Nur Organspendern Organe transplantieren?

vom 31.10.2011, 21:57 Uhr

Wir hatten heute eine interessante Diskussion nach einem Organspendeforum. Für alle, die es nicht wissen, diese Medizinischen Foren sind keine Marktplätze, sondern Events, die folgendermaßen aufgebaut sind: Eine oder mehrere Personen halten einen Vortrag über ein Thema, eine bestimmte Problematik oder eine neue Erkrankung. Anschließend gibt es dann eine Diskussionsrunde, in der Einzelpersonen wiederum kleine, kurze Reden oder Vorträge darüber halten können. Es ist also eine Art große Diskussion, der mehrere Vorträge und Präsentationen voraus gehen.

Nun wurde am Ende der Diskussion auch das sogenannte Scoring angesprochen. Wie vermutlich jeder weiß, gibt es einen bestimmten Score, der sich aus bestimmten Dingen wie des Krankheitsgrades und der Heilbarkeit oder Lebenserwartung etc. zusammensetzt. Was jedoch nicht in diesem Score berücksichtigt wird, ist, ob der Bedürftige selbst Spender ist oder nicht. Und das führt bei jedem Forum immer wieder zu einer riesen Diskussion, bei der ich mich auf die Seite der Organspender schlage.

Diese Frage möchte ich auch euch nun stellen. Ist es ethisch und moralisch vereinbar, dass man von sich selbst sagt, kein Organ zu spenden oder auch nach dem Tod seinen Körper nicht zum Retten anderer Leben zur Verfügung stellen möchte, aber dennoch auf der Warteliste über Menschen steht, die Organspender sind und möglicherweise sogar schon ein Organ gespendet haben? Sollten nicht diese Menschen, die anderen die Hilfe verweigern nach denen kommen, die ihre Hilfe ebenfalls anbieten?

Natürlich sollte das nur als einer von vielen Faktoren einfließen, denn jemand mit einer Lebenserwartung von einem Monat muss natürlich vor jemandem ein Organ erhalten, als jemand, der noch mehrere Jahre lebensfähig ist. Doch findet ihr wie ich, dass zu großen Teilen auch dieser Faktor berücksichtigt werden sollte? Oder sollten sogar nur Menschen Organe transplantiert werden, die auch selbst bereit sind und waren, auch mit ihren Organen anderen das Leben zu retten?

» benutzer7 » Beiträge: 2123 » Talkpoints: 52,91 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich denke, es ist eine sehr persönliche und vielleicht auch wirklich schwierige Entscheidung, ob jemand Organe spenden möchte oder nicht. Da spielen viele Punkte eine Rolle: Religion, Einstellung zum eigenen Körper, Vorstellung vom Tod usw.

Es ist wichtig, dass sich jeder einmal Gedanken darüber macht, ob er oder sie spenden möchte, anderen nach dem eigenen Tod Organe von sich gewissermaßen „geben“ möchte oder nicht. Ich fände es unethisch, diejenigen, die sich dann dagegen entscheiden (egal aus welchem Grund), zu benachteiligen.

Das wäre auch ein ziemlicher Einschnitt in die Entscheidungsfreiheit eines Menschen, wenn man sagt, dass derjenige entweder zustimmt, selbst Spender zu werden oder eben keine Hilfe erhält.

» vde » Beiträge: 274 » Talkpoints: 32,19 » Auszeichnung für 100 Beiträge


vde hat geschrieben:Ich denke, es ist eine sehr persönliche und vielleicht auch wirklich schwierige Entscheidung, ob jemand Organe spenden möchte oder nicht. Da spielen viele Punkte eine Rolle: Religion, Einstellung zum eigenen Körper, Vorstellung vom Tod usw.

Natürlich spielt das bei der Entscheidung ob man seine Organe spenden möchte eine entscheidende Rolle. Trotzdem kann man darauf auch Argumentieren wenn man selbst als Empfänger auf einer Liste steht und ein Organ braucht um überleben zu können. Denn dort auf einmal sehen die Einstellungen anders aus, und dann ist es auch vollkommen in Ordnung einen Teil einer fremden Person in sich zu tragen und dieses zu Akzeptieren. Ich finde nicht, dass es einen großen Unterschied macht ob man nun ein Organ an jemanden spendet nach seinem Ableben oder ein Organ bekommt von einem Verstorbenen, ob ich nun ein fremdes Teil in meinem Körper habe oder ein Teil von mir in einem fremdem Körper lebt kommt für mich auf das selbe hinaus.

Ich finde es durchaus sehr interessant, dass die Diskussion aufkommt, dass nur Menschen mit einem Spenderausweis selbst Organe bekommen sollen. Zum einen würde das dafür sorgen, dass mehr Spenderorgane insgesamt vorhanden wären und somit auch mehr Menschen mit einer Organspende geholfen werden kann aber zum anderen sorgt es auch dafür, dass die Menschen sich einmal mit dieser Thematik befassen müssen wenn es ihnen selbst so schlecht geht, dass sie ohne eine Transplantation nicht mehr selbst überleben könnten.

Denn oftmals versinken diese Menschen im Absoluten Mitleid für sich selbst, aber machen sich um andere die ebenfalls in der Situation sind und denen mit den eigenen Organen geholfen werden könnte im Falle ihres Ablebens, keine Gedanken. Denn leider ist es immer so, jeder ist sich selbst der nächste und genau dieses Denken finde ich persönlich nicht richtig und würde es begrüßen wenn eine solche Regelung getroffen werden würde - dass nur Organspender auch Organe erhalten dürfen.

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» Sorae » Beiträge: 19472 » Talkpoints: 9,68 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Ehrlich gesagt fände ich es moralisch und ethisch überhaupt nicht vertretbar, dass nur diejenigen auch ein Organ erhalten können, die selbst einen Organspenderausweis haben. Es ist tatsächlich eine persönliche Sache, ob man dazu bereit ist, ein Organ zu spenden. Hinzu kommt noch, dass ich zum Beispiel für eine Spende überhaupt nicht in Frage käme, nicht einmal wenn ich wollte, aufgrund meiner Erkrankungen die ich habe. Habe ich deshalb kein Anrecht auf ein Organ, nur weil ich nicht spenden würde?

Ich halte es generell für falsch, Menschen dafür zu bestrafen, dass sie gewisse Dinge nicht bereit sind zu tun. Das wäre ähnlich mit der Blutspende, ich habe in meinem Leben noch nie Blut gespendet, brauchte aber in diesem Jahr schon mehrmals fremdes Blut. Ist es deshalb falsch gewesen, mir dieses Blut zu verabreichen? Nach eurer These hätte ich keines bekommen dürfen, weil ich ja auch keinen Blutspendeausweis habe. Und so könnte man das auf viele weitere Themen ausweiten und kein Ende dabei finden.

Meiner Meinung nach sollten immer alle möglichen Faktoren einbezogen werden, dabei ist auch die persönliche Einstellung und das Umfeld von Bedeutung. Und einen Menschen von etwas auszuschließen, nur weil er eine andere Sicht der Dinge hat oder etwas nicht tun möchte, finde ich nicht richtig.

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» Vampirin » Beiträge: 5984 » Talkpoints: 31,56 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Vampirin hat geschrieben:Ich halte es generell für falsch, Menschen dafür zu bestrafen, dass sie gewisse Dinge nicht bereit sind zu tun. Das wäre ähnlich mit der Blutspende, ich habe in meinem Leben noch nie Blut gespendet, brauchte aber in diesem Jahr schon mehrmals fremdes Blut. Ist es deshalb falsch gewesen, mir dieses Blut zu verabreichen? Nach eurer These hätte ich keines bekommen dürfen, weil ich ja auch keinen Blutspendeausweis habe. Und so könnte man das auf viele weitere Themen ausweiten und kein Ende dabei finden.

Du kannst die Blutspende auch nicht mit der Organspende vergleichen, denn bei der Blutspende regeneriert sich das Blut zum einen beim Spender wieder aber einem Spender wächst nicht mal eben eine Niere nach. Auch lässt es sich bei der Blutspende vorab feststellen, ob man als Spender in Frage kommt oder eben nicht und auch dort gibt es Faktoren die das spenden unmöglich machen zum Beispiel mit Knochenkrebs oder einer Autoimmunkrankheit.

Bei einer Organspende lässt es sich im Vorfeld schlecht bis gar nicht feststellen, ob ein Patient dafür geeignet ist oder nicht. natürlich wird davon ausgegangen, dass ein Patient keine Niere spenden kann wenn er vorher schon an der Dialyse gehangen hat oder sich seine Leber versoffen hat. Diese Organe kommen dann für eine Spende wohl eher nicht in Frage, aber man kann auch Hornhaut aus den Augen transplantieren, Lungenteile oder auch das Herz. Wobei das Herz wäre das Organ welches man durchaus ausnehmen dürfte, da es immer noch religiöse Hintergründe hat so etwas nicht an jemand fremden zu geben. Aber ich wüsste nicht das moralisch nicht vertretbar sein sollte, ein Stück seiner Lunge zu spenden denn daran ist weder etwas spirituell noch etwas der Religion mit verbunden.

Alleine der Wille zählt ob man bereit wäre auch etwas von sich zu geben und nicht nur von anderen zu nehmen. Es mag sich auch komisch anhören, aber weit aus mehr Menschen sind dazu bereit von jemand fremden etwas an Organen anzunehmen aber die wenigsten davon sind bereit das auch für andere Menschen zu tun. Damit bekommt das ganze einen ungleiches Gewicht und ich habe den Eindruck, dass es doch vielen Menschen einfach gleichgültig ist solange es ihnen selbst gut geht. Nehmen können sie alle, aber zum geben ist fast niemand bereit und wenn man das ganze auf die Religion beziehen möchte dann steht auch dort etwas vom teilen und miteinander geschrieben.

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» Sorae » Beiträge: 19472 » Talkpoints: 9,68 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Vampirin hat geschrieben:Hinzu kommt noch, dass ich zum Beispiel für eine Spende überhaupt nicht in Frage käme, nicht einmal wenn ich wollte, aufgrund meiner Erkrankungen die ich habe. Habe ich deshalb kein Anrecht auf ein Organ, nur weil ich nicht spenden würde?

Es ist noch etwas anderes, ob man aus gesundheitlichen Gründen als Organspender ausscheidet oder ob man sich aus sonstigen Gründen dagegen entscheidet. Außerdem hat Sorae es schon richtig gesagt: Selbst wenn man vielleicht keine Niere oder kein Herz spenden kann, ist es bei anderen Organen vielleicht kein Problem.

Generell bin ich etwas zwiegespalten. Natürlich hat auch jemand, der selbst keinen Organspendeausweis ein Anrecht auf ein Organ, wenn es lebensnotwendig ist, trotzdem stellt sich die Frage, ob Organspender vielleicht bevorzugt behandelt werden sollten, wenn sie selbst ein Organ benötigen.

Ich kenne mich jetzt nicht so genau aus, wie sich dieser Score zusammensetzt, aber ich denke mal, dass Alter, Gesundheitszustand und Lebenserwartung oder so berücksichtigt werden. Vielleicht könnte da irgendwie mit einfließen, ob man selbst Organspender ist oder nicht. Es nur daran festzumachen, halte ich aber auch für falsch.

» SuperGrobi » Beiträge: 3881 » Talkpoints: 4,35 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich finde es schwierig, darüber zu entscheiden, ob Organe nur an die Menschen gehen, die selbst einen Organspenderausweis haben und nicht an die, die eventuell dringend ein Organ benötigen. Prinzipiell wäre es ja eine einfache Lösung, aber ich denke, man sollte auch immer die Hintergründe beleuchten, weshalb jemand ungern ein Organ spenden würde, nachdem er gestorben ist. So habe ich mal von einer Person gehört, der Gedanke behagt ihr gar nicht, wenn man nach dem Tod etwas entfernen müsste. Eventuell lag es in diesem Fall auch daran, dass sie den Gedanken an den Tod sowieso stets fern von sich schiebt und sich damit nicht befassen wollte.

Man kann dem Menschen nicht so hinters Auge schauen, warum man selbst kein Organ spenden möchte. Dies aber nun ausführlich zu erklären, wieso, weshalb, warum, finde ich aber auch nun nicht so ganz toll. Natürlich wäre es schön, wenn jeder einem anderen Menschen helfen könnte, aber wenn man solch eine Organspende zum Beispiel nicht mit sich selbst vereinbaren kann oder wenn es eventuell religiöse Gründe sind, aber auch gesundheitliche Gründe, was davon wäre nun ein Grund, einem Nichtspender doch ein Organ zu transplantieren und was nicht? Sollte es ausschließlich um den Willen gehen, so kann man dies festhalten.

Ich selbst habe nun keinen Organspenderausweis, und wenn ich so darüber nachdenke, wäre es mir wohl doch relativ egal, ob man mir nach meinem Tod noch funktionierende Organe entnehmen und einem anderen transplantieren würde. Da brauche ich auch nicht weiter darüber nachzudenken, aber ich kann schon die Menschen verstehen, denen es schon unangenehm ist, darüber nachzudenken.

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» *steph* » Beiträge: 18524 » Talkpoints: 48,36 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Aber ich wüsste nicht das moralisch nicht vertretbar sein sollte, ein Stück seiner Lunge zu spenden denn daran ist weder etwas spirituell noch etwas der Religion mit verbunden.

Der Gedanke ist einfach, dass manche Menschen nicht möchten, dass man in den Prozess des natürlichen Sterbens eingreift, indem man nach dem Hirntod noch die Organe künstlich am Leben erhält. Außerdem behagt vielen sicherlich der Gedanke nicht, dass man nach ihrem Tod etwas aus ihrem Körper entnimmt, dass man dann wie ein totes Tier beim Metzger liegt und ausgenommen wird.

Unser Körper ist vielleicht so ziemlich das einzige, was uns wirklich gehört und worüber jeder Mensch frei entscheiden sollte. Jemandem diese Entscheidung zu nehmen und ihn gewissermaßen zu zwingen, sich zur Organspende bereit zu erklären, finde ich moralisch höchst zweifelhaft. Solch eine Regelung würde doch im Zweifelsfall nur dazu führen, dass diejenigen, die wirklich nicht spenden möchten, sich in dem Fall, dass sie selbst etwas benötigen, einen Spendeausweis holen, um Hilfe zu erhalten und nachher doch wieder „Nein“ ankreuzen. Man würde die Menschen also zu Betrügern erziehen.

Niemand möchte sich gerne mit dem eigenen Tod befassen und es ist auch unser Recht, uns damit nicht befassen zu dürfen. Der Gedanke, dass jeder, der etwas nimmt, auch etwas geben sollte, ist in vielen anderen Situationen sicherlich angebracht, aber nicht dort, wo es um solch fundamentale Lebensentscheidungen geht.

» vde » Beiträge: 274 » Talkpoints: 32,19 » Auszeichnung für 100 Beiträge


vde hat geschrieben:Solch eine Regelung würde doch im Zweifelsfall nur dazu führen, dass diejenigen, die wirklich nicht spenden möchten, sich in dem Fall, dass sie selbst etwas benötigen, einen Spendeausweis holen, um Hilfe zu erhalten und nachher doch wieder „Nein“ ankreuzen. Man würde die Menschen also zu Betrügern erziehen.

Genau das wäre eben nicht Möglich da jedes Spenderorgan in einer Kartei erfasst wird woher es gekommen ist, und wer das Organ bekommen hat. Alleine mit dieser Grundlage kann man immer Nachweisen, dass jemand ein Organ bekommen hat und könnte somit den entsprechenden Empfänger oder auch dessen Hinterbliebene zu einer Organspende "zwingen". Somit gäbe es sicherlich einige Schlupflöcher wenn jemand wirklich vor hätte zu betrügen, aber die Chancen das sich so jemand in das System einhackt und dort die Daten löscht ist doch eher gering da nicht jeder davon Kenntnis hat wie so etwas Funktioniert. Zudem sind die Papierausweise wie sie bislang in Deutschland vorhanden sind auch kein einwandfreies rechtsgültiges Dokument und selbst wenn jemand einen solchen Ausweis hat, müssen immer noch die Angehörigen dazu befragt werden ob sie es möchten das ihr Angehöriger Organspender ist, selbst wenn dieser seinen Willen auf diesem Stückchen Papier festgehalten hat, können die Angehörigen diesem letzten Wunsch widersprechen.

Und genau darin sehe ich eines der größten Probleme und finde deswegen ein System wie es zum Beispiel in den USA gemacht wird noch am besten. Dort gilt jeder Führerscheinbesitzer automatisch als Organspender, außer er widerspricht dem schriftlich und kommt dann auch einen anderen Führerschein ohne das Symbol auf der Rückseite. Hätten wir hier auch so etwas, dann würden auch die wenigsten danach krähen da sich so gut wie niemand mit dieser Thematik befasst oder befassen möchte. Wer denkt schon gerne über seinen eigenen Tod nach? Wie man aus anderen Threads hier im Forum herauslesen kann, ist es doch einigen Usern schlichtweg egal was mit ihrem Körper nach dem Ableben passiert haben aber trotzdem keinen Spenderausweis. Deswegen kann man es meiner Meinung nach nicht ausschließlich darauf zurück führen, dass jeder Mensch der keinen Ausweis hat es auf Religion und Spiritualität zurück führen kann. Die wenigsten haben sich schlichtweg schon einmal Gedanken zu diesem Thema gemacht und auch nicht darüber informiert wie eine solche Organspende von statten geht.

Du schreibst ebenfalls, dass sie es nicht möchten das ihr Körper hinterher Tage- und Wochenlang am Leben erhalten wird nur der Organe wegen. Denn das ist schlichtweg eine falsche Information - solche Entscheidungen werden binnen kürzester Zeit (meistens nur wenige Stunden wenn überhaupt gefragt wird) nach der doppelten Feststellung des Hirntodes getroffen und auch durchgeführt. Man selbst wird nicht über einen längeren Zeitraum als lebendes Ersatzteillager am Leben erhalten da es zum einen Geld kostet einen solchen Intensivplatz mit einer Leiche zu belegen und zum anderen es auch den Hinterbliebenen nicht zumuten möchte.

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» Sorae » Beiträge: 19472 » Talkpoints: 9,68 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Du schreibst ebenfalls, dass sie es nicht möchten das ihr Körper hinterher Tage- und Wochenlang am Leben erhalten wird nur der Organe wegen. Denn das ist schlichtweg eine falsche Information - solche Entscheidungen werden binnen kürzester Zeit (meistens nur wenige Stunden wenn überhaupt gefragt wird) nach der doppelten Feststellung des Hirntodes getroffen und auch durchgeführt. Man selbst wird nicht über einen längeren Zeitraum als lebendes Ersatzteillager am Leben erhalten da es zum einen Geld kostet einen solchen Intensivplatz mit einer Leiche zu belegen und zum anderen es auch den Hinterbliebenen nicht zumuten möchte.

Ich habe ja gar nicht behauptet, dass das wochenlang der Fall ist, aber einige Stunden vielleicht schon. Und der natürliche Sterbeprozess sieht eben anders aus, es ist nicht natürlich, dass einzelne Organe oder der Kreislauf noch fünf Stunden weiter leben, nachdem das Gehirn schon „abgeschaltet“ hat.

Ich kann mir das für mich nicht vorstellen, dass da so in den Übergang von Leben zu Tod eingegriffen wird. Und ich wöllte vor allem nicht, dass man dann an meinem toten Körper irgendwie herumschnippelt und etwas entnimmt.

» vde » Beiträge: 274 » Talkpoints: 32,19 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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