Sollten Eltern regelmäßig kochen (können)?

vom 12.11.2016, 07:34 Uhr

Kommt doch auch drauf an, was man unter kochen versteht. Die Nudeln kochen und das Päckchen Maggi anrühren und aufkochen ist für mich kein kochen. Aber auch das bezeichnen manche schon als "frisches" kochen. Genauso wenig ist es kochen, wenn einfach nur Nudeln mit etwas Sauce auf den Tisch kommen oder die Pizza selbst fettig belegt wird nachdem vorher die ganze Reihe Fertigprodukte im Supermarkt eingekauft worden ist.

Was das dann mit Liebe zum Kind zu tun haben sollte erschließt sich mir nicht. Klar, kann ich auch meinem Kind auch jeden Tag eine frisch gekochte Bolgonese Sauce die mit Liebe zubereitet wurde über Stunden mitsamt Nudeln servieren. Gesund und wertvoll ist es damit noch lange nicht. Mich wundert es nicht, dass immer weniger Gemüse bei den Kindern bekannt ist und auch die Dinge mit der lila Kuh. Das kommt auch bei Kindern vor, bei denen angeblich "frisch" gekocht wird.

Aber schaut man dort mal weiter hinein, dann gibt es dort auch nicht mehr als die Nudeln mit Sauce, die Pizza selbst belegt mit den üblichen fettigen Dingen. Daneben noch die reichlichen Fertigprodukte mit Fischstäbchen und es gibt genug Kinder, die meinen Fischstäbchen schwimmen genau so im Meer wie sie auf den Teller kommen. Aber das machen die Eltern auch alles mit "Liebe" in der kürze der Zeit und meinen ihren Kindern damit etwas gutes zu tun.

Ein Kind mit 16 Monaten kann man auch nicht mit einem Kind mit 8 Monaten vergleichen. Das Kind mit 9 Monate frisst so gut wie alles was man ihm vorsetzt, denn dort ist alles noch eine Breipampe wenn es püriert wird und im besten Fall schon ein paar wenige Stücke vorhanden sind. Mit 16 Monaten sieht das schon ganz anders aus, da kommt es wie es ist am Stück auf den Tisch. In diesem Alter halten die Kinder ihre Löffel und ggf. Gabeln schon selbst und füttern sich selbst neben dem Einsatz der eigenen Hände.

Da ist keine Mutti die davor sitzt, den Löffel in den Mund steckt und mit lustigen Grimassen dafür sorgt, dass die Futterluke auch auf geht. Ist etwas dabei was das Kind optisch und geschmacklich nicht anspricht, dann bewegst du es auch selten bis gar nicht dazu das weiter zu essen. Aber Ramones kennt sich so gut aus mit älteren Kindern da sie alles mit ihrem vergleicht und noch gar keine eigenen Erfahrungen mit dem Alter gemacht hat, welches auch mit in die erste Trotzphase fällt. Ich möchte wetten, da kannst auch du dir dein mit Liebe zubereitetes Essen häufiger in die Haare schmieren, weil dein Kind dann auch keine Lust darauf hat auch wenn es das vorher als Brei monatelang gefressen hat.

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» Sorae » Beiträge: 19462 » Talkpoints: 3,71 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Sorae hat geschrieben:Kommt doch auch drauf an, was man unter kochen versteht. Die Nudeln kochen und das Päckchen Maggi anrühren und aufkochen ist für mich kein kochen. Aber auch das bezeichnen manche schon als "frisches" kochen. Genauso wenig ist es kochen, wenn einfach nur Nudeln mit etwas Sauce auf den Tisch kommen oder die Pizza selbst fettig belegt wird nachdem vorher die ganze Reihe Fertigprodukte im Supermarkt eingekauft worden ist.

Das ist in meinen Augen definitiv kein frisches kochen. Zu frischem kochen gehört ganz klar auch Gemüse putzen usw. Nicht einfach nur Dosen oder Tütchen öffnen.

Mich wundert es nicht, dass immer weniger Gemüse bei den Kindern bekannt ist und auch die Dinge mit der lila Kuh. Das kommt auch bei Kindern vor, bei denen angeblich "frisch" gekocht wird.

Aber schaut man dort mal weiter hinein, dann gibt es dort auch nicht mehr als die Nudeln mit Sauce, die Pizza selbst belegt mit den üblichen fettigen Dingen. Daneben noch die reichlichen Fertigprodukte mit Fischstäbchen und es gibt genug Kinder, die meinen Fischstäbchen schwimmen genau so im Meer wie sie auf den Teller kommen. Aber das machen die Eltern auch alles mit "Liebe" in der kürze der Zeit und meinen ihren Kindern damit etwas gutes zu tun.

Das hat in meinen Augen ebenfalls nichts damit zu tun, das etwas mit Liebe gekocht wird. Deshalb schrieb ich ja, das es bei frischem Kochen auch wichtig ist dem Kind die Produkte nahe zubringen und zu erklären, was wo her kommt und das es nicht alles so einfach im Supermarkt gibt. Mit Liebe kochen hat eben auch etwas damit zu tun, das man Wissen weitergibt und das kann man mit Kindern in einem doch einfachen Kontext beim Kochen schon schaffen.

Aber Ramones kennt sich so gut aus mit älteren Kindern da sie alles mit ihrem vergleicht und noch gar keine eigenen Erfahrungen mit dem Alter gemacht hat, welches auch mit in die erste Trotzphase fällt. Ich möchte wetten, da kannst auch du dir dein mit Liebe zubereitetes Essen häufiger in die Haare schmieren, weil dein Kind dann auch keine Lust darauf hat auch wenn es das vorher als Brei monatelang gefressen hat.

Muss man für seine Einstellung immer unbedingt mit allem Erfahrung haben? Ich habe auch keine Kinder, ich koche absolut nicht gerne und dennoch gibt es bei mir keine Tüten zum aufreißen und auch sonst so gut wie keine Fertigkost aus dem TK-Regal und ähnlichem. Ich habe über meine Mutter gelernt, was es bedeutet zu wissen, wo welches Gemüse, Obst oder andere Produkte herkommen und von dem Wissen zehre ich auch heute noch, denn das erleichtert mir auch vieles, wenn ich selber koche und ich weiß ganz klar, das ich es genauso machen würde, auch wenn nicht immer alles ein einfacher weg ist.

» StarChild » Beiträge: 1330 » Talkpoints: 5,39 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Nur weil mein Kind noch nicht in dem Alter ist, muss ich deswegen nicht mein Leben lang mit verschlossenen Augen durch die Gegen gelaufen sein. Ich muss garantiert keine Grimassen mehr machen damit mein Kind isst, das macht er sehr gerne. Natürlich hat man später mit Trotz und Nichtgefallen beim Kind zu kämpfen, dennoch möchte ich keines dieser Kinder haben, die wie du es ja auch schon beschrieben hast denken, dass die Fischstäbchen im Meer schwimmen.

Ich koche gerne und sehe darin auch kein Problem. Meine Schwägerin macht das auch so. Diskussionen gab es da auch, aber die Kinder können durch die Obst- und Gemüseabteilung gehen und haben das schon mal gesehen und gegessen, das finde ich einfach erstrebenswert. Tütchen und Co. muss jeder selber wissen, auch ob man kochen mag oder nicht, aber ich finde einfach, dass man seinem Kind damit etwas Gutes tut, wenn man eine gute Grundlage schafft und dem Kind auch genügend Nährstoffe gönnt.

Ich kenne eine Frau, die ihrem Kind jeden Tag nur Toast gibt. Das finde ich einfach nicht schön und denke mir durchaus, dass ein Kind eher einen Bezug zu Gemüse finden wird, wenn es das schon früh bekommen hat. Mag sein, dass ich deswegen nun wieder als naiv angesehen werde, aber ich koche gerne für mein Kind und sehe es auch nicht als Problem an, wenn ihm etwas nicht schmeckt, dann bekommt er eben etwas anderes oder man bespricht es später mit dem Kind.

Meine Schwägerin beispielsweise hat ihre Kinder wirklich gesund ernährt, es gab immer auch mal Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen war es immer gesund und die Kinder mögen das tatsächlich auch gerne. Ich verstehe nicht, warum man sich nicht die Mühe machen sollte sich damit mal zu beschäftigen. Es ist auch keine große Kunst zu kochen, weil man heutzutage alles nachlesen kann oder sich ansehen kann, es gibt Kurse und so weiter. Das ist mir mein Kind auf jeden Fall wert, weil ich es für mich selber als wichtig empfinde zu wissen was mein Kind isst.

Da kann ja auch wirklich jeder seine Meinung haben und seine Linie fahren. Ich habe ein Kind was 9 Monate alt ist, also nicht die Erfahrung einer Mutter, die ein Kind hat was älter ist, aber weiß ich deswegen nicht, dass sich gesund zu ernähren wichtig ist? Ich möchte es meinem Kind optimal vorleben, immerhin ernähre ich mich ja auch gesund und koche auch für mich gesund und frisch. Wozu sollte ich es bei meinem Kind anders machen?

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» Ramones » Beiträge: 36293 » Talkpoints: 29,86 » Auszeichnung für 36000 Beiträge



Wer es sich leisten kann, sich ständig Essen liefern zu lassen, der kann das von mir aus gerne tun. Je nachdem, von wo dieses Essen kommt, muss es auch nicht zwangsläufig ungesund sein, es gibt ja mehr Lieferdienste als nur den Pizzaservice.

Sicher wird das Kind das wahrscheinlich nicht weiter so machen können, wenn es mal auf eigenen Beinen steht, aber man kann auch kochen lernen, wenn man das zu Hause nicht so sehr vermittelt bekommen hat. Viele junge Erwachsene leben so oder so nur von Fertiggerichten, egal wie ihre Eltern es gehandhabt haben, weil man sich in dem Alter oft nicht so fürs Kochen interessiert.

Ich koche auch nicht sonderlich gerne, sondern sehe es nur als notwendiges Übel und wirklich gut koche ich im Vergleich zu vielen anderen sicherlich auch nicht, aber man kann es essen und frisches Gemüse ist mehrmals in der Woche dabei, ich zaubere nur nicht gerade die aufwendigsten Gerichte auf den Tisch.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5460 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich koche auch wirklich ziemlich ungerne, das ist so eine ermüdende Arbeit für mich, die viel Dreck macht, Stunden dauert und am Ende ist das Ergebnis in einer halben Stunde weg. Da beneide ich jeden, der das gerne und mit Leidenschaft macht, denn da hat man einen echten Vorteil im Leben. Ungeachtet dessen kann ich natürlich auch ein paar Gerichte, die gar nicht mal so schlecht schmecken, dem Internet sei Dank.

Generell bin ich aber auch der Typ, der dank Mamas Essen und später Kantinen, Mensen, kochenden Partnern, Fertiggerichten und kaltem Essen gut über die Runden gekommen ist. Ab und zu koche ich dann aber auch selbst, denn so wirklich überhaupt keine Fähigkeiten in dem Bereich zu haben, finde ich sehr nachteilig. Wenn man aber ein Kind hat, sieht die Sache für mich anders aus und ja, ich finde, Eltern sollten ausreichend kochen können und auch über die wichtigsten Basics hinsichtlich gesunder Ernährung verfügen.

Schließlich hat man die Verantwortung für ein anderes Lebewesen, dessen Gesundheit und kulturellem Zugang zur Welt. Ich hätte wirklich ein sehr schlechtes Gewissen, wenn ich das Kind nur mit Dosen-Ravioli und Toast über die Runden brächte. Das kann doch auch nicht gesund sein, selbst wenn man ab und zu schuldvoll einen Apfel anbietet. Wenn ich ein Kind hätte, würde ich mich auf jeden Fall noch intensiver mit dem ungeliebten Kochen beschäftigen und mir Rat holen.

Natürlich kann man sich theoretisch auch ohne jedes Kochen mithilfe von Brot, Salaten und Obstplatten gut und vitaminreich ernähren, aber meiner Erfahrung nach tun das die meisten, die nicht gerne kochen, eben tatsächlich eher nicht. Ich denke letztlich, dass man als Koch-Verweigerer den Kinder eine Menge vorenthält.

» Verbena » Beiträge: 2973 » Talkpoints: 8,50 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich sehe das offen gestanden so wie Ramones. Ich persönlich setze auch das Kochen für den Nachwuchs mit Liebe und Zuneigung gleich, aber nur, wenn es sich dabei um "richtiges" Kochen handelt mit frischem Gemüse und allem und nicht nur irgendwelchen Fertigsachen wie Ravioli mit Toast oder so.

Denn so nimmt man sich ja gezielt Zeit, seinem Nachwuchs die verschiedenen Nahrungsmittel nahe zu bringen, der Nachwuchs lernt wie die Nahrungsmittel unverarbeitet aussehen und weiß sie dann im Supermarkt zu identifizieren. Außerdem muss man als Eltern ja unter Umständen auch mit den Zubereitungsarten experimentieren. Manche Kinder mögen ja nicht alle Konsistenzen und zum Beispiel Paprika lieber frisch in Streifen anstatt gebraten oder aus dem Ofen und manche Kinder mögen Kartoffeln auch nur in gekochten Stücken und keinen Brei oder Bratkartoffeln.

Wenn man ständig Essen liefern lässt, dann fällt dieses experimentieren weg und es wird schwerer herauszufinden, welche Konsistenz das Kind bevorzugt und welche nicht. Ich kenne zum Beispiel keinen "normalen" Lieferdienst, der Kartoffeln sowohl gekocht, gebraten und als Brei anbietet, da werden doch eh meistens Pommes serviert. Ich finde also schon, dass es etwas mit Liebe zu tun hat, wenn man dem Nachwuchs bewusst alles zeigt und die Nahrungsmittel nahe bringt und auch auf seinen Geschmack achtet und die Nährstoffversorgung statt einfach nur Ravioli mit Toast hinzuklatschen so nach dem Motto: Hauptsache der Bauch ist voll.

Im oben genannten Beispiel ist es übrigens nicht so, dass durch die Großeltern des Kindes dann das Kochen vermittelt wird, weil das Essen ja schon fertig ist, wenn das Kind dort zu Besuch kommt um dort zu Essen. Das heißt auch dort würde das Kind nicht in die Zubereitung integriert werden und in den Einkaufsprozess auch nicht. Daher erschließt sich mir nicht, warum die Großeltern da irgendetwas großartig "ausgleichen" sollten.

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» Täubchen » Beiträge: 25864 » Talkpoints: 1,32 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Ich muss zugeben wir sind auch oft kochfaul und es wird was bestellt. Aber nachdem den Kinder das nicht so gut schmeckt kochen wir doch meistens selber. Und ich bin auch der Meinung das sich eine Mutter oder generell Eltern das Kochen so weit beibringen können das die Kinder ein ordentliches Mahl auf den Tisch bekommen. Es muss ja nicht immer ein 5 Gänge Menü sein, aber ein paar Sachen sind auf alle Fälle möglich.

Für mich ist es einfach weil meine Kinder am liebsten Gemüse essen. Daher gibt es oft Gemüse und für uns dann noch ein Stück Fleisch anbraten. Und fertig. Das geht schnell und jeder kann es. Und wenn wir doch mehr Lust zum Kochen haben dann gibt’s auch schon mal sehr aufwendige Gerichte.Es gibt so viele gute Rezepte im Internet die es einem schmackhaft machen zu kochen

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» torka » Beiträge: 4361 » Talkpoints: 3,41 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich finde es schon erstaunlich, wie man es sich denn leisten kann, regelmäßig Essen zu bestellen. Gerade bei mehreren Personen ist das doch total teuer. Ich frage mich aber auch, wie man nicht kochen kann. Man muss ja nicht immer ein dreigängiges Luxusmenü auftischen, aber solche einfachen Gerichte sollte man schon beherrschen. Da muss man ja teilweise nicht einmal wirklich etwas machen.

Nudeln mit Tomatensauce, Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei oder auch mal Fischstäbchen, eine Gemüsepfanne oder dergleichen machen sich doch fast von selbst. Das kann ja auch jemand, der sich wirklich nicht groß mit Kochen auskennt. Sofern man sich vorher im Internet durchliest, wie lange Kartoffeln kochen müssen und die Packungsanleitung vom Rahmspinat oder den Fischstäbchen ansieht, kann man ja nicht wirklich etwas falsch machen.

Für mich ist so etwas unverständlich und ich finde schon, dass Eltern regelmäßig kochen sollten. Das muss ja nicht jeden Tag sein. Es ist ja in Ordnung, auch mal nur einen großen Salat aufzutischen oder auch mal etwas zu bestellen, allerdings finde ich schon, dass man regelmäßig als Eltern kochen sollte.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 29767 » Talkpoints: 126,70 » Auszeichnung für 29000 Beiträge


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