Lieber ein Jahr wiederholen anstatt weiter Home-Schooling?

vom 23.01.2021, 02:57 Uhr

Das Kind meiner Cousine kommt mit dem Homeschooling nicht klar. Es fühlt sich total überfordert und auch die Aufgaben, die das Mädchen bekommt, schafft sie nicht richtig oder es muss eben die Mutter viel helfen. Die Lehrer schreiben dann Mails und fragen nach, wo die Aufgaben bleiben, das überfordert sie aber erst recht, weil sie sich da sehr unter Druck gesetzt fühlt. Ich habe den Eindruck, dass es einigen anderen Schülern ähnlich geht, so wie ich aus meinem Freundeskreis höre.

Dass Schüler brav zu Hause lernen ist irgendwie zu viel verlangt oder? Wäre es nicht vielleicht besser, wenn man den Kindern frei gibt, das Homeschooling sein lässt und die Schüler wiederholen dann einfach alle nochmal ein Jahr Schule - also das, was sie verpasst haben? Denn ansonsten gibt es einige wenige, bei denen das Lernen zu hause klappt und der Rest bleibt auf der Strecke. Wie seht ihr das Homeschooling in der aktuellen Lockdown-Phase? Denkt ihr, dass man besser ein Jahr wiederholen sollte oder würdet ihr eine Fortsetzung des Online-Unterrichts befürworten?

» vde » Beiträge: 304 » Talkpoints: 83,63 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich wäre für eine Legalisierung des Homeschoolings, sodass es wie in fast allen anderen europäischen Ländern möglich ist, auch die Eltern entscheiden können, wie die Bildung der eigenen Kinder stattfindet beziehungsweise unter welchen Bedingungen.

Homeschooling ist in Irland, Frankreich usw. auch erlaubt, das Kinder dort verwahrlost sind, nur weil sie nicht in die Schule gehen, hab ich noch nie gelesen oder davon gehört. Im Gegenteil, man liest zumeist nur Gutes über Homeschooler Familien. Das Homeschooling schaden könnte, ist meines Erachtens bisher noch nicht erforscht, wie manche das dann immer mit einer gewissen Sicherheit in den Medien oder im Privaten behaupten können ohne faktisches Wissen präsentieren zu können ist schleierhaft.

Das nicht jede Familie das umsetzen kann oder will, ist klar. Es sollte einfach nur die Wahl da sein, selbstbestimmt entscheiden zu können. Es ist ein eigenständiges und großes Thema für sich.

Problematisch sehe ich am Ende den Lebenslauf, wenn klar wird das man für 10 Jahre Schule ganze 11 Jahre gebraucht hat, irgendwo muss man sich dann bei der Lehrstellen,-Arbeitssuche immer für rechtfertigen. Wie das dann ein Arbeitgeber aufnimmt, dass man nicht trotzdem auf die Zähne gebissen und lieber sich zurückstufen lies, als weiter in die nächst höhere Klassenstufe mit gegangen zu sein, weiß ich nicht. Manche Arbeitgeber wollen ja Angestellte, die um ihre Ziele kämpfen und nicht immer den einfacheren Weg gehen.

Das Problem ist auch, dass die Kinder sicher weniger Mitspracherecht haben, dass mit entscheiden zu dürfen welchen Weg sie gehen sollen / wollen, also ob man in die nächst höhere Klasse wechselt oder sich zurückstufen lässt. Gerade jüngere Kinder werden dann mehr oder minder der Schritt, welche ihre Eltern für das Richtige halten aufgezwungen. Diese Entscheidung ist dann das, was im späteren Leben das Kind dann eventuell ausbaden muss. Bei einer Schullaufbahnempfehlung und das daraus handeln der eigenen Eltern, vielleicht auch im eigenen Interesse, ist das ja auch nichts Anderes.

» Nebula » Beiträge: 1859 » Talkpoints: 14,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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