Sinn und Erklärung für die Notbremse in Zügen

vom 15.07.2020, 09:32 Uhr

Ich habe noch nie verstanden, welchen Sinn die Notbremse in Zügen hat. Nehmen wir einmal an, dass jemand während der Fahrt einen Herzinfarkt erleidet. Dann ist es doch sinnvoller, wenn der Schaffner eine Durchsage macht, ob vielleicht ein Arzt oder sonst eine Person mit Erste-Hilfe-Erfahrung im Zug ist, und weiterzufahren und irgendwo nach Anweisung der inzwischen informierten Rettungskräfte kontrolliert zu bremsen. Mit der Notbremse steht man doch unter Umständen mitten im Wand, wo die Retter nicht so leicht hinkommen. Wahrscheinlich werden durch die plötzliche Bremsung auch noch andere Fahrgäste verletzt.

Falls wegen einer Schlägerei die Notbremse gezogen wird, sehe ich auch den Sinn nicht, mitten in der Pampa stehenzubleiben statt die Polizei zu benachrichtigen und irgendwo kontrolliert zu halten. Kann mir jemand den Sinn der Notbremse plausibel machen? Auch bei einem Brand ist es sinnvoller kontrolliert an einer Stelle zu bremsen, wo die Leute gut aussteigen können. In Krimis wird sie meistens dann gezogen, wenn Verbrecher im Zug entdeckt werden, die dann durch Ziehen der Notbremse entwischen können. Aber das kann ja nicht der Zweck der Notbremse sein.

» blümchen » Beiträge: 1311 » Talkpoints: 38,37 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Soweit ich weiß, funktionieren moderne Notbremsensysteme nicht mehr so wie früher, dass sie einfach den Zug zum Halten bringen. Stattdessen wird meines Wissens ein spezielles Signal an den Lokführer geschickt, der dann selbst entscheidet, wann und wo er den Zug stoppt. Bei Stadtbahnen ist es jedenfalls so, denn vor einiger Zeit hat es in Bonn mal den Fall gegeben, dass eine Bahn wegen des bewusstlosen Fahrers nicht mehr angehalten hat und auch durch Ziehen der Notbremse nicht gestoppt werden konnte.

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» lascar » Beiträge: 2469 » Talkpoints: 482,41 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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