Welchen Sinn machen Fitness-Kuchen?

vom 09.03.2021, 02:15 Uhr

Im Laufe des ganzen Diät-Wahns und diesem Trend, Kuchenrezepte so zu verändern, dass sie nicht mehr ungesund erscheinen, sondern ins Diätprogramm passen, werden meiner Meinung nach immer verrücktere Rezepte gepostet im Internet. Eben gerade habe ich dieses Rezept für Fitness-Milchschnitte gefunden. Gepostet werden dazu tolle Fotos, die wirklich nach Kuchen und Creme aussehen. Ich zweifel allerdings an, dass dort wirklich das Rezept nachgemacht wurde. Aufgeschlagenes Ei ohne Mehl sieht nach dem Backen anders aus und auch Magerquark hat eine andere Konsistenz.

Sieht man sich das Rezept näher an, besteht es aus Kakao-Rührei, das eventuell gesüßt wurde, und purem Magerquark mit ein bisschen Süßstoff oder Honig. Das nennt man dann Milchschnitte! :uebel: Ich frage mich, was der Sinn hinter solchen und unzähligen anderen Rezepten ist, wo aus Kuchen geschmacklose Fladen mit einer grauenvollen Pampe gemacht werden? Warum tut man sich das an? Wer will denn bitte 400 g Magerquark mit Kakao-Rührei essen? Da ist ja sogar eine Null-Diät leckerer!

Ist der Gesundheitsaspekt den Leuten inzwischen so viel wichtiger als die einfache Tatsache, dass etwas auch mal schmecken darf? Würdet ihr ein solches Rezept nachbacken oder habt es gar schon? Wie hat es geschmeckt?

» SonjaB » Beiträge: 2098 » Talkpoints: 40,57 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich habe diesen Trend auch beobachtet. Im Internet kursieren massig Rezepte für cremige Desserts und Kuchen, die in der Tat fast nur auf Quark, Proteinpulver, FlavDrops und anderen niedrigkalorischen Füll- und Geschmacksstoffen bestehen. Die Endergebnisse werden dann „instagrammable“ aufbereitet und mit Schwärmereien darüber gepostet, wie unglaublich lecker sie sind und dass sie rein gar nichts von einem „echten“ Kuchen vermissen lassen.

Ehrlich gesagt glaube ich kein Stück daran, dass diese Fitnessvarianten gleich gut schmecken wie eine mächtige Sahnetorte oder ein echter Schokokuchen. Ich habe selber mal eine Zeit lang sehr auf Kalorien und zucker- und fettreduzierte Austauschstoffe geachtet und erinnere mich noch sehr gut an ein Blech „low calorie Donauwelle“, das ich in freudiger Erwartung auf das Geschmackserlebnis meines Lieblingskuchens gebacken und dann fast komplett im Müll entsorgt habe, weil daran einfach alles fad, übertrieben künstlich süß und völlig lieblos geschmeckt hat.

Meiner Meinung nach spricht ja gar nichts dagegen, sich bewusst zu ernähren und vielleicht auch auf Zutaten zurückzugreifen, die mehr Protein und weniger Zucker haben, wenn das einem für die persönliche Ernährung wichtig ist. Aber das geht dann ja auch, ohne zwanghaft alle „unpassenden“ Gerichte und Naschereien an den Plan anzupassen. Wenn man mal Lust auf Kuchen hat, dann darf es auch das Original sein, solange es nicht jeden Tag vorkommt und die Ernährung ansonsten ausgeglichen ist.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8026 » Talkpoints: 873,02 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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