Handwerkstechniken in soziale Ausbildungen lehren & lernen?

vom 17.02.2021, 10:44 Uhr

Früher waren Handwerkstechniken wie Nähen, Stricken, Knüpfen und Klöppeln im Alltag allgegenwärtig und präsent, nicht nur als Hobby, sondern für Viele auch die Haupteinnahmequelle. In manchen Ländern sind solche Traditionen nicht ausgestorben, in Deutschland hingegen sieht man solche Kreativ Tätigkeiten nur noch selten und zumeist bei älteren Generationen.

Damit solche Handwerkstechniken auch für die Zukunft erhalten bleiben und in europäischen Regionen nicht aussterben, frage ich mich, wie das geschehen könnte. Nicht Jeder hat noch Personen in der Familie, die das noch können oder einen richtig vermitteln können. Solche Handwerkstätigkeiten können auch problemlos in sozialpädagogische Einrichtungen angewandt werden, nicht unbedingt im Kleinkinderbereich aber für die größeren Kindergartenjahrgänge. Die Ausbildung solcher Techniken könnte in Berufsschulen durch Fachlehrer oder Dozenten erfolgen.

Auch im Hortbereich oder in Tagesgruppen lässt sich sowas sehr gut anwenden und weitervermitteln. Sollten deshalb angehende Kinderpfleger, Sozialassistenten, Erzieher, Pädagogen usw. in ihren Ausbildungen oder Studienjahrgängen solche Handwerkstechniken vermittelt bekommen? Mit Computer und Co können die Meisten von uns ja umgehen, aber solch scheinbar einfachen Offline Dinge sind wie ein Buch mit sieben Siegeln.

» Nebula » Beiträge: 3016 » Talkpoints: 0,86 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Gewisse Handarbeitstechniken sind nicht mehr so beliebt wie vor, sagen wir, 150 Jahren, weil sie nicht mehr unmittelbar zur Eigenversorgung nötig sind, sondern nur noch als Hobby betrieben werden. Die Leute "früher" haben nämlich meistens nicht zum Spaß gestrickt, gehäkelt oder geklöppelt, sondern damit ihre Kinder warme Socken hatten oder frau sich mit Nähen oder der Anfertigung von Stickereien ein Zubrot verdienen konnte.

Und deswegen sollen wir jetzt Kindergartenkinder damit belästigen? Es ist doch ganz normal, dass man schwerpunktmäßig die Fähigkeiten erwirbt, die man im Alltag braucht, und das ist heute eher der Umgang mit modernen Medien und nicht mit Flachs, Leinen und Wolle. Wer daran eplizit Spaß hat oder sich ein neues Hobby suchen möchte, findet genug Anleitungen auf YouTube.

Ich bezweifle nicht, dass Handarbeitstechniken aller Art auch "pädagogisch" wertvoll" sein können, weil sie Ausdauer und Fingerfertigkeit schulen und dir eine Frustrationstoleranz verpassen wie Sau. Aber ich sehe es eigentlich nicht als Verlust an, wenn eben nur noch die Leute handarbeiten, die Spaß dran haben, und keine Vierjährigen über das Stopfei gebeugt dasitzen müssen, wenn sie lieber Lego spielen oder ein Schiff aus Papier falten möchten. Für mich klingt das alles nach falsch verstandener Biedermeier-Romantik.

» Gerbera » Beiträge: 9606 » Talkpoints: 0,66 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Es ist sicherlich eine ganz nette Sache, aber ich glaube nicht, dass das besonders sinnvoll ist. Man braucht diese Sachen ja wirklich nicht mehr so und sicherlich wäre es ganz nett, aber ich finde nicht, dass man das zum Muss erklären sollte. So etwas kann man vielleicht mal als eine Art Zusatz erlernen, aber es sollte nicht Teil der Ausbildung sein und auch nicht jedes Kindergartenkind wird darin einen Sinn sehen und das gerne machen für Fingerfertigkeit und Geduld lernen kann man eben auch andere Sachen machen.

Sicherlich wäre das auch eine spannende Sache für die Schule und so weiter. Jedoch sollte man das meiner Meinung nach nicht zur Pflicht machen, man muss da schon sehen, was den Kindern auch im Alltag etwas bringt und das dürfte bei vielen Handwerkssachen einfach nicht der Fall sein und daher werden die auch schnell das Interesse verlieren, wenn das zur Pflicht wird.

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» Ramones » Beiträge: 45029 » Talkpoints: 0,11 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



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