Figuren in Liebesromanen attraktiv finden müssen?

vom 18.07.2019, 10:25 Uhr

Ich habe in einem Blogbeitrag kürzlich etwas sehr spannendes gelesen. Eine Frau hatte eine Rezension über einen Liebesroman geschrieben und meinte, dass sie das Buch nicht besonders toll fand - was unter anderem daran lag, dass sie den Love Interest nicht besonders attraktiv fand. Die Charaktereigenschaften hätten ihr einfach nicht zugesagt und auch das Aussehen, wie es beschrieben wurde, würde ihr einfach nicht besonders zusagen.

Die Frau meinte dann auch, sie müsse den Schwarm oder Partner des Protagonisten bei einem Liebesroman immer selbst toll und attraktiv finden, um sich ebenfalls ein wenig in ihn zu "verlieben". Denn sonst könne sie nicht nachvollziehen, wie die Hauptfigur fühlt und weshalb sie sich eben von der anderen Person angezogen fühlt. Seht ihr das selbst auch so und ist es euch wichtig, dass ihr den Love Interest in einem Liebesroman selbst immer attraktiv findet (auch wenn man das genaue Aussehen bei einem Buch natürlich nicht kennen kann)?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 32036 » Talkpoints: 0,14 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich muss sagen, dass ich mir Figuren in einem Buch schon immer recht gut vorstellen kann, wenn der Autor oder die Autorin sie gut beschrieben hat. Und natürlich ist es schon deutlich leichter, wenn ich die Figuren zumindest sympathisch finde. Attraktivität ist für mich aber keine Sache, auf die ich achte. Aber wenn ich die Hauptcharaktere nicht sympathisch finde, dann fällt es mir schon schwer, das Buch lesen zu können.

» Barbara Ann » Beiträge: 28206 » Talkpoints: 18,29 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Deswegen lese ich keine Liebesromane, weil ich platte Abziehbilder als Figuren nur schwer ertrage. Aber der "Job" von Charakteren in Büchern, in denen es nur darum geht, dass sie sich am Ende kriegen, ist nun mal, eine möglichst breite Mehrheit der Zielgruppe positiv anzusprechen. Schließlich sollen die Schinken ja in möglichst großer Stückzahl verkauft werden, und von daher sind die Möglichkeiten, individuelle und originelle Figuren aufeinander loszulassen, von Vornherein begrenzt.

Ein paar Macken sind zwar in dieser Sorte Unterhaltungsliteratur geduldet, aber im Großen und Ganzen sollen die Figuren so gestrickt sein, dass sich das Publikum mit ihnen identifizieren (sprich "mitfiebern") kann und sich nicht über sie ärgern oder gar darüber nachdenken muss, was die Figur jetzt dazu motiviert, so und so zu handeln oder gar darüber, was die Hauptfigur an dem Schönling und Vollpfosten denn überhaupt findet. Das würde ja das gesamte Prinzip eines solchen Romans zerstören, wenn die Leserschaft es besser finden würde, wenn sich der Typ am nächsten Baum aufhängt oder die Protagonistin sich lieber auf ihren Job konzentrieren sollte.

» Gerbera » Beiträge: 8387 » Talkpoints: 0,80 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Liebesromane sprechen mich generell nicht an, aber ich denke schon, dass man dann auch irgendeine Figur braucht, die man sich vorstellt und wenn die dann völlig entfernt von dem ist, auf was man steht, dann wird einen der Liebesroman vielleicht auch weniger fesseln und begeistern können. Generell denke ich, dass das wohl viele Frauen begeistert, weil diese sich dann die besonderen Momente dieser Romane mit ihrem Partner vorstellen wollen und da ist es natürlich blöd, wenn der Typ so vollkommen anders beschrieben wird.

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» Ramones » Beiträge: 40603 » Talkpoints: 59,73 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



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