Durch Physikunterricht gut auf Strom im Alltag vorbereitet?

vom 15.07.2020, 09:03 Uhr

Ich habe einen sehr schlechten Physikunterricht genossen. Vorne stand der Lehrer, der irgendwelche Experimente machte, die ich nicht verstand. Dann schrieben wir etwas ins Heft, das ich auch nicht verstand. Besonders alles, was mit Elektrizität zu tun hatte, war für mich ein Rätsel. Mein Sohn musste mir mit acht Jahren erklären, warum ein Vogel auf einer Stromleitung keinen Schlag bekommt.

Ich habe immer noch riesigen Respekt, fast Angst vor allem, was mit Strom zu tun hat, obwohl ich natürlich inzwischen mehr weiß. Viele Leute haben keine Ahnung von Strom, wie ich mittlerweile feststellen konnte. Man liest zum Beispiel immer wieder, dass Jugendliche auf Waggons klettern, zu nah an Hochspannungsleitungen kommen und sterben.

Sind auch für euch Volt, Ampere, Ohm und Kilowattstunde Begriffe, die euch im Alltag, etwa bei Lampen, bei der Stromrechnung, beim Herd oder auf Batterien nicht viel sagen? Oder hat euch euer Physikunterricht auf die Elektrizität im Alltag gut vorbereitet?

» blümchen » Beiträge: 4100 » Talkpoints: 13,95 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich bin der Meinung, dass es nicht am mangelnden Physikunterricht liegt, wenn Jugendliche auf Eisenbahnwaggons herumturnen, sondern eher am mangelnden Überlebensinstinkt. :D Meine Nichte (3) weiß wahrscheinlich auch nicht, was eine Gravitationskonstante ist (ich zugegebenermaßen auch nicht wirklich), aber dass es "Aua" macht, wenn man von der Eckbank fällt, ist ihr dennoch ziemlich geläufig.

Ich bin auch eine ziemliche Null, was Schulwissen aus dem Bereich Physik betrifft, weil ich es im Alltag nie brauche. Wäre ich Elektrikerin oder Ingenieurin, würde es logischerweise ganz anders aussehen. Aber auch ohne Ohm, Volt, Watt und Ampere weiß ich zumindest noch aus der Grundschule, dass Strom einen geschlossenen Kreislauf braucht. Und um zu lernen, dass Elektrizität "Aua" macht, dafür war meine Landkindheit wie geschaffen. Stichwort Weidezaun. Wenn du da mit fünf einmal hinlangst, kletterst du garantiert nicht in die Nähe von Oberleitungen.

Und als Erwachsene komme ich mit drei Grundsätzen aus: Nicht in der Steckdose bohren, im Zweifelsfall die Sicherung raus, und wenn es komplizierter wird als der Austausch einer Glühbirne, ist Fachpersonal gefragt.

» Gerbera » Beiträge: 10360 » Talkpoints: 1,72 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ich habe den Unterricht schon recht interessant empfunden, je nach Lehrer mal mehr mal weniger. Bei mir war es aber eher so, dass ich sehen wollte, was mein Bruder so daran interessiert, da der das immer schon studieren wollte. Dennoch habe ich nur einen normalen Kenntnisstand dieses Thema betreffend. Wobei ich aber auch davon ausgehe, dass man auch so versteht, dass der Strom gefährlich sein kann und Schienen ein schlechter Spielplatz sind, ebenso wie irgendwelche Waggons. Ich fühle mich schon gut informiert und vor allem ist es ja auch so, dass man letztendlich auch nicht alles auf die Schule schieben kann, man hat doch auch Eltern.

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» Ramones » Beiträge: 46509 » Talkpoints: 2,20 » Auszeichnung für 46000 Beiträge



Also mein Physikunterricht in der Schule war echt lächerlich und der hat mich nicht wirklich gut auf die Wirkung von Strom im Alltag vorbereitet. Aber ich denke, dass man als Kind von den Erziehungsberechtigten schon Einiges im normalen Umgang mitbekommt. Zum Beispiel, dass man nicht an blanke Kabel fassen soll, oder dass man nicht mit nassen Patsche Händen oder mit dem Schraubendreher einfach in eine Steckdose fassen sollte.

Ich habe eine elektrotechnische Ausbildung gemacht und ich betrachte Strom halt nicht nur als eine böse Sache, die zu Verletzungen führen kann, sondern sehe auch einen Sinn dahinter. Auch mein Partner ist studierter Elektroniker, war zuvor Anlagenelektriker bei einem großen Konzern, und kennt sowohl Vor- als auch Nachteile von Strom. Außerdem kennen wir gewisse Sicherheitsmechanismen, die wir, wenn wir mal Arbeiten in der Wohnung vornehmen, den Kindern auch erklären, selbst wenn sie es noch nicht verstehen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11978 » Talkpoints: 6,80 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Mein Physikunterricht in der Schule hat die Basis für ein entsprechendes Studium gelegt und damit deutlich gemacht, was einen da erwartet. Das war super, denn so wusste ich, wo ich mich ganz bestimmt nicht einschreiben werde. :D Die rein praktischen Dinge, wie nicht mit Stricknadeln oder so einem Zeug in Steckdosen stochern, Stecker ziehen oder Sicherung raus und so anderes Basiswissen gab es daheim quasi ab dem Krabbelalter schrittweise vermittelt. Genauso wie das Errichten eines elektrischen Weidezauns oder andere, eigentlich nicht erlaubte Arbeiten nach dem Umzug hat auch nicht die Schule vermittelt, sondern in der Freizeit erlernt worden ist.

» cooper75 » Beiträge: 12515 » Talkpoints: 331,76 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


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