Mit Langzeitarbeitslosigkeit gut arrangieren können?

vom 26.05.2016, 22:11 Uhr

Nur sind es eben keine Studenten, sondern eben oft Chronisch Kranke, die keine weiten Strecken laufen können, nicht mehr so viel heben können und und zumindest teilweise unter starken Schmerzen leiden.

Dafür haben sie ja doppelt so viel Geld zur Verfügung, hätten wahrscheinlich ihr halbes Arbeitsleben etwas zurück legen können statt das Einkommen zu verschleudern, hätten eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können. Und in den wirklich schlimmen Fällen gibt es ja auch so etwas wie Erwerbsunfähigkeit und Behinderungen. Chronisch Kranke können auch Gleichgesinnte, Freunde und Familie haben, sofern sie keinen unerträglichen Charakter haben. Das wird allerdings in dem ein oder anderen Fall der Knackpunkt sein. Aber da hilft auch staatliche Hilfe nichts.

Aber wie soll man so etwas auch als Theoretiker wissen, der seine Aussagen bisher im realen Leben offenkundig noch nie in der Praxis überprüfen musste.

In der Praxis lebe ich sehr bequem und liege bei vielen Ausgaben unter dem Hartz-IV-Budget. Besonders schmerzhafte Einschränkungen wären bei mir nicht nötig, um komplett unter den Regelsatz zu kommen. Unterstützung vom Staat würde ich allerdings sehr wahrscheinlich nie mehr bekommen.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich hatte in der Zeit, in der ich noch arbeitsfähig war, vielleicht 200 bis 300 Euro mehr als jetzt. Dafür hatte ich auch höhere Stromkosten, mehr Kosten für Ernährung, mehr Kosten für Kleidung. Dafür sind nun meine Strom- und Heizkosten höher.

Ein Student zieht in der Regel von seinem Kinderzimmer in eine Studentenbude. Die Ansprüche sind also ganz andere. Als ich erwerbsunfähig wurde, lebte ich seit über 15 Jahren in einer eigenen Wohnung. Hatte Hobbys und ich hatte damals ein Auto. Vom Auto habe ich mich bald verabschieden müssen. Die Wohnung lag vom Mietpreis her im Satz. Mittlerweile musste ich umziehen, aber nicht weil ein Amt das wollte. Meine Wohnung ist wesentlich kleiner als die alte Wohnung und ich vermisse den Platz.

Worauf ich an sich hinaus wollte, einen Student, der gerade aus dem Kinderzimmer auszieht und jemand, der seit Jahren, teilweise Jahrzehnten alleine lebt und einen gewissen Lebensstandard hat zu vergleichen, funktioniert nicht unbedingt.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hatte ich. Die zahlt nicht. Wobei das eh nur ein paar Euros wären, weil ich nicht lange genug einbezahlt habe. Unter anderem weil mein Gehalt für so Sachen nicht hoch genug war. Heute würde ich mit 18 Jahre da wahrscheinlich auch anders entscheiden.

Meine Rente liegt unter dem aktuellen Arbeitslosengeld 2 Satz. Dank einer netten Gesetzesänderung steht mir zur Zeit noch nicht mal Arbeitslosengeld 2 zu. Sollte ich aber umziehen wollen, brauche ich vom Sozialamt eine Umzugsgenehmigung, obwohl die zurzeit gar keine Leistungen an mich bezahlen.

Was haben aber nun Freunde und Verwandte von chronisch Kranken mit Langzeitsarbeitslosigkeit zu tun? Ich habe Familie, ich habe auch Freunde. Ok ich habe wenig Freunde, die ich noch aus der Zeit vor meiner Erwerbsunfähigkeit kannte.

Fakt ist trotzdem, dass die meistens Arbeitslosengeld 2 Bezieher gar nicht arbeitsfähig sind. Ein Großteil ist minderjährig. Dann kommen noch Rentner dazu - sowohl Altersrentner mit zu wenig Rente, wie auch Erwerbsminderungsrentner. Dann sind die alleinerziehenden Elternteile von Kinder unter 3 Jahre auch noch mit dabei. Der Anteil der arbeitsfähigen Leistungsbezieher der übrig bleibt - ich tendiere immer mehr dazu, einfach zu sagen, man soll offen sagen, wenn man nicht arbeiten möchte und bezieht dann 20 Euro weniger im Monat. Würde den Staat enorm viel Geld sparen. Denn die Bemühungen jeden wieder in eine Tätigkeit zu bringen, kostet ebenfalls enorm viel Geld.

Und wer wirklich meint, dass man auch mit einem niedrigen Gehalt leben kann und das mit dem Arbeitslosengeld 2 Bezug vergleicht - würdet ihr euch vor einem Amt bis auf die Unterhosen ausziehen wollen? Wildfremde Menschen in euren Krankenakten schnüffeln lassen? Wildfremden Menschen erklären müssen, was mit er Erbschaft von 300 Euro geschehen ist? Wollt ihr belegen müssen, für was ihr ein Auto braucht und wenn es ein besseres Auto ist, dieses für einen Bruchteil seines Wertes verkaufen müssen, um mit einem reparaturanfälligem Auto weiter zu fahren?

Und wenn man nicht das reguläre Arbeitslosengeld 2 nach dem SGB 2 bekommt, sondern nicht arbeitsfähig ist und Leistungen nach dem SGB 12 bekommt, kommen noch viel mehr Einschränkungen dazu.

Wenn mir jemand sagt, er sei schon länger arbeitslos und man passe sich an, dann hinterfrage ich eventuell warum derjenige nicht arbeiten möchte. Wenn man zuhört, kommen da nämlich wirkliche Schicksale bei raus. Wie bereits erwähnt lebe auch ich zum Teil von Sozialleistungen und habe auch durchaus Kontakt zu Menschen, die aus welchen Gründen auch immer im Leistungsbezug sind. Ja man arrangiert sich mit manchem.

» LittleSister » Beiträge: 10484 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ist das jetzt ironisch gemeint? Nur mal als Beispiel: Für den Posten "Strom, Wohnungsinstandhaltung, Möbel und Renovierung" sind meines Wissens nach zum Beispiel 30 Euro veranschlagt. 30... Im Regelfall zahlt man doch für Strom deutlich mehr. Von diesen dreißig Euro müsste dann auch noch gespart werden. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Und wie man von dem Satz "massenweise Markenklamotten" kaufen kann, möchte ich sehen.

Was würde denn passieren, wenn jemand höhere Stromkosten als 30 Euro im Monat hat? Werden die dann auch vom Amt übernommen oder muss der Mieter dann zusätzlich noch etwas zahlen? Oder wird da geschaut, dass Kaltmiete und Energiekosten insgesamt einen bestimmten Level nicht überschreiten?

Ich kenne auch Leute, die länger von Hartz 4 leben mussten, da hat kein einziger in Saus und Braus gelebt und ganz sicher nicht mit teurer Markenkleidung, dem neuesten Smartphone oder sonstigen finanziellen Eskapaden jonglieren können. Aber um das einzuschätzen, muss man auch mal aus seiner Heilen Welt respektive peergroup hinaus bzw. ein wenig alternative Lebenserfahrung sammeln, sonst glaubt man am Ende noch, was RTL 2 und Co. an Feindbildern vermitteln.

Man braucht das doch auch nicht, oder? Benötigt man denn Markenkleidung? Braucht man das neueste Smartphone? Muss es überhaupt ein Smartphone sein oder reicht auch das alte Handy?
Ob man sich mit dauerhafter Arbeitslosigkeit arrangieren kann? Man kann sich mit allem arrangieren, wenn man keine Wahl hat, aber zufrieden werden vermutlich die wenigsten. Mir zumindest war persönlich niemals ein Fall bekannt, der sich mit so einem Schicksal wohlgefühlt hätte. Das heißt natürlich nicht, dass es solche Menschen nicht gibt, ich denke aber nicht, dass diese die Mehrheit darstellen.

Ich denke schon, dass man sich damit arrangieren kann. Ich kenne mehrere Beispiele, auch aus meiner Verwandtschaft, wo Leute seit mehr als 10 Jahren arbeitslos sind. Ich finde nicht, dass die nun alle einen Treffer weg haben oder chronisch krank sind. Sicher mag es das geben, aber ich glaube nicht, dass die ihr Leben nun ganz schrecklich finden. Die haben auch Spaß, unternehmen etwas, haben Hobbys, treffen sich mit Freunden usw.
Ich zahle für Strom weniger. Allerdings läuft der Fernseher keine 12 Stunden am Tag, sondern vielleicht eine. Vielleicht macht das den Unterschied aus. Den Strom für Fernsehen würde ich sowieso zum Unterhaltungsbudget rechnen.

Ich zahle auch weniger, aber bei mir läuft der Fernseher schon mal 12 Stunden, weil ich immer vorm Fernseher einschlafe und da ist der sowie das Licht im Raum die ganze Nacht an. Trotzdem habe ich an Nebenkosten insgesamt, also auch mit Wasser, nur 30 Euro. Und ich bekomme jedes Jahr bei der Betriebskostenabrechnung etwas zurück. Vielleicht gibt es da einfach große regionale Unterschiede. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Für Wohnungseinrichtung sind es noch einmal zusätzlich 30 Euro. Das sind 360 Euro im Jahr und das reicht, wenn man sich nicht alle 3 Jahre komplett neu einrichtet. Im Zweifelsfall kann man sich auf dem Gebrauchtmarkt bedienen.

Finde ich eigentlich auch. Was will man andauernd neue Möbel kaufen? Und man muss ja auch nicht immer die teuersten Möbel nehmen, es gibt beispielsweise bei IKEA doch auch viele günstige Sachen oder bei Einrichtungsdiscountern. Mein Sofa hat beispielsweise 200 Euro gekostet und das habe ich schon seit über 10 Jahren.

Und wer wirklich meint, dass man auch mit einem niedrigen Gehalt leben kann und das mit dem Arbeitslosengeld 2 Bezug vergleicht - würdet ihr euch vor einem Amt bis auf die Unterhosen ausziehen wollen? Wildfremde Menschen in euren Krankenakten schnüffeln lassen? Wildfremden Menschen erklären müssen, was mit er Erbschaft von 300 Euro geschehen ist? Wollt ihr belegen müssen, für was ihr ein Auto braucht und wenn es ein besseres Auto ist, dieses für einen Bruchteil seines Wertes verkaufen müssen, um mit einem reparaturanfälligem Auto weiter zu fahren?

Ich weiß, jetzt kommt bestimmt wieder gleich der Vorwurf, dass ich ja so eintönig und langweilig lebe und dass das andere ja nicht auch so machen müssen. Finde ich übrigens nicht, dass ich eintönig lebe. Aber ich käme damit gut hin. Wenn ich nicht beruflich so viel fahren müsste und somit weniger für Sprit ausgeben würde, da würden mir in der Woche 30 Euro reichen. Früher im Studium hatten mir meine Eltern pro Woche immer 50 Euro mitgegeben und davon hatte ich meistens noch die Hälfte am Ende der Woche übrig. Das habe ich dann zurückgelegt, etwa für Klamotten oder Extras. Und selbst dann wäre ich im Monat ja nur bei 200 Euro Ausgaben, beim ALG II bekommt man ja aber 365 Euro, also fast das Doppelte.

Mit dem Auto würde ich mir wahrscheinlich etwas einfallen lassen. Das kann man ja auf jemand anderen ummelden beispielsweise. Dass es unangenehm ist, anderen so viel von sich sagen zu müssen, das verstehe ich. Aber auf der anderen Seite will man ja auch was haben. Man ist ja Bittsteller, möchte Geld erhalten. Denn ich denke, dass es viele dann unfair finden würden, wenn jemand nicht nur 300 Euro erbt, sondern 30.000 und dennoch ALG II bezieht. Da würde auch jeder sagen, dass das doch nicht geht und dass das kontrolliert werden muss.

Mir ist auch klar, dass es schwer ist, sich umzugewöhnen, wenn man einen anderen Lebensstandard hatte. Sich dann an eine kleinere Wohnung zu gewöhnen oder allgemein an eine andere Lebensführung ist blöd, ganz klar. Aber ich denke auch, man sollte sich generell im Leben darauf vorbereiten, dass es auch mal passieren kann, dass man keinen Job mehr hat und sich da absichern. Und das heißt dann vielleicht auch, dass man seinen Lebensstandard so reguliert, dass man etwas hat, um sich abzusichern und nicht jede Lohnerhöhung auch ausgibt.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Was würde denn passieren, wenn jemand höhere Stromkosten als 30 Euro im Monat hat? Werden die dann auch vom Amt übernommen oder muss der Mieter dann zusätzlich noch etwas zahlen? Oder wird da geschaut, dass Kaltmiete und Energiekosten insgesamt einen bestimmten Level nicht überschreiten?

Stromkosten, so lange sie nicht zum Heizen verwendet werden, sind im Regelbedarf enthalten. Da gibt es für jeden Arbeitslosengeld 2 Bezieher den selben Satz. Im Moment sind das 404 Euro. Die Kosten der Unterkunft werden übernommen, die Nebenkosten und die Heizkosten und dann gibt es eben noch die 404 Euro, von denen man alles andere bezahlen muss.

Im Internet kursieren diverse Listen, wie der Regelbedarf angedacht ist. Da stehen zum Beispiel eben Heizkosten X Euro drin. Das gilt aber dann bundeseinheitlich. Wohnt man in einer Gegend mit hohen Stromkosten und will den Anbieter nicht wechseln, hat man eben Pech gehabt.

Ich zahle auch weniger, aber bei mir läuft der Fernseher schon mal 12 Stunden, weil ich immer vorm Fernseher einschlafe und da ist der sowie das Licht im Raum die ganze Nacht an. Trotzdem habe ich an Nebenkosten insgesamt, also auch mit Wasser, nur 30 Euro. Und ich bekomme jedes Jahr bei der Betriebskostenabrechnung etwas zurück. Vielleicht gibt es da einfach große regionale Unterschiede. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Du bist aber nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche daheim. Brennt wirklich jede Nacht das Licht so lange und läuft täglich der Fernseher so lange? Dann kochst du nicht selbst. Die Stromkosten zum Kochen sind nicht zu verachten. Wenn man selber kocht, muss man auch mehr spülen, weil einfach mehr Geschirr anfällt. Wenn man noch dazu wenig Geld hat, kocht man automatisch selber und isst selten außer Haus. Ich kann mir mein Wasser zum Spülen vergolden lassen, da ich warmes Wasser über Strom beziehe.

Finde ich eigentlich auch. Was will man andauernd neue Möbel kaufen? Und man muss ja auch nicht immer die teuersten Möbel nehmen, es gibt beispielsweise bei IKEA doch auch viele günstige Sachen oder bei Einrichtungsdiscountern. Mein Sofa hat beispielsweise 200 Euro gekostet und das habe ich schon seit über 10 Jahren.

Von dem was man ansparen sollte oder was zum Ansparen vorgesehen ist, müssen aber auch kaputte Elektrogeräte ersetzt werden. Und wenn man Pech hat und kurz hintereinander Kühlschrank, Herd und Waschmaschine kaputt gehen, kommt man mit 360 Euro nicht weit. Selbst wenn man gebrauchte Geräte kauft. Wobei wir bei gebrauchten Geräten dann wieder beim Strombedarf sind. Alte Elektrogeräte fressen relativ viel Strom.

Für die Erstausstattung kann man zusätzliche Leistungen bekommen. Hat man aber bereits einen Haushalt und es geht was kaputt, dann muss das vom Regelbedarf bezahlt werden. Und die Erstausstattung ist auch nur das Nötigste.

Zu deinem letzten Absatz Zitronengras - ich sehe dich nicht als eintönig. Trotzdem habe ich ein paar Fragen, die ich nicht anklagend meine. Würden dir 30 Euro in der Woche auch reichen, wenn du davon sieben Tage die Woche dein Essen und deine Getränke davon bezahlen müsstest? Wenn ich mich recht entsinne, kochst du gar nichts selber. Was ja an sich dann auch Mehrkosten beim Essen bedeutet.

Deine Studienzeit ist ja auch schon eine Zeit lang rum. Heute bekommt man nicht mehr so viel für 50 Euro, wie noch vor ein paar Jahren. Gerade auch im Lebensmittelbereich.

Kann man sich wirklich darauf einstellen, von jetzt auf gleich durch Krankheit nicht mehr arbeiten zu können? Also so gar nicht mehr arbeiten können. In der Regel ist es bei einem Arbeitslosengeld 2 Bezieher so, dass er vorher ja schon ein Jahr arbeitslos war. Arbeitslosengeld 1 wesentlich höher ist, als Arbeitslosengeld 2. Zumindest wenn man vorher nicht am Existenzminimum verdient hat. Da wächst man langsamer rein, als wenn man von jetzt auf gleich eine Rente unter dem Arbeitslosengeld 2 Satz hat.

Und da die Ämter mittlerweile bei allen Ämtern nachfragen dürfen, kommt recht bald raus, dass du ein Auto hattest, welches nun auf jemand anderen angemeldet ist. Das wird dann als Schenkung angesehen und wird dir erst mal gekürzt. Entweder bekommst du X Monate gar kein Geld, bis der Wert aufgebraucht ist oder man zieht dir jeden Monat einen bestimmten Betrag ab.

Ich selber hatte bisher Glück mit den Ämtern. Oder sagen wir es mal so, es hielt sich in Grenzen. Aber wenn man mal ein wenig außerhalb Talkterias in Foren liest, da ist es nicht mit einem Du willst ja Geld und damit musst du dich eben ausziehen getan. Angefangen bei jemand der komplett ungeeignet ist konstant zu Computerkursen zu schicken oder Leute, die topfit am Computer sind in solche Lehrgänge schicken.

Ganz krass fand ich auch die Geschichte, in der ein Leistungsbezieher bei Abgabe der Kontoauszüge beschuldigt wurde, er hat keine Abbuchung von EC-Karten Zahlungen in Supermärkten drauf und bekommt deshalb von irgendwem Geld, mit dem er Lebensmittel bezahlt - es geht absolut keinen an, WIE ich meine Lebensmittel bezahle.

Ich bekomme eine Rente. Eine Rente, die mittlerweile auf Lebenszeit bewilligt ist. Man kann doch davon ausgehen, dass die Rentenversicherung weiß, was sie macht. Da hat ein Sozialamtmitarbeiter nicht mehr nach Diagnosen und Behandlungen zu fragen. Da ist einfach irgendwo eine Grenze. Und auch die Art der Behandlung geht höchstens die Rentenversicherung was an.

Das Sozialamt hat mich vor Jahren aufgefordert ein Schriftstück zu unterschreiben, in denen ich quasi den Staat zu meinem Erben mache. Das war das einzige Mal wo ich mich wirklich geweigert habe. Schlussendlich kam raus, dass sie bei alleinstehenden Leistungsbeziehern Probleme habe, falls der Leistungsbezieher stirbt und da zu viel Zahlungen veranlasst wurden. War für mich mit einem ich sage meinem Bruder, der mein Erbe wäre, klipp und klar, dass er solchen Forderungen umgehend nachgehen soll. Damit war die Dame zufrieden.

» LittleSister » Beiträge: 10484 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Worauf ich an sich hinaus wollte, einen Student, der gerade aus dem Kinderzimmer auszieht und jemand, der seit Jahren, teilweise Jahrzehnten alleine lebt und einen gewissen Lebensstandard hat zu vergleichen, funktioniert nicht unbedingt.

Wenn man versucht, seinen Lebensstandard zu halten oder wenn man den Lebensstandard immer so hoch wählt, dass man mit dem aktuellen Gehalt gerade so über die Runden kommt, dann hat man natürlich große Schwierigkeiten.

Die Studenten habe ich auch ins Spiel gebracht, weil die sehr kreativ sind, wenn es darum geht, möglichst viel Leben aus wenig Geld auszuquetschen. Da kann man sich wirklich etwas abschauen. Ich nutze immer noch den ein oder anderen Trick, den ich damals gelernt habe, und spare da bestimmt ein paar Hundert Euro im Jahr.

Was haben aber nun Freunde und Verwandte von chronisch Kranken mit Langzeitsarbeitslosigkeit zu tun?

Familie und Freunde können Rückhalt bieten und bei vielen Dingen auch ohne direkte finanzielle Hilfe so unter die Arme greifen, dass man schnell mal eine zweistellige Summe im Monat spart. Das kann zum Beispiel die Unterstützung beim Einkaufen sein, das Verschenken von alten, noch nutzbaren Haushaltsartikeln oder regelmäßiges, gemeinsames (und damit günstigeres) Kochen. Selbst ohne Notlage sind solche Dinge bei uns im Freundeskreis und erst Recht in der Familie selbstverständlich.

Und wer wirklich meint, dass man auch mit einem niedrigen Gehalt leben kann und das mit dem Arbeitslosengeld 2 Bezug vergleicht - würdet ihr euch vor einem Amt bis auf die Unterhosen ausziehen wollen?

Nein, das würde ich nicht wollen und ich bin ganz froh, dass die Wahrscheinlichkeit, in diese Situation zu kommen, sehr gering ist. Ich müsste schließlich mindestens 20 Jahre von meinem Vermögen leben, um überhaupt irgendeinen Anspruch zu haben. Und bald erreiche ich den Punkt, dass das Vermögen unendlich lange halten könnte, wenn ich nur den Hartz-IV-Satz entnehme.

Ich bin auch für das bedingungslose Grundeinkommen und gegen jegliche Sanktionen bei Langzeitarbeitslosen. Allerdings würde dieses Grundeinkommen ja auch nicht über dem heutigen Hartz-IV-Satz liegen können. Die finanziellen Aspekte würden also gleich bleiben.

Von dem was man ansparen sollte oder was zum Ansparen vorgesehen ist, müssen aber auch kaputte Elektrogeräte ersetzt werden. Und wenn man Pech hat und kurz hintereinander Kühlschrank, Herd und Waschmaschine kaputt gehen, kommt man mit 360 Euro nicht weit. Selbst wenn man gebrauchte Geräte kauft.

Ich habe mal eine komplette, gebrauchte Küche inklusive Möbel für unter 100 Euro gekauft. Ja, da waren alte Geräte dabei, die etwas mehr Strom brauchen, aber bei dem Budget kann man die Mehrkosten dafür noch berücksichtigen. Ich habe auch über ein Jahr nur mit einer alten, geschenkten Kochplatte und einem Pizzaofen für 20 Euro gekocht. Das war schon eine kleine Einschränkung, aber viele Rezepte konnte man selbst für zwei Personen ganz gut kochen.

Das Geld im Budget muss man logischerweise konsequent zurücklegen. Dann hat man auch genug Mittel zur Verfügung, wenn mehrere Geräte gleichzeitig kaputt gehen. Das Problem wird eher dann entstehen, wenn man das Geld immer ausgibt, auch wenn gar kein Bedarf da ist und man dann im Falle des Falles mit leeren Taschen da steht.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Du bist aber nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche daheim. Brennt wirklich jede Nacht das Licht so lange und läuft täglich der Fernseher so lange? Dann kochst du nicht selbst. Die Stromkosten zum Kochen sind nicht zu verachten. Wenn man selber kocht, muss man auch mehr spülen, weil einfach mehr Geschirr anfällt. Wenn man noch dazu wenig Geld hat, kocht man automatisch selber und isst selten außer Haus. Ich kann mir mein Wasser zum Spülen vergolden lassen, da ich warmes Wasser über Strom beziehe.

Nein, ich bin nicht den ganzen Tag da. Aber wenn ich da bin, läuft eigentlich immer der Fernseher und ich schlafe auch fast immer daheim vor dem laufenden Fernseher ein. Es stimmt, dass ich nicht koche. Aber ich bezahle dann ja für das Auswärtsessen. Also wenn ich beispielsweise mir Brötchen von der Imbissbude hole oder Döner usw. – das habe ich in die 30 Euro in der Woche mit einkalkuliert.

Zu deinem letzten Absatz Zitronengras - ich sehe dich nicht als eintönig. Trotzdem habe ich ein paar Fragen, die ich nicht anklagend meine. Würden dir 30 Euro in der Woche auch reichen, wenn du davon sieben Tage die Woche dein Essen und deine Getränke davon bezahlen müsstest? Wenn ich mich recht entsinne, kochst du gar nichts selber. Was ja an sich dann auch Mehrkosten beim Essen bedeutet.

Also ich habe den Vorteil, dass ich manchmal kostenfreies Essen erhalte, etwa in der Arbeit. Wenn ich selbst etwas kaufe, dann sind das Fischbrötchen oder Döner, Subway-Sandwiches, bin auch manchmal bei McDonalds oder hole mir Würstchen vom Fleischer, die ich gerne so esse. Wenn ich einkaufen gehe, hole ich eher Lebensmittel, die man entweder kalt isst oder im Toaster warm machen kann. Auch esse ich gerne diese chinesischen Nudeln aus dem Becher oder Früchte, mal einen Joghurt, das verarbeite ich nicht großartig weiter. Wenn ich bei meinem Freund bin, dann gibt’s auch mal ein Mikrowellengericht oder ich esse sehr gerne Haferflockenbrei, den man ja kochen muss. Da ich kein Wasser trinke, müsste ich mir Limos kaufen oder eben etwas mit Geschmack.

Wenn ich das jetzt mal für einen Tag zusammenrechnen würde, dann könnte das so aussehen: früh esse ich nie etwas, mittags vielleicht ein Döner (3 Euro), abends dann vielleicht noch zwei oder drei Würstchen (hab mir z.B. vorhin welche geholt, da haben zwei Stück 1,50 gekostet) oder eine Packung Milch (60 Cent). Wobei das dann aber für einen Tag fast schon wieder viel wäre, weil ich so dazu neige, zuzunehmen, da würde ich vermutlich, da ich nicht zunehmen will, außer einem Döner nichts weiter an dem Tag essen. Tja blöde Gene halt. D.h. ich würde an einem gefräßige Tag rund 5 Euro ausgeben, und an einem figurfreundlichen Tag vielleicht 3 Euro. Wäre dann also in der Woche zwischen 21 und 35 Euro und im Monat zwischen 90 und 140 Euro. Wenn man da sparen wöllte, könnte man sagen, Döner lasse ich sein, ich hole mir Hack aus dem Sonderangebot und bruzzle das mit noch etwas anderen Zutaten.

Ich habe nicht den Eindruck, dass ich da auf etwas verzichte oder dass das ungesund wäre. Ich trinke ja auch gerne Milch - dann einen ganzen Pack meistens - oder esse mal Käse, kaufe auch mal Früchte, aber ich koche halt nicht, ich verarbeite das nicht großartig weiter. Wobei ich ja auch ohne Probleme deutlich mehr für Essen ausgeben könnte, aber ich würde das dann als herausgeschmissenes Geld betrachten, da ich damit zufrieden bin und nicht das Bedürfnis nach mehr habe.

Deine Studienzeit ist ja auch schon eine Zeit lang rum. Heute bekommt man nicht mehr so viel für 50 Euro, wie noch vor ein paar Jahren. Gerade auch im Lebensmittelbereich.

Na ja ganz so lange ist es auch nicht her, das war vor sechs Jahren.

Kann man sich wirklich darauf einstellen, von jetzt auf gleich durch Krankheit nicht mehr arbeiten zu können? Also so gar nicht mehr arbeiten können. In der Regel ist es bei einem Arbeitslosengeld 2 Bezieher so, dass er vorher ja schon ein Jahr arbeitslos war. Arbeitslosengeld 1 wesentlich höher ist, als Arbeitslosengeld 2. Zumindest wenn man vorher nicht am Existenzminimum verdient hat. Da wächst man langsamer rein, als wenn man von jetzt auf gleich eine Rente unter dem Arbeitslosengeld 2 Satz hat.

Aber auch bei kranken Menschen läuft das doch nicht so oder? Wenn etwas ist, dann ist man krankgeschrieben und wenn das länger als (ich weiß es nicht genau) sechs Wochen dauert, kommt statt der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers das Krankengeld 78 Wochen lang und erst danach ALG II. Ich könnte mir vorstellen, dass man das schon ahnt, dass man vielleicht bei schlimmen Verschleißerscheinungen beispielsweise nicht mehr arbeiten geht und sich mental darauf vorbereiten kann.

Und da die Ämter mittlerweile bei allen Ämtern nachfragen dürfen, kommt recht bald raus, dass du ein Auto hattest, welches nun auf jemand anderen angemeldet ist. Das wird dann als Schenkung angesehen und wird dir erst mal gekürzt. Entweder bekommst du X Monate gar kein Geld, bis der Wert aufgebraucht ist oder man zieht dir jeden Monat einen bestimmten Betrag ab.

Wie lange wird das denn angerechnet? Wenn man damit rechnet, dass man in ALG II fällt, kann man das ja vielleicht vorausschauend ein Jahr vorher schon machen. Wird das dann auch nachverfolgt?

Angefangen bei jemand der komplett ungeeignet ist konstant zu Computerkursen zu schicken oder Leute, die topfit am Computer sind in solche Lehrgänge schicken.

Die werden beim Jobcenter ihre Vorschriften haben, dass sie die Leute in solche Kurse stecken müssen. Finde ich jetzt auch gar nicht so schlimm. Da würde ich einfach mitmachen, meine Zeit absitzen, vielleicht ein paar nette Leute kennenlernen und nebenbei heimlich was Privates am PC machen.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich glaube, dass wenn jemand längere Zeit arbeitslos ist, dass es dann meistens einen Grund gibt. Und der häufigste Grund ist wohl, dass man sich selber schon aufgegeben und sich mit der Situation abgefunden hat. Was ich nicht glaube ist, dass sich die Arbeitslosen wirklich wohl in ihrer Haut fühlen.

Denn lernt man jemanden kennen oder trifft man auch alte Bekannte und Freunde, da ist doch meistens die erste Frage wie es einem geht und die zweite Frage dann, was man beruflich macht. Ich selber kann mich noch gut erinnern, als ich ebenfalls aufgrund Kinderbetreuungsschwierigkeiten ein ganzes Jahr auf Jobsuche war und fast verzweifelt bin.

Es war mir immer so etwas von peinlich, sagen zu müssen, dass ich gerade auf Jobsuche bin, dass ich schon gar nicht mehr gerne unter die Leute gegangen bin und Familienfeiern dann gemieden habe, aus Angst, mich immer rechtfertigen zu müssen.

Es ist einfach nicht sehr schön, wenn man abgestempelt wird, obwohl man sich immer um einen Job bemüht. Ich wäre sogar dafür, dass jeder, egal ob er offiziell Arbeit hat, oder eben nicht, einer geregelten Tätigkeit nachgeht, damit er überhaupt ein Geld vom AMS bekommt.

Es könnten allgemeine Tätigkeiten wie Flurreinigung etc. sein. Einfach ein gewisses Arbeitspensum pro Woche- sagen wir so ca. 20 Stunden in der Woche. Natürlich können dann Langzeitarbeitslose auch Urlaub nehmen, damit sie nicht ins Burnout kommen.

Aber so würden die Menschen selektiert werden, die wirklich Arbeit suchen und keine finden, von denen, die eigentlich Arbeit bekommen würden, aber zu Hause sitzen, weil es sich besser rentiert und weil es natürlich auch weniger mühsam ist.

Ich glaube nicht, dass man sich gut arrangieren kann damit, Langzeitarbeitslos zu sein. Man kennt das ja auch von vielen Pensionisten, dass sie sich nutzlos fühlen, wenn sie nichts mehr zu tun haben. Die Menschen brauchen eine Aufgabe und auch eine Bestätigung, die sie sich durch die Erlediung gewisser Tätigkeiten holen.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Wenn man versucht, seinen Lebensstandard zu halten oder wenn man den Lebensstandard immer so hoch wählt, dass man mit dem aktuellen Gehalt gerade so über die Runden kommt, dann hat man natürlich große Schwierigkeiten.

Wir leben aber im Zeitalter des Mindestlohn. Damit hat man als alleinstehender nicht viel mehr als ein Arbeitslosengeld 2 Bezieher. An welcher Stelle soll der seinen Lebensstandard noch anpassen?

Die Studenten habe ich auch ins Spiel gebracht, weil die sehr kreativ sind, wenn es darum geht, möglichst viel Leben aus wenig Geld auszuquetschen. Da kann man sich wirklich etwas abschauen. Ich nutze immer noch den ein oder anderen Trick, den ich damals gelernt habe, und spare da bestimmt ein paar Hundert Euro im Jahr.

Für mich heißt sich arrangieren, wie es im Threadtitel heißt, aber im Endeffekt nichts anderes. Auch Leistungsbezieher haben sehr kreative Lösungsstrategien. Ich habe für eine Bekannte im letzten Jahr innerhalb von einer halben Woche eine Umzugshelferin, Umzugskartons und Fliesen organisiert. Jede Menge praktischer Tipps hatte ich auch noch anzubieten.

Familie und Freunde können Rückhalt bieten und bei vielen Dingen auch ohne direkte finanzielle Hilfe so unter die Arme greifen, dass man schnell mal eine zweistellige Summe im Monat spart. Das kann zum Beispiel die Unterstützung beim Einkaufen sein, das Verschenken von alten, noch nutzbaren Haushaltsartikeln oder regelmäßiges, gemeinsames (und damit günstigeres) Kochen. Selbst ohne Notlage sind solche Dinge bei uns im Freundeskreis und erst Recht in der Familie selbstverständlich.

Ich überlege gerade, in welche nicht-finanziellen Dinge ich meine Leistungen investiere und die durch Familie oder Freude ersetzt werden könnten. Also wenn man rein vom normalen Leben ausgeht. Ich beziehe nämlich krankheitsbedingt auch noch Leistungen, die definitiv weder von Familie noch Freunden getragen werden könnten.

Wenn ich bei Familie oder Freunden duschen würde, könnte ich Geld sparen. Aber dann müssten die ja wieder Geld investieren. Ähnlich sieht es beim Mitkochen aus. Haushaltsgegenstände und ähnliches wurde zumindest bei mir vorher durchaus ausgetauscht. Und ansonsten gibt es an meinem Wohnort den Luxus eines Flohmarktes für Tafelkunden. Beziehungsweise auch viele meiner Kontakte über die Tafel zustande kamen. Und ich durchaus auch gefragt werde von anderen Tafelkunden, wie man wo was bekommen kann.

Allerdings würde dieses Grundeinkommen ja auch nicht über dem heutigen Hartz-IV-Satz liegen können. Die finanziellen Aspekte würden also gleich bleiben.

Der finanzielle Aspekt bliebe wahrscheinlich gleich oder ähnlich. Aber die Würde eines Menschen ist in meinen Augen eine andere. Wie viele Langzeitarbeitslose bewerben sich nur, weil sie müssen? Wie viele chronisch kranke Leistungsbezieher möchten vor dem Ämtern ihre Erkrankungen nicht preis geben und von fachunkundigem Personal begutachten lassen? Es geht auch niemanden was an, ob ich die Leistungen in einen Urlaub in den schweizer Alpen investiere und dafür den ganzen Monat hungere.

Ich habe mal eine komplette, gebrauchte Küche inklusive Möbel für unter 100 Euro gekauft. Ja, da waren alte Geräte dabei, die etwas mehr Strom brauchen, aber bei dem Budget kann man die Mehrkosten dafür noch berücksichtigen. Ich habe auch über ein Jahr nur mit einer alten, geschenkten Kochplatte und einem Pizzaofen für 20 Euro gekocht. Das war schon eine kleine Einschränkung, aber viele Rezepte konnte man selbst für zwei Personen ganz gut kochen.

Ich sehe ab und an die Angebote bei Ebay-Kleinanzeigen für meine Stadt durch. Die wirklich nötigen Dinge werden hier nicht angeboten oder die Preise liegen kaum unter dem Preis eines neuen Gerätes.

Kochplatten, Pizzaofen, Mini-Backofen etc.pp. sind sicherlich eine Lösung. Ich war froh, als ich nach ein paar Wochen ohne Herd wieder richtig kochen konnte. Das ist aber auch reine Geschmackssache und auch Gewohnheitssache. Mich kann zum Beispiel selten jemand verstehen, wenn ich nicht in eine Wohnung mit einer Pantry-Küche ziehen möchte. Ich backe für mein Leben gerne. Dafür dienen meine Plätzchen als Weihnachtsgeschenke.

Aber ich bezahle dann ja für das Auswärtsessen. Also wenn ich beispielsweise mir Brötchen von der Imbissbude hole oder Döner usw. – das habe ich in die 30 Euro in der Woche mit einkalkuliert.

Ein Döner kostet hier 3-4 Euro. Eine Bratwurst mit Brötchen 2,50 Euro bis 3 Euro. Ein warmes Mittagessen kann man für um die 5 Euro bekommen. Aber gehen wir mal von 3 Euro für etwas vom Imbiss aus. Sind wir bei 21 Euro die Woche. Und das ist nur eine Mahlzeit. Getrunken hat man dann auch noch nichts. Wie schaffst du das für 30 Euro in der Woche? Vor allem wenn du Erfrischungsgetränke Wasser vorziehst.

Aber auch bei kranken Menschen läuft das doch nicht so oder? Wenn etwas ist, dann ist man krankgeschrieben und wenn das länger als (ich weiß es nicht genau) sechs Wochen dauert, kommt statt der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers das Krankengeld 78 Wochen lang und erst danach ALG II. Ich könnte mir vorstellen, dass man das schon ahnt, dass man vielleicht bei schlimmen Verschleißerscheinungen beispielsweise nicht mehr arbeiten geht und sich mental darauf vorbereiten kann.

Jein. Wenn man durchgängig krankgeschrieben ist, kann man was um die zwei Jahre an Krankengeld beziehen. Dann aber teilweise auch mit Druck der Krankenkasse. Die drängen durchaus dazu, eine Reha-Maßnahme zu machen oder sich berenten zu lassen.

Wird man während der 78 Monate berentet, kann das schnell mal unter den Arbeitslosengeld 2 Satz fallen. Ich selber war gerade im Krankengeld drin, als mir mein Arbeitgeber im Krankenstand kündigte. Gut der Kündigungstermin wurde auf dem Papier noch mal geändert. Mit Eintritt in den Krankenstand war nicht zu erwarten, dass ich nicht mehr arbeiten gehen kann.

Ein gutes halbes Jahr nach dem offiziellen Kündigungstermin (also keine 12 Monate nach meinem letzten Arbeitstag) habe ich Rente beantragt, die rückwirkend bewilligt wurde. Und da stand ich, mit einem Einkommen unter dem Arbeitslosengeld 2 Satz, einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die sich weigerte zu zahlen und keinem Plan, was man mir an Sozialleistungen zustehen würde, die ich aus Stolz auch nicht beantragen wollte.

Wie lange wird das denn angerechnet? Wenn man damit rechnet, dass man in ALG II fällt, kann man das ja vielleicht vorausschauend ein Jahr vorher schon machen. Wird das dann auch nachverfolgt?

Zehn Jahre. Es wird explizit im Antrag gefragt, ob man innerhalb der letzten zehn Jahre geerbt hat oder Schenkungen getätigt hat.

Die werden beim Jobcenter ihre Vorschriften haben, dass sie die Leute in solche Kurse stecken müssen. Finde ich jetzt auch gar nicht so schlimm. Da würde ich einfach mitmachen, meine Zeit absitzen, vielleicht ein paar nette Leute kennenlernen und nebenbei heimlich was Privates am PC machen.

So starr, wie es scheinen mag, sind aber nicht alle Vorschriften. Teilweise haben die Sachbearbeiter da einen Handlungsspielraum. Wie sinnvoll ist es, einer jungen Frau, die in ihrem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten kann, einen Computerkurs zu verweigern, obwohl sie Interesse hat? Wie sinnig ist es, jemand mit über 50 Jahren, die nachweislich kein Interesse an Computern hat, geistig nicht ganz fit ist, mit aller Gewalt in einen solchen Kurs zu zwingen? Wer stellt bitte eine Frau über 50 Jahre ein, bei der schon im Vorstellungsgespräch klar wird, dass die Frau wirklich nett ist, aber keinen Ahnung von Computern hat, nur wegen eines Kurses ein, wenn man statt dem auch wesentlich jüngere und vor allem interessierte Mitarbeiter haben kann?

Ein Bekannter von mir, wird seit Jahren in irgendwelche 1-Euro-Maßnahmen gesteckt. Die Maßnahmen an sich sind in Ordnung. Nur läuft das seit Jahren so ab, dass sich die Einrichtungen unzählige potentielle 1-Euro-Jobber kommen lassen, die dann Monate lang ein Praktikum machen sollen, natürlich unbezahlt und dann wird jemand ausgewählt, der dann den 1-Euro-Job machen soll. Der Bekannte meinte dann mal zu seiner Sachbearbeiterin, dass er das nicht mehr machen wird. Fand sie auch in Ordnung, zeigte vollstes Verständnis und schickte ihn dann zu einer Maßnahme, in der für ein halbes Jahr Bewerber ein Praktikum machen dürfen, um dann eventuell einen 1-Euro-Job zu bekommen.

» LittleSister » Beiträge: 10484 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ein Döner kostet hier 3-4 Euro. Eine Bratwurst mit Brötchen 2,50 Euro bis 3 Euro. Ein warmes Mittagessen kann man für um die 5 Euro bekommen. Aber gehen wir mal von 3 Euro für etwas vom Imbiss aus. Sind wir bei 21 Euro die Woche. Und das ist nur eine Mahlzeit. Getrunken hat man dann auch noch nichts. Wie schaffst du das für 30 Euro in der Woche? Vor allem wenn du Erfrischungsgetränke Wasser vorziehst.

Ich war vorhin beim Fleischer und habe mir zwei Würstchen geholt, die haben nur 1,50 Euro gekostet, da lüge ich dich nicht an. Es ist so, wie ich es recht ausführlich beschrieben habe. Bei dem gleichen Fleischer kann man auch Fleischkäsebrötchen oder Bratwurst für einen Euro kaufen. Wenn das bei dir 2 bis drei Euro kostet, dann ist es bei dir ganz schön teuer.

Ja, das ist dann nur eine Mahlzeit. Vielleicht abends noch ein Snack dazu. Mehr esse ich nicht, sonst nehme ich wieder zu. Mir würde ein Döner am Tag reichen, mehr brauche ich nicht und wenn ich noch mehr esse, dann wandert der Zeiger auf der Waage wieder nach oben. Vielleicht packt es mich mal und ich esse noch Schokolade dazu, die bekommt man aber auch für 50 Cent pro Tafel, wenn man nicht die teuren Sorten nimmt.

Zu den Getränken: Wer günstig leben will, kann ja Wasser trinken. Da spart er, das kommt kostenfrei aus dem Hahn. Ich trinke meistens Cola Light oder die Nachahmerprodukte. Gibt etwa beim Kaufland eine eigene Light-Cola, die 30 Cent pro Flasche kostet, schmeckt sehr gut, besser als das Original. Pro Tag wäre das eine ein Liter-Flasche bei mir. Oder Eistee-Light, gibt es in der ähnlichen Preisklasse.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich ging von einem Imbiss aus und da nimmt der günstigste hier eben 2,50 Euro, für eine Bratwurst mit Brötchen. REWE bietet Fleischkäsebrötchen für 1 Euro. Aber die haben Sonntags ja nicht geöffnet. Die Würstchen an der Heißen Theke von REWE sehen nun ja nicht sehr appetitlich aus.

Ein Würstchen und ein Brötchen am Tag oder ein Fleischkäsebrötchen, da bekommt man weder die nötigen Kalorien, noch die nötigen Nährstoffe. Aber das muss jeder für sich selbst wissen. Mir würde das nicht reichen. Und ich frage mich, was dein Snack kostet? Wenn der nämlich auch 1,50 Euro kostet, sind wir auch bei 3 Euro am Tag.

Hier kostet die günstigste Cola-Light (1,5 Liter) 39 Cent, plus 25 Cent Pfand, die man ja aber wieder bekommt. In Vorkasse treten muss man trotzdem erst mal. Und einen Liter Getränk am Tag finde nicht nur ich zu wenig. Vor allem da ja über die Nahrung nicht wirklich Flüssigkeit aufgenommen wird.

Wasser mag als günstige Möglichkeit angesehen werden, beziehungsweise Leitungswasser. Ich zahle einen pauschalen Betrag an Wasser. Aber es gibt auch Haushalte, in denen der Vermieter nach dem Verbrauch geht. Wenn man nun Arbeitslosengeld 2 bekommt, trägt das Amt die Nebenkostennachzahlung. Beziehungsweise auch nur wenn es im angemessenen Rahmen ist.

» LittleSister » Beiträge: 10484 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


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