Kapitänin Carola Rackete für euch Heldin oder Kriminelle?

vom 01.07.2019, 16:22 Uhr

In Wahrheit sorgen die Hilfsorganisationen für immer mehr Tote, weil immer mehr die Überfahrt wagen. Und warum endet keine einzige Rettungsfahrt in Tunesien oder Ägypten. Es ist schon komisch, dass man dort Urlaub machen kann, aber nur in Italien aus Seenot gerettet werden kann.

Als ich noch jung war, gab es eine große Hungersnot in Äthiopien. Da habe ich meine letzten Groschen gespendet. Irgendwann lernte ich ein älteres Ehepaar kennen, wo der Mann anzweifelte, dass das Geld auch ankam. Ich habe damals meine Meinung vehement verteidigt. Später kam heraus, dass viele Gelder für eine Zwangsumsiedlung missbraucht wurden.

Cloudy24 hat geschrieben:Das stimmt wohl, nur wäre das dann die Schuld des italienischen Bootes. Vorfahrt auf dem Wasser funktioniert praktisch so, dass du immer dann ausweichen musst wenn du das besser zu manövrierende Fahrzeug hast. Ein kleineres Boot muss also einem größeren Boot Platz machen, du müsstest aber auch mit einem großen Boot ausweichen wenn das kleinere Boot Manövrierunfähigkeit anzeigt. Das italienische Boot war kleiner und nicht manövrierunfähig.

Es war ein Boot der italienischen Behörden, dass Madame Rackete an der ausdrücklich untersagten Zufahrt hindern wollte. Ich frage mich, was Cloudy wohl hier abgelassen hätte, wenn irgendwelche Rechten eine Polizeiabsperrung durchbrochen und dabei ein Polizeiauto gerammt hätten. Das wäre dann wahrscheinlich mal wieder ein klarer Hinweis auf das Aufkommen eines Vierten Reiches.

» Juri1877 » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 03.07.2019, 20:42, insgesamt 2-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


In Wahrheit sorgen die Hilfsorganisationen für immer mehr Tote, weil immer mehr die Überfahrt wagen.

Du kannst sicher auch Beweise für diese Behauptung liefern, oder? Also richtige Beweise, keine rechte Propaganda. Oh, und hast du nicht gerade noch behauptet, dass es ja so viel weniger Tote im Mittelmeer gibt? Wie hättest du es denn gerne? Gibt es weniger weil die rechte Regierung in Italien so geil ist oder gibt es mehr, weil die humanistischen Hilfsorganisationen so böse sind? Wie wirst du dich entscheiden? :lol:
Es war ein Boot der italienischen Behörden, dass Madame Rackete an der ausdrücklich untersagten Zufahrt hindern wollte. Ich frage mich, was Cloudy wohl hier abgelassen hätte, wenn irgendwelche Rechten eine Polizeiabsperrung durchbrochen und dabei ein Polizeiauto gerammt hätten. Das wäre dann wahrscheinlich mal wieder ein klarer Hinweis auf das Aufkommen eines Vierten Reiches.

Dein Whataboutism ist immer so vorhersehbar. Sobald dir die Argumente ausgehen und du keine Ahnung vom Thema hast kommst du mit dieser Nummer daher. Denk dir doch mal was neues aus.

Weißt du eigentlich, was für einen "Bremsweg" ein Schiff hat und wie lange eine Kurskorrektur dauert? Nein? Da kann man nicht einfach mal auf die Bremse treten und das Lenkrad herum reißen wenn man merkt, dass sich ein anderes Boot nicht an die Verkehrsregeln hält. Man ist darauf angewiesen, dass der andere den Weg frei macht. Versteht jeder, der schon mal auf einem Boot unterwegs war.

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» Cloudy24 » Beiträge: 25973 » Talkpoints: 85,32 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Cloudy24 hat geschrieben:
In Wahrheit sorgen die Hilfsorganisationen für immer mehr Tote, weil immer mehr die Überfahrt wagen.

Du kannst sicher auch Beweise für diese Behauptung liefern, oder? Also richtige Beweise, keine rechte Propaganda. Oh, und hast du nicht gerade noch behauptet, dass es ja so viel weniger Tote im Mittelmeer gibt? Wie hättest du es denn gerne? Gibt es weniger weil die rechte Regierung in Italien so geil ist oder gibt es mehr, weil die humanistischen Hilfsorganisationen so böse sind? Wie wirst du dich entscheiden? :lol:

Jetzt kommt wieder die pure Heuchelei. Wie viele Pseudoflüchtlinge soll Italien denn aufnehmen? Ab wann wäre denn Schluss und wer bestimmt dies? Das sind die Gretchenfragen. Dafür müssen praktikable Lösungen her und ich bezweifle stark, dass unsere angeblichen Seenotretter wirklich bedacht haben, was sie letztlich bewirken.

» Juri1877 » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 09.07.2019, 08:15, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Unter Kapitän stelle ich mir den legendären Mann mit langem Bart und Schippersmütze vor, der gemütlich seinen Knaster in der Pfeife raucht, dem der Umgang mit Sextant, Kompass und Wetterbeobachtung vertraut ist. War also umso überraschter, als ich im Fernsehen das "junge Gemüse", das mit Frau "Kapitänin" angesprochen werden möchte, erblickte. Wer kann heute alles ein Kapitänspatent zum Steuern von Schiffen einer derartigen Größenordnung erlangen, schoss es mir durch den Kopf, und, dass es da schon nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann.

Ich spekuliere jetzt einmal ganz wild: Ich nehme an, für "Kapitänin" (an sich schon ein Unwort - ok, lassen wir das) Rackete sind Worte wie Palstek, Loran und Dekka oder Kreuzkopf bestimmt Fremdworte. Aber umso mehr den moralischen Zeigefinger gegen den Rest der Welt erheben können, das ist in den Lehrgängen zur Erlangung eines entsprechenden Patents zur Schiffsführung, von denen ich nicht weiß, ob und wo sie überhaupt stattgefunden haben, wohl zuvorderst vermittelt worden.

Mittlerweile gibt es weitere Reaktionen und Entwicklungen. Da Seenotrettung eine Pflicht ist, kommen einige Reedereien auf die Idee, Ihre Schiffe auf solchen Routen im Mittelmeer fahren zu lassen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, den Kurs von Flüchtlingsschlauchbooten zu kreuzen, geringer ist. Es wird dabei das Argument in den Vordergrund gestellt, die Besatzung der eigenen Handelschiffflotte vor traumatisierenden Erlebnissen bei unprofessionellen Rettungsaktionen zu bewahren.

Sogar Außenminister Maas' Vorschlag wurde von CDU-Politikern in der Luft zerissen, mit dem Argument, dass damit das Problem nicht gelöst würde, sondern dadurch dem Schleppertum in die Hände gearbeitet, und Flüchtlingen weiterhin eine Motivation zur Flucht gegeben würde.

Man muss also zwei Dinge voneinander unterscheiden: Die hocheinzuschätzende Motivation in der Seenotrettung und die Einhaltung der Spielregeln als Schiffsführer. Das sind durchaus unterschiedlich zu bewertende Dinge. Ich kann auch nicht einfach mit dem Auto einen Fußgänger überfahren, nur weil ich so schnell wie möglich meine Oma mit Herzinfarkt ins Krankenhaus bringen möchte. Und Boote abdrängen ist schon dicker Tobak. Und dann noch eines der Polizia maritima. Die Italiener reagieren da mit äußerster Härte. Es hätte auch passieren können, dass das Polizeiboot gekentert wäre und, nicht auszudenken, ein Polizist zu Tode gekommen wäre. Das Gegenargument der Mitstreiter von "Seewatch", dass immer das Wasserfahrzeug, das leichter zu manövrieren ist, dem "dickeren Pott" Platz zu machen hätte, zieht hier nicht. Da das Polizeiboot ja schon eingeklemmt war, gar nicht mehr manövrierfähig war.

» Gorgen_ » Beiträge: 498 » Talkpoints: 199,68 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Für mich ist Frau Rakete eine sehr engagierte Frau, die ich bewundere und ich würde mir wünschen, dass es mehr so mutige Menschen gibt. Anderen zu helfen, erst recht wenn sie in Lebensgefahr sind, ist unsere selbstverständliche Christenpflicht oder auch unsere humane Pflicht, wenn wir unser Welt menschlich erhalten wollen.

Die Bürokratie und die politischen Streitigkeiten in der EU über die Verteilung der Flüchtlinge dürfen nicht über dem Leben der Flüchtlinge stehen. Die ganze Bibel ist voll von Fluchtgeschichten und davon, wie Gott auf der Seite der Flüchtenden ist. Als Christin ist mir das ein deutlicher Maßstab.

» Kirchenbotschafter » Beiträge: 91 » Talkpoints: 21,81 »


Das paradoxe an der Situation ist ja, dass es Treffen zu diesem Problem gab, an denen der italienische Minister gar nicht teil genommen hat. Wobei es gar nicht so paradox ist sondern eine leicht durchschaubare Taktik, die die Rechten gerne anwenden. Man schafft sich einen äußeren Feind um im eigenen Land Bonuspunkte sammeln zu können. Außerdem lenkt es vom den eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten ab wenn man auf andere zeigen kann.

Also legt sich der Herr lieber in guter alter Trump Manier verbal mit Seenotrettern an anstatt sich mit EU Vertretern an einen Tisch zu setzen und über vernünftige Lösungen zu reden. Das ist eben viel einfacher und man erreicht das eigentliche Ziel - Machterhalt und Machtausbau - damit sogar besser.

Gorgen_ hat geschrieben:Ich nehme an, für "Kapitänin" (an sich schon ein Unwort - ok, lassen wir das)

Wie würdest du denn eine Frau in diesem Beruf bezeichnen? Oder kommt das in deinem Denken überhaupt nicht vor, dass auch Frauen in der Lage sind diesen Job auszuüben? Oder kratzt es irgendwie an deiner Männlichkeit, dass man es wagt eine weibliche Berufsbezeichnung zu benutzen? Da muss "Bundeskanzlerin" ja ein schwerer Schock für dich gewesen sein, was für ein "Unwort". :lol:

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» Cloudy24 » Beiträge: 25973 » Talkpoints: 85,32 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Cloudy24 hat geschrieben:Wie würdest du denn eine Frau in diesem Beruf bezeichnen?

Das Wort Kapitän ist so besetzt. Sogar in Patenten kommt/kam bis 1965 nur die eine Form vor.
Interessanterweise liefern die Suchergebnisse unter Kapitänin bis auf einige Ausnahmen "Aktivisten". Auch Absolventin des Offizier-Kurses, Frau C. Rackete ist da als Greenpeace Aktivistin aufgeführt.
"Der Führerschein zur Hochsee macht noch keinen Kapitän!" Warum sagt sie selbst nicht Kapitänin?

» Gorgen_ » Beiträge: 498 » Talkpoints: 199,68 » Auszeichnung für 100 Beiträge



1965 ist aber lange her und heute steht Kapitänin längst im Duden, der nun nicht gerade innovativ ist. :lol: Kapitän oder Kapitänin ist übrigens jeder und jede, die ein Schiff führt. Welchen Schein der oder die dafür gemacht hat, das ist unerheblich. Und die Aktivsten sind auch nicht die Bundeswehr, wo es Frau Kapitän heißt. :D

Ansonsten finde das ganze Gehabe ziemlich verlogen. Die Pflicht zur Seenotrettung besteht und zwar unabhängig davon, ob sich der zu rettende aus Versehen oder bewusst in Not gebracht hat. Ein sicherer Hafen ist nicht greifbar und Italien koordiniert die Verteilung der Schiffe, die Schiffbrüchige aufgenommen haben, und weist einen sicheren Hafen zu. Wann Seenot vorliegt unterliegt immer noch Entscheidung des Kapitäns oder der Kapitänin. Wenn Italien seinen Job nicht macht und sich stur stellt, welche Möglichkeiten bleiben denn bitte?

» cooper75 » Beiträge: 12146 » Talkpoints: 627,59 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


So kann man die Leute auch für dumm verkaufen. Man setzt einfach irgendwelche Leute im Mittelmeer in Schlauchboote und lässt sie am vereinbarten Treffpunkt von dort dauerhaft stationierten Schiffen aufnehmen. Diese fahren natürlich nicht den nächsten Hafen an, sondern kommen rein zufällig dort an, wo sie für bis zu 10.000 Euro hin wollten und wo es lebenslang Sozialhilfe gibt, ohne dass sie vorher jemals einen Cent ein bezahlt haben. Und da Schlepperhilfe so ein hässlicher Namen ist, bezeichnet man es als Seenotrettung. :lol: :lol: :lol:

» Juri1877 » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 17.07.2019, 04:25, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen

cooper75 hat geschrieben:wo es Frau Kapitän heißt.

Also doch die "männliche" Form. Dazu möchte ich noch etwas sagen. Es gibt Missverständnisse im Umgang mit der geschlechtsbezogenen Sprachform. Wenn schon die neue deutsche Rechtschreibung meiner Meinung nach ein Übel erster Güte ist, weil gerade die kritischen Dinge nicht thematisiert worden sind, sondern neue Regeln eingeführt wurden, die zumindest von Schülern genau so gelernt werden müssen, wie die Regeln der "alten" Rechtschreibung, dann muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass momentan wieder ein Hype stattfindet in Bezug auf die Ergänzung nach Geschlechtergleichstellung. Also Ergänzung der Worte durch "*innen" und so weiter.

Am deutlichsten wurde das bei der erforderlich werdenden Schilderneubestellung für "das Studentenwerk", das jetzt "Studierendenwerk" heißt. Wobei das eigenständige Substantiv "Student" durch das Partizipium Präsentis Activi ersetzt wurde, und was meiner Meinung nach phonetisch genau so blöd klingt. Die Alternative wäre nämlich gewesen "Studenten*innen-Werk" auf dem Schild. Das wollte man nicht, so kam man auf die Idee mit "Studierendenwerk".

Um nun wieder auf das eingangs angesprochene Wort "Kapitän" zu sprechen zu kommen: Das Wort "Kapitän" beschreibt die Funktion, die eine Person ausübt. Ist also vom Wortsinn her einmal völlig unabhängig vom Geschlecht der Person.

Dann gibt es sprachliche Besonderheiten. Warum heißt es für den Gegenstand, mit dem eine handwerkliche Tätigkeit ausgeübt werden kann, wie "Hammer" nicht auch "Hammerin", oder auch umgekehrt, wieso ist für "die" Zange nicht auch die männliche Form "der" Zanger möglich? Oder, wieso heißt es "das" Mädchen und nicht "die" Mädchen? "Mädchen" ist doch nichts weiter als ein anderes Wort für weibliches Kind.

Nun, weil diese Dinge eben am besten unter dem Begriff "grammatisches" Geschlecht zusammengefasst werden könnten und eine der zahlreichen Besonderheiten der deutschen Sprache darstellen. Im Österreichischen gibt es aber zum Beispiel auch die männliche Form für Katze, der Katz, für Ratte, der Ratz, was es im Hochdeutschen nicht mehr gibt. Nach diesen Überlegungen fände ich es durchaus akzeptabel wenn es hieße "Frau Kanzler".

Eine Frage bleibt allerdings offen, wie hieße dann die "unentschiedene" Form von Kapitän, die dritte Möglichkeit, die bei Formularen zur Angabe des Geschlechts neuerdings ermöglicht wurde? "Kapit" oder wie? Diese Diskussion über eine korrekte Auswahl der Geschlechterform wird hochstilisiert zu einer völlig überhitzten Weltanschauungsfrage, habe ich den Eindruck.

» Gorgen_ » Beiträge: 498 » Talkpoints: 199,68 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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