Muss man verletzten betrunkenen Personen direkt helfen?

vom 31.07.2011, 15:43 Uhr

Karlchen66, mir scheint es so, als würdest du hier ziemlich nach Ausreden suchen. Wenn es acht Uhr morgens war, viele Autos vorbei fuhren und einige Leute unterwegs zur Arbeit waren bzw. die Leute auf jeden Fall schon wach waren, gibt es genug Möglichkeiten, Hilfe zu holen.

Man könnte ein Auto anhalten, denn das geht definitiv, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen, oder spielte sich die Situation etwa auf der Autobahn ab? Sonst stellt man sich an den Straßenrand und winkt hektisch. Das habe ich selbst mehrfach schon gemacht und das ist ungefährlich, wenn man sich nicht mitten auf die Straße stellt.

Wenn Leute auf dem Fahrrad oder so vorbei fuhren, hättest du auch diese anhalten bzw. ansprechen können, um sie zu bitten, den Notruf zu wählen. Irgendjemand wird ja wohl ein Handy dabei haben. Und ansonsten hättest du an einer Haustür klingeln können. Denn um acht Uhr morgens sind die meisten Leute doch schon wach.

Was aber absolut falsch ist, ist einfach weiter zugehen, so als wäre nichts passiert. Wäre keiner vorbeigekommen und hätte dem Mann geholfen und er wäre gestorben, hätte die Person sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar gemacht. Dabei ist es dann auch egal, wenn noch zehn andere Leute vorbeigekommen wären und nicht geholfen hätten, jeder einzelne hätte sich strafbar gemacht.

» SuperGrobi » Beiträge: 3880 » Talkpoints: 4,29 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Natürlich muss man helfen. Und ganz unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung, wundere ich mich schon sehr über manche "Vermutungen". Man kann sich nicht mit AIDS anstecken, sondern höchstens mit HIV. Dafür muss eine Infektion des Hilfebedürftigen vorliegen (wobei es sogar Personen gibt, die ihre Viren so unter Kontrolle haben, dass sogar ungeschützter Geschlechtsverkehr möglich ist) und man müsste direkten Blutkontakt haben. Äußerst unwahrscheinlich! Zumal man selbst seine unverwundeten Hände nicht in irgendwelche Wunden drücken sollte.

Warum bringt man sich selbst in Gefahr, wenn man ein Auto anhält? Man muss sich dafür nicht vor ein Auto werfen- sollte man auch nicht. Aber das ist auch meiner Meinung nach nur ein lächerlicher Vorwand. Jemand unter Umständen sterben zu lassen, weil er riecht oder vermutlich betrunken ist, ist grob fahrlässig und unterlassene Hilfeleistung. Um Trunkenheit festzustellen, müsste man schon recht nah an die Person herankommen. Mein Großvater ist damals auch mal umgekippt und die Jugendlichen, die den Rettungsdienst alarmierten vermuteten auch Alkohol. Dabei hat er nie getrunken. Es ist durchaus legitim vorsichtig zu sein. Aber Nachfragen kann man immer! Und ob jemand betrunken ist, eine Krankenversicherung hat oder ob man selbst kein Handy dabei hat, spielt keine Rolle. Spätestens im Bus hätte man beim Fahrer den Rettungsdienst alarmieren können. Wobei es auch empfehlenswert ist, auf dem Weg zur Arbeit ein Mobiltelefon dabei zu haben- vor allem, wenn man in letzter Sekunde zum Bus spurtet!

In unserem Land wird jedem geholfen auch ohne Krankenversicherung. Wobei Trunkenheit keinerlei Anzeichen für eine fehlende Krankenversicherung ist! Und ebenso ein wenig ein Zeichen einer HIV-Infektion. Aber vielleicht hatte der Mann ja auch Tollwut und hätte zugebissen, wenn man ihm zu nahe gekommen wäre? Oder es hätte ein neuer Trick eines Überfalles sein können? Vielleicht war der Mann auch nur eine Fata-Morgana- oder ein Alien, der einen ins All entführen wollte. Glücklicherweise gelten solcherlei Ausflüchte nicht! Und ich finde dieses Wegschauen auch absolut grauenvoll! Selbst auf der Autobahn habe ich es schon erlebt, dass bei einem Unfall auf der linken Fahrspur wo in einem qualmenden Auto noch jemand drin saß, zig Fahrzeugs vorbei fuhren. Als wird dort hin sind, hupten gar noch einige. Vermutlich meinten sie, man wolle dort picknicken- oder was wäre wohl die Ausrede gewesen? Fehlende Erste-Hilfe-Ausbildungen gelten zumindest bei Autofahrern nicht.

Dort wo zig Leute nur zugucken, würde ich, wie man es auch in Erste-Hilfe-Kursen lernt, die Leute ganz klar ansprechen. "Rufen Sie den Rettungsdienst!", "Holen Sie einen Verbandskoffer!", usw. Spätestens dann kann niemand sagen, er wusste nicht, was zu tun ist.

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» Trisa » Beiträge: 3175 » Talkpoints: 61,74 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


fcbtill hat geschrieben:Warum man hier zuerst die Polizei rufen möchte und danach sich erst um den Krankenwagen kümmert, wenn die Polizei erst eingetroffen ist, das wird mir aber überhaupt nicht ersichtlich. Alkalie1, wo liegt denn hier bitteschön der Sinn? Es ist ja wohl wichtiger, für erste Hilfe zu sorgen, als die Polizei zu holen, oder? Was hat die denn in so einem Fall dort zu suchen? Da hätte ich doch gerne einmal eine Erklärung.

So schlau wie du tust bist du nun doch nicht ;) Denn wenn ich 110 wähle, also die Polizei und schilder, was ich hier sehe, dann wird der Krankenwagen sofort geordert. Bei so einer Situation muss außerdem auch die Polizei mit vor Ort sein. Denn es kann sich ja um ein Verbrechen handeln. Vielleicht ist der Mensch ja zusammengeschlagen worden. Dann muss die Polizei auch kommen. Und wenn ich 112 wähle komme ich an der gleichen Stelle aus. Die offizielle Notrufnummer für Deutschland, für die Polizei, den Rettungsdienst und für die Feuerwehr ist die 112.

@karlchen: Deine Ausreden diesem Mann nicht helfen zu können werden immer schlimmer. Wenn man auf dem Weg zur Arbeit ist und einem Menschen helfen muss, dann kommt man zwar zu spät zur Arbeit, aber das darf keine Konsequenzen haben. A ist ja auch Zeuge bei der Polizei, weil er diesen Menschen gefunden hat und geholfen hat. Er kann dann von der Polizei eine Bescheinigung bekommen.

Sollte der Chef von A eine Abmahnung deswegen geben, muss er Widerspruch einlegen und diese Abmahnung muss aus den Akten entfernt werden. Sollte A gekündigt werden, weil er schon mehrere Abmahnungen hast, muss die Kündigung zurückgenommen werden.

Es gibt einfach keine Ausrede, warum man einem anderen Menschen nicht helfen kann. Bei dir hört es sich eher so an, dass A nicht helfen wollte und nun händeringend nach Ausreden sucht. Wenn A diese Argumente vor Gericht sagt, weil er wegen unterlassener Hilfeleistung dran ist, wird es bestimmt nicht strafmildernd sein. Denn eine einsicht schein A ja nicht zu haben.

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» Diamante » Beiträge: 41857 » Talkpoints: 9,96 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Natürlich schreit ein Chef nicht unbedingt Juhuuu. Wenn der Chef von A genauso denkt wie Person A, dann hält sich das Verständnis vielleicht auch in Grenzen. Wenn A regelmäßig in letzter Sekunde zum Bus läuft und dieser deshalb regelmäßig ohne ihn abfährt und A in einer Woche die fünfte Ausrede auspackt, dann wird der Chef wohl kaum begeistert sein. Wenn Montags die Oma gestorben ist, Dienstags der Bus ausfiel, Mittwochs das Türschloss klemmte, Donnerstags nach einem Stromausfall der Wecker nicht klingelte und Freitags dann ein hilfebedürftiger Mann auf der Straße gelegen hat, dann können auch schon mal Zweifel kommen. Wenn A dann regelmäßig ohne Handy unterwegs ist und auch keine Telefoniermöglichkeiten unterwegs findet, dann kann es durchaus schon mal eine Abmahnung geben.

In dem Fall sollte man dann aber nicht nur seine eigene Zivilcourage überdenken, sondern auch an anderen Dingen arbeiten. Ein Handy dabei zu haben, ist sicherlich nicht verkehrt, ebenso wie das rechtzeitige Verlassen des Hauses. Auch sollte jemand der die Grundschule absolviert hat, wissen wie man ein Auto innerorts anhalten kann, ohne sich in Lebensgefahr zu bringen. Wenn nicht, kann man sich dieses auch in einem Erste-Hilfe-Kurs erklären lassen, was sicherlich keine falsche Investition ist! Kostenlos hingegen ist eine Beratung bei der Aidshilfe, wo Person A von Fachleuten den Unterschied zwischen HIV und Aids erklärt bekommen könnte, sowie erfahren könnte, dass HIV nicht mal eben so überspringt.

Aber es erwartet ja auch niemand irgendwelche Wunden zu versorgen! Auch nach einem Erste-Hilfe-Kurs bestünde diesbezüglich keine Verpflichtung für A. Ein Handy wird der Mann vermutlich mit sich geführt haben. Selbst Obdachlose die ich kennenlernte, besitzen solche Geräte. Wenn der Mann auch nicht mehr ansprechbar war, dann wäre die Situation umso brenzliger gewesen! Und es braucht auch kein Prepaid-Guthaben, um mit einem Handy 112 anzurufen.

110 führt zur Leitstelle der Polizei, 112 zur Notrufzentrale. Natürlich ist man miteinander verbunden, aber es empfiehlt sich dennoch die passenden Nummern zu kennen und zu nutzen. Wenn es wirklich ein Betrunkener war, der mit dem Kopf irgendwo gegen gelaufen ist, dann braucht es keine Polizei. Manchmal kann nicht einmal ein Krankenwagen etwas ausrichten, denn einige wollen keine Hilfe. Und wenn keine lebensbedrohliche Situation vorliegt, können auch Sanitäter einen nicht gegen den eigenen Willen mitnehmen. Aber wenn man einen großen Bogen um einen Menschen macht und ihn nicht einmal anspricht ("Brauchen Sie Hilfe?" zum Beispiel) und noch nie einen entsprechenden Kurs besucht hat, kann man so etwas kaum beurteilen.

Wenn ich wirklich in der genannten Situation gewesen wäre (kein Handy, keine Ahnung, wie man ein Auto anhält, keine Erste-Hilfe-Ausbildung) und jemand schwer verletzt ist, sollte es wahrscheinlich auch ausreichen laut HILFE zu rufen. Würde bei mir jemand vor der Tür HILFE brüllen, würde ich vermutlich auch nachschauen gehen. Nicht nur, weil ich mir auch wünschen würde, dass man mir hilft- egal in welchem Zustand und mit welchem Geruch ich Hilfe brauche. Wenn man mir beim Joggen eine Bierflasche auf den Kopf zerschlägt, würde ich mir vielleicht vor Angst noch in die Hose machen und dann vermutlich ein ähnliches Bild abgeben.

Irgendwie muss ich gerade an Natascha Kampusch denken, die nach ihrer Flucht von ihrem Entführer, am ersten Haus abgewiesen wurde.

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» Trisa » Beiträge: 3175 » Talkpoints: 61,74 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich hatte so eine Situation bisher nur ein einziges Mal. Da habe ich es dann so wie Alkalie gemacht. Ich war damals mitten in der Nacht alleine mit dem Wagen unterwegs. Ich fuhr eine dunkle Landstraße entlang und sah aus dem Augenwinkel etwas auf dem Fahrradweg. Weil ich es nicht richtig erkennen konnte, habe ich dann nochmal gewendet und bin langsam zurück gefahren. Direkt vor der zusammengekauerten Person habe ich dann auf dem Radweg geparkt. Da man direkt erkennen konnte, dass diese Person deutlich zu viel getrunken hatte und ich weiß, dass die Menschen unter Alkohol auch Dinge machen, die sie sonst nicht machen würden, bin ich nicht ausgestiegen. Eigentlich bin ich nicht so ein ängstlicher Mensch und habe auch schon unüberlegt in Handgreiflichkeiten eingegriffen aber vor dieser Situation habe ich mich irgendwie gefürchtet. In den meisten Fällen hat es sich als richtig erwiesen, wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört habe.

Mit dem Handy, das ich genau wegen solchen Situationen unterwegs mit habe, habe ich dann die Polizei angerufen und denen genau erklärt wo die Person zu finden ist. Bis der Streifenwagen angekommen ist, habe ich dann auch noch gewartet. Die Polizisten haben den Mann mit Müh und Not in ihren Streifenwagen gepackt und mitgenommen. Bei ihnen war er zumindest für diese Nach in der Ausnüchterungszelle sicher. Hätte ich nichts getan und am nächsten Tage gelesen, dass auf der Landstraße ein Betrunkener in einen Unfall verwickelt war oder erfroren ist, hätte ich mir das nie im Leben verzeihen können. Auch wenn ich die Person nicht gekannt habe und sie an der Situation auch nicht ganz unschuldig gewesen ist, ist es immer noch ein Lebewesen. Ich verwende in diesem Satz bewusst nicht den Begriff Mensch, weil ich das Leben schätze und auch einem Tier helfen würde.

Ich finde, dass man allein schon aus Menschlichkeit auf jeden Fall helfen sollte. Hätte ich gesehen, dass der Mann dort mit einer Kopfverletzung liegt, hätte ich direkt den Krankenwagen gerufen. Ansonsten denke ich mir, werden die, egal welche Nummer man nun gewählt hat, schon die Richtigen zum Betrunkenen schicken. Die in der Polizeizentrale werden schon wissen ob deren Kollegen da nun etwas zu suchen haben oder nicht und die richtige Nummer um einen Krankenwagen anzufordern, kennen diese auch. Sich mit irgendwelchen Argumenten, warum man nicht helfen konnte, herausreden zu wollen ist für mich unterste Schublade. Ein dringender Termin rechtfertigt so ein Verhalten nicht und wie man auch hier sieht, werden nicht viele einem zustimmen, damit man sein Gewissen im Nachhinein beruhigen kann. Das mit den Gefahren für sich selber hängt von der Situation ab. Ein blutendes Opfer alleine stellt aber nicht so eine große Gefahr da. Jeder sollte doch so langsam wissen wie man sich mit HIV anstecken kann.

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» Sonty » Beiträge: 2006 » Talkpoints: 21,17 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Die Sache mit der Krankenversicherung ist erst einmal irrelevant. Über dieses Problem müssen sich die Rettungsdienste und schließlich die Krankenhäuser Gedanken machen, allerdings mit Sicherheit nicht derjenige, der Hilfe ruft. Bei Tieren ist das anders, da zahlt in der Regel derjenige, der ein verletztes Fundtier zum Arzt bringt. Bei Menschen läuft es so, dass ein Verletzter erst einmal die Versorgung bekommt, die er benötigt, und dass danach geschaut wird, wer letztendlich für die Kosten aufkommt.

Normalerweise sollte man auch einem Betrunkenen helfen, sofern dieser verletzt ist. Wenn sich jemand leicht an einer Bierflasche schneidet und ansonsten in einem guten, wenn auch alkoholisierten Zustand befindet, muss man nicht direkt einen Rettungswagen rufen. Wie bereits geschrieben wurde, ist man dazu auch verpflichtet, allerdings reicht es eben aus, wenn man professionelle Hilfe ruft, in dem Fall also einen Krankenwagen. Wenn man eine medizinische Ausbildung hat, sollte man auch schauen, ob man etwas für den Verletzten tun kann, aber ich werfe keinem Laien etwas vor, wenn er sich dann nicht weiter um so eine Person kümmert, nachdem er Hilfe gerufen hat.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14237 » Talkpoints: 2,76 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Cologneboy2009 hat geschrieben:Bei Tieren ist das anders, da zahlt in der Regel derjenige, der ein verletztes Fundtier zum Arzt bringt.

Ich habe noch für kein verletztes Fundtier, das ich immer zum nächsten Tierarzt (also auch verschiedene Praxen) gebracht habe, gezahlt. Auch wenn der Tierarzt das Tier nur noch einschläfern konnte, hat keiner erwartet, dass ich die Kosten übernehme. Mag sein, dass es da einige Tierärzte gibt, die das so handhaben. Wenn das aber wirklich überall so wäre, würden noch mehr die Tiere aus Angst vor den unbekannten Kosten liegen lassen. Das ist sicherlich nicht im Sinne der meisten Tierärzte.

Cologneboy2009 hat geschrieben:Die Sache mit der Krankenversicherung ist erst einmal irrelevant. Über dieses Problem müssen sich die Rettungsdienste und schließlich die Krankenhäuser Gedanken machen, allerdings mit Sicherheit nicht derjenige, der Hilfe ruft.

Seit 2007 gibt es die Versicherungspflicht. Heißt, dass eigentlich jeder nun versichert sein müsste. Das trifft aber leider nicht auf jeden zu und diesem Fall ist es wohl so, dass die letzte Versicherung, in der man gewesen ist, die Notversorgung übernehmen muss. Vorher waren es wohl, sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe, die Sozialämter, an die sich die Krankenhäuser wenden mussten. Wie auch immer es nun abläuft. Der Helfer, da stimme ich dir zu, wird es auf keinen Fall sein. Da muss also keiner Angst vor haben.

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» Sonty » Beiträge: 2006 » Talkpoints: 21,17 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kenne auch von mehreren Tierarztpraxen kostenlose Wildtierbehandlung. Und wenn man ein "Haustier" draußen findet, kümmert sich der Tierschutz darum, wobei auch die Polizei weiterhelfen könnte. Für größere Tiere, wie Rehe, Hirsche, und ähnliches ist soweit ich weit der Förster verantwortlich.

Versichert ist in unserem Land längst noch nicht jeder. Aber zumindest die Notversicherung die einfache Leistungen übernimmt, haben in der Regel selbst Obdachlose. Aber darum wird sich dann im Krankenhaus gekümmert. Wenn man den Notarzt ruft, wird auch niemand gefragt, wie der Verunfallte versichert ist.

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» Trisa » Beiträge: 3175 » Talkpoints: 61,74 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Auch wenn das jetzt hart rüberkommt, vor meiner Tür liegt mindestens einmal im Monat ein Besoffener der nicht mehr hochkommt aber trotzdem noch mit dem Fahrrad unterwegs ist. Ich hätte viel zu tun wenn ich jedes Mal die Polizei rufen würde. Ob das nun unterlassene Hilfeleistung ist oder nicht ist mir egal, einer der sich jeden Tag vollaufen lässt muss einfach selber damit klar kommen.

Ich habe direkt gegenüber so eine Säuferkneipe wo die Kandidaten schon am frühen Morgen mit bechern anfangen. Warum die es meistens nur noch ein paar Meter bis zu meinem Grundstück schaffen bis sie hinfliegen ist mir sowieso ein Rätsel. Meistens kommen dann nach einiger Zeit sowieso seine Zechkumpanen die ihn dann versuchen gemeinsam hochzuziehen und nach Hause zu bringen. Wie gesagt, es handelt sich immer um dieselben Leute die einfach nicht vom Saufen lassen können.

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» hooker » Beiträge: 7236 » Talkpoints: 52,47 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


hooker, es geht ja nicht darum die Polizei zu rufen, um jemanden anzuschwärtzen, weil er betrunken noch Fahrrad fährt- in diesem Thread ging es um unterlassene Hilfeleistung. Ich habe auch schon in Großstädten gewohnt, wo es normal ist, dass an manchen Stellen Leute herumliegen. Sie wohnen quasi da. Wenn jemand im Schlafsack auf der Parkbank oder vor einem Geschäft liegt, dann will er wirklich einfach nur schlafen. Wenn jemand am Boden liegt und versucht aufzustehen, dann frage ich zumindest mal nach, ob alles in Ordnung ist. Meistens ist das auch der Fall, zumindest reden die Leute sich das ein. Obdachlose und Betrunkene wollen in der Regel weder zur Polizei noch ins Krankenhaus. Wenn doch, dann wäre allein dies für mich ein Zeichen, dass die Situation ernst ist. Wenn aber jemand nicht mehr ansprechbar ist, sichtbar verletzt oder sehr orientierungslos, dann rufe ich Hilfe.

Ich sehe mich dabei auch nicht in der Situation jemanden schuldig zu sprechen. Ganz abgesehen davon, dass Süchte Krankheiten sind, gibt es auch viele Situationen, wo man jemanden für betrunken hält. Nur weil jemand mal sich betrinkt, ist dies für mich kein Grund ihn unter Umständen sterben zu lassen. Wenn ein Porsche-Fahrer mit 200 km/h von der Autobahn rutscht, denke ich mich auch nicht selber schuld. Schließlich hätte ein kleineres Auto auch getan. Auch viele Unfälle haben einen "Schuldigen". Ebenso werden einige Erkrankungen durch das Verhalten des Betroffenen begünstigt.

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» Trisa » Beiträge: 3175 » Talkpoints: 61,74 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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