Risiken bei Knochenmark spenden
Ich starte mal eine kleine Umfrage: Wer von euch ist in der Deutschen Knochenmarkspendedatei registriert? Und wer will das von euch auf keinen Fall?
Grund meiner Umfrage ist eine Diskussion mit meinem Freund. Ich habe mich vor kurzem typisieren lassen bei einer Aktion vom Deutschen Roten Kreuz. Meinen Freund wollte ich auch mitnehmen, aber der wollte auf keinen Fall dorthin. Er meint, das Risiko empfände er als zu hoch, was eine Knochenmarkspende betrifft. Immerhin sei das eine OP.
Aber man kann doch auch Stammzellen spenden - und wird im Bedarfsfall ohnehin noch einmal gefragt! So eine Typisierung kostet doch nichts! Ich verstehe einfach nicht, warum sich manche Menschen bewusst dagegen entscheiden. Jeder kann doch in die Situation kommen, in der er selbst auf eine Spende angewiesen ist! Wie seht ihr das?
Ich denke einfach, das viele Leute angst vor einer Knochenmarkspende haben. Das hört sich schon sehr schmerzhaft an. Es gibt neben der Möglichkeit, das Knochenmark durch eine OP zu spenden die Alternative, dass man ein Mittel bekommt, das bewirkt, das das Knochenmark ins Blut übergeht. Dieses Blut wird dann gefiltert und das Knochenmark gewonnen.
Bei der ersten Methode muss man 2-3 Tage im Krankenhaus bleiben und bei der zweiten Möglichkeit kann es passieren, das man sich die Woche über nicht gut fühlt. Die meisten werden die zweite Möglichkeit nicht kennen und denken einfach: "OP? Nicht mit mir!"
Ich bin seit 5 Jahren registriert aber ich habe echt Angst vor Nadeln und hoffe, dass ich nie einen Anruf von der DKMS bekomme. Ich wäre von mir aus wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen mich typisieren zu lassen und wenn mich jemand gefragt hätte ob ich mitkomme hätte ich wahrscheinlich auch abgelehnt. Aber damals hat die Familie eines kranken Kindes die Suche nach einem Spender organisiert. Es gab dazu einen Bericht in der Zeitung und als ich dann diesen Bus vom Roten Kreuz gesehen habe wo man sich Blut zur Typisierung abnehmen lassen konnte musste ich an das Bild von dem Jungen denken und habe mich entschlossen das zu machen.
Mir wurde damals gesagt, das eine Operation heute nicht mehr nötig ist, man bekommt eine Woche lange Medikamente, die die Stammzellenproduktion im Knochenmark anregen und nach der Woche werden die Zellen dann aus dem Blut gefiltert, das funktioniert wohl ähnlich wie bei einer Dialyse. Die Medikamente können wohl leichte Nebenwirkungen haben und es ist natürlich auch nicht angenehm Nadeln in die Arme gesteckt zu bekommen, gerade wenn man wie ich schon vor einer Impfung Panik schiebt, aber die Methode ist wesentlich schonender als eine Operation.
Ich habe mich vor 6 Jahren oder so typisieren lassen. Wenn ich einen Anruf bekäme dass ich als Spender infrage komme würde ich sofort spenden. Da müsste ich gar nicht großartig überlegen. Ich habe mir immer gedacht dass es vielleicht irgendwann irgendwo auf der Welt einen Menschen gibt, der schwer krank ist und dem ich helfen kann zu überleben.
Und dass ich selber vielleicht irgendwann mal in die Situation kommen könnte, dass ich oder jemand aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis auf die Hilfe eines anderen Menschen angewiesen ist. Vor drei Wochen haben wir dann erfahren, dass mein Onkel an Blutkrebs erkrank ist und eventuell eine Knochenmark- oder Stammzellenspende braucht. So schnell kann es gehen. Und wenn ich nicht schon typisiert wäre würde ich spätestens jetzt direkt losziehen und das machen lassen. Ich finde jeder sollte sich typisieren lassen.
Ich werde in drei Wochen auch an einer Spendeaktion teilnehmen. Meine Freundin rief mich an und sagte, dass bei uns um die Ecke demnächst eine kostenlose Aktion durchgeführt wird und meinte auch, dass es sonst um die 120 Euro kostet. Nun lese ich hier, dass es eigentlich umsonst ist? Aber eigentlich auch nebensächlich.
Vorher habe ich mir noch nie konkrete Gedanken darüber gemacht, auch wenn ich schon seit Jahren Blut spende und das auch aus der Überzeugung Menschen damit zu helfen. Natürlich melde ich mich dort an, um im Ernstfall zu spenden. Man wird zwar vorher noch einmal gefragt, also man verpflichtet sich nicht mit der ersten Abnahme zu einer späteren Spende, trotzdem bin ich mir sicher, dass ich es tun würde. Es geht ja letzten Endes darum einem Menschen das Leben zu retten.
Ich wollte mich mal typisieren lassen, aber dann wurde das abgesagt, weil es kurzfristig einen passenden Spender gab. Damals ging es um ein Mitglied aus der Familie meines Chefs (also in der ehemaligen Firma). Ich hatte mich mit einer Kollegin zusammen da angemeldet. Wir bekamen dann aber von unserer Personalabteilung die Nachricht, dass das hinfällig geworden ist. Ich würde mich aber wieder ohne weiteres bei einer Typisierung anmelden, ich wäre froh, wenn es auch für mich dort einen Spender gäbe, wenn ich einen bräuchte.
Und nebenbei erwähnt, die Typisierung kostet an die 50 Euro, nur meistens finden sich Organisationen, die die Kosten übernehmen. Und dann erscheint es eben kostenlos, damit die Leute sich auch typisieren lassen. Denn wenn man die Kosten übernehmen müsste, gäbe es wohl wenige registrierte in der Datenbank.
Generell finde ich es gut, wenn man als Knochenmarkspender registriert ist. Aber ich muss sagen, dass ich Angst davor habe. Nicht vor der Registration, aber was dann ist, wenn ich wirklich mal als Spender in Frage kommen würde. Daher habe ich mich da noch nicht gemeldet.
Die Eltern meines Freundes sind aber dort gemeldet, da es in deren Familie schon einen Fall von Leukämie gab. Und dem konnte leider nicht geholfen werden. Soweit ich weiß, wollte sich mein Freund dort auch immer melden. Ob er das aber nun schon gemacht hat, weiß ich nicht. Ich konnte mich durch Angst bisher nicht dazu durchringen.
Ich habe mich typisieren lassen und finde das auch total okay. Klar, im Ernstfall würde ich auch erst mal schauen, wie ich das hinbekomme, alleine schon wegen der Kinderbetreuung, wenn ich dann einen Tag ausfalle. Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass es sonderlich schmerzhaft ist, eine lokale Betäubung sollte doch möglich sein.
Nadeln mag ich zwar auch nicht sonderlich, aber ich spende jeden Monat Thrombozyten, also habe ich auch keinen Horror davor. Mein Mann möchte sich aus Datenschutzgründen auf keinen Fall typisieren lassen, obwohl die Daten anonym bleiben. Ich habe versucht, ihn zu überzeugen, leider ohne Erfolg, er schaltet auf stur. Zwingen kann ich ihn nicht, ist halt schade, da jeder Einzelne zählt.
Die Kosten von 50 EUR wurden in meinem Fall von der Organisation (Netzwerk Hoffnung) übernommen. Sonst hätte ich mir das vielleicht schon überlegt, da ich momentan sehr knapp bei Kasse bin.
Ich bin seit 2002 bei der DKMS registriert. Damals war ein kleines Mädchen aus meinem Wohnort an Leukämie erkrankt und brauchte dringend eine Knochenmarkspende. Ich persönlich konnte ihr zwar nicht helfen, aber es wurde ein geeigneter Spender für sie gefunden und heute ist sie wieder ein quietschfideles Kind.
Bereits bei der Typisierung damals wurde mir übrigens damals gesagt, dass das Knochenmark mittlerweile nicht mehr aus der Wirbelsäule entnommen wird und man im Regelfall am Tag nach der Spende das Krankenhaus wieder verlassen kann.
Für mich ist es absolut keine Frage, dass ich helfen werde, sollte sich die DKMS eines Tages bei mir melden. Natürlich stellt jeder Eingriff an meinem Körper auch eine gewisse Gefahr für mich selbst dar. Aber wenn ich dadurch vielleicht sogar ein Leben retten kann, bin ich gern bereit, ein gewisses Risiko auf mich zu nehmen. Denn sollte ich eines Tages in der Situation sein, eine Knochenmarkspende in Anspruch nehmen zu müssen, bin ich auch froh, wenn es jemanden gibt, der bereit ist, mein Leben zu retten.
Ich hatte schon viele Jahre vor, mich typisieren zu lassen, aber wie bei vielen Dingen, die für einen selbst nicht dringend anliegen, schiebt man das immer wieder auf die lange Bank. Dann gab es hier in unserer Umgebung im vorletzten Jahr einen dringenden Spendenaufruf, weil ein kleiner Junge schwer an Leukämie erkrankt war. Dort bin ich dann hingefahren und habe an der Typisierungsaktion teilgenommen und bin nun in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei eingetragen. Ich wollte auch gern, dass mein Mann mitkommt, der hat das aber abgelehnt, ohne, dass er den Grund dafür benennen konnte.
Ein Bekannter von mir ist seit Jahren als Spender registriert und kam auch vor ungefähr drei Jahren in die Situation, dass er angerufen wurde, weil er der passende Spender war. Ein operativer Eingriff wurde bei ihm nicht vorgenommen, sondern die Zellen wurden bei ihm auch über das Blut entnommen. Er weiss inzwischen, dass er dem erkrankten Mädchen dadurch helfen konnte, sie lebt heute gesund und munter, was ohne Spender nicht möglich gewesen wäre.
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