Kaufsucht: Haben immer mehr Deutsche ein Problem damit?

vom 23.12.2012, 17:23 Uhr

Ich las letztens, dass sich laut einer Studie die Zahl der Kaufsüchtigen angeblich verdoppelt habe. Und zwar stammt die Studie von Konsumforschern und besagt, dass im Vergleich zu dem Jahr 2010 die Zahl der Konsumsüchtigen von sieben auf ca. 12 Prozent gestiegen sei.

Was sagt ihr zu dieser Entwicklung? Laut meinem Kenntnisstand entwickeln sich solche Zwänge, wie eben dieses zwanghafte Kaufen, aus emotionalen Problemen heraus. Aufgrund des beschriebenen Anstiegs der Zahlen an Konsumsüchtigen könnte man vermuten, dass die Deutschen also insgesamt mehr emotionale Probleme oder Ängste haben, aus denen sich dann Zwänge entwickeln oder entwickeln könnten. Ist dies wirklich so? Glaubt ihr, dass die Deutschen ein Problem in dieser Hinsicht haben?

» Sabrina90 » Beiträge: 42 » Talkpoints: 0,39 »



Ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute immer mehr Kaufsüchtige gibt. Im Gegenteil, jeder versucht heutzutage zu sparen wo es nur geht. Etwas lockerer sitzt zwar das Geld in der Vorweihnachtszeit, die den größten Gewinn im Handel ausmacht, aber ab Januar werden die Umsätze sicher wieder stark zurück gehen.

» Sternchen* » Beiträge: 2792 » Talkpoints: 0,08 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Diese Entwicklung stimmt so nicht, denn das so genannte Kaufverhalten der Leute hat sich in den letzten Jahren einfach nur stark verändert. Es werden beispielsweise lieber ganz neue Produkte mehr gekauft als beispielsweise gebrauchte Artikel. Weiterhin werden bei den neuen Artikel auch gern die Finanzierungen dazu gern genutzt. Das liegt eben auch daran, dass gewisse Produkte einfach relativ günstig zu haben sind. Und dieser Aspekt war beispielsweise vor einigen Jahren noch ganz anders.

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» karlchen66 » Beiträge: 3565 » Talkpoints: 50,69 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich glaube auch, dass sich das so entwickelt hat. Ich bin zwar noch sehr jung, aber wenn ich an meine Kindheit zurückdenke und an die Dinge, die ich oder die anderen zu Weihnachten, Kommunion oder Konfirmation bekamen echt krass. Dass sich über wenige Jahre alles so extrem verändert hat?

Ich denke es ist nicht nur aufgrund irgendwelcher sozialer Probleme, sondern auch der Sucht nach Aufmerksamkeit, denn diese bekommt man am leichtesten wenn man sich etwas neues und vor allem teures gekauft hat, wie auch mein Vorredner gesagt hat. Klar hat sich das Kaufverhalten dahin entwickelt, aber was kam wodurch? Kaufen die Leute mehr neues ein, wodurch der Anschein einer Kaufsucht entsteht, oder werden die Leute kaufsüchtig, weil sie mit neuer Ware Aufmerksamkeit bekommen.

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» Zollstock » Beiträge: 338 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Zollstock hat geschrieben:Ich denke es ist nicht nur aufgrund irgendwelcher sozialer Probleme, sondern auch der Sucht nach Aufmerksamkeit, denn diese bekommt man am leichtesten wenn man sich etwas neues und vor allem teures gekauft hat, wie auch mein Vorredner gesagt hat. Klar hat sich das Kaufverhalten dahin entwickelt, aber was kam wodurch? Kaufen die Leute mehr neues ein, wodurch der Anschein einer Kaufsucht entsteht, oder werden die Leute kaufsüchtig, weil sie mit neuer Ware Aufmerksamkeit bekommen.

Die Sucht nach Aufmerksamkeit spielt hierbei schon eine gewisse Rolle, allerdings nicht die entscheidende Rolle. Viele Leute sind auf der Suche, denn sie suchen etwas was sie leider noch nicht kennen. Sie lernen so ein ihnen unbekanntes Verhalten, welches leider wenig positive Aspekte besitzt. Nun kommt der sogenannte Teufelskreis zum Tragen und viele Leute verschulden sich sehr stark im finanziellen Bereich.

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» karlchen66 » Beiträge: 3565 » Talkpoints: 50,69 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Also ich kann mir das ehrlich gesagt schon gut vorstellen. Es wird ja auch immer einfacher, schnell zu bestellen. Man braucht nicht einmal unbedingt eine Kreditkarte. Online bekommt man mittlerweile so ziemlich alles, was das Herz begehrt und man kann sich vieles einfach so auf Rechnung bestellen. Da fällt es nicht einmal auf, wenn man eine gesperrte Karte hat.

Manche kompensieren damit sicherlich auch ihre Sorgen. Ich meine, wenn man sich eigentlich nichts leisten kann, weil man die finanziellen Mittel dazu nicht hat, dann kauft man sich etwas, um sich was zu gönnen. Und wenn es einem schlecht geht, dann will man sich aufmuntern und kauft sich was. Dann geht es einem schlecht, weil man noch weniger Geld hat und schon kauft man sich wieder etwas, damit es einem besser geht und damit man etwas hat, auf das man sich freuen kann. Das ist bei vielen, meist armen Leuten, dann einfach ein Kreislauf, aus dem sie allein so einfach nicht wieder heraus kommen können.

Und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich freue mich auch immer, wenn ich was Neues habe. Meistens ist es etwas, auf das ich sparen musste. Und das Gefühl, etwas Neues in den Händen zu halten könnte schon süchtig machen.

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» winny2311 » Beiträge: 14910 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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