Traditionen aus Deutschland verschwinden - Was soll das?

vom 06.11.2013, 15:10 Uhr

St. Martin ist ein Fest der Christen und keine "Tradition der Deutschen". Diese Veranstaltung hat sich nur durch den Einfluss der christlichen Kirchen in den Kindergärten etabliert und nicht etwa, weil damit ein tatsächliches historisches Ereignis, das für Deutschland irgendwie relevant war, gefeiert werden soll.

Ich finde es nun nicht schlimm, wenn Kinder so eine Geschichte erzählt bekommen, die ja schließlich eine positive Aussage hat, aber es sollte halt klar sein, dass es eine Geschichte ist. Wenn man St. Martin genauso behandelt wie man das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen erzählt dann finde ich das völlig in Ordnung. Da liegt allerdings das Problem bei der Kirche, die ihre Geschichten nämlich bitte schön als Wahrheit verkauft haben möchte und die der Meinung ist, dass man mit dem indoktrinieren der Kinder gar nicht früh genug anfangen kann.

Und wie da jetzt Zigeunersoße und Hamburger rein passen verstehen ich überhaupt nicht, vor allem hat "Hamburger" mit den Bewohnern der Stadt Hamburg auch überhaupt nichts zu tun. Bei mir hat jedenfalls noch nie jemand versucht mit einem Hamburger ganz subtil seine Weltanschauung in mir zu installieren.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23496 » Talkpoints: 136,32 » Auszeichnung für 23000 Beiträge



@ Cid - vor wenigen Wochen ging durch die Presse, dass in einem Berliner Stadtteil öffentliche Weihnachtsfeiern verboten werden sollen. Grundlage war, dass eben Muslimen ein Feier verboten wurde. Argumentationsgrundlage war der Gleichbehandlungsgrundsatz. Wenn ich mich nicht irre wurde auch hier darüber diskutiert. Ich bin aber zu faul den Beitrag zu suchen. Bei Interesse suche ich dir aber gerne die Quellen im Internet raus und schick sie dir via PN.

Ab und an sollte man sich auch mal damit auseinandersetzen, wie es zu solchen Namensänderungen kommt. Auslöser war wohl ein Kindergarten in Hessen. Dort wird seit Jahren an Sankt Martin eine Suppe mit Nudeln in Form von Sonne, Sterne und Mond gereicht. Daraus abgeleitet wurde nun das Sonne, Mond und Sterne Fest. Ansonsten bleibt alles dort beim Alten. Es findet ein Laternenumzug statt, es wird gesungen und es gibt ein traditionelles Martinsfeuer. Einzig alleine der Name sollte geändert werden, weil die Veranstaltung mittlerweile dort eben Sonne-Mond-und-Sterne-Fest genannt wird. Also etwas was dort auch Tradition hat mittlerweile.

Die Mitarbeiter dieses Kindergartens werden mittlerweile über E-Mails bedroht. Ein ähnlicher Artikel wie der Eröffnungspost ist wohl auf eine, rechtsorientieren Blog an die Öffentlichkeit ran getragen worden. Findet ihr es wirklich richtig, dass sich Mitarbeiter Gedanken machen, eigene Traditionen entstehen und sich diese Menschen nun bedrohen lassen müssen? Davon mal abgesehen: Auch rechte Gewalt in der Form ist Tradition in Deutschland. Trotzdem muss man sie nicht gut finden.

» LittleSister » Beiträge: 10492 » Talkpoints: 1,84 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ich bin mittlerweile auch nur noch enttäuscht, sauer und erbost. Das richtet sich jedoch nicht explizit gegen die ausländischen Mitbürger, sondern eher gegen Politiker, die sich hier aufseiten der ausländischen Mitbürger stellen. St. Martin und Weihnachten sind traditionell kirchliche Feste und bei uns seit Jahrzehnten existent. Jetzt auf einmal fängt es an jemanden zu stören, weil muslimische, orthodoxe & Co sich dadurch diskriminiert fühlen könnten? Ich glaub ich spinne, um es mal so salopp zu sagen. Örtliche Gepflogenheiten wie in Baden Württemberg, das klassische „Grüß Gott“ zur Begrüßung wurde, in Schulen auch aufgrund muslimischstämmiger Mitbürger ausgesondert, weil sie ja an Allah glauben und nicht an unsern westlichen Gott.

Das Wort „Negerkuss“ wurde verboten aufgrund der Bezeichnung „Neger“. Es ist sehr seltsam, dass man sich daran stört, denn ich habe niemals einen Menschen mit Afrobackround „Neger“ genannt und das, obwohl diese sich selber untereinander ständig so betiteln. Ich bekomme es ja tausendfach im Ruhrgebiet mit! Seit Jahrzehnten existiert die Zigeunersoße als solches und auch das soll nun ein Ende haben, weil sich Roma und Sinti auf den Schlips getreten fühlen? Sorry, aber das fällt diesen Menschen aber wirklich früh auf, dass es jetzt auf einmal stört. Des Weiteren sehe ich es nun einmal so, dass man sich nicht gleich angesprochen fühlen muss, denn sonst ziehen die Damen und Herren aus den Roma- und Sintikreisen sich den Schuh des verhassten „Zigeuners“ fein selber an!

Für mich steht eins klar fest, dass Deutschland sich hier anmaßt einfach alles umzuändern, um auf biegen und brechen ein tolerantes Image zu erzeugen. Doch die Realität kann Deutschland mit solchen Änderungen nicht verändern, sondern schürt sie weiter an. Meine Großoma, die den Zweiten Weltkrieg live mit erlebt hat, fast gestorben wäre und mehr, wünscht sich so einiges von damals wieder. Das ihr so etwas über die Lippen kommt schockiert mich zutiefst! Des Weiteren werden sogar meine türkischen Freunde, libanesische Bekannte und mehr total sauer und fragen sich, wie weit ein „Gastrecht“ gehen darf. Sie sagen ganz klar, wem es alles hier nicht passt, der soll gehen! Sie schämen sich für ihre Landsleute und sind fassungslos, dass Deutschland es mitmacht. Sie haben auch ganz klar gesagt, dass wir nicht hoffen müssten, dass uns solche Rechte in der Türkei, Libanon oder auch im Iran zuteilwerden würden. Nur Deutschland macht so etwas mit. Fakt ist, ich sehe Menschen die immer rechtsradikaler denken, die früher davon weit entfernt waren und denen es niemals in den Sinn gekommen wäre, so zu denken. Doch die Politik schafft es, dass einige umdenken.

Ich selber bin sehr sauer, erbost und enttäuscht. Ich schreie auch, dass sage ich so war ich hier schreibe, weiterhin Zigeunersoße, Negerkuss und mehr. Das habe ich immer getan und werde es auch so beibehalten. Des Weiteren feier ich St.Martin und Weihnachten. Ich verbiete hier auch niemanden das Zuckerfest, mich als Kartoffel, Scheiß-Deutsche oder Ramadan, wofür Schüler früher freibekamen. Das verbiete ich auch nicht und toleriere es, obwohl sie hier nur Gast sind. Doch sie unterbinden unsere Kulturen und Traditionen. Das sehe ich nicht ein!

» Glasreinigerin » Beiträge: 1008 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Wenn ein Kindergarten jährlich zu Sankt Martin eine Suppe mit Sonne, Sterne und Monden auftischt und deshalb es sich in dem Ort einbürgert, das Sankt Martins Fest nun Sonne-Mond-Sterne-Fest zu nennen, wo fordern da Menschen mit einem anderen Glauben, dass mit einer Tradition gebrochen wird? Soll man dem Kindergarten nun verbieten eine örtliche Tradition zu übernehmen, weil man ja denken könnte, man mache das nur Menschen, mit einem anderen Glauben, zu Liebe?

» LittleSister » Beiträge: 10492 » Talkpoints: 1,84 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Es ist doch aber ein Unterschied ob es einen Stadtteil von Berlin betrifft, wo man quasi nun den Deutschen mit dem Weihnachtsverbot aufzeigen will, was sie da eigentlich verursacht haben. Immerhin würde es viele andere Deutsche in diesem Land nicht stören, wenn Nachbarn mit muslimischen Glauben einmal im Jahr ein großes mehr oder weniger öffentliches Fest feiern.

Hier will man aber mit Kanonen auf Spatzen schießen und ein innerstädtisches, vergleichsweise kleines Problem auf ein ganzes Land übertragen. Genauso wie sich niemand, weder Deutsche noch ausländische Mitbürger aufregen würden, wenn in einem kleinen Ort eine Tradition einen anderen Namen bekommt. Wenn man es mal auf das Beispiel mit der Suppe von LittleSister überträgt.

Daher halte ich den Vorstoß der Linken hier auch für sehr unüberlegt. Und warum sollte man ein Fest, welches sich eben aus dem christlichen Glauben entwickelt hat, umbenennen, damit eben alle Glaubensrichtungen es auch feiern können? Das ist absoluter Nonsens, denn es wird keinem Bürger in Deutschland verboten es zu feiern, selbst wenn er einer anderen Religion angehört.

» Punktedieb » Beiträge: 16520 » Talkpoints: 78,99 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Da gab es doch diesen Fall in einem Berliner Stadtteil, bei dem verboten wurde, dass Weihnachtsfest öffentlich zu feiern, weil sich die Muslime sonst diskriminiert fühlen. Ich finde so etwas auch total übertrieben. Als nächstes werden dann auch verkleidete Weihnachtsmänner verboten oder der Verkauf von Tannenbäumen und Weihnachtsdekoration.

Ich finde, das geht ganz klar zu weit. Ich bin der Meinung, dass man sich als Migrant dem Land anpassen sollte, in dem man lebt. Ich selbst bin auch Migrantin und nach Deutschland gekommen als ich noch klein war. Meine Familie hat sich sehr gut hier in Deutschland integriert und sich angepasst, wenn es um solche Sachen wie Weihnachten geht oder eben St. Martin, was wir vorher überhaupt nicht kannten. Ich finde das hat was mit Respekt zu tun.

Ich verlange ja nicht, dass die Muslime Weihnachten und Ostern mitfeiern müssen, aber ich finde, die sollten uns schon mehr Toleranz entgegenbringen und uns diese Feste feiern lassen. Wir lassen die doch auch ihr Leben leben. Ich habe mal in der Uni mitbekommen, wie dort einige Muslime das Fastenbrechen gefeiert haben und sie haben uns Nicht-Muslime auch dazu eingeladen dort mitzumachen, sofern wir das wollen. So was finde ich total in Ordnung, solange man seine Kultur nicht überall aufdrängt und von anderen verlangt, dass die sich anpassen.

Meine Tante war mal einige Zeit mit einem Türken verheiratet. Ein sehr sehr netter Kerl, ich bin gut mit ihm klargekommen. Allerdings hatte er die Gewohnheit, von den anderen zu "verlangen", dass sie sich an seine Essgewohnheiten anpassen. Wenn gegrillt wurde, dann wollte er, dass wir alle auf Schweinefleisch verzichten (egal ob in Grillwürstchen oder in Steaks) und stattdessen Rindfleisch essen so wie er. Das war aber nicht nur auf das Grillen bezogen, sondern grundsätzlich auf die Ernährung. Da meine Familie aus Russland kommt, wird sehr viel mit Schweinefleisch gekocht, während beispielsweise Rind eher unbeliebt ist. Es wird sehr viel mit Schweinefleisch gemacht, nicht nur Braten, sondern auch simple Teigtaschen ähnlich den Tortellini. Das ist praktisch Tradition. Umso falscher finde ich es, wenn jemand anderes seine Traditionen aufdrängt, egal worum es geht.

Die Krönung wäre ja noch, wenn die Politik verbietet, dass Schweinefleisch produziert und verkauft wird, weil sich ja Muslime dadurch belästigt fühlen könnten.

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» Olly173 » Beiträge: 14702 » Talkpoints: -1,38 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


@Olly173: Da kennst du aber nur den zweiten Teil der Angelegenheit. Denn die Ursache waren die deutschen Bewohner des Berliner Stadtteils, die durchgesetzt haben, dass die Muslime ein bestimmtes Fest nicht öffentlich feiern durften. Solche regionalen Verbote nenne ich einfach mal Retourkutsche, die in diesem Fall auch gerecht ist. Besonders wenn der Bevölkerungsanteil dieser Religion auch recht hoch ist in diesem Stadtviertel.

Vor allem bin ich bei solchen Dingen der Meinung, dass es zur gegenseitigen Verständigung beitragen würde. Da Menschen aus Ländern wo der größte Teil der Muslime herstammt sehr gastfreundlich ist. Ich glaube nicht, dass sie deutsche Nachbarn des Festes verweisen würden, wenn diese sich einfach dafür interessieren, wie andere Glaubensrichtungen eben bestimmte Tage feiern.

» Punktedieb » Beiträge: 16520 » Talkpoints: 78,99 » Auszeichnung für 16000 Beiträge



Man hört doch schon stark raus, dass du etwas dagegen hast, dass Ausländer oder Menschen, die einen andere Glauben haben, ihren Glauben in Deutschland ausleben dürfen. Und ich finde, dass du diese Einstellung ändern solltest, da Deutschland nunmal ein sehr multikulturelles Land ist und das ist auch gut so.

Wobei ich allerdings auch nicht verstehen kann, warum man einen Feiertag umbenennen sollte, nur weil sich anscheinend Muslime oder Andersgläubige unwohl fühlen. Da gebe ich dir zu hundert Prozent recht und finde das richtig schwachsinnig. Ich selber bin auch Muslime, habe einen türkischen Vater und eine deutsche Mutter, aber ich würde nie sagen, dass mich ein Name eines Feiertages stören würde. Das ist einfach nur Blödsinn und ich hoffe nicht, dass sich so etwas durchsetzt!

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» turkeyboii » Beiträge: 577 » Talkpoints: 2,90 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Hier wird nur viel heiße Luft gemacht, um ins Gespräch zu kommen! Dass Weihnachten schon gar nichts mehr mit dem zu tun hat, was es damals mal war, sondern nur noch Kommerz und das Fest der Scheinheiligkeit ist, sehe ich so. Aber St. Martin, für den ein Umzug gemacht wird, weil er etwas Gutes getan hat, woran wir uns erinnern, das finde ich dann was übertrieben!

Ich habe mein Abo schon lange bei denen gekündigt, daher sind bei mir Feiertage, besonders die ruhigen, nicht gern gesehen. Aber jetzt so etwas zu veranstalten, es noch weiter runterzubrechen, das ist echt irgendwann unverhältnismäßig! Da weiß ich, warum ich den Gysi nicht gewählt habe.

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» DocMichi » Beiträge: 668 » Talkpoints: 3,52 » Auszeichnung für 500 Beiträge


turkeyboii hat geschrieben:Man hört doch schon stark raus, dass du etwas dagegen hast, dass Ausländer oder Menschen, die einen andere Glauben haben, ihren Glauben in Deutschland ausleben dürfen. Und ich finde, dass du diese Einstellung ändern solltest, da Deutschland nunmal ein sehr multikulturelles Land ist und das ist auch gut so.

So ein Unsinn. Ich sehe nur nicht ein, warum traditionelle deutsche Feste, auch wenn sie einen religiösen Hintergrund haben, umbenannt werden sollen. Jeder soll seinen Glauben ausleben, egal in welchem Land. Wir Deutschen bauen Moscheen für unsere muslimischen Mitbürger. Wie viele katholische Kirchen gibt es in der Türkei? Aber das ist wieder ein andres Thema.

Ich finde, dass man sich auch durch Anpassung an ein fremdes Land integrieren kann. Warum müssen denn die Deutschen sich den Einwanderern anpassen und nicht umgekehrt. Wenn ich ins Ausland auswandere, muss ich mich auch anpassen und nicht umgekehrt. Und entweder feiere ich die Feste dort mit oder ich lasse es. Aber ich kann mich doch nicht diskriminiert fühlen, wenn die Leute sich nicht mir anpassen.

Das schlimme finde ich auch noch, dass durch solche Maßnahmen viele Deutsche auch Wut und Enttäuschung den ausländischen Bürgern gegenüber empfinden. Das solche Maßnahmen dazu führen, dass sich die Christen im eigenen Land diskriminiert fühlen, daran denkt niemand.

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» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2026 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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