Inwiefern denkt ihr über euer Ableben nach?

vom 10.10.2019, 00:02 Uhr

Viele Menschen verdrängen ja die Endlichkeit des Lebens und wollen am Liebsten gar nichts davon hören oder darüber nachdenken. Einige Menschen wünschen sich einen schönen Tod in dem sie sich ein friedliches Einschlafen wünschen. Wie steht ihr zum Thema Tod? Blendet ihr das Thema aus oder kommen bei euch schon hin und wieder Gedanken über euer Ableben auf?

Ich werde beruflich bedingt ja fast täglich mit dem Thema konfrontiert da ich in meiner Arbeit die sogenannten Ablebensberichte tippe. Zum Einen sind die von Menschen die aufgrund Krankheit oder Unfällen verstorben sind und zum Anderen sind das aber auch Menschen die aus suizidalen Gründen verstorben sind.

Vor einem Jahr ist dann der 16-jährigen Stieftochter meines Bruders eine Nahtoderfahrung passiert. Sie war durch einen Kanu-Unfall unter Wasser "gefangen". Man konnte sie gerade noch retten und sie ist Gott sei Dank ohne Schaden davon gekommen. Im Nachhinein hat sie uns erzählt, dass die anfängliche Panik unter Wasser sich ganz schnell in eine innere Ruhe gewandelt hat und sie plötzlich gedanklich gar nichts mehr gegen das Sterben hatte. Ihre Geschichte hat mich so überzeugt, dass es mir selbst dieses ungute Gefühl zum Thema Tod genommen hat.

Eigentlich gibt es nur ein Szenario das ich mir für meinen eigenen Tod nicht wünsche. Die Vorstellung, Stunden- oder sogar tagelang in einem Bett zu liegen und auf den Tod zu warten, wo möglich noch mit großen Schmerzen, finde ich schrecklich. Aber letztendlich ist ja weder das Leben noch der Tod ein Wunschkonzert.

» EngelmitHerz » Beiträge: 221 » Talkpoints: 6,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Da hast du leider die passenden Worte gefunden der Tod ist kein Wunschkonzert. Gerade wenn man alte Menschen oder kranke Menschen sieht oder auch mit denen beruflich zu tun hat, kommt einem dann doch mal der ein oder andere Gedanke, dass man so nicht enden möchte. So habe ich beispielsweise mal eine Frau gesehen, die jahrelang im Bett lag, vor sich hingestarrt hat und dann ab und zu mal einen panischen Schreianfall hatte, mehr war das aber nicht mehr. Sie bekam nie Besuch und war selber nur noch ganz minimal in der Lage sich auszudrücken. Das wünscht man sich natürlich nicht.

Generell kann man es aber eh nicht ändern. Man muss irgendwann gehen und ewig darüber nachdenken wie es sein wird, darauf habe ich keine Lust. Ich hätte nur den Wunsch noch zu sehen wie meine Kinder groß werden, aber aussuchen kann man es sich nicht. Ich werde aber mit jedem Ende zufrieden sein, da ich mein Leben genießen konnte und das Ende dann ja auch nicht zu ändern ist. Man sollte sich mit solchen Gedanken auch nicht weiter belasten, finde ich und eher das genießen, was man hat.

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» Ramones » Beiträge: 40390 » Talkpoints: 14,92 » Auszeichnung für 40000 Beiträge


Ich sehe mein "Ableben" eher realistisch. Sprich, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass ich "stunden- oder tagelang" auf den Tod warten werde, da kaum jemand das Glück hat, mit 95 bei der Gartenarbeit tot umzufallen. Statistisch gesehen sterben die meisten Leute nicht zu Hause, und auch die Vorstellung, "friedlich einzuschlafen", ist zwar tröstlich, aber für gewöhnlich ist der Tod nicht schön. Immer vorausgesetzt, dass ich überhaupt in hohem Alter an Altersschwäche dahinsieche. Es gibt genügend Krankheiten und Unfälle, die mir schon erheblich früher den Garaus machen können, aber darüber möchte ich nun wirklich nicht nachdenken, weil es mir nur die Laune versaut.

Ich gehe also davon aus, im Idealfall mit 80 aufwärts in einem Krankenhaus oder Altersheim meinen letzten Atemzug zu tun und hoffe nur, dass mir jemand zuvor das "gute Zeug" verabreicht, damit ich zumindest nichts mehr davon mitbekomme. Auch wäre es schön, wenn sich jemand vom Personal erbarmen würde, um mir auf der Zielgeraden etwas Gesellschaft zu leisten.

Aber irgendwelche Illusionen von einem "schönen Tod" im Kreise meiner Lieben mache ich mir nicht. Wie gesagt, ich hoffe einfach nur, geistig zu dem Zeitpunkt schon ganz woanders zu sein. Dafür zu planen und Geld beiseite zu legen, kann ich mir im Augenblick noch nicht leisten. Erst mal muss noch ein bisschen gelebt werden, das ist schon teuer genug.

» Gerbera » Beiträge: 8275 » Talkpoints: 4,63 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



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