Wie gut ist Glasfaserkabel beim Internet tatsächlich?

vom 23.11.2022, 12:34 Uhr

Die Telekom ruft mich schon geraume Zeit in gewissen Abständen immer mal an und fragt mein Interesse an der Möglichkeit von Glasfaserkabel für das Internet bei mir ab. Ich habe jetzt eine normale Leitung mit 50.000er Geschwindigkeit und das reicht mir eigentlich und für meine Bedürfnisse vollkommen aus und deswegen habe ich das Angebot bisher auch immer ausgeschlagen.

Nun habe ich gestern auch nochmal ein schriftliches Angebot per Post erhalten und muss sagen, die Telekom ist ja wirklich sehr hartnäckig. Sind denn eure Leitungen daheim schon auf Glasfaser umgestellt oder wartet ihr auch noch ab und was meint ihr dazu? Sind diese Leitungen denn wirklich so viel schneller und besser, dass sich ein Umstieg lohnt?

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» Lupenleser » Beiträge: 866 » Talkpoints: 580,61 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Es gibt da mehrere Optionen. Netcologne hat vor Jahrzehnten in Köln sich auf die Fahnen geschrieben, das Monopol der Deutschen Post (damals noch) zu durchbrechen, indem es als erstes Netz Glasfaserkabel bis vor die Haustür, oder besser, bis in den Keller an den Übergabepunkt lieferte.

Jetzt kommen die großen Telekomanbieter endlich auch auf den Trichter, es selber in die Hand zu nehmen. Offensichtlich sind die Netcologne-Kunden sehr zufrieden damit, und so können die großen Telekomanbieter auch auf deren Erfahrungsberichte zurückgreifen.

Was anders ist, ist die neu hinzukommende gravierende Unterscheidung: Mit dem Kürzel FTTH bezeichnet man jetzt die Verlegung der Kabel bis an die Kabelfernseh/Internet-Dose in der Wohnung. Von da aus geht es mit einem Zusatzgerät wieder umgemodelt mit RJ45-Kabeln und Ethernet zu den Computern/Fernsehern. Es sei denn, man besitzt ein Gerät mit GBIC-Dongle. Dann kann man den LC/PC, SC/PC oder E2000 Glasfaserkonnektor direkt anstöpseln. Herkömmliche Router/Internetzugangsgeräte/Modems sollen ohne Komplikationen auch funktionieren. Es wird einfach eine RJ45-Buchse am Ethernetport (meistens 4 vorhanden) dafür reserviert.

Der Vorteil liegt auf der Hand. Es gibt keine Kupfer/Koaxialkabel-Verluste. Es entfällt auch eine Vielzahl von Zwischenverstärkern und Pegelkorrektureinrichtungen.Die Signalbandbreite mit polarisiertem mit mehreren Spektren versehenen Licht-Signalen ist um etliches höher, als das mit den üblichen Kabeln möglich wäre. Allerdings sind die Strippen für die Inhouse-Verlegung etwas empfindlicher gegen Knicken und mechanische Beanspruchung, so dass vorab geprüft werden muss, ob eine zuglastfreie Montage in die vorhandenen Installationsrohre bis zum Wohnzimmer oder Büro möglich ist. Ansonsten geht die ganze Sache wieder bis zum Übergabepunkt im Keller und von da aus wieder wie gehabt auf die Koaxialkabelverteilung für Telefon, Kabelfernsehen, Internet. Und in der Wohnung werden dann keine neuen Enddosen gesetzt.

Und nicht zuletzt: Wie gesagt, die Kundschaft ist fast ausnahmslos zufrieden.
Und das will bei den hohen Ansprüchen, die sie stellt, schon etwas heißen.
Wenn Störungen auftreten, dann liegen sie auf der Providerseite oder bei der Einspeisung der Programme selber. Oder es gibt Kabeldurchtrennungen bei Bauarbeiten.

» Gorgen_ » Beiträge: 584 » Talkpoints: 231,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Wenn du mit deiner 50000er Geschwindigkeit zufrieden bist, gibt es keinen Grund zu wechseln. Das ist doch schon sehr gut. Höhere Geschwindigkeiten brauchst du nur, wenn du extrem viel uploadest oder wenn an deiner Verbindung mehrere Menschen hängen, die viel Datenvolumen hin- und her schicken. Aber so wie du das beschreibst, würdest du keinen Unterschied feststellen.

» blümchen » Beiträge: 4727 » Talkpoints: 68,51 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



In unserer Firma wurde die Videoüberwachung tagsüber früher immer abgeschaltet, weil die Office-Anwendungen, insbesondere Email derart ausgebremst waren, dass man minutenlang auf Response warten musste. Der Telekomanschluss war einfach zu schwach. Schlussendlich wurde auf Glasfaser umgerüstet, und die Videoüberwachung und die Bürocomputer können gleichzeitig ohne Einschränkungen und gegenseitige Beeinträchtigung parallel nebeneinander her in Betrieb sein.

Aber auch für den Otto-Normalverbraucher sind die Vorteile kaum zu ignorieren, da zum Beispiel auch der Fernsehempfang etc. über dasselbe Glasfaserkabel läuft. Habe mich als Skeptiker auch erst davon überzeugen lassen müssen, dass 4k HD mit Glasfaser besser läuft. Und SD-Ausstrahlung wird ja jetzt schon zügig Schritt für Schritt, Sender für Sender abgeklemmt. Erst letzte Woche musste ich feststellen, dass 10 Programme (vormals SD) fehlen. Aber mein Fernseher kann auch HD.

Wollte sagen, der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und die Änderung der Fernsehstandards mit immer höheren Anforderungen folgen auf dem Fuße. Wenn man nicht plötzlich eines Tages vor einem Fernseher sitzen möchte, und auf dem Bildschirm erscheint: "Kein Empfang", dann sollte man sich rechtzeitig genug darum kümmern. Auch Home-Office-Video ist ohne schnelles Internet nur eine Tortur. Und andere im Wohnzimmer wollen gleichzeitig streamen, und im Gästezimmer möchte jemand noch 4k HD fernsehen, dann wird es eng wenn nicht gar unmöglich mit dem reinen Koaxialkabelanschluss. Ja, Telefon hatte ich noch vergessen. Und Alexa und Smart Home etc. pp. Geht alles über Fibre dann.

» Gorgen_ » Beiträge: 584 » Talkpoints: 231,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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