Lautes Radio hören eine Verletzung des Urheberrechts?

vom 11.10.2007, 16:06 Uhr

Eine britische Werkstattkette wird von der "Performing Rights Society", der britischen GEMA, wegen Urheberrechtsverletzung verklagt ,weil die Mitarbeiter der Werkstattkette zu laut Radio hören.
250 Fälle wurden registriert in denen Die Mechaniker der Firma ihre Radios zu laut und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben sollen.
Nun fordert die Performing Rights Society eine Schadenssumme von 290.000 Euro.
Meiner Meinung einfach eine Frechheit 290.000 Euro fürs Radio hören gerade als Mechaniker ist es doch sehr langweilig ohne Musik bzw Radio , ich hoffe der Richter wird die Klage abweisen.
Wie lautet eure Meinung diesbezüglich?

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» MetalfreakO_O » Beiträge: 73 » Talkpoints: 0,19 »



Also man so was absurdes hab ich ja schon lange nicht mehr gehört, die haben sie ja nicht mehr alle, die sollte man mal als Mechaniker hinstellen, und zwar OHNE Radio.

Und außerdem muss das Radio halt laut sein, denn als Mechaniker arbeitet man halt mal an einem lauten Arbeitsplatz.

Und ich glaube das ich mit Recht sagen kann, dass doch sowiso jeder die Radiogebühren bezahlt, und es somit doch S*****egal ist ob sie dann das Radio aus der Werkstatt hören.

mfg

Marco

» Marco » Beiträge: 99 » Talkpoints: -0,17 »


Tja vielleicht ist die britische Rechtslage hier ein klein wenig anders - aber eigentlich ist es meiner Rechtsmeinung nach Schwachsinn, da hier ja kein Zielpublikum beschallt wird, sondern bestimmt nur laut Musik bei offenen Tür gehört wurde - da halte ich eine Anzeige wegen Ruhestörung ja noch für realistischer.

Nur vielleicht verbietet es das britische Recht, zu laut Musik zu hören, da man so eben Musik anderen zugänglich macht, die dann "Schwarzhören".

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Dann schlage ich vor man sollte von nun an jeden Menschen bei seiner Geburt einen Mikrochip einpflanzen der für uns regelt welche , wann und wo man Musik hören darf ist ja eine echte Zumutung für die Musikindustrie die massen von Geldern wegen DRM und dergleichen ausgeben muss... :shock:

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» MetalfreakO_O » Beiträge: 73 » Talkpoints: 0,19 »



Subbotnik hat geschrieben:Nur vielleicht verbietet es das britische Recht, zu laut Musik zu hören, da man so eben Musik anderen zugänglich macht, die dann "Schwarzhören".


Das kann ich mir nicht vorstellen, denn ich war schon ein paar Mal in England und da läuft zum Beispiel auch in ziemlich vielen Geschäften und Einkaufszentren Radio. Das müsste ja dann auch als Schwarzhören gelten.

» Saturn1985 » Beiträge: 446 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Nunja, da ich einmal in einer Diskothek arbeiten durfte kann ich Dir hier eine Antwort geben, wie es in solchen der Öffentlichkeit zugänglichen Örtlichkeiten aussieht: Die dürfen das.

Warum?
Weil beispielsweise die Diskothek oder der Supermarkt betreiber eine (nicht geringe) Gebühr an die GEMA zahlt, die es ihm erlaubt, diese Werke zu nutzen und "aufzuführen", also der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Paradox ist da immer nur, dass alle Künstler von dieser Gebühr profitieren, was sich aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt - so bekam Nena, als Beispiel jedesmal von diesen GEMA Gebühren, die diese Diskothek zahlte, indirtekt einen Teil ab (da die GEMA ihr dann Tantiemen auszahlte) obwohl Nena kein einziges Mal in der Geschichte der Diskothek lief, das war ein reiner Schranz Tempel indem nur elektronische Musik aufgelegt wurde. Das finde ich dann wieder, naja, aber das ist das Problem der GEMA, dass sie sich mit Künstlern auseinandersetzen darf, die sich da rumstreiten, wer das größere Stück vom Kuchen bekommt.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Gut, das mag sein. Rechtlich gäbe es also eine Grundlage. Trotzdem ist es lächerlich - wenn diese Klage erfolgreich wäre, könnte das eine Flut von Klagen nach sich ziehen - Autofahrer zum Beispiel, die laut Musik hören -> öffentliche Aufführung. Schüler, die etwas an ihrer Schule feiern, zum Beispiel den Abschluss, fahren das Auto vor, machen das Radio laut - öffentliche Aufführung :lol:

» Saturn1985 » Beiträge: 446 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Saturn1985 hat geschrieben:Schüler, die etwas an ihrer Schule feiern, zum Beispiel den Abschluss

Ich kenne mich zwar nicht mit der Rechtslage aus (zumindest nicht so wirklich), dafür hatte ich früher im Rahmen meiner Schultheater-AG unfreiwilligen Kontakt mit der GEMA.
Wenn man bei irgendwelchen Feiern Musik laufen lässt muß man das vorher bei der GEMA melden und dafür zahlen.
Mir fällt dabei auch etwas ein, daß hier vor ca. zwei Jahren durch die lokale Presse ging. Eine kleine Gemeinschaft von Schrebergärteninhabern (es waren ganze 11 Leute) hat sich in einem der Schrebergärten zum Grillen getroffen. Soweit in Ordnung, aber die haben den Fehler gemacht ein Radio anzuschalten.
Damit war es dann eine öffentliche Auführung.
Hat 1000€ gekostet. 400€ für die GEMA-Gebühren und 600€ Strafe, weil sie es nicht vorher angemeldet haben.
Oder anders ausgedrückt: die deutsche GEMA ist nicht wirklich besser.

» Liarbird » Beiträge: 94 » Talkpoints: 0,15 »


Liarbird hat geschrieben:Soweit in Ordnung, aber die haben den Fehler gemacht ein Radio anzuschalten.
Damit war es dann eine öffentliche Auführung.


Und wie hat die GEMA davon erfahren? Ich bin bei dem Thema kein Experte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die an jeder Ecke einen Spion stehen haben, der ihnen meldet, sobald es irgendwo einen Versoß gegen diese absurde Regelung vorfällt.

» Saturn1985 » Beiträge: 446 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Wahrscheinlich hat da wieder einer der spießbürgerlichen Denunzianten, für die Deutschland so berühmt ist, zugeschlagen, denn wer sonst sollte dieses fest mitbekommen haben?

Wenn bei einem Schrebergarten hier in der Nähe mal ein Fest ist, bekommt man das kaum aus 200 Meter Entfernung mit, mal ganz davon abgesehen, dass sie oft genug außerhalb liegen. Vielleicht wurde da jemand nicht eingeladen und musste sich anders abreagieren :wink:, nur als Vermutung.

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» Subbotnik » Beiträge: 9374 » Talkpoints: 7,45 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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