Regionalliga West darf weiter spielen - kommt die Reform?

vom 08.11.2020, 18:08 Uhr

Während es für die 1-3 Bundesliga fast schon klar war, dass sie vom zweiten Lockdown-Light nicht betroffen sein werden, musste der Amateursport zittern. Auch die Regionalliga West als vierthöchste Fußballliga war davon betroffen.

Während die restlichen Vertreter aus der Nord, Nordost und Südweststaffel pausieren müssen, durfte sich die Regionalliga West über die Erlaubnis des Weiterspielens freuen. Grund für diese Zusage war, dass mehr als die Hälfte der dortigen Mannschaften eben Profis sind und nur ausnahmslos mit dem Fußball ihr Geld verdienen.

Endlich, so lautet es aus den Trainingslagern wurde die Wahrheit offenkundig erkannt und auch in NRW entsprechend vernommen, sodass sogar 15 Millionen Euro Zahlungen vom Land auserkoren wurden, um die finanziell angespannte Lage zu verbessern, die durch den Einnahmeausfall aufgetreten sind.

Doch nun stellt sich natürlich auch die Frage, ob die ersehnte Reform kommt, der den Regionalligisten ihre Professionalität nochmals zusichert? Muss durch diese Bekräftigung jetzt nicht auch eine Reform folgen, was meint Ihr?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5612 » Talkpoints: 13,80 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Was willst du denn mit der Reform erreichen? Den Profistatus an sich kriegen die Fußballer doch von ihrem Arbeitgeber in dem der ihnen genug Geld bezahlt, damit sie keine andere Tätigkeit brauchen. Würde sich denn da jetzt grundlegend etwas ändern?

Die 3.Liga fällt ja auch unter den Zuständigkeitsbereich des DFB und nicht der DFL obwohl sie zum Profifußball gezählt wird und auch bei den TV-Geldern fährt die 3.Liga merklich schlechter.

Und an den Aufstiegsregularien wird ja auch ohne Reform zur Profiliga schon gefühlt ewig gebastelt. Also was genau würdest du dir von einer Reform versprechen oder was müsste sich ändern? Da versteh ich im Moment noch nicht so richtig die Notwendigkeit nur weil jetzt irgendein Gericht gesagt hat, dass die ja wirklich auch in der 4.Liga oftmals ihr Geld fast ausschließlich mit Fußball verdienen.

» Klehmchen » Beiträge: 5044 » Talkpoints: 838,49 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Für mich ist und bleibt die jeweilige Regionalliga eine Amateurklasse. Vor vielen Jahren wurde die dritte Liga eingeführt, weil man der Meinung war eine weitere Profiliga für die Fußballsparte zu benötigen. Bis dato waren die damaligen Regionalligen die höchsten obersten Amateurligen im Fußball. Würde man nun den Regionalligen einen Profistatus geben, dann wären die Oberligen die obersten Amateurligen. Wie weit will man da noch heruntergehen, bis die Kreisoberligen dann zum Profifußball zählen? Irgendwo sollte es dann doch Grenzen geben, welche nicht überschritten werden sollten. Vom Einführen von neuen Profiligen beziehungsweise der Umwandlung von Amateurligen in Profiligen profitieren aus finanzieller Sicht dann doch wieder nur Andere als die Vereine selbst.

Zumal ich kein Freund davon bin zu sagen, dass man die einen Regionalligen den Anderen bevorteilen muss. Es reicht schon, wenn u.A. der Ostfußball bisher immer bei den Aufstiegsregelungen in den unteren Ligen benachteiligt wurde. Wer braucht Relegationsspiele? Da holt man sich einen Meistertitel und steigt aufgrund eines vergeigten Relegationsspieles doch nicht auf? Da mal nach zu justieren ist auch keiner auf die Idee gekommen.

» Nebula » Beiträge: 3016 » Talkpoints: 0,86 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Nebula hat geschrieben:Da holt man sich einen Meistertitel und steigt aufgrund eines vergeigten Relegationsspieles doch nicht auf? Da mal nach zu justieren ist auch keiner auf die Idee gekommen.

Na ja, das stimmt ja nun mal wirklich gar nicht. Ideen gab es da schon unzählige und jedes Jahr wird von mindestens einer Regionalliga die Sau neu durch das Dorf getrieben. Nur will halt niemand aus seiner Komfortzone heraus. Man müsste ja grundlegend in der Struktur etwas ändern und es wird keine Regelung geben, die nur Vorteile bringt.

So gibt es ja nun einmal 5 Regionalligen für nur 4 Aufstiegsplätze. Die sicherlich einfachste Regelung wären ja einfach 5 Absteiger aus der dritten Liga und alle Meister steigen auf. Aber da haben naturgemäß die Drittligisten was dagegen. Andere Regelungen müssten ja zu einem Zusammenlegen der Regionalligen führen. Das wollte aber bisher ja auch keiner. Der Nordosten ist schon ein riesiges Gebiet, wo viele Vergangenheitsbezogen darauf drängen weiter als ehemalige DDR zusammen zu kicken, was ich ja nun mehr als 30 Jahre nach der Wende bescheuert finde, genauso wie die Bayern ja auch auf ihre eigene Regionalliga bestehen. Dann gibt es bekloppte Regeln, wonach dann eine Regionalliga plötzlich zwei mögliche Aufstiegsplätze bekommt und so ein Käse.

Ich persönlich halte ja noch immer die 3.Liga als den Grund allen Übels. Ich fand früher gab es eine wirklich vernünftige Regelung. Feste Absteiger aus Liga 1 und 2 und ab der 3.Liga wurde Deutschland geteilt. Eine Nord- und eine Südstaffel. Dann auch gerne mit 3-4 Absteigern aus jeder Staffel und entsprechend packt man dann so viele Regionalligen da drunter, dass der Meister immer aufsteigen kann. Und wenn es mal geografisch Probleme gibt, spielt halt eine Regionalliga mal eine Saison mit einer Mannschaft mehr oder weniger und gleicht das durch Absteiger dann aus.

Die Kosten sind doch für viele Vereine einfach viel zu hoch in der dritten Liga. Selbst bekannte Vereine wie Kaiserslautern oder Uerdingen sind faktisch Pleite, andere Vereine überleben nur dank Investoren. Und für ein paar hunderttausend Euro Fernsehgelder soll man sich Riesenstadien hinstellen und 800 Kilometer durch die Republik fahren. Das ist der größte Unsinn überhaupt und macht den Sport kaputt. Und es führt eben dazu, dass es zu viele Flaschenhälse gibt und sich besonders alte Traditionsvereine immer wieder verzocken, weil sie hoch wollen und dann in Relegationsspielen scheitern und untergehen.

» Klehmchen » Beiträge: 5044 » Talkpoints: 838,49 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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