gesellschaftsfähig geworden. Genauso denke ich, dass sich die Katzen deiner Tante auch irgendwann anfassen lassen werden, nur ob sie sich irgendwann untereinander verstehen ist eine andere Frage.

Und wenn deine Tante nur liebe Schmusekatzen toll fände, dann hätte sie sich bestimmt so eine Katze geholt. Aber sie hat sich bewusst für scheue Tiere entschieden, also wird sie damit auch kein Problem haben.

» Sternenbande » Beiträge: 1860 » Talkpoints: 70,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich finde es schade, dass du, Zitronengras, den Nutzen eines Haustieres daran bemisst, ob es genau deinen Vorstellungen entspricht, und dann auch kein Problem hast, ein nicht "funktionierendes" Tier einfach abzugeben. Deine Meinung sei dir ungenommen, aber ich glaube, dass du dir damit selber die Chance nimmst, etwas Wunderschönes zu erleben: nämlich, wenn so ein Tier nach langer Zeit dir endlich sein Vertrauen schenkt und dir beginnt zu zeigen, dass es dich liebt.

Na ja, Haustiere hält man sich doch, weil man sich etwas davon verspricht. Die sind ja wie ein lebendiges Hobby und wenn das dann ganz enttäuschend verläuft und man eigentlich nur Nachteile davon hat, aber nicht die erwünschten Vorteile, warum soll man das Tier dann behalten? Das ist aus meiner Sicht frustrierend, wenn ein Tier sich nun gar nicht so verhält wie gewünscht und damit dem Menschen ja auch demonstriert, dass es ihn nicht mag.

Ich habe sie behalten. Ich habe mich in die Psychologie von Katzen eingelesen, habe unheimlich viel gelernt, habe etwas gesucht, was mir eine Interaktion mit ihr ermöglicht. Ich bin so oft gegen eine Wand gerannt und hatte durchaus ab und zu den Gedanken, sie aufzugeben. Letztlich bin ich aber dran geblieben und habe nach etwa einem halben Jahr endlich eine Annäherung erfahren. Heute habe ich eine Katze, die immer noch schlechte Tage hat, an denen sie mich anknurrt. Aber diese Katze prügelt nicht mehr und sucht ständig meine Nähe.

Das ist ja schön, dass sich das geändert hat, aber das hätte eben auch schief gehen können und dann hättest du Monate damit verbracht, dich einem Tier anzunähern, dass dies gar nicht honoriert. Du hattest eben Glück, dass es einen Umschwung gab, der hätte aber auch ausbleiben können - und dann? Wenn du die Geduld und Zeit hast, einem Tier monatelang hinterherzurennen, bis es etwas umgänglicher wird, dann ist das schön. Aber das werden sicherlich nur wenige machen wollen.

Ich habe einen Schäferhund der anfangs auf Menschen und andere Hunde losgegangen ist oder im Eifer des Gefechts dann auch auf mich. Ich hätte ihn aber trotzdem nicht wieder her gegeben, solange ich körperlich in der Lage war den Hund sicher zu halten, sodass nichts passieren kann. Ich habe viel Zeit und Geld in Training investiert, aber mittlerweile ist er echt gesellschaftsfähig geworden. Genauso denke ich, dass sich die Katzen deiner Tante auch irgendwann anfassen lassen werden, nur ob sie sich irgendwann untereinander verstehen ist eine andere Frage.

Ja, aber du kannst doch sicherlich auch verstehen, dass das nicht jeder machen möchte oder? Dass sich Menschen einfach nur ein unkompliziertes Haustier wünschen, das eben nicht monatelange Geduld erfordert. Ist dieser Wunsch so verwerflich?

Und wenn deine Tante nur liebe Schmusekatzen toll fände, dann hätte sie sich bestimmt so eine Katze geholt. Aber sie hat sich bewusst für scheue Tiere entschieden, also wird sie damit auch kein Problem haben.

Nein, das hat sie nicht wirklich. Mein Cousin hat die Katze als kleines Kätzchen angeschleppt gebracht, weil er sie irgendwo gefunden hat und meine Tante hat sie dann behalten. Sie versucht immer wieder, die Katze hoch zunehmen oder zu streicheln und ist dann traurig, wenn die sich wehrt. Also das ist keine Absicht, dass sie da so eine Katze hat. Sie hat vermutlich gedacht, die Katze ändert sich mal, aber das hat sie nun seit Jahren nicht.

» Zitronengras » Beiträge: 8937 » Talkpoints: 70,91 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Zitronengras hat geschrieben:Wenn du die Geduld und Zeit hast, einem Tier monatelang hinterherzurennen, bis es etwas umgänglicher wird, dann ist das schön. Aber das werden sicherlich nur wenige machen wollen.

Wie man an den Antworten ablesen kann, sind dazu offensichtlich sehr viel mehr Menschen bereit als du annimmst.

Zitronengras hat geschrieben:Dass sich Menschen einfach nur ein unkompliziertes Haustier wünschen, das eben nicht monatelange Geduld erfordert. Ist dieser Wunsch so verwerflich?

Der Wunsch ist nicht verwerflich. Absolut nicht. Aber als erwachsener Mensch sollte man wissen, dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann und es noch andere Dinge im Leben gibt. Verantwortungsgefühl zum Beispiel.

Sie versucht immer wieder, die Katze hoch zunehmen oder zu streicheln und ist dann traurig, wenn die sich wehrt.

Das ist ein ganz falscher Ansatz. Wenn man weiß, dass die Katze das nicht mag, sollte man sie nicht dazu zwingen. Ist doch klar, dass sie sich wehrt. Man muss da langsamer rangehen.

Mir ist vor zwei Jahren ein junger Kater zugelaufen. Der hat dann plötzlich in unserem Garten gelebt. Anfangs ist der davongeschossen wie sonst mal was. Da wusste ich noch gar nicht, dass das ne Katze war, so schnell war der. Ich hab mich immer wieder bewegungslos in den Garten gesetzt, so dass er mich beäugen durfte. Irgendwann durfte ich ihn streicheln, wenn er gefuttert hat und nach zwei Monaten auch ohne Ablenkung. Kurz darauf durfte ich ihn dann auch hochheben.

Sicherlich braucht das Geduld. Aber da deine Tante nicht über das Abgeben nachdenkt, sollte sie es vielleicht mal versuchen. Wenn sie der Katze immer wieder zu nahe kommt, obwohl diese noch nicht bereit ist, wird es doch nur schlimmer. Um ehrlich zu sein, hat sie das Verhalten wahrscheinlich selber verursacht. Kinder sind da auch nicht hilfreich. Aber wenn man der kleinen angeschleppten Katze am Anfang etwas Zeit gelassen hätte, hätte es wahrscheinlich nicht mal zwei Wochen gebraucht, um eine Schmusekatze zu bekommen.

Und wenn man es so sieht, wäre es eine Frechheit, wenn deine Tante die Katze abgeben würde. Erst versauen und dann die Konsequenzen nicht tragen können.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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