Hartz4 beziehen und bei den Eltern wohnen

vom 01.04.2020, 14:00 Uhr

X muss aufgrund der aktuell schwierigen Situation wieder bei den Eltern einziehen und ALG II beantragen. Die Eltern wohnen selber nur zur Miete und verlangen von X einen eher symbolischen Beitrag von 100 Euro monatlich, um wenigstens einen Teil der Nebenkosten abzudecken.

Im entsprechenden Antrag wird darauf hingewiesen, dass es sich dabei um Einnahmen handelt, die die Eltern in dem Fall auch versteuern müssten. X ist nun verwirrt. Es handelt sich zwar um Einnahmen, aber keine Gewinne. X ist schließlich eher ein Mitbewohner. Im Gegenteil, die Eltern zahlen bei der Unterbringung des erwachsenden Kindes eher noch drauf, denn mit 100 Euro monatlich ist es sicher nicht getan.

Geht es steuerlich vielleicht sogar zum Nachteil der Eltern, 100 Euro monatlich zu verlangen? Wäre es aus finanzieller Sicht klüger, die Situation anders zu regeln?

» Cappuccino » Beiträge: 3817 » Talkpoints: 8,96 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Soweit mir bekannt ist, bekommt man, wenn man älter als 25 ist und bei den Eltern wohnt, eine Art Wohnzuschuss, der nochmal oben drauf auf das ALG II kommt. Der ist das Gegenstück zur Miete, die man normalerweise zahlen würde, wenn man eine Mietwohnung hätte. Alternativ könnten die Eltern aber auch einen richtigen Mietvertrag erstellen und dann müsste das Amt die Miete bezahlen. Da hätten beide Seiten etwas davon - die Eltern mehr Geld und der Sohn oder die Tochter müsste die 100 Euro nicht selbst entrichten.

Die Eltern müssen die Miete aber versteuern. Das ist dann auch egal, wie hoch die ist. Zusätzliche Ausgaben, wie höhere Betriebskosten, können sie dann gegenrechnen. Wenn dann was Negatives herauskommt, weil die Miete zu gering ist, wird das Finanzamt dazu auffordern, eine höhere Miete zu nehmen. Das kenne ich von meiner Oma, mein Vater hatte an meine Oma vermietet und das Finanzamt fing irgendwann an, zu meckern, dass die Miete unwirtschaftlich gering ist und verlangte Nachweise, warum die Miete so niedrig angesetzt ist. Man darf zwar an Verwandte etwas günstiger vermieten, aber eben nicht zu günstig.

Wenn die Eltern nur einen Zuschuss zur Haushaltskasse wollen, ohne dass sie eine richtige Miete verlangen und gern vermeiden möchte, dass sie eine Steuererklärung machen müssen, dann wäre es am sinnvollsten, wenn Sohn oder Tochter keine 100 Euro im Monat zahlt, sondern besser dafür ein oder zweimal im Monat den Großeinkauf zahlt, also Sachwerte einbringt - denn das ann dann keiner nachweisen.

» Zitronengras » Beiträge: 8745 » Talkpoints: 11,24 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Letztendlich muss man ja alle Einnahmen die man hat versteuern. Und diese 100 Euro zählen zu den Einnahmen, vor allem wenn er diese hundert Euro als „Miete“ oder ähnliches beim Amt angibt und diese ggf. sogar erstattet bekommt. Meiner Meinung nach wäre es hier tatsächlich die beste Lösung, wenn der Sohn einfach hin und wieder den Lebensmitteleinkauf bezahlt, somit haben die Eltern nicht das Gefühl, dass sie ihren erwachsenen Sohn aushalten müssen und der Sohn kann etwas zum Haushaltsbudget beitragen, ohne das etwas bei der Steuer angegeben werden muss.

» Anijenije » Beiträge: 2723 » Talkpoints: 51,04 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich würde das nicht so gestalten, weil es einfach Arbeit macht und so auch nicht unbedingt dienlich für beide Seiten ist. Man muss die Einnahmen natürlich angeben, aber man kann das ja auch umgehen, indem das Kind dann einfach mal so Geld für den Einkauf gibt oder selber einkauft. Das überprüft ja dann keiner oder man macht es vertraglich und dann kann das ja vielleicht irgendwie anteilig oder ganz übernommen werden. Das muss man sehen, aber ich finde es wegen 100 € sinnvoller dann ein Mal im Monat einen Einkauf zu machen.

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» Ramones » Beiträge: 41557 » Talkpoints: 12,86 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



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