Drogenanfälligkeit eine Frage der Intelligenz?
Nein, ich denke ganz und gar nicht, dass Drogen ausschließlich von nicht intelligenten Menschen genommen werden. Wobei man nun meiner Meinung schon danach gehen sollte, was nun alles süchtig machen kann und wie man eben eine Sucht eher verhindert, als sie unterstützt. Denn nicht nur Rauschmittel, auch Nikotin, Alkohol, Essen und vieles mehr können süchtig machen, ergo ganz normale Dinge, die überall erhältlich sind und dennoch trifft eine Sucht wohl auf nicht ganz so viele Menschen zu.
Ich denke halt schon eher, dass es eine Frage der Persönlichkeit ist - je labiler die Person ist, vielleicht auch, je größerem Druck sie ausgesetzt ist, kann es dafür sorgen, dass man diesen Druck nicht anders kompensieren kann, als mit Drogen oder generell anderen Rauschmitteln. Also steckt es für mich eher hinter der Persönlichkeit und je labiler sie ist, desto einfacher lässt man sich wohl beeinflussen und sich auch mal zu einem Versuch von Drogen verführen. So weit die Theorie, wie es in der Praxis aussieht, mag noch einmal anders sein. Aber es ausschließlich an fehlender Intelligenz festzumachen, wenn jemand in eine Sucht hinein gerät, ist einfach zu wenig.
Mit Sicherheit ist dem nicht so. Übersteigerte Furcht vor Drogenkonsum aufgrund gesellschaftlicher Indoktrination ist eher ein Zeichen von Dummheit als gelegentlicher Drogenkonsum. Hier zeigt sich nämlich ganz deutlich, dass die Leute nicht für sich selbst denken können, sondern gesellschaftliche Normen einfach ungefragt übernehmen.
Die Erweiterung des Erfahrungshorizonts ist auch eher ein Merkmal kluger Leute. Die Veranlagung zur Sucht hingegen ist rein genetisch und nicht an die Intelligenz gekoppelt. Ein Mangel an Neurotransmittern beispielsweise macht sehr suchtempfänglich. Krankheiten wie Depressionen und Persönlichkeitsstörungen sowieso.
Und wer Drogen nur hin und wieder zum Spaß nimmt, den kann man mit Sicherheit nicht als dumm bezeichnen, eher als glücklicher, denn er ist frei i seiner Entscheidung nach dem Rausch!
Jugendliche finden oft schon in jungem Alter den Zugang zu Drogen. Das hat dann nichts mit Intelligenz oder Dummheit zu tun. Kinder und Jugendliche sind sehr neugierig. Das kann mit ein Grund sein, warum sie gerade Verbotenes mit großen Interessen ausprobieren. Das ist eine der Ursachen für einen Drogenkonsum. Weil ihnen Anerkennung versagt bleibt, versuchen sie es mit sozialem Protest. Drogen bedeuten für sie eine Zugangsmöglichkeit zur Clique. Also kann man sagen, dass oft die Umwelt Schuld daran ist, wenn jemand zur Sucht greift und süchtig wird.
Wer ist schon so schlau und sagt sich, dass es nicht gut ist, Drogen zu konsumieren, nur um dazu zu gehören. Im Hinterkopf wird das jeder wissen, weil er es schon oft genug gehört hat und auch schon erlebte, was dabei herauskommt. Wie viel Leid und Kummer der Drogenkonsum mit sich bringt, liegt klar auf der Hand. Das hat nichts damit zu tun, dass intelligente Menschen weniger oft zugreifen bei Cannabis, Extasy oder Heroin. Sie kennen die Gefahr, aber setzen sich darüber hinweg. Wie viele, in aller Welt bekannte Künstler sind dem Drogenrausch verfallen. Ich denke, dass die Intelligenz oft einfach ausgeschaltet wird bei intelligenten Menschen, bei Dummen ist sie so nicht vorhanden, dass sie erst ausgeschaltet werden muss. Aber auch die nicht hoch Intelligenten wissen genau, was sie falsch machen. Aber auch die Verzweiflung lässt Menschen zu Drogen greifen, von denen sie nicht mehr loskommen.
@Diamante, auch Alkohol ist eine gefährlich Droge. Ich habe schon öfter gelesen und weiß es auch von einer Bekannten aus dem Krankenhaus, dass Ärzte auch drogenabhängig sind. Als Arzt wissen sie sehr genau, was sie erwartet und können das richtig einordnen. Aber sie sind der Meinung. dass ihnen das nicht passieren kann. In diesen Fällen sind auch viele Alkoholiker darunter. Sie sollten wenigstens so intelligent sein und keine Operationen mehr durchführen, was das Ende der Patienten sein könnte. Aber auch das wollen sie nicht unbedingt wahrhaben und verdrängen es.
Drogen im engeren Sinne sind ja alle Substanzen, die eine Wahrnehmunsändernde oder zumindest ähnliche Wirkungen im Organismus haben bzw. auslösen können. Insofern würde ich mal soweit gehen und behaupten, dass bislang nahezu alle Menschen mindestens einmal in ihrem Leben eine Droge zu sich genommen haben. Die Art der Substanz, die Menge oder was es sonst noch so alles an Kriterien gibt lasse ich mal bewusst außen vor.
Kommen wir nun zu der Frage, ob die Drogeneinnahme bzgl. Kokain (bzw. allen Stoffen, die in der Allgemeinbevölkerung sofort mit Drogen assoziiert werden) Intelligenzabhängig ist: Man kann sie sicherlich der Intelligenz zuschieben, aber eine fundierte und vor allem kluge Begründung ist es trotzdem nicht. Jemand hat geschrieben, dass intelligente Menschen neugieriger sind. Die Neugier ist eher die Eigenschaft, die solche Menschen dazu veranlasst, Drogen zu nehmen. Ein Zug bringt aber noch lange keine Sucht und erst Recht nicht den Tod (wobei ich hier aber vorsichtig bin, denn die Nebenwirkungen können selbst beim ersten Mal sehr gravierend sein). Entscheidend ist der Punkt der Abhängigkeit bzw. der Sucht, in die auch intelligente Menschen fallen können. Denn die Einnahme von Drogen wird zuerst als etwas "Befriedigendes" und "Lustvolles" empfunden, ab einem kritischen Punkt hingegen als "Zwang" (das Prinzip des "Liking" und "Wanting").
An diesem Punkt mag es vielleicht bei den Intelligenten "Klick" machen, aber Studien dazu gibt es leider keine, also ist es eine rein hypothetische Annahme. Aber selbst "Nicht-Intelligente" können sich durchaus dazu bewegen mit dem Zeug aufzuhören, wenn sie es denn wollen. Der Wille ist entscheidend, denn wenn es um Dinge geht, die die Psyche betreffen, so kann man diesen nur mit dem eigenen, eisernen Willen entgegentreten. Psychologische bzw. ärztliche Hilfe kann durchaus in Anspruch genommen werden, was aber nicht gleich heißt, dass die Person mit der Situation nicht umgehen kann.
Ja, natürlich ist eine gesteigerte Drogenanfälligkeit ein Zeichen für eine verminderte Intelligenz. Intelligenz ist nicht nur Faktenwissen, Rechen- und Sprachfähigkeit und Erinnerung. Das alles gehört lediglich zu einem Teil der Intelligenz, zu der kristallinen Intelligenz.
Der andere Anteil, die fluide Intelligenz hingegen ist der Teil, der, wenn ausgeprägt, eine Drogenanfälligkeit verhindern kann. Natürlich nicht er allein, aber er kann schon sehr viel ausrichten, denn die fluide Intelligenz beinhaltet das komplexe Denken, das Schlussfolgern und auch sich Folgen einer Tat bewusst zu sein und sie sich bewusst zu machen. Wenn man diese Fähigkeit nicht oder nur gering ausgeprägt besitzt, lässt man sich leichter auf solche Dinge ein, weil man sein Handeln nicht richtig einordnen kann. Auch der Gruppenzwang lässt sich so viel leichter ins Spiel bringen, man kann sich nur schwer dagegen wehren, wenn die fluide Intelligenz nicht gut ausgeprägt ist. Es ist natürlich auch ein Ding der Selbstdisziplin, sich gegen Drogen zu stellen, aber auch das zähle ich als einen Teil von fluider Intelligenz.
Warum auch viele Ärzte Drogen nehmen? sie besitzen eine große kristalline Intelligenz, Faktenwissen etc. der ganzen Medizin, aber bei wem die fluide Intelligenz zu kurz kommt oder wenig gefordert wird, der braucht das als Ausgleich und bekommt dadurch eventuell echte Probleme. Ich würde also die Frage bejaen, ob es eine Sache der Intelligenz ist. Zumindest teilweise.
benutzer7 hat geschrieben:Ja, natürlich ist eine gesteigerte Drogenanfälligkeit ein Zeichen für eine verminderte Intelligenz. Intelligenz ist nicht nur Faktenwissen, Rechen- und Sprachfähigkeit und Erinnerung. Das alles gehört lediglich zu einem Teil der Intelligenz, zu der kristallinen Intelligenz.
So ein totaler Unsinn, denn in den meisten Fällen trifft nämlich genau das Gegenteil zu. Außer natürlich beim TV-Sender RTL, denn dort ist es natürlich wieder total anders. Schade nur für die Zuschauer, denn echte Drogenfälle sieht man dort nicht. Im realen Leben sind auch Ärzte, Lehrer und auch Gewerbetreibende Konsumenten von Drogen. Und selbst Drogen sind auch nicht gleich Drogen. Hier muss man auch noch einige Unterschiede im Einzelnen betrachten.
Ich würde schon sagen, dass das in gewisser Weise eine Frage der Intelligenz ist, denn wenn man sich mal einige Studien zu dem Thema Drogen- und Alkoholkonsum anschaut, dann stellt man schnell fest, dass der Konsum in den weniger gebildeten Bevölkerungsschichten höher ist, als in den oberen. Als Beispiel, dass sicherlich nicht allgemeingültig ist, aber zumindest diese Studie unterstützt, könnte ich auch die Jugendlichen in unserem Ort anbringen. Ich wohne in einem relativ kleinen Ort, dennoch haben wir hier an die fünf Schulen, darunter auch Hauptschule und Gymnasium. Es gibt dann eben auch bestimmte Events bei uns in der Stadt, sei es irgendein Stadtfest oder die Kirmes, der Abschluss zählt auch dazu, als ein Abisturm oder das was die Hauptschulen organisieren.
Wenn es solche Dinge bei uns gibt, dann wird häufiger mal darüber gesprochen, wenn mal wieder der Krankenwagen kommen musste, weil sich irgendwelche Teenies besoffen haben und ins Krankenhaus mussten. Erstaunlicherweise kann man einfach nicht darüber hinweg sehen, dass es sich dabei immer nur um Hauptschüler handelt. Das kann irgendwo dann auch kein Zufall mehr sein, wobei die Studie natürlich sicherlich aussagekräftiger ist. Natürlich wurde hier nur übermäßiger Drogenkonsum untersucht, das heißt nicht, dass großartig intelligente Menschen nicht auch Drogen nehmen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie dafür weniger anfällig sind, als Menschen mit einem sehr niedrigen Intelligenzquotienten.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nichts mit Intelligenz zu tun hat. Wir waren damals 16/17 Jahre alt, als die Wende kam und wir damit Zugang zu Drogen bekommen haben. Wir waren auch alles Abiturienten, welche durchweg einen guten Abschluss hingelegt haben. Trotzdem hatten wir ein paar Leute in der Klasse, welche der Meinung waren, dass man es zumindest einmal probiert haben muss.
Aus meiner Sicht ist es eine Sache der persönlichen Einstellung und Willensstärke. Wenn man nun bedenkt, dass 20 Jahre seit unserem Abschluss vergangen sind und die damaligen Raucher eben auch heute noch rauchen, hat sich nicht viel verändert. Außer dass damals der größere Teil der Raucher ab und an mal ein Bier getrunken hat, aber ansonsten nichts mit Drogen zu tun haben wollte. Einfach weil man sich auch im Klaren darüber war, dass eine Abhängigkeit dabei sehr schnell entsteht.
Jedenfalls schneller als beim Rauchen oder beim Alkohol. Und die Folgen dabei auch wesentlich schlimmer sind. Wir hatten damals aber auch einen sehr verantwortungsbewussten Lehrer in Sozialkunde, welche uns den Film "Die Kinder vom Bahnhof Zoo" gezeigt hatte. Danach haben wir auch sehr ausführlich darüber gesprochen. Und ich glaube, das hat zumindest damals doch einige Leute bei uns wachgerüttelt.
Hm, ich glaube keinesfalls, dass nur dumme Menschen Drogen nehmen. Ich denke, dass es viele sehr kluge Leute gibt, die das machen, um zum Beispiel möglicherweise noch mehr Leistung zu erzielen - also gleichzeitig auch extrem ehrgeizig und leistungsorientiert sind. Außerdem ist das Wissen um die Wirkung und Gefährlichkeit von Drogen ja keine Kontraindikation dafür, sondern kann es gerade dazu führen. Ärzte wissen ja beispielsweise sehr wohl, wie eine Droge wirkt und setzen sie ganz bewusst für sich ein, weil sie diese Wirkung ganz bewusst erzielen wollen - nicht weil sie dumm sind, sondern eben gerade, weil sie intelligent sind.
Mein Schwager hat in seiner Jugend auch Drogen genommen - jetzt ist er Doktor der Physik, inzwischen seit Jahren clean. Aber da sieht man wie nahe Genie und Wahnsinn zusammenliegen können.
Ich denke nicht, dass es ein Zeichen von Intelligenz ist, ob jemand drogensüchtig ist/war oder auch wird. Ich selber habe Drogen zu mir genommen und war mir von vorneherein bewusst was passiert, da ich die Auswirkungen durch Familie schon kannte. Ich habe mir auch immer geschworen, dass es nicht passieren wird, weil ich es durch Eltern ja bereits gesehen habe, aber man glaubt wirklich, dass man die Drogen kontrolliert.
Ich bin alles andere wie dumm, denn ich konnte trotz Drogen auch noch arbeiten gehen, meine Wohnung führen und wurde nicht straffällig. Dies war immer sehr bewusst von mir so gehandhabt. Doch die Sucht kontrollieren konnte ich irgendwann auch nicht und das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Ich glaube das liegt an der Unterschätzung der Drogen und vor allem an der Selbstüberschätzung der eigenen Möglichkeiten. Eine Droge ist nicht kontrollierbar oder nicht dauerhaft. Anfänglich habe ich wenig genommen, doch auf die Dauer wurde es mehr. 300€ im Monat bin ich damit schon los geworden!
Was ich jedoch denke ist, dass Leute mit schlechten Background recht schnell in solche Kreise landen können. Schlechte Erfahrungen, schlechten Umgang und andere Dinge sind sicherlich mit ein Grund für Drogensüchtige in die eigentliche Problematik zu geraten.
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