Ursache und Behandlung vom Cushing-Syndrom bei Tieren

vom 07.07.2019, 22:33 Uhr

Neulich habe ich im Fernsehen in einer Dokumentation im ZDF gesehen, dass ein Mann seinen kleinen Hund, weil die Rasse wohl anfällig für das Cushing-Syndrom ist, hat testen lassen. Er wollte wissen, ob der Hund diese Krankheit in sich trägt. Ich habe nicht die ganze Dokumentation gesehen, weil ich weg musste. Aber mich würde schon interessieren, was es bringt, wenn ich das weiß? Kann man vorbeugend dann was unternehmen, damit die Krankheit nicht ausbricht? Welche Ursache hat dieses Cushing-Syndrom und wie wird es behandelt?

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» Diamante » Beiträge: 41833 » Talkpoints: 41,98 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Du kannst nicht feststellen, ob ein Hund Cushing "in sich trägt". Es gibt keinen Gentest dafür. Du kannst bei Verdacht lediglich testen, ob der Hund es hat oder nicht. Aber dafür muss es auch einen Anhaltspunkt geben, sonst machst du teure Labordiagnostik, um zu erfahren, dass nichts ist. Das bedeutet aber nicht, dass nichts mehr passieren kann.

Denn beim Morbus Cushing wächst ein Tumor in der Hypophyse des Gehirns. Dieser Tumor stimuliert eine zu hohe Ausschüttung des adrenokortikotrophen Hormons. Das regelt die Produktion von Cortisol in der Nebenniere. Zu viel Hormon aus dem Gehirn führt zu zu viel Cortisol im Blut. Und einem Tumor kann man nicht vorbeugen.

Bei Hunden sind diese Tumore mehrheitlich gutartig. Nur bietet sich eben keine Operation an. Denn eine Hirnoperation beim alten Hund ist kaum sinnvoll und nur in wenigen Kliniken in Europa machbar. Also gibt man ein Medikament, dass die Cortisolproduktion hemmt. Die moderne Variante hat den Vorteil, dass das Gewebe nicht zerstört wird. Der alte Wirkstoff hat die Nebenniere langsam aber sicher zerstört und dann kam man von Morbus Cushing zu Morbus Addison. Wird der Tumor so groß, dass er auf andere Hirnareale drückt und neurologische Ausfälle bestehen, kann man es mit Bestrahlung versuchen.

Rund vier von fünf betroffenen Hunden haben einen echten Morbus Cushing mit Tumor an der Hypophyse. Die anderen Hunde haben einen Tumor direkt in der Nebenniere, der die Cortisolproduktion entgleisen lässt. Da ist die Prognose schlechter, die Hälfte ist bösartig. Früh erkannt lassen sich die Tumore mit Glück komplett entfernen. Normalerweise behandelt man einfach mit dem gleichen Medikament wie beim echten Cushing, um den alten Hund noch Lebensqualität zu geben.

Und in ganz seltenen Fällen hat der Tierarzt schlichtweg zu lange zu viel Cortison verordnet. Da hilft dann Absetzen und Abwarten. Nach dem Ausschleichen der Tabletten sollte sich das Problem geben. Katzen erkranken seltener an Cushing. Bei Pferden sind besonders ältere Exemplare leichtfutteriger robuster Fassen betroffen, die zu dick und unterbeschäftigt sind. In der ersten Betrachtung ist das Cushing Syndrom schwer vom metabolischen Syndrom dicker Pferde zu unterscheiden. Beim Hund ist es ein Altersproblem, bei Pferden dagegen ist es eine Wohlstandskrankheit.

» cooper75 » Beiträge: 11504 » Talkpoints: 491,78 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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