Partner nur etwas erzählen, wenn dieser nachfragt?

vom 15.06.2018, 09:37 Uhr

Ich habe schon mitbekommen, dass es bei Bekannten in der Beziehung so ist, dass gerade der Mann nur etwas erzählt, wenn die Partnerin ihn gezielt fragt. Wenn er zum Beispiel alleine unterwegs war und irgendwas unternommen hat oder eingeladen war, dann sagt er nur, wie es denn gewesen ist, wenn sie direkt danach fragt. Oder auch, wenn es um die Arbeit geht. Dann muss die Frau schon fragen, wie denn sein Tag so war, um Auskünfte zu bekommen.

Mittlerweile macht sie das schon genauso und erzählt kaum noch etwas. Sie möchte da nun auch gefragt werden und meint, dass sie es quasi mit gleicher Münze zurück gibt. Ich finde das Verhalten schon ziemlich unreif und denke, dass es vielleicht einfach die Art eines Menschen ist, dass er nur etwas erzählt, wenn er ausdrücklich danach gefragt wird. Manchmal möchte man vielleicht auch gerne einfach gefragt werden.

Erzählt ihr eurem Partner durchaus auch nur etwas, wenn euch dieser gezielt danach fragt? Meint ihr, dass dies etwas ist, worüber man sich wirklich aufregen oder ärgern kann? Sollte man das dem Partner nicht einfach sagen, dass man sich wünscht, er würde auch mal etwas von sich aus erzählen? Wie würdet ihr mit solch einem Verhalten umgehen?

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich finde, dass man das von den Umständen und der Situation abhängig machen sollte. Es gibt durchaus Menschen, da erzähle ich auch nur was, wenn ich danach gefragt werde. Aber das hat eher den Hintergrund, dass ich davon ausgehe, dass diese sich für vieles aus meinem Leben eh nicht interessieren würden und ich mich oder mein Leben auch nicht so toll finde, dass ich ständig davon erzählen muss. Das betrifft aber meist irgendwelche oberflächlichen Bekanntschaften und nicht das engste Umfeld. Beim engsten Umfeld erzähle ich automatisch, was mich beschäftigt, wobei es aber auch vorkommt, dass da eben nachgefragt wird.

Ich finde, dass der Charakter auch eine Rolle spielt. Es gibt Menschen, die ticken so, dass sie Sachen nur auf Nachfrage erzählen und ansonsten meinen, dass sie ihr Umfeld mit derartigen Informationen "belästigen" würden. Es gibt aber auch Menschen, die warten lieber, bis von sich aus was erzählt wird, weil sie nicht nachfragen wollen in der Annahme, dass man ansonsten in einen Fettnapf treten würde. Daher sollte man das bei seinem Verhalten und den Überlegungen berücksichtigen.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich habe mit meiner Frau immer viel zu erzählen und wir hören uns beide auch gut zu. Nachfragen gehört da zwar auch mit dazu, aber das liegt jetzt nicht daran, dass wir beide etwa Maulfaul wären, sondern vielleicht auch mal vergessen haben, etwas zu erzählen.

Manche Themen sparen wir in unseren Erzählungen aber dennoch aus, wie wenn ich mal beim Fußball war und sie derweil ihre Lieblingsserie geguckt hat, dann ist das für den jeweils anderen nicht so wichtig. Aber sich nur auf Nachfrage unterhalten, das wäre für mich unerträglich, weil es dann wahrscheinlich nicht mehr lange dauert, dass man sich bald nichts mehr zu sagen hat.

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» fränki » Beiträge: 150 » Talkpoints: 41,77 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Mein Partner und ich sprechen viel miteinander. Klar kommt es auch mal vor, dass man den anderen etwas fragt, aber es wäre schon komisch, wenn man sonst so gar nichts mehr zu sagen hätte. Natürlich fragen wir den Anderen, wie sein Tag war und was sonst so passiert ist, aber die Gespräche bestehen nicht nur aus Fragen. Häufig kommen durch unsere Tiere Gespräche auf oder durch gemeinsame Projekte, die wir gerade gestartet haben.

Ich kann auch über alles mit meinem Partner reden und es gibt ein gegenseitiges Interesse für Gespräche. Bei Filmen quatschen wir jetzt nicht die ganze Zeit, aber im Garten oder unterwegs haben wir uns schon viel zu erzählen. Viele Gespräche bauen ja auch auf Fragen auf oder beinhalten einige Fragen, die beantwortet werden. Ohne Fragen würde es wohl auch nicht funktionieren, ein ordentliches Gespräch zu führen.

Es gibt natürlich auch Themen, die meinen Partner oder mich weniger interessieren und man dann vielleicht eher nicht nochmal genauer nachfragt. Aber ansonsten bin ich sehr froh darüber, dass mein Partner und ich nicht andauernd schweigend nebeneinander sitzen. Ich glaube man lebt sich auch schnell auseinander, wenn man sich gar nichts mehr zu sagen hat. Ständig sprechen muss jetzt auch nicht sein, es sollte einfach ausgewogen sein.

» Ela123 » Beiträge: 871 » Talkpoints: 5,02 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Man muss ja nicht immer alles erzählen und manches ist für das Gegenüber auch sicherlich langweilig. Wenn ich nun beispielsweise in der Stadt war reicht es bei der Erzählung sicherlich aus zu sagen, dass ich ein Eis gegessen habe und nicht welche Sorten, also alles muss man sicherlich nicht erzählen, aber dennoch sollte man mit seinem Partner im Dialog sein, sich austauschen und das scheint hier nicht mehr der Fall zu sein. Anschweigen kann man sich aber auch mit anderen Menschen, da muss man kein Paar sein. Für eine Partnerschaft gehört für mich ein gewisser Austausch an Worten dazu und sich auch mal ungefragt etwas zu erzählen, natürlich auch nicht nerven, aber miteinander kommunizieren.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Sagen wir so, ich quatsche meinen Freund jetzt nicht mit dem gesamten Tagesablauf zu, wenn wir uns sehen. Bestimmt nicht. Der würde mir wahrscheinlich auch einen husten, wenn ich da irgendwie jeden Tag dem die ganzen Storys von der Arbeit erzählen würde. Umgekehrt möchte ich auch nicht von ihm wissen, welche ältere Dame oder älterer Herr auf der Arbeit verstorben ist oder sowas. Da er in der Pflege arbeitet.

Manchmal vergisst man aber auch einfach nur, etwas zu erwähnen, was einem schon wichtig ist. Dann kommt ein Stichwort oder ein Wort, welches dazu führt, dass man dann entsprechend weiter erzählt. Es ist also wirklich auch vollkommen in Ordnung, so denke ich, wenn man sich nicht immer alles erzählt. Da fällt ja keiner von um, solange es die wichtigen Angelegenheit sind, worüber man redet. Was auf der Arbeit passiert, vergisst man mal im Stress und das kommt dann manchmal auch bei uns erst Tage später auf den Plan.

Viel schlimmer finde ich, dass ich gestern von einem Familienmitglied angerufen wurde und mir gesagt wurde, dass jemand in meiner Familie verstorben ist, aber das wohl bemerkt schon vor zwei Wochen. Man sich dann gemeldet hat, um mal zu fragen, wieso von mir keinerlei Reaktion kam. Und ich wunderte mich schon, wieso ich so eine dumme Antwort von meinem Cousin bekam, als ich fragte, was Papa machen würde und er dann antwortete „willst du mich verarschen?“.

Sowas finde ich viel schlimmer, als das ich mal vergesse, was zu erwähnen oder meinem Freund zu sagen, heute musste zweimal auf der Arbeit wieder die Polizei kommen. Das ist dann sowas, womit ich problemlos leben kann. Er lenkt manchmal auch ein und sagt dann, wenn was besonderes auf der Arbeit passiert ist, die eine Oma wieder das ganze Haus auf Trab gehalten hat und durch das Altenheim die Leute erschrecken war.

Man muss sich nicht immer direkt und sofort alles erzählen. Manchmal passiert es, dass es vergessen wird, anderes kommt so zwischendrin mal zum Thema und wichtigere Themen werden eben schnell besprochen.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 6121 » Talkpoints: 1,40 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Bei uns ist es immer ein Mix. Wir reden eigentlich immer sehr viel miteinander und erzählen uns auch viel. Aber es kommt auch immer darauf an, was wir gemacht haben und um was es geht und worauf wir Lust haben. Von der Arbeit erzählen wir uns nicht jeden Tag. Der Ablauf ist ja doch mehr oder weniger immer gleich und oft gibt es da nichts Spannendes zu erzählen. Und viel kann man auch nicht immer berichten, wenn man nicht in die Tiefe gehen will. Manche Sachen kann man schwer erklären, wenn man nicht ausschweift. Und das wäre für den Partner ja total langweilig.

Von der Arbeit berichten wir uns also eher dann, wenn etwas wirklich Spannendes passiert ist. Wenn das der Fall ist, erzählen wir uns das aber auch von selbst, ohne dass der andere dann erst noch nachfragen muss. Ansonsten fragen wir uns eher gegenseitig, wie unser Tag war, ohne groß von der Arbeit zu berichten. Ich fände es einfach unnötig, den Partner jeden Tag über die Arbeit auszufragen, wenn es mehr oder weniger immer das gleiche ist und nichts Interessantes passiert ist. Und mir geht es selbst auch so, dass ich froh bin, wenn ich nach Feierabend etwas von der Arbeit abschalten kann und nicht die ganze Zeit noch darüber reden muss.

Wenn wir beide spät zu Hause sind und beim Essen etwas Interessantes im Fernsehen kommt, der Tag aber eher langweilig war, kann es schon passieren, dass wir weniger reden und uns dann eben auf die Serie konzentrieren. Das finde ich aber alles nicht schlimm. Unter der Woche passiert eben nicht so viel Spannendes und oft sind wir auch zu schlapp für lange, tiefgründige Gespräche. Das holen wir in der Regel aber immer am Wochenende nach.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Die Situation kenne ich schon ewig. Ich musste meinem Partner schon immer jegliche Information regelrecht aus der Nase ziehen. Mittlerweile schweigen wir uns größtenteils an, aber auch nur, weil er nicht bei mir nachfragt. Aber mal ehrlich, die Tage laufen eigentlich immer relativ gleichförmig ab, es gibt wenig Neues und auch wenig Änderung im normalen Alltag, warum sollten wir also gegenseitig nachfragen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12558 » Talkpoints: 4,06 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ach, wie mühselig wäre das, wenn man immer nachfragen muss, nur um irgendwas zu erfahren. Mir würde da echt auch die Lust vergehen. Es ist durchaus schön, wenn der Partner nach Hause kommt und einfach von dem erzählt, was ihn so bewegt oder was so passiert ist.

Wir schreiben und zwischendurch dazu manchmal schon Nachrichten und fragen dann persönlich gezielter nach oder man erzählt eben von sich aus. Manchmal vergisst man in der Hektik des Alltags einfach das Erzählen von sich aus und da finde ich es nicht dramatisch, wenn der andere nochmal nachfragt.

Aber wenn nun einer stets nur dann erzählt, wenn eine Nachfrage kommt. Da hat man doch permanent das Gefühl, dass man neugierig ist und den anderen gängelt. Das muss ja nun nicht sein. Und wenn von dem dann auch nie eine Nachfrage kommt, dann würde ich es als Desinteresse werten.

Wir unterhalten uns fast jeden Abend über das Erlebte. Wenn einer nun mal nichts erlebt hat, dann gibt es an dem Tag eben über dieses Thema weniger zu reden. Und selten gibt es Tage, wo wir so müde sind, dass wir gar nicht dazu kommen, auch noch über Aufreger im Alltag zu reden.

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» winny2311 » Beiträge: 15151 » Talkpoints: 3,18 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


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