Im Büro jeden Tag eine neue Tasse nehmen wirklich nötig?

vom 20.07.2025, 14:26 Uhr

Mir ist aufgefallen, dass meine Kolleginnen jeden Morgen neue Tassen nehmen, wenn sie ihre Kaffeerunde machen. Mittlerweile sind wir aber in Summe elf Leute und außer mir und dem Chef nehmen alle anderen jeden Tag eine neue Tasse. Das führt dazu, dass unsere Geschirrspülmaschine mindestens zweimal, wenn nicht sogar dreimal die Woche läuft. Manchmal, wenn jemand Geburtstag hat und ein Glas Sekt ausgibt, kommen dann noch die ganzen Sektgläser dazu.

Ich nehme meine eigene Tasse mit Fotodruck mit und die benutze ich die ganze Woche lang. Wenn ich meinen Kaffee ausgetrunken habe, spüle ich sie nur kurz aus und benutze sie dann am nächsten Tag wieder, die ganze Woche. Freitag nehme ich sie immer mit nach Hause und lege sie dann in meine Geschirrspülmaschine, weil ich die ja auch hin und wieder einschalte.

Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man nun jeden Tag eine neue Tasse nehmen muss, denn damit läuft die Spülmaschine oft und muss demzufolge ja auch wieder ausgeräumt werden. Normalerweise machen das die beiden Damen vom Empfang, aber wenn wir jetzt unten in der Küche unser Mittagessen warm machen und sehen, dass die Spülmaschine fertig ist, machen wir das auch. Und irgendwie stört es mich, denn ich möchte meine Mittagspause nicht dafür nutzen, noch die Kaffeetassen der anderen, die ich nicht mal benutze, auszuräumen.

Wie haltet Ihr es, nehmt Ihr auch eine Tasse die ganze Woche lang oder muss es täglich eine neue sein? Ich finde es nicht unhygienisch, wenn man die Tasse nach Benutzung einfach nur ausspült, das reicht doch.

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» Jacqui_77 » Beiträge: 2969 » Talkpoints: 42,68 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Bei uns auf der Arbeit ist es so, dass jeden Morgen frische Tassen herausgestellt werden und diese dann nach dem Kaffeetrinken in die Spülmaschine wandern, die dann auch täglich läuft. Das ist aber bei uns auch kein größerer Aufwand, weil wir auch gemeinsam im 12-köpfigen Team frühstücken und halt auch die benutzten Teller, das Besteck und die Platten mit in die Spülmaschine stellen, so dass sie eh einmal täglich läuft. Der Spätdienst räumt sie dann abends aus, so dass sie für morgens wieder halbwegs leer ist.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12617 » Talkpoints: 4,59 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ich sehe das ähnlich wie du. Ich würde auch jeden Tag eine neue Tasse nehmen, solange das Frühstücksgeschirr sowieso schon da ist, macht das für mich keinen großen Unterschied. Dass deine Kolleginnen jeden Tag eine neue Tasse nehmen, führt natürlich dazu, dass die Spülmaschine häufiger läuft, und das bringt zusätzlichen Aufwand für alle, die sie ein- oder ausräumen müssen. Gerade bei elf Leuten summiert sich das schnell, noch dazu wenn mal Sektgläser oder anderes Geschirr dazukommen.

Ich selbst würde meine Tasse wie du die ganze Woche nutzen, kurz ausspülen und am nächsten Tag wiederverwenden. Freitags dann ab in die Spülmaschine, fertig. Das reicht hygienisch völlig aus, die Tasse wird beim täglichen Ausspülen sauber genug, und im Geschirrspüler wird sie sowieso noch gründlicher. Sie immer mit nach Hause zu nehmen, fände ich auch zu viel Aufwand.

Für mich ist der Punkt einfach: Es ist pragmatischer, den eigenen Verbrauch zu begrenzen und so wenig zusätzlichen Aufwand wie möglich für die Gemeinschaft zu erzeugen. Dass die anderen jeden Tag eine neue Tasse nehmen, kann man natürlich nicht erzwingen, aber selbst auf diese Weise vernünftig mit der eigenen Tasse umzugehen, halte ich für absolut ausreichend und hygienisch unbedenklich.

» Hufeisen » Beiträge: 6070 » Talkpoints: 6,20 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Die modernen Kaffeeautomaten servieren einem den Kaffee in Gläsern, wenn man der Fernsehwerbung Glauben schenken kann. Da ist es echt schwierig, das "persönliche" Glas aus der Fülle der zu spülenden jedes Mal herauszufinden. Ganz nebenbei frage ich mich, wie man es bei den modernen Gläsern schafft, sich nicht die Finger zu verbrennen. Kaffee soll ja, frisch aufgebrüht, besser schmecken. Und aus den Kaffeemaschinen kommt ja heißes Wasser mit Kaffeegeschmack heraus. Oder sind das Spezialgläser mit unsichtbarem nach CE-Gefahrenanalyse zugelassenem Wärmeisolationsbelag?

» Gorgen_ » Beiträge: 1236 » Talkpoints: 449,15 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Gorgen, anders als typische klassische türkische Teegläser funktionieren moderne Kaffeegläser wie Thermobecher mit einem Zwischenraum zwischen Innen- und Außenglas mit Zwischenraum. Und der Kaffeeautomat lässt die Plörre in das Behältnis ab, das du darunter stellst. Bei einer Tasse verweigert der nicht den Dienst.

Und die Unterscheidung des persönlichen Trinkgefäßes hängt doch nicht vom Material ab. Gibt es im Büro nur ein Design, hilft Porzellan, Keramik oder Emaille auch nicht weiter. Auch Gläser gibt es mit Muster, Gravur, in verschiedenen Farben und Formen oder geätzt.

Allerdings sehe nun kein Problem darin, eine Tasse jeden Tag zu wechseln. Patina macht Kaffee oder Tee nicht besser. Sich den Hygienestandards der Mehrheit anzupassen, ist im Allgemeinen dem Betriebsklima sehr zuträglich. Es ist immerhin kein großer Akt, man tut es einfach.

» cooper75 » Beiträge: 13450 » Talkpoints: 524,56 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Vielen Dank an @cooper75 für die Erklärung, dass Gläser nicht gleich Gläser sind. Um etwas aus der Schule zu plaudern, das sich strenger an das Thema hält, möchte ich bemerken, dass es bei "uns" immer üblich war, die Tassen nach Gebrauch einzusammeln und im Sozialraum mit Mini-Kochgelegenheit in die Spülmaschine zu stellen.

Abgesehen davon war es offiziell nicht erlaubt, am Arbeitsplatz zu essen und irgendetwas zu trinken. Insbesondere das Umkippen von Kaffeetassen führte oft zu defekten Tastaturen und Notebooks, so dass der Chef im allgemein anerkannten Konsens dann das obige Verbot aussprach. Diejenigen, die meinten, sich nicht daran halten zu müssen, hatten dann aber so viel Anstand, die Tassen dann selbst mitzunehmen und im Sozialraum zwecks Spülmaschinenbenutzung abzustellen.

Da gab es einmal einen etwas ironisch anmutenden Grundsatz: "Die Schmackhaftigkeit des Essens (und der Getränke) hängt im Wesentlichen von der Sauberkeit des verwendeten Geschirrs ab." Nicht nur diesem Grundsatz folgend gehört das Thema Sauberkeit zum Ausbildungsplan "Koch" oder "Köchin", und die ersten Tage oder Wochen der Anwärter werden in der Spülküche verbracht.

Die zwischenzeitige Reinigen oder Ausspülen der Tasse ist zwar nicht unbedingt energiesparend, wenn jemand später nochmal Kaffee trinken möchte, dann kann er ja ein- und dieselbe Tasse nochmal verwenden. Aber generell wird am Feierabend dann alles gereinigt.

Und noch etwas: Der Chef meinte, der Abteilung wegen "guter Führung" ein Geschenk in Form eines Espressoautomaten zu spendieren. Leider kam das nicht so gut an, weil die Kaffeepause eben zu kurz war, um etwa der ganzen Abteilung allen Leuten einen Kaffee mit dieser Maschine in der Zeit zustande zu bringen.

Es blieb also bei dem klassischen Aufbrühen und Bereitstellen mit der 3-Liter-Thermo-Kanne.

» Gorgen_ » Beiträge: 1236 » Talkpoints: 449,15 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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