Auswahl und Sinn von Firmnamen bei der katholischen Kirche
Ich selber stamme aus einer nicht-christlichen Familie. Natürlich habe ich interessehalber einige Dinge über das Christentum gelesen, und viele Dinge bekommt man hier ja auch beiläufig mit. Abgesehen davon ist die Kultur in Deutschland, insbesondere in Süddeutschland, natürlich christlich geprägt, was sich auch heute in vielen Dingen widerspiegelt. Und wenn man sich für die Geschichte des Landes interessiert, kommt man natürlich um das Christentum auch nicht drum herum.
Eine Sache, die wohl bei der katholischen Kirche üblich zu sein scheint, habe ich aber wohl bis heute verschlafen: die Tradition, dass Menschen einen Firmnamen erhalten. Offenbar ist es so, dass ein Jugendlicher sich, wenn er seine Firmung hat, also meines Wissens etwa im Alter von 13 oder 14 Jahren, einen so genannten Firmnamen aussucht. Dieser soll wohl optimalerweise ein Name mit alter christlicher Herkunft sein, insbesondere ein Name eines Heiligen. Davon gibt es bei den Katholiken ja eine ganze Menge.
Aber was bringt dieser Firmname eigentlich? Wird er nur symbolisch ausgesucht, oder wird die Person diesen Namen danach auch offiziell nutzen können? Wird der Name irgendwo festgehalten, beispielsweise in irgendeiner Urkunde? Und gibt es diese Tradition mit dem Firmnamen wirklich in allen katholischen Gemeinden, oder nur in einigen Regionen? Wie wird der Firmname genau ausgesucht und inwiefern erhält die Person den Namen dann? Vielleicht hat hier ja jemand selber einen Firmnamen bekommen und kann den genauen Ablauf beschreiben.
Ich kenne die Tradition des Firmungsnamens in erster Linie aus Polen, aber auch hierzulande scheint es in manchen Gegenden Brauch gewesen oder bis heute üblich zu sein. Obwohl ich selbst aus einer erzkatholischen Gegend komme, habe jedoch weder ich noch ein anderes Familienmitglied einen Firmungsnamen. Offensichtlich ist dieser also weder kirchliche Vorschrift noch in allen katholischen Gegenden üblich.
Meines Wissens basiert die Idee eines Firmungsnamens darauf, dass sich der Firmling den Namen eines oder einer Heiligen aussucht, die oder der ihn auf Grund seiner Lebensweise oder seiner Zuständigkeit besonders anspricht. Die katholische Kirche hat da ja eine breite Auswahl anzubieten. Dieser Name wird dann ins Taufbuch eingetragen und bei der Firmung extra genannt. So soll eine symbolische Verbindung zwischen dem Gefirmten und seinem speziellen Fürsprecher ausgedrückt werden. Für Nicht-Religiöse ist das natürlich alles Mumpitz.
Dieser Firmname taucht aber nicht in offiziellen "weltlichen" Dokumenten auf, da es sich um ein rein religiöses Ritual handelt, und bei uns herrscht ja weitestgehend Trennung zwischen Kirche und Staat.
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