Ab wann haben eure Kinder das erste Mal richtig gekocht?
Meine Kinder durften schon recht früh mithelfen, wenn sie wollten. Als sie ganz klein waren, haben sie eben die Banane zermatscht oder irgendetwas hinzugefügt, was ich schon vorbereitet habe und sie schneiden mittlerweile ganz gerne mal mit. So richtig selber kochen können sie aber noch nicht und dafür ist ja auch noch jede Menge Zeit. Wann haben eure Kinder das erste Gericht selber gemacht und was war es? Ich rede nun nicht vom Spiegelei, was sicherlich jeder hinbekommt, sondern wirklich ein Gericht. Haben eure Kinder überhaupt Freude am kochen gehabt?
Meine Kinder haben nie richtig gekocht. Sie hatten nie Interesse daran, ein richtiges Essen zuzubereiten. Sie haben höchstens als Kleinkinder mal Plätzchen ausgestochen. Später haben sie sich dann mal ein Toastbrot mit Käse und Schinken in die Mikrowelle geschoben oder sich einen Asia Nudelsnack gemacht. Auch haben sie phasenweise Curryking gegessen. Manchmal haben sie auch geholfen, eine selbstgemachte Pizza zu belegen.
Ich habe sie aber auch nicht speziell ans Kochen herangeführt. Ich habe ja selber nie sehr gerne gekocht. Im Nachhinein gesehen war es vielleicht ein Fehler, die Kinder nicht so viel im Haushalt helfen zu lassen, ich weiß es nicht. Ich sehe es mit Verwunderung, wie die beiden jüngeren pubertierenden Kinder einer Freundin, fast professionell beim Kochen und wohl auch im Haushalt helfen.
Bei ihren zwei älteren hat sie denselben Fehler begangen wie ich und sie herausgehalten, weil es einfach am Anfang sehr viel Energie kostet, Kinder stark mit in den Haushalt einzubeziehen. Zwischen den zwei älteren und den zwei jüngeren Nachzüglern liegen mehr als zehn Jahre und sie hat aus der Erfahrung gelernt.
Boah Ramones, warum machst du eigentlich immer alles so klein. Du stellst doch ständig heraus, dass du deine Brut angeblich wertschätzend erziehen und ihnen vermitteln möchtest, dass sie alles erreichen können. Wobei natürlich Letzteres ein Witz ist, aber fleißige Arbeitsdrohnen produziert.
Ein Spiegelei allein zuzubereiten, das erfordert Umsicht, Planung und motorische Fähigkeiten. Das ist für ein Kind eine verdammt große Sache. Meine Jungs haben zwischen sechs und acht Jahren allein gekocht, wenn jemand von uns in der Küche war. Etwas Überwachung und das Vorlesen von Rezepten waren halt noch nötig.
Zwischen acht und zehn Jahren haben sie zusammen allein gekocht und danach eben auch ganz allein, ohne die Hilfe der Geschwister. Es braucht eben Zeit, da hineinzuwachsen und Erfahrungen zu sammeln. So haben die Jungs beispielsweise lange lieber klassisch gekocht und erst später die Vorzüge des Instant Pots erkannt, der seit gut zehn Jahren in verschiedenen Ausführungen zur Küchenausstattung gehört. Seit sie selbstständig unterwegs sind, schätzen sie die Zeitersparnis und das unkomplizierte Kochen sehr. ![]()
Ich habe zwar glücklicherweise keine Kinder, aber ich war mal eins. Und so "richtig" gekocht habe ich erst, als ich von daheim ausgezogen bin und mir nichts anderes mehr übrigblieb. Kochen ist nach wie vor nicht mein Hobby, aber ich bekomme einfache Standardgerichte hin, die mir auch schmecken und leidlich ausgewogen sind.
Damit bin ich auch vollauf zufrieden, da ich keine Familie verköstigen muss, Braten und die typisch gutbürgerlichen Sonntagsessen für zwei Personen sowieso nicht lohnen, und ich auch nicht das Klischee verkörpern möchte, dass die Domäne der "Frau" immer noch die Küche sei. Mein Partner kann auch nur rudimentär kochen, und so gibt es eben einfache Gerichte. Wobei ich auch ein "Spiegelei" durchaus als Kochen zähle - was ist es denn sonst? Man muss erhitzen, garen, aufpassen, würzen und servieren, nur ist die Zahl der Zutaten recht übersichtlich.
Meine Mutter selig war sogar Hauswirtschaftslehrerin, hatte aber definitiv nicht den Nerv, ihren Nachwuchs von klein auf ans Kochen heranzuführen. Wenn man das schon den ganzen Vormittag mit anderer Leute Kinder im Dutzend macht, ist man wohl froh, privat lieber selber schnell eine Mahlzeit zusammenzustellen als da auch noch geduldig zu warten, bis die Siebenjährige eine Gurke geschält hat. Und ich selber war als Kind auch schnell genervt, weil meine Mutter die Lehrerin nicht abstellen konnte und jeden meiner Handgriffe mit Kochlöffel oder Pfannenwender detailliert kritisiert hat. Das war doch recht entmutigend und hat keinen Spaß gemacht.
Ich empfinde Spiegeleier auch nicht als einfaches Gericht. Ich zumindest bekomme sie nicht immer richtig hin. Das fängt schon beim Ei aufschlagen und in die Pfanne geben an, was man schaffen muss, ohne dass das Eigelb ausläuft. Ich habe mal gelesen, wie man das perfekte Spiegelei brät. Dazu gehört zum Beispiel, dass man nur das Eiweiß salzt. Außerdem ist die Temperaturregelung sehr wichtig.
Meiner Erfahrung nach hat die Erziehung weniger Einfluss, als man vielleicht meint, darauf, was Kinder als Erwachsene gerne tun oder gut können. Einer meiner Söhne ist Veganer und kocht durchaus aufwendig und "gesund", obwohl ich ihn nicht darauf vorbereitet oder dahingehend beeinflusst habe. Es gibt Erwachsene, die sagen, dass sie gerne und gut kochen, weil sie es zu Hause schon so gelernt haben, während andere Erwachsene sagen, dass sie gar nicht gerne kochen, weil sie als Kinder schon immer beim Kochen mithelfen mussten.
Da fällt mir ein extremes Beispiel aus meiner Familie ein. Meine Mutter ist immer gerne lange spazieren gegangen, weil sie als Kind auch immer gewandert ist. Meine Schwiegermutter hat spazieren gehen gehasst, weil sie als Kind immer gewandert ist.
Kochen ist meine Leidenschaft. Und mit Wiener Schnitzel habe ich schon so manchen Mann in mich verliebt gemacht (Scherz). Um meinem Kind die Freude an der Herstellung von Speisen nahezubringen, habe ich es einfach mit in die Küche genommen, als es noch ganz klein (ab drei Jahre) war. Er hat dann Kartoffeln geschält und Gemüse zerkleinert und auch in den Töpfen gerührt. Das ganze unter ständigem Lob. Das hat gut funktioniert und es entstand weder Zwang noch Frust.
Hatte es keine Lust, konnte es auch jederzeit die Küche wieder verlassen. Als es zwölf Jahre alt war und wir inzwischen allein lebten, hatte es die Idee am Pfingstsonntag ganz allein ein Dreigängemenü zu zaubern. Da ich Kochen liebe und immer auf der Suche nach Rezepten und Anregungen war, bezog ich eine Zeitschrift, die monatlich erschien. Dort suchte sich das Kind dann drei geeignete Rezepte aus. Wir machten dann eine Einkaufsliste und kauften alle Zutaten dafür ein.
Es war einfach nur fantastisch. Statt in der Küche zu stehen, was ich sonst gerne tat, lag ich auf dem Sofa herum und freute mich einfach nur auf das Essen. Es gab einen gemischten Salat, Steak mit Blechkartoffeln und Pfannengemüse. Zum Abschluss einen Erdbeersalat mit Baiser. Es hat sensationell gut geschmeckt. Das tollste aber war das Erfolgserlebnis für das Kind. Und ich bekam auch meinen Lohn. Schließlich hatte ich ihm das Kochen näher gebracht und sein Interesse geweckt. Noch heute, längst erwachsen, erinnert es sich ab und zu gern an das Ereignis.
Ich finde es schon mal einen guten Anfang, wenn man Kinder schon ganz klein mit in die Zubereitung von Essen integriert, das habe ich bei meiner Tochter auch gemacht. Neben der Feinmotorik war das oft ein Türöffner dafür, dass sie neues Essen viel eher probiert hat, weil sie es selbst zubereitet hat bzw. mithelfen durfte.
Vor dem eigentlichen "kochen" fing das also auch bei uns schon viel früher an. Schon mit zwei oder drei Jahren durfte sie das Gemüse mit dem aus dem Garten holen und selbst abwaschen, einen Teig kneten oder geschnittene Zutaten in einen Topf oder eine Schüssel werfen. Mit vier oder fünf Jahren hat sie dann auch mal mit einem Kindermesser Zutaten schneiden dürfen wie Banane oder Gurke, Kräuter zupfen usw.
Ich würde mal behaupten, dass meine Tochter schon im Grundschulalter dann die ersten Male selbst gekocht hat, also etwa mit 7 bzw. 8 Jahren schon, als sie dann schon ein Verständnis für Zahlen und Mengen bekommen hat. Sie konnte dann problemlos Zutaten auf der Waage abmessen, Dinge kleinschneiden und mit Aufsicht eben auch am Herd hantieren. Wenn es darum ging heißes Wasser abzuschütten oder etwas in den Ofen zu schieben habe ich das zwar schon gemacht, aber sie stand im Prinzip da schon auch selbst am Herd und hat aufgepasst, dass etwas nicht anbrennt oder zu weich verkocht.
Wir hatten dann sehr schnell Kochbücher von der Becherküche in unserem Kochbücherregal, weil meine Tochter wirklich Spaß am Selberkochen hatte. Hilfe von meiner Seite war da so gut wie gar nicht mehr nötig. Die Bücher sind wirklich toll weil Kinder die Rezepte so gut wie eigenständig umsetzen können. Die Anleitungen sind Schritt für Schritt in Bildern erklärt. Außerdem orientieren sich alle Mengenangaben an den verschiedenen Bechern, welche unterschiedliche Farben haben und somit auch keine Verwechslungsgefahr besteht. Ein falsches Abmessen ist also auch eigentlich unmöglich. Da gabs also dann Salat, Suppen, Dips, aber auch schon Aufläufe oder Burger.
Meine Tochter war auch immer bei allen Kochkursen dabei, die es im Rahmen des Ferienpasses bei uns in den Sommerferien gab und da wurden auch schon richtig tolle Sachen mit Kindern ab 8 Jahren gekocht. Da gab es zum Beispiel Kochkurse zu Themen wie "Asien", "Amerika" oder "Italienisch" und es wurden Frühlingsrollen, Burger oder Lasagne gemacht.
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