Mit Kollegen nicht klar kommen - deswegen neuen Job suchen?

vom 26.03.2020, 13:22 Uhr

Wir haben eine Kollegin die gar nicht geht. Sie hat eine herablassende und fiese Art anderen gegenüber. Wer damit umgehen kann den mag es nicht stören, aber Kollegen die nicht so schlagfertig sind und mit der direkten Art nicht umgehen können, für die ist es ein Graus auf Arbeit zu kommen. Die Kollegin sucht ständig nach Fehlern und packt diese dann vor versammelter Mannschaft auf den Tisch.

Eine Kollegin hat schon richtige Panik vor ihr und versucht sie komplett zu meiden. Durch die Unsicherheit entstehen noch mehr Fehler. Sie meinte sogar letzteres schon, dass sie sich einen neuen Job suchen möchte. Ich weiß nicht so recht was ich ihr raten soll, sehe es aber als falsch an. Ich habe ihr geraten zur Chefin zu gehen und um Wechsel der Abteilung zu bitten. Sie hat aber Angst das sie dann als nicht teamfähig gilt. Was würdet ihr ihr raten? Ist Jobwechsel die richtige Lösung?

» timbo007 » Beiträge: 760 » Talkpoints: 1,38 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schon hilfreich sein kann, dann eine Abteilung zu wechseln. aber, wenn man noch im gleichen Unternehmen ist, läuft man sich häufig denn noch gelegentlich über den Weg. Und dabei bleibt dann immer ein unangenehmes Gefühl. Je seltener man sich über den Weg läuft, desto schlimmer ist dieses unangenehme Gefühl.

Also entweder erträgt man dann die Spannung, die dadurch entsteht, oder man geht sich wirklich so gut aus dem Weg, dass man sich tatsächlich nicht mehr begegnet, was allerdings viel Aufwand bedeutet.

» Zitronengras » Beiträge: 8739 » Talkpoints: 9,13 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Mobbing kann dich psychisch kaputtmachen. Das geht über "nicht klar kommen" oder "unterschiedliche Persönlichkeiten" weit hinaus, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß. Und wenn eine Arbeitskraft schon allgemein als "fies und herablassend" bekannt ist, handelt es sich offensichtlich um ein größeres Problem als aufeinanderprallende Charaktere.

Letzten Endes muss jeder selber wissen, wann die Grenze überschritten ist und Maßnahmen ergriffen werden. Es macht einen Riesenunterschied, ob man den "fiesen Kollegen" jeden Tag acht Stunden im gleichen Büro am Hals hat oder nur beim wöchentlichen Meeting ertragen muss. Oder ist man dem Mobber vorgesetzt, gleichgeordnet oder gar in der Hierarchie darunter? Ist man Zielscheibe oder Kollateralschaden?

Ich empfehle in solchen Situationen immer zweierlei. Erstens: dokumentieren. Es wirkt immer besser, wenn man sagen kann: "Frau F hat am Donnerstag um 8:15 Uhr unter folgenden Zeugen zu mir gesagt, dass ich die Stelle nur wegen meines Busens erhalten habe!" als "Die Frau F ist immer fies und gemein und macht blöde Sprüche!". Zweitens: Verbündete suchen. Je mehr Leute sich beschweren, desto besser, und es kann auch mehr bewirken, wenn jemand zum Chef geht, weil er oder sie nicht mehr mit ansehen kann, wie Kollege X leidet.

Das zeugt von genügend Unruhe im Freigehege, dass vielleicht eher Maßnahmen ergriffen werden. Und ja, wenn es nicht anders geht, muss tatsächlich ein neuer Job her. Aber wenn man es geschickt anstellt, kommen viele Vorgesetzte tatsächlich ins Grübeln, ob es langfristig nicht billiger ist, die fiese Kollegin abzusägen als jemand Kompetenten und Willigen gehen zu lassen.

» Gerbera » Beiträge: 8739 » Talkpoints: 3,61 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



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