Wenn man weiß, dass etwas zu Ende geht fällt es leichter

vom 01.10.2012, 05:59 Uhr

Diesen Satz verwendete der Freund einer Bekannten von mir in Bezug auf ihre Beziehung. Sie stehen beide bald vor der Entscheidung, ob und so sie studieren und allgemein wo es sie mal hinverschlagen wird. Dabei kann es passieren, dass sie in völlig verschiedene Richtungen ziehen und dann hätten sie im Prinzip nur diese zwei Möglichkeiten: eine Fernbeziehung versuchen oder die Beziehung beenden.

Sie möchte eigentlich nicht alles aufgeben, ohne es probiert zu haben, deshalb sucht sie immer wieder das klärende Gespräch mit ihm, doch da beißt sie bei ihm auf Granit. Gestern erzählte sie mir, dass er in Bezug auf das Ende der Beziehung folgenden Satz sagte: Wenn man auf das Ende einer Sache vorbereitet ist, fällt es leichter, dieses Ende zu akzeptieren.

Diese Aussage hat mich sehr erstaunt und ich kann nicht verstehen, wie man das zu der Person sagen kann, die man liebt und mit der man schon über zwei Jahre zusammen ist. Ich weiß nun nicht so recht, wozu ich ihr raten soll. Im Prinzip ist nach so einer Aussage klar, dass es mit den beiden sowieso nicht mehr funktionieren wird, da er wahrscheinlich nicht das Nötige tun wird, um eine Fernbeziehung zu führen. Und wenn sie mit ihm zusammenbleibt hätte ich an ihrerStelle nur noch einen Gedanken im Kopf, nämlich den dass sich mein Partner insgeheim schon auf das Ende vorbereitet und er gar nicht bereit ist, um die Beziehung zu kämpfen.

Was meint ihr dazu? Kann man bei einem Menschen, der so etwas sagt überhaupt von Liebe sprechen? Oder schockiert euch dieser Satz gar nicht so sehr wie ich? Was würdet ihr in so einer Situation tun?

» Schnuffline » Beiträge: 1019 » Talkpoints: 33,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Für mich wäre das auch keine Beziehung, wenn ich Angst haben müsste, dass mein Partner jeder Zeit Schluss macht, weil er so eine Aussage gemacht hat. Man kann doch nicht ständig mit dem Gedanken leben, dass die Beziehung morgen vorbei sein könnte, um sich das Ende damit zu erleichtern. Ich halte das für absoluten Blödsinn und würde auch meinen, dass der Partner deiner Freundin die Beziehung nicht ernst nimmt oder sie ihm recht gleichgültig ist.

Ich habe noch nie gehört, dass jemand sagt, dass er sich auf das Ende eine Beziehung vorbereitet, damit es dann weniger schmerzhaft ist, wenn dies eben eintrifft. Wozu lebt man dann noch mit seinem Partner zusammen? Das ist mir irgendwie doch sehr unverständlich. Da sollte man dann doch erst keine Beziehung eingehen, wenn man so denkt.

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» Nelchen » Beiträge: 32246 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ich finde die Einstellung diesen Mannes ehrlich gesagt auch ziemlich seltsam. Also ich kann sein Verhalten nicht so wirklich nachvollziehen. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, mich mit dem möglichen Ende meiner Ehe auseinanderzusetzen, damit ich besser damit klar komme. Ich liebe meinen Mann und ich möchte daher auch nicht daran denken, dass es morgen schon vorbei sein könnte. Natürlich kann man nie wirklich in den Kopf eines anderen hineinschauen, aber ich käme nicht besser mit dem Ende meiner Ehe klar, wenn ich jeden Tag daran denken würde, dass es jederzeit vorbei sein kann. Ich plane meine Zukunft mit ihm und stehe voll und ganz hinter dieser Beziehung. Dasselbe erwarte ich ehrlich gesagt auch von meinem Mann.

Ich könnte mit einer solchen Person auch nicht mehr zusammen sein. Wenn ich genau weiß, dass der Andere ohnehin schon längst mit der Beziehung abgeschlossen hat. Für ihn scheint es ja wirklich egal zu sein, ob die Fernbeziehung nun funktioniert, oder eben nicht. Also ich würde in diesem Fall auch nicht mehr von Liebe sprechen. Wenn mein Partner so etwas zu mir sagen würde, wäre ich auch schockiert und wüsste auch gar nicht so recht, wie ich mich dann verhalten soll. Für mich würde dann wahrscheinlich eine Welt zusammenbrechen. Ich wüsste an deiner Stelle auch nicht, was ich meiner Bekannten raten würde. Ist eine ziemlich verfahrene Situation, da der Freund anscheinend schon mit der Beziehung abgeschlossen hat, während sie noch an ihm hängt.

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich denke, der Partner liebt seine Freundin gar nicht. Mag sein, dass er sie sehr gern hat, aber eine richtige Liebe ist es mit Sicherheit nicht, wenn er so redet. Wenn es eine echte Liebe wäre, würde er mit allen Mitteln kämpfen und sogar eine Fernbeziehung in Kauf nehmen.

» Sternchen* » Beiträge: 2793 » Talkpoints: 0,61 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich wäre wohl als Empfänger einer solchen Aussage ziemlich bedrückt, vielleicht sogar auch schockiert, denn ich kann mir weder aus meiner eigenen Erfahrung und von meinem Standpunkt her noch von alledem, was ich bisher von anderen Menschen über dieses Thema gesagt bekommen habe, erklären, weshalb es leicht fallen sollte, das Ende einer Beziehung einfach zu akzeptieren, sofern man jemanden noch wirklich liebt. Es gibt sicherlich Enden einer Beziehung, die nicht aufgrund einer Änderung der allgemeinen Gegebenheiten, wie hier der Fall, eintreten. Wenn man sich von seinem Partner trennt, dann hat man dafür meistens irgendwelche Gründe, die für einen selbst auch mehr oder weniger greifbar sind. Das bedeutet aber ebenfalls nicht zwingend, dass man das Ende der Beziehung einfach so akzeptieren kann, zumal man die Entscheidung gegen eine Fortführung der Beziehung ja selbst getroffen hat. Auch Betroffenen fällt es oft nicht leicht, ihre eigene Entscheidung einfach so gelten zu lassen und aus diesem Grund gibt es doch nicht selten diese zweiten und dritten Versuche, eine Beziehung doch wiederaufzunehmen und dann glücklich weiterzuführen, was nicht in jedem Fall funktioniert.

Wenn man mir also so etwas sagen würde wie hier Deiner Freundin, dann würde ich unweigerlich davon ausgehen, dass mein Partner diese Beziehung schon länger emotional beendet hat und nur noch aus irgendwelchen Gründen, die ich als falsch bezeichnen würde, mit mir zusammen wäre. In einem solchen Fall würde ich wohl diese Beziehung beenden, schon aus Prinzip, welches hier wohl vor allem mein eigener Stolz wäre. Warum bleibt jemand mit einem Menschen zusammen, wenn er meint, dass das Ende der Beziehung leicht zu akzeptieren ist, sobald es einmal beschlossen wurde? Doch nicht, weil er noch viel Gefühl für den anderen hat. Und wenn noch Gefühl da ist, also das Gefühl, das für eine Beziehung wohl die Grundlage sein sollte, dann verstehe ich solche Aussagen erst recht nicht, weil ich meine, dass der Liebe wirklich etwas Heftiges entgegenstehen müsste, um eine Beziehung trotz vorhandener Liebe zu beenden. Dass man dann allerdings diese Beendigung einfach akzeptieren kann, wenn man eben noch liebt, halte ich für ein Gerücht, und schon aus diesem Grund würde ich davon ausgehen, dass hier kein Gefühl mehr vorhanden ist.

Ich stimme Dir also eher zu und würde mich sicherlich auch geschockt sehen, wenn von meinem Partner eine solche Aussage käme. Jedenfalls würde ich ihn sicherlich fragen, aus welchem Grund er denn noch mit mir zusammen ist, wenn ich mich wieder gefangen hätte und mit der vermuteten Antwort auch eher umgehen könnte als in der Situation, in der eine solche erste Aussage von ihm kommt. Eine Beziehung auf dieser Basis, auf der der eine von beiden Beteiligten offenbar schon damit abgeschlossen hat, käme für mich aber sicherlich nicht länger in Frage und ich würde dann vermutlich den kürzesten Weg wählen, um die Beziehung zu beenden, ohne noch länger zu warten. Für mich wäre eine solche Aussage gleichbedeutend mit einer, die etwa angibt, dass ich mit meinem Partner in einer Zweckgemeinschaft lebe, die sich bestenfalls auf eine tiefe Freundschaft stützt.

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» moin! » Beiträge: 7222 » Talkpoints: 23,51 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Würde ich so einen Satz in meiner Beziehung hören, wäre ganz klar sofort Schluss. Warum sollte man dann auch noch an der Beziehung hängen? Immerhin scheint der Freund ja auch schon mit der Beziehung abgeschlossen zu haben, was nah 2 Jahren echt bitter, aber natürlich nicht änderbar ist. Man sollte meiner Meinung nach nicht an einer Beziehung hängen, die offensichtlich nicht funktioniert.

Eine Fernbeziehung muss nicht funktionieren, aber sie kann. In diesem Fall denke ich aber nicht, dass man es damit probieren sollte. Es klingt nämlich so, dass der Freund schon mit der Beziehung durch ist und da macht es keinen Sinn mehr, sich daran zu klammern. Zumal man sich dann auch nicht sicher sein kann, dass er dann noch treu ist. Immerhin deutet er ja jetzt schon an, dass er nicht mehr will. Also wäre es dann für ihn auch sicher nicht schlimm, wenn er sich mit anderen Frauen trifft.

Es kommt natürlich immer darauf an, was man von einer Beziehung erwartet. Wenn man beim ersten offensichtlichen Problem so einen Satz sagt, dann ist es schlichtweg auch nicht der Richtige. Ein Paar macht Höhen und Tiefen durch, das ist doch ganz normal.

Deiner Freundin würde ich ganz klar dazu raten, dass sie Schluss macht. Eine andere Möglichkeit hat sie nicht, denn ihr Freund würde es auch machen, nur hat er wahrscheinlich nicht den Mut dazu. So kann sie zeigen, dass sie das nicht mit sich machen lässt und der Freund hat doch eh schon mit der Beziehung abgeschlossen. Zusammenziehen, wäre das Schlimmste, was sie machen kann und eine Fernbeziehung wäre auch nur verschwendete Zeit.

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» Ramones » Beiträge: 42074 » Talkpoints: 19,04 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Natürlich ist es nicht schön und sicherlich auch verletzend für das betreffende Mädchen solche Dinge zu hören. Dennoch habe ich Verständnis für den Jungen.

Nachdem es auch um die Frage geht, ob die beiden studieren gehen werden und wo dies stattfinden wird, gehe ich davon aus, dass sie noch recht jung sind. In den nächsten Jahren wird in ihrem so einiges passieren, sie werden von zuhause wegziehen, neue Leute kennenlernen und sich beruflich orientieren. In den meisten Fällen würde eine Beziehung unter diesen Umständen ohnehin zerbrechen. Nicht unbedingt, weil man den anderen nicht liebt, sondern weil man sich entwickelt und verändert und dies eben ohne den Partner tut. Die beiden werden wahrscheinlich nicht ihre Wochenenden damit verbringen wollen ihrer Fernbeziehung nachzureisen, sondern sie werden mit ihren Kommilitonen ausgehen wollen und die neue Stadt kennenlernen.

Natürlich kann eine Fernbeziehung auch sehr gut funktionieren, allerdings halte ich dies für wahrscheinlicher, wenn es sich um eine überbrückbare Zeitspanne handelt und die beiden Partner darauf hinarbeiten, irgendwann zusammenzuziehen, beziehungsweise eine gemeinsame Zukunft planen. Das ist in dem Alter der beiden Schulabgänger natürlich sehr schwierig, da man in dieser Situation meist nicht sagen kann, wo man in zehn Jahren stehen möchte.

Vielleicht hat der Junge dies erkannt und sieht die Situation einfach etwas realistischer, während das Mädchen eine romantische Sicht auf die Dinge hat. Das ist im ersten Moment natürlich enttäuschend, aber vielleicht wird auch sie sich bald freuen, dass sie völlig frei und ungebunden etwas Neues anfangen kann.

» nafti » Beiträge: 425 » Talkpoints: 13,52 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Das Ende der Schulzeit und der Beginn der Studentenzeit reißt sicher häufiger Beziehungen auseinander. Einen solchen wichtigen Wendepunkt kann es auch geben, wenn jemand sein Studium oder eine Ausbildung beendet hat und in eine ganz andere Gegend ziehen möchte. Es gibt sicher Fälle, in denen es keinen Sinn macht, dann noch an einer Beziehung festzuhalten. Das muss mit Liebe nichts zu tun haben, beziehungsweise an Liebe mangelt es da nicht unbedingt. Liebe alleine ist einfach nicht ausreichend als einzige Beziehungsgrundlage, wenn viele andere gravierende Faktoren gegen die Beziehung sprechen.

Als Partner, der gerne an einer Beziehung festhalten möchte, hört man es natürlich nicht gerne, dass der andere gedanklich vielleicht schon einen Schritt weiter ist. Aber ich finde es nicht falsch, über solche Dinge auch nachzudenken. Wenn die Schulzeit zuende geht, ist es naheliegend, dass die Wege sich unter Umständen trennen. Eine Beziehung über mehrere hundert Kilometer zu führen, sehe ich zum Beispiel nicht als sehr sinnvoll an.

Ich kann diesen Satz schon irgendwie nachvollziehen. Wenn man sich auf etwas vorbereiten kann, kann die Konsequenz aus diesen Überlegungen vielleicht einfacher zu tragen sein als wenn man plötzlich über Nacht vor einer neuen Situation steht. Vielleicht hat der Freund deiner Bekannten selbst schon die Befürchtung, dass die beiden in weiter voneinander entfernten Städten studieren werden, so dass für diese Beziehung praktisch kaum noch eine Hoffnung besteht. Es wäre auch nicht Sinn der Sache, wenn einer der beiden bei seinem Studium zurückstecken würde, um die Beziehung zu retten. Das ist keine leichte Situation und der Satz ist vielleicht auch nicht so glücklich formuliert. Aber das, was dahinter steckt, sollte man nicht einfach von sich schieben.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14237 » Talkpoints: 2,76 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Also ich finde das schon ziemlich hart, was er da zu seiner Freundin gesagt hat. So etwas kann ich nicht verstehen und ich muss auch sagen, dass es für mich so klingt, als wären sie sowieso nur noch eine gewisse Zeit zusammen und da kann man die Beziehung dann schon vorzeitig beenden. Denn so kann man sich besser auf die Wahl des Studiums konzentrieren und lässt sich dabei auch nicht von einem Partner beeinflussen, der einen dann, so wie es den Anschein macht, sowieso verlässt, weil er nicht genügend Energie in die Beziehung stecken möchte, um eine Fernbeziehung zu führen.

» Wunschkonzert » Beiträge: 6464 » Talkpoints: -1,70 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Bei so einem Satz frage ich mich automatisch, ob der junge Mann von Anfang an (bewusst) eine Beziehung mit Ablaufdatum eingegangen ist. Das käme für mich persönlich nie in Frage. Das heißt aber für mich auch, dass er sich erstens weniger anstrengen wird um die Beziehung darüber hinaus am Leben zu erhalten und dass er zweitens die Beziehung selbst als nicht so wichtig erachtet. Nach so einem Satz hätte ich den Typen schon längst abgesägt, denn ich erwarte auch, dass man bei Beginn einer Beziehung nach (theoretisch) einem Partner fürs Leben sucht und nicht nach einem "Lebensabschnittsgefährten".

Sicherlich können Beziehungen auch vor dem Lebensende scheitern, das bestreitet auch keiner. Aber ich finde, dass die Einstellung, mit der man eine Beziehung beginnt, sich auch auf das eigene Verhalten auswirkt und dass man sich bei einem "Lebensabschnittsgefährten" weniger bemüht als bei einem Menschen, den man als Lebensgefährten ansieht.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,26 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


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