Promikinder im Big-Business

vom 23.09.2010, 15:06 Uhr

In den letzten Tagen habe ich im Fernsehen immer wieder Berichte gesehen, bei denen es um Kinder von Prominenten ging, die jetzt richtig viel Geld verdienen. Natürlich werden sie von ihren Eltern unterstützt, diese sind immer sehr stolz auf ihre Kinder und finden das alles klasse. Es kann natürlich sein, dass wir eine solche Chance für unsere Kinder auch nicht auslassen würden. Ob das allerdings dann so gut ist, wage ich zu bezweifeln. Gerade bei den Prominenten, die schon alles haben und sich alles leisten können, ist es schwer, im Leben noch weitere Höhepunkte zu setzen. Da kommt doch eine Karriere der Kinder gerade recht, man hat wieder etwas vorzuzeigen.

Ich denke da an die Kinder von Will Smith, dessen Sohn ja vor Kurzem erst seinen ersten Kinofilm abgedreht hatte und dessen Tochter wohl eine Gesangskarriere anstrebt. Dann kommt ein Sohn von den Backhams, der eine eigene Sonnenbrillenlinie herausgebracht hat, die ebenfalls sehr erfolgreich sein soll. Nun ist seit heute auch die Tochter von Madonna im Fernsehen zu sehen, die ihre eigene Modelinie auf dem Markt geworfen hat. Diese soll gerade bei den Jugendlichen sehr gut ankommen, auch dort wird wohl ein Vermögen verdient.

Ich frage mich nur, wo bleibt die Kindheit der Promikinder. Sie werden wohl zum größten Teil nur ihren Namen für das Produkt herhalten, aber schon die aufwendige Promotion erfordert doch viel Zeit. Dazu sollten sie ja in ihrem Alter in die Schule gehen und sich nicht um ihre Geschäfte kümmern müssen. Auch frage ich mich, welches Verhältnis wird ein 13-jähriges Kind haben, welches schon mehrere Millionen Dollar im Jahr verdient?

» urilemmi » Beiträge: 2266 » Talkpoints: 8,39 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Wahrscheinlich kein gutes Verhältnis, vor allem nicht, wenn man mit einer Mutter wie Madonna "gesegnet" (ob es wirklich ein Segen ist...) ist. Denn offensichtlich pusht sie ja ebenfalls ein wenig mit, macht die Fotos der Kollektion selbst und steht voll hinter ihrer Tochter.

Man sollte seinen Kindern klar etwas ermöglichen, sofern der Wille des Kindes wirklich im Vordergrund steht. Aber ich denke, die Kindheit ist mittlerweile bei "normalen" Jugendlichen schon viel zu kurz. Sie wollen alle viel zu früh erwachsen werden, mit 10 die erste Zigarette, mit 12 der erste Absturz mit Alkohol. Und gerade da der Trend zu frühreiferen Kindern hingeht sollte man versuchen dem Kind so viel Kindheit zu ermöglichen wie es irgendwie geht! Und wer natürlich die Geldmitte hat sollte das noch viel besser können.

Leider sind Kinder oft nur noch Prestige-Objekte in der Vielverdiener-Liga. Traurig, wenn man bedenkt, was für eine Kindheit Michael Jackson gehabt hat (mit all dem Druck seines Vaters) und wie sein Leben dann verlief (inklusive der Operationen und Behandlungen, die er schon so früh hatte).

» Rheanna » Beiträge: 638 » Talkpoints: 1,19 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich finde, der einzige, der es richtig gemacht hat, mit den Promikids war Michael Jackson. Er hat sie immer gut geschützt und jedenfalls für mich waren die Gesichter der Kinder, als ich die rührende Anrede der kleinen Tochter gesehen habe, gänzlich unbekannt. Bei allen anderen Stars weiß man, wie die Kinder aussehen.

Es ist die Pflicht der Stars, würde ich sagen, dass ihren Kindern eine gewisse Privatsphäre zu Teil wird und dass sie selber darüber entscheiden können, ob sie in die Öffentlichkeit möchten oder nicht. Leider werden, denke ich, viele Kinder der Stars von Anfang an gedrillt dasselbe Leben zu führen wie Mami und Papi, das finde ich ganz eine ungute Sache.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Du sagst, du würdest vielleicht die "Chance" für eure Kinder auch nicht auslassen... Aber ist es wirklich eine Chance? Ist es denn der Sinn des Lebens, viel Geld zu verdienen und berühmt zu sein? In meinen Augen ist es eher ein Fallstrick, als eine Chance.

Ich bin begeisterte Christin und lebe seit zwanzig Jahren in Beziehung mit Gott. Meinen Kindern "vererbe" ich einen Erfahrungsschatz aus dieser langen Zeit. Jesus sagte, wir sollen unsere Schätze nicht dort sammeln, wo Motte und Rost sie irgendwann zerfressen. Also nicht in dieser Welt. Wir sollen einfach leben und glücklich sein, weil Gott uns liebt und uns durch seinen Sohn frei gemacht hat. Das ist der Sinn des Lebens. Viel Geld und Berühmtheit lenken uns nur von der Schönheit des Alltags ab, vom Genießen der wahren Dinge. Nichts ist mir selbst so teuer, wie die Zeit, in der ich meinen Gott preisen darf (zum Beispiel dafür, wie toll er meine Kinder gemacht hat). Das lebe ich meinen Kindern vor und ich sehe jetzt schon, dass sie es zu verstehen beginnen, obwohl sie erst im Kindergarten sind.

Eltern sind Vorbilder. Berühmte Eltern ebenso wie nicht berühmte. Die Kinder ahmen bewusst und unbewusst nach. Manch ein Promi-Kind wird sicher gar nicht unbedingt in die Richtung geleitet, selbst berühmt zu werden. Es geht einfach den Weg, den die Eltern gegangen sind. Weil es ihm lohnenswert erscheint. Wir Eltern haben also die Verantwortung, unseren Kindern echte Werte vorzuleben, damit ihr Blick darauf gelenkt wird, wo es wirklich was zu holen gibt.

» Tadeya » Beiträge: 21 » Talkpoints: 9,08 »



Ich finde die Empörung hier irgendwie (tragi-)komisch. Ganz ehrlich, wenn Fritz Müller seinen Eltern Karl und Gerda (geborene Meier) nacheifert und auch Bäcker werden will und mit seiner Frau den elterlichen Laden fortführen will, dann finden das alle niedlich und schön und keiner wird da etwas böses sagen. Eifern Promi-Kinder ihren Eltern nach, dann sieht das (leider) schon wieder anders aus. Aber mit welchem Grund denn? Es ist doch recht natürlich, dass Kinder ihren Eltern nacheifern!

Und über das Verhältnis gut verdienender Promi-Kinder zu ihren (in der Regel) noch besser verdienenden Eltern sagt das doch auch überhaupt nichts aus. Das darf man doch nicht aus der Sicht des Normalbürgers betrachten, da ist es natürlich schon etwas anderes, wenn man gerade mal 25.000 Euro im Jahr verdient, das eigene Kind hingegen im siebenstelligen Bereich.

» JotJot » Beiträge: 14093 » Talkpoints: 13,28 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Hallo,

ich denke, es ist eine zwiespältige Sache. Natürlich ist es eine ganz normale Sache wenn Kinde rin die Fußstapfen der Eltern treten WOLLEN. Ich schreibe das bewusst groß, weil für viele Kinder gar keine großartige Alternative besteht. Früher war es ganz natürlich, dass der älteste Sohn den Betrieb der Eltern übernommen hat - ob es wollte oder nicht war da oft gar nicht dir Frage.

Auch heute noch ist es in vielen Familien so, dass von den Kindern ganz selbstverständlich erwartet wird, das Geschäft der Eltern fortzuführen. Auf einem Klassenausflug erzählte mir auch ein Vater ganz stolz, dass sein Junior (damals 3. Klasse) einmal das Busunternehmen weiterführen wird. Naja, und wenn er nun aber lieber Polizist oder Bürokaufmann werden möchte - was dann?

Bei Promis ist das wahrscheinlich wie bei vielen "ganz normalen" Menschen auch. Sie möchten den Kindern alle Türen öffnen und merken gar nicht, dass sie mehr verschließen als öffnen.

Wen ich bei Thema "Promis" immer wieder bewundernswert finde ist Günter Jauch. Er hält seine Familie völlig von seiner Karriere getrennt und stellt sie auch nicht ins Rampenlicht. So ermöglicht er seinen Kindern ein halbwegs normales Leben. Ich glaube nicht dass er ihnen damit irgendwelche Chancen vorenthält, ganz im Gegenteil. Karriere können sie immer noch machen wenn sie erwachsen sind, das muss nicht im zarten Alter von 13 sein.

» Nicky14 » Beiträge: 745 » Talkpoints: 0,98 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Nun ja, schauspielernde Promikinder, die Spaß am Business haben und es auch noch können, da kann ich nicht wirklich viel gegen sagen. Ich denke nicht das z.B. Will Smith seine Kinder zum schauspielern zwingt.

Ein Kind das eine eigene Modelinie "entwirft" ist nun wirklich völlig daneben, das Kind hat doch in meinen Augen wirklich nur seinen Namen hingehalten, es hat nichts selber entwickelt bzw. entworfen.

Ich finde es allerdings auch schrecklich wenn Promi-Kinder z.B. singen dürfen obwohl sie null Talent haben und das Lied sogar ein Hit wird, einzig aus dem Grund weil der Name stimmt. So ein Beispiel sind für mich die Brüder Ochsenknecht, ganz furchtbar, die können nichts in meinen Augen und leben nur vom Namen, da können manche bei DSDS besser singen.

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» aries24 » Beiträge: 1748 » Talkpoints: 9,84 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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