Fällt es euch schwer Anliegen auf den Punkt zu bringen?

vom 27.07.2020, 23:18 Uhr

Wenn man hier Beiträge verfasst dann muss man sich ja gut überlegen wie man die Frage formuliert, so dass sie das Anliegen auf den Punkt bringt und gleichzeitig trotzdem für jeden gut verständlich ist. Da die Anzahl der verfügbaren Zeichen relativ knapp bemessen ist fällt es mir hier tatsächlich nicht immer leicht. Im Alltag würde ich jedoch schon von mir behaupten, dass ich eigentlich ein Mensch bin, der seine Anliegen kurz und knapp formulieren kann und somit schnell zum Abschluss bringt.

Ich habe jedoch auch einige Menschen in meinem Umfeld, wie zum Beispiel meinen Partner, denen es tatsächlich offensichtlich schwer fällt, Anliegen oder auch Probleme kurz und knackig auf den Punkt zu bringen. Mein Partner versucht zum Beispiel das Thema erst in ewig langen Sätzen zu erklären bzw. zu umschreiben bis er dann endlich einmal zur eigentlichen Frage oder zum eigentlichen Wunsch /Problem kommt.

Auf meine Frage hin erklärt er, dass er damit erreichen möchte dass ich sein Anliegen leichter und besser verstehen kann. Mir geht es tatsächlich jedoch hin und wieder bei diesen betreffenden Gesprächspartner so, dass ich irgendwann gedanklich abschalte und der Erzählung überhaupt nicht mehr richtig folgen kann. Das liegt nicht immer daran, dass ich dem Gespräch nicht folgen will, aber es fallen einfach viel zu viele Zusatzinformationen oder Offtopic-Bemerkungen. Hin und wieder bin ich dann auch mal regelrecht genervt wenn ich mir erst eine ewig lange "Geschichte" anhören muss bevor der Knackpunkt zur Sprache kommt - obwohl ich grundsätzlich eigentlich ein geduldiger Mensch bin.

Wie ist das bei euch, fällt es euch schwer Anliegen kurz und knackig zur Sprache zu bringen? Falls ihr euch schwer tut, was hilft euch die Sache schneller auf den Punkt zu bringen? Wie geht ihr mit Menschen um die sich da schwer tun, unterbrecht ihr diese auch mal und bittet um einen schnellere Erklärung bzw. um die Fragenstellung?

» EngelmitHerz » Beiträge: 2256 » Talkpoints: 35,30 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Bei mir ist es ziemlich stark von der Situation und dem Gegenüber abhängig, wie leicht oder schwer es mir fällt, „auf den Punkt zu kommen“. Ich bin durchaus jemand, der Klartext reden und sich kurz halten kann, wenn mir ein Anliegen wichtig genug ist und ich überzeugt von meinem Standpunkt bin. Im Dialog mit jemandem, der ungefähr auf meiner Augenhöhe ist und zu dem ich lediglich eine oberflächliche oder rein professionelle Beziehung pflege, habe ich dabei auch wenig Schwierigkeiten, entsprechend vehement aufzutreten.

Etwas komplizierter macht es die Sache, wenn ich einer Person sehr nahe stehe oder in der beruflichen Hierarchie unterstellt bin und ein Anliegen vorbringen möchte oder muss, das mir unangenehm ist, dem anderen Arbeit oder Aufwand verursacht oder welches ich selber nicht vollends vertrete. Ich mache mir dann oft Gedanken, dass ich die andere Person verärgern könnte oder dass meine Bitte anmaßend rüberkommt.

Daher verfalle ich aus Unsicherheit manchmal in ein Muster, indem ich mehr „um den heißen Brei“ herumrede und versuche, die Sympathie des anderen zu gewinnen und möglichst viele plausible Argumente vorzubringen, bevor ich mit der eigentlichen Information rausrücke. Dass ich dabei nicht selten selber irgendwo den Faden verliere und mein Gegenüber ermüde, merke ich zwar, aber ich traue mich dann irgendwie dennoch nicht, es einfach frontal heraus auszusprechen.

Mir hilft es tatsächlich manchmal aus dieser Schleife heraus, wenn mein Gesprächspartner einhakt und mich konkret fragt, was ich eigentlich will. Entsprechend wende ich diese Technik auch im umgekehrten Fall an, wenn jemand mir gegenüber nicht zur Sache kommt.

» MaximumEntropy » Beiträge: 7515 » Talkpoints: 944,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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