Milch aus Kartoffeln eine klimafreundliche Alternative?

vom 18.03.2023, 13:15 Uhr

Ich habe neulich gelesen, dass das schwedische Start-up Veg of Lund mit DUG eine klimafreundliche Milch aus Kartoffeln entwickelt hat. Die Milch soll fettarm, cremig und aufschäumbar sein und dabei eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Milch darstellen.

Demnach wird die Stärke der Kartoffel extrahiert und zu einem Milchersatz verarbeitet. Der Herstellungsprozess soll nicht nur nachhaltiger sein, sondern auch weniger Wasser und Energie verbrauchen als die Herstellung von Milch aus tierischer Milch.

Auch in puncto Klimaschutz soll DUG punkten. Laut Veg of Lund soll die Produktion der Kartoffelmilch 90 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als die von Kuhmilch. Zudem benötigt die Produktion nur halb so viel Wasser wie die von Hafermilch.

Was haltet ihr von der Idee der Kartoffelmilch? Denkt ihr, dass sie eine gute klimafreundliche Alternative darstellt oder seht ihr das ganze eher skeptisch? Würdet ihr die Kartoffelmilch probieren wollen?

» Aguti » Beiträge: 3109 » Talkpoints: 27,91 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Vorstellen kann ich mir das im ersten Moment nicht richtig, aber warum denn nicht? Wenn das wirklich eine gute Alternative darstellen sollte, dann würde ich das auch nutzen. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn man Varianten weg von den Tieren finden würde, damit diese nicht ausgenutzt werden. Natürlich wird man wegen dem Fleisch weiterhin Tiere haben, aber wenn es dazu gute Alternativen gibt, kann man dann ja auch darauf verzichten. Ich denke man muss nach vorne sehen und damit auch begreifen, welche Schritte gegangen werden müssen, damit die Umwelt geschont wird und da ist eine klimafreundliche Milch schon eine gute Sache.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich finde es durchaus eine vorstellbare Option auch Milch aus Kartoffeln zu trinken. Es gibt ja schon zahlreiche andere Alternativen wie Kokos-, Mandel- und Hafermilch und die lassen sich auch gut trinken bzw. als Kuhmilchersatz verwenden, warum also nicht auch Kartoffelmilch, solange sie einen relativ angenehmen Geschmack hat.

Ich denke auch, dass viele dieser pflanzlichen Alternativen besser verträglich sind und man nicht nur der Umwelt an sich damit etwas Gutes tut.

» EngelmitHerz » Beiträge: 3943 » Talkpoints: 17,00 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Na hoffentlich ist auch allen klar, dass diese vermeintlich tollen Alternativen der Umwelt mehr schaden, als die Kühe. Denn damit man genug Milch aus den Pflanzen produzieren kann, brauchen sie extrem viel Wasser. Auch die Kartoffeln. Oder warum sind seit zwei, drei Jahren die normalen Kartoffeln im Supermarkt relativ klein? Richtig, weil es zu wenig regnet. Und um den Bedarf dann langfristig decken zu können, wenn mehr Menschen von Kuhmilch weggehen würden, müssten enorme Anbauflächen geschaffen werden.

Was würde das wieder bedeuten? Man opfert Waldflächen. Also wieder weniger Flächen, die dann CO² binden und noch mehr Klimaerwärmung. Noch mehr Ackerflächen, die nach ein paar Jahren ausgelaugt sind. Und wenn die Kartoffeln aus anderen Ländern kommen sollten, dann wieder ein paar Kleinbauern mehr, die man wirtschaftlich ruiniert hat.

Also alles nicht so toll, wie es aussieht. Schaut euch doch mal in den Ländern um, wo riesige Anbauflächen geschaffen wurden, um den Bedarf in Europa an diversen Obst und Gemüse zu bedienen. Da wird Wasser aus den Bergen umgeleitet, was normal in den Amazonas fließen würde. Verträge missachtet, die den Kleinbauern ein Überleben sichern sollen. Und wenn der Boden mit Dünger kaputt gemacht wurde, zieht man weiter und macht die nächsten Regionen kaputt.

Dann lieber Kuhmilch von Bauern, die keine reinen Milchrassen mehr halten, sondern schon vor Jahren begonnen haben Fleischrassen wieder einzukreuzen oder die Bauern, wo die Kälber bei der Mutter bleiben und damit weniger Milch verkauft werden kann. Das ist wesentlich umweltbewusster, als wenn man die pflanzlichen Alternativen noch fördert.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Punktedieb, das ist jetzt aber wirklich unseriös! Eine gute Milchkuh braucht ungefähr 180 Liter Wasser am Tag. Dazu kommen mehr als zehn Kilogramm Kraftfutter und über 30 Kilogramm Silage. Das Zeug wächst nun alles auch nicht in der Wüste, sondern braucht gute Ackerfläche und Wasser.

Es rechnet sich nie, pflanzliche Produkte in Tiere zu stecken, um tierische Produkte zu erhalten. Das funktioniert nur wirtschaftlich und umweltfreundlich, wenn die Tiere sich auf Flächen ernähren, die man nicht landwirtschaftlich nutzen kann. Ansonsten ist das Ergebnis zwar lecker, aber man würde mehr Energie gewinnen und Menschen ernähren, wenn die die Pflanzen selber essen.

Und natürlich ist es gut für die Kuh, wenn sie weniger Milchleistung hat. Nachhaltig ist das aber auch nicht, denn dann braucht man für den gleichen Ertrag mehr Kühe, die dann auch noch in der Futterverwertung schlechter sind. Das gilt auch für die Mutterkuhhaltung in der Milchwirtschaft. Das ist super für das Tierwohl. Nachhaltig wird es deshalb aber noch lange nicht.

» cooper75 » Beiträge: 13340 » Talkpoints: 501,48 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Fakt ist, dass selbst die Pflanzenmilchsorten, die als nicht besonders Klimafreundlich gelten - zum Beispiel Mandelmilch - immer noch deutlich Klimafreundlicher sind als Kuhmilch. Dazu gibt es inzwischen so viele verschiedene Studien, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Und wer es trotzdem versucht ist einfach nur schlecht informiert. Oder vielleicht gut bezahlt von der Industrie.

Ich bin generell offen für jede Art von Pflanzenmilch. Warum sollte ich die auch nicht probieren wollen? Das schlimmste, was passieren könnte, ist, dass sie mir nicht schmeckt und ich sie deshalb nicht noch mal kaufe. Ich habe die meisten Sorten, die auf dem Markt sind, irgendwann mal probiert und bin dann bei den Sorten geblieben, die mir am besten schmecken.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:Punktedieb, das ist jetzt aber wirklich unseriös! Eine gute Milchkuh braucht ungefähr 180 Liter Wasser am Tag. Dazu kommen mehr als zehn Kilogramm Kraftfutter und über 30 Kilogramm Silage. Das Zeug wächst nun alles auch nicht in der Wüste, sondern braucht gute Ackerfläche und Wasser.

Dann wirf mal selbst nicht mit unseriösen Zahlen durch die Gegend. Eine Kuh hat einen täglichen Wasserbedarf von 60 bis 80 Litern. Und benötigt etwa 50 Kilogramm Futter. Das muss kein Kraftfutter sein. Besonders dann nicht, wenn man keine Milchrassen hält, sondern wieder Fleischrassen eingekreuzt wurden.

Und ja Mandelmilch und dergleichen mögen zwar im Vergleich zur Kuh weniger Wasser benötigen. Aber dafür kommen sie mit wesentlich höheren Transportwegen daher, was ja wohl dem Klima genauso schadet. Dazu werden die Pflanzen auf riesigen Plantagen angebaut, die nach ein paar Jahren sich selbst überlassen werden, weil der Boden einfach nur ausgelaugt ist. Es dauert Jahre bis dort wieder natürliche Vegetation wächst, wenn überhaupt.

Im Vergleich dazu hat das Futter der Kuh kurze Wege, wird nicht oder nur sehr selten zusätzlich gewässert und nur so viel gedüngt, wie es die Vorschriften zulassen. Und auch das Produkt Milch hat dann kurze Wege um in die Flaschen oder Tetrapacks abgefüllt zu werden. Also im Gesamtvergleich ist und bleibt die heimische Tiermilch von der Umweltbelastung her weit hinter den pflanzlichen Alternativen.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^