Deutsche, USA und Iran

vom 28.03.2007, 19:45 Uhr

Ein schöner Artikel über die aktuelle Situation in deutschen Köpfen!

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» Gio » M » Beiträge: 640 » Talkpoints: 32,02 »



Na ja, man merkt das es nur ein Kommentar und kein durchdachter Artikel ist, der Autor hat ja so viele logische Brüche in seinem Gebrabbel, das jedem Deutsch-LKler schlecht wird (Null Struktur & Argumente, nur Hypothesen ohne Antithesen, für sowas hätte es bei mir in der Schule maximal eine 5 gegeben).

Nebenbei: Bei Kommentaren denke ich immer nur an meinen Lieblingskommentator, Herrn F. J. Wagner von der unge"Bild"et Zeitung, was da immer an Stumpfsinn und nicht belegbaren Behauptungen kommt, meine Fresse. Da dreht es jedem gebildeten (nicht ge"Bild"eten") Menschen doch den Magen um. Das so jemand auch noch dafür bezahlt wird, andere müssen dafür vor Gericht bezahlen.

Davon abgesehen: Antiamerikanismus ist ja nicht nur in Deutschland auf dem Vormarsch, sondern auf der ganzen Welt. Und letztendlich: USA oder Iran, das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Beide sind religiös fanatisierte Völker, die einen sind halt extreme Schiiten, die anderen extreme Evangelikale. Der Iran unterdrückt nach westlichen Maßstäben die Frauen im Land und teilweise auch die Menschenrechte, die USA unterdrücken ethnische Minderheiten im eigenen Land, andere Meinungen und der Abbau der Menschenrechte geht dort auch rapide voran, ich sag nur: Die letzten Gesetze die veröffentlicht wurden, schränken die Bürgerrechte massiv ein, sowie die Pressefreiheit (im eigenen Land). Die USA ist schon lange kein Vorbild mehr, und wenn eine Re-Education stattfinden sollte, dann wohl in den USA, die die Grundwerte, auf denen ihr Land mal aufgebaut wurde (Freiheit & Verstand) schon lange vergessen haben. Graswurzeldemokratie und was nicht alles gibt es doch dort nicht mehr.

Natürlich gibt´s es davon in den USA auch Ausnahmen, aber die gibt es auch im Iran. Z. B. gibt es dort auch eine wesentlich liberalere Haltung gegenüber der Frau in Städten wie Teheran als auf dem Land oder in schiitischen, geistlichen Hochburgen wie Qum. Ich finde es auch bescheuert, das man wegen ein paar Karikaturen so einen Aufstand macht, schließlich werden andere Religionen auch wöchentlich in arabischen Medien ohne Tabus karikiert, ohne das ich mich darüber aufrege. Okay, ich bin auch Atheist, daher habe ich auch noch einen anderen Blickwinkel, aber trotzdem: Gleiches Recht für alle.

Was das "Argument", nennen wir es korrekt Hypothese ohne Hintergrund, mit dem Völkermord angeht: Ich kann jetzt auch aus dem Stegreif 10 -15 Beispiele nennen, in denen Staaten/Diktatoren Völkermorde angekündigt haben, die nie begangen wurden. Das ist also ein totales Bild-Zeitungsscheinargument..

Weiter geht´s. Na ja, warum sollten wir Deutschen uns auch vor dem Iran fürchten? Seine Raketen reichen selbst mit atomaren Sprengköpfen (zudem: religiöse Fanatiker in den USA verfügen über Interkontinentalraketen, die Iraner nicht) nicht bis Deutschland und außerdem sind die Araber im allgemeinen und die Perser ganz besonders eines: germanophil. Wenn wir wieder mit der Nazikeule um uns schlage, dann sollte dieser schlecht recherchierte Kommentar, von jemand ohne Ahnung mal etwas weiter ausholen. Schließlich war der Schah und die Perser mit einer der größten Bewunderer der Nazis, es gibt zahlreiche Videoaufnahmen, wie persische Delegationen und der Schah persönlich von Hitler auf dem Berghof empfangen wurden.

Das kommt immer in Dauerschleife in Guido Knopps mit Halbwissen gefüllten "Dokumentationen, sogar neuerdings in Farbe :D, digitaler Technologie sei Dank. Persönliche Erfahrungen können das nur bestätigen: Die Araber kaufen deutsche Produkte wie sonstwas, und freuen sich immer über Deutsche im Land, auch wenn das im Irak grad etwas anders aussieht. Mein Vater wurde zu seinem Erstaunen von arabischen Geschäftspartner, darunter auch Sheikhs, in Dubai oder auf Messen in Arabien immer wieder freudig begrüßt, mit so Worten wie "Germany very good Country, Hitler good man." In Arabien sieht man die Deutschen mehrheitlich als Verbündete, nicht als Feinde. Dass das größtenteils auf das Kaiserreich und auf das Dritte Reich zurückzuführen ist, ist für uns Deutsche dann natürlich aus heutiger Sicht weniger rühmlich. Vielleicht noch ein Grund, warum wir uns vor den Arabern weniger fürchten als vor den Amis.

Das nachlassende Bildungsniveau und der stetige Verfall humanistischer Werte, gemischt mit Tendenzen, die von mehreren anerkannten Historikern (leider keine Deutschen) eindeutig als in Grundzügen faschistoid und auf jeden Fall nationalistisch eingestuft werden, lassen das Bild Amerikas nicht gerade besser werden. Das Auftreten Israels sorgt zudem für Bedenken, und man empfindet Israel immer mehr als "störenden Faktor" der für Unruhe in der Region sorgt., was die Israelis ja in Gedenken an Vordenker wie Jitzchak Rabin nun wieder selber realisieren - der Weg der Gewalt ist einfach immer der falsche, und man schafft sich so eben nur neue Feinde. Das sollte man natürlich auch in Ländern wie dem Iran endlich einmal einsehen, und aufhören, Länder wie Syrien oder die Hisbollah weiter zu unterstützen. Es gehören ja mindestens immer 2 dazu, war schon so auf dem Pausenhof, ist auch so auf der Weltbühne.

Das Carell-Scheinargument ist genauso wertlos, wenn man es im historischen Kontext betrachtet - hätte ich 1977 im Ausland eine Hanns-Martin Schleyer Puppe gesehen, mit der man die Deutschen indirekt als Zauderer verspottet und verhöhnt, wäre mir das auch sauer aufgestoßen.

Das ein General einen Politiker als "militärische Doppel-Null" verhöhnt, wen wundert denn das? Jemand vom Fach wird sich immer darüber lustig machen, wie dumm Amateure sich anstellen, ob das nun "NATO-General vs. Politiker", "Kfz-Meister vs. Hobbyschrauber" oder "Professor vs. Hauptschüler" ist. Oder ich über diesen Pseudo-Gebildeten vom Spiegel.

Der nächste historische Blödsinn: Seit wann haben denn die Amerikaner mit deutscher Hilfe den Krieg gewonnen? Ich dachte immer, die Russen wären Schuld. Wahrscheinlich verschenken Gewinner immer aus Großzügigkeit halb Europa an Autokraten, weil es eben am Sonntag Eintopf gibt :?: .

Ich fange jetzt nicht an, über amerikanische Symbolismen herzuziehen, (ich sag nur: Waving Flag, Pledge, etc.), da bin ich morgen mit analysieren noch nicht fertig. Mal abgesehen davon, das sich damit der Autor selber ein Bein stellt: gegen den "deutschen Symbolismus" hetzen und gleichzeitig nur Symbolismen verwenden? Was geht denn hier ab? Zudem: Selbst Jesus verwendete Symbolismen, weil man dummen Menschen eben nur mit einfachen Beispielen beikommt. Warum verkauft sich Hawkins "Das Universum in der Nussschale" wohl so gut? Weil eben keine Sau, und nur einige wenige, ein physikalisches Standardwerk über Superstringtheorie, Quantenmechanik, Raumzeitkrümmung und schwarze Materie verstehen würde.

Na ja, um meine nicht sehr positive Meinung darüber abzuschließen: Da kack ich mir auf dem Klo noch bessere Texte, wofür der Verfasser bestimmt eine Woche braucht und am Ende kommt immer noch nichts - wie man sieht - bei raus. Tut mir leid, für den teilweise recht ordinären Ausdruck, aber man muss sein Niveau ja auch anpassen. Aus gutem Grund schreibt ein Lehrer auch einfach nur "Thema verfehlt, Inhalt: 6" unter eine Klausur und hält sich nicht noch 3 Jahre mit der Analyse auf.

» Midgaardslang » Beiträge: 4262 » Talkpoints: 4,82 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Ja klar, kann schon sein, das der Autor des Artikels einige Sachen etwas zu proamerikanisch sieht oder gewisse Dinge weniger gut recherchiert sind. Aber letztlich geht es ja um die Tatsache, ob man Iran nun eine oder mehrere A-Bomben zugestehen soll oder nicht. Und die Mehrheit der Deutschen scheinen das für ok zu halten.

Ein iranischer Präsident, der sich die Auslöschung Israels innigst wünscht, das öffentlich kund tut und dann am Bau einer Atombombe arbeitet, was soll man davon halten? Warum sollten die Iraner nicht auf den Knopf drücken? Sie haben doch nichts zu verlieren, zumindest die Fundamentalisten. Sie gewinnen in ihren Augen sogar noch etwas ... sie sterben als Märtyrer , was für viele der Fundamentalisten ja das Lebensziel ist, und kommen so ins "Paradies".

Zudem schmeichelt es deren Eitelkeit in die Geschichte einzugehen als die, die der "zionistischen Verschwörung" in dieser Welt Einhalt geboten haben. Die Fundamentalisten haben von grundauf eingebläut bekommen (im wahrsten Sinne des Wortes) zu hassen. Alles und jeden zu hassen, der irgendwie anders ist als sie selbst, bzw. in ihrem Leben immer ein Hassobjekt zu haben. Sind ja die "Ungläubigen". Seit tausenden von Jahren die Juden, heute kommen noch die Amerikaner, Briten, etc dazu und morgen sind es die Russen, Chinesen oder Hawaiianer, die für deren vergleichsweise rückständiges Leben verantwortlich gemacht werden und dafür das sie weniger allgemeinen Wohlstand haben.

Das der iranische Präsident nicht mehr alle beisammen hat, zeigt auch die Tatsache, das er (angeblich) eine Kommission abgestellt haben soll, die sich mit der Erforschung "der Ankunft des heiligen Erlösers" (hieß irgendwie anders, komme gerade nicht drauf) beschäftigt, quasi wann dieser auf dieser auf der Erde eintrifft.

Auch wenn Irans Raketen nicht bis nach Deutschland reichen sollten, wie Du erwähnt hast, der atomare Niederschlag wird auch über Deutschland regnen geschweige denn von den wirtschaftlichen Folgen, die sämtliche Länder auf der Welt treffen würden. "Back to the Steinzeit"

Russland, USA etc haben ja übrigens nichts dagegen, das Iran Atomtechnologie zu friedlichen Zwecken nutzen möchte z.B. zu Energiegewinnung, wie sie immer beteuern. Aber dafür reicht leicht angereichertes Uran. Aber die Technik und Zentrifugen, die sie bauen, benötigt man ausschließlich zur Herstellung von hochangereichertem Uran, das wiederum ausschließlich für die A-Bombe benötigt wird.

Geschweige denn von der Kettenreaktion was eine iranische A-Bombe auslösen könnte. Dann wollen plötzlich sämtliche anderen Länder auch eine haben.

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» Gio » M » Beiträge: 640 » Talkpoints: 32,02 »



Natürlich Du hast Recht, aber Nordkorea hat auch "die Bombe" oder mehrere und nutzt sie nicht. Wahrscheinlich auch deswegen nicht, weil sie zu schwach ist, muss man ja auch sagen, das reicht nicht, um die Nachbarstaaten auszuradieren.

Ich finde, man muss da differenzieren zwischen sunnitischen Fundamentalisten und schiitischen. Die Schiiten haben es nicht ganz so dick mit dem Märtyrertum wie die Sunniten, da sie den Islam anders leben und auslegen, daher gibt es z. B. im Irak kaum schiitische, aber viele sunnitische Selbstmörder. Die Schiiten schlagen sich eher selber blutig und geißeln sich, und sehen das als Weg zum Paradies und zum Märtyrertum. Die Pasdaran begreifen sich ja auch nicht als Märtyrer, auch wenn sie immer so hingestellt werden. Mehr als Revolutionsmiliz. Die Schiiten bekämpfen ja z. B. auch al-Quaida, nicht weil sie sie als Terroristen ansehen, sondern mehr als Konkurrenten. Und so wie die Schiiten die Juden hassen, bzw. Ahmadinedschad den Hass schürt, genauso hassen die Wahhabiten die Schiiten und wollen sie auslöschen. Daher ist der Iran für al-Quaida ja nur ein Land voller "Ketzer", und alle Schiiten obendrein, was fast noch schlimmer ist als Ungläubige, daher schlachten sie sich auch bevorzugt gegenseitig ab, im Irak z. B.. Fast wie im Dreißigjährigen Krieg bei "uns".

Für die Schiiten besteht der Weg zur Erlösung ja eben mehr aus der Wiederkehr ihres blabla Imams, der dann gleichzeitig den Mahdi, also den Erlöser sozusagen, symbolisiert. Eine Abspaltung von den Schiiten stellen z. B. ja auch die Bahai dar, die mit Gewalt und der sunnitischen Auslegung des islam überhaupt nix am Hut haben, sondern eher wie "islamische Buddhisten" wirken.

Und wie hirnlos auch der Ahmadinedschad ist, so dumm, die Bombe auf Israel zu werfen, in seinem Antisemitimus, ist er auch nicht, schließlich leben immer noch mehr Juden in den USA als in Israel. Zudem hat das letzte Wort nicht er, sondern dieser Rat, der aus was weiß ich nicht wie vielen Mullahs und Ayatollahs besteht. Das da eine Bombe zurückkommt, ist klar, egal von wo. Das Israel seit den 60ern Kernwaffen besitzt, unterhält und wahrscheinlich auch herstellt, bestreitet ja auch nur noch Israel als einziges Land weltweit. Ich glaube viel eher, Iran braucht die Bombe wie Nordkorea zum Drohen und zum Abschrecken, Ahmadinedschad ist ja auch mit einer der letzten radikalen Spinner, da die iranische Gesellschaft sich mehr und mehr wandelt und die Mullahs an Basis verlieren. Und den Persern hocken noch die Russen und Chinesen als enge Verbündete im Nacken, auch nicht unbedingt das was man sich wünscht, aber na ja.

Ich halte die Situation zwischen Pakistan und Indien da viel gefährlicher, 2 angehende benachbarte Superstaaten, die sich zutiefst hassen, mehr als genug Atomwaffen aller Art besitzen und jeweils andere Verbündete haben. Erinnert an "kalten Krieg" im Miniformat.

» SambaBoy » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

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Auf den Ursprungsartikel kann ich vom Handy aus nicht zugreifen. Aber die Diskussion ist immer noch so aktuell wie früher. Hier in Deutschland glauben die meisten Bürger inzwischen, dass Krieg nie eine Lösung ist. Auch Präventivkriege lehnen sie ab. Die sind ebenso naiv wie ihre französischen und englischen Vorgänger vor 1939.

Viele hier wissen doch überhaupt nicht, was im Iran wirklich vor sich geht. Und selbst wenn sie es gezeigt bekommen würden, wäre es für sie uninteressant. Man ist hier nur gegen den deutschen Antisemitismus. Der arabische oder persische Antisemitismus ist hier 2015 freudig und ohne Vorbehalte begrüßt worden.

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» Juri1877 » Beiträge: 6579 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Juri1877 hat geschrieben:Auf den Ursprungsartikel kann ich vom Handy aus nicht zugreifen.

Probiere mal den Link übers Handy aufzurufen. Das sollte gehen.

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» Diamante » Beiträge: 41865 » Talkpoints: 10,22 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Danke, aber der Kommentar kann heute eher noch ergänzt werden. Man sieht es in der Millionenstadt Berlin, wo jährlich der Al-Quds-Unsinn stattfindet. Hier stehen die Befürworter regelmäßig einer Minderheit von Gegnern gegenüber. Würde hier die NPD demonstrieren, wären schon längst Zehntausende auf die Barrikaden gegangen. Aber Antisemitismus ist eben nicht gleich Antisemitismus.

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» Juri1877 » Beiträge: 6579 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



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